Charaktererschaffung

"[Die Seele] ist an ihren Körper gefesselt und mit ihm verwachsen, gezwungen die Wirklichkeit durch den Körper zu sehen wie durch Gitterstäbe, anstatt durch ihre eigene ungehinderte Sicht." - Phaidon
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Charaktererschaffung

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 10:19

Original von Marnarn vom 09.05.2009

"Hinter der Maske ist immer ein lebendiges Gesicht." - William Butler Yeats

Sicherlich mag der kurzsichtige Leser sich auf einen aberschlauen Kommentar herablassen und einen Untoten als Gegenbeispiel dieses Satzes anführen, doch jener fühle sich bitte von mir verlacht, denn es bedarf keiner philosophisch-philologischen Diskussion, um zu sehen, dass lebendig nicht nur den Zustand des Lebens beschreiben muss, sondern auch eine Lebhaftigkeit beschreibt, und die kann man einem Untoten nicht absprechen. (Auch daraus bitte keine humoralpathologische Diskussion machen. ;) )
Viel wichtiger bei diesem Zitat ist aber die Bedeutung für die Rolle des Charakters.
Etwas, was ich in dieser Runde sehr ernst nehme und von daher ändert sich eine Kleinigkeit an der Erschaffung des Charakters.

Vorwort

Es ist normalerweise so, dass man ein Grundkonzept für einen Charakter im Hinterkopf hat oder anhand weniger Informationen in kürzester Zeit entwickelt. Der Rest ergibt sich dann durch das Spiel Stück für Stück. Vor allem durch den Umgang der Spielgruppe und den ersten länger auftauchenden Nebenspielcharakteren.
Die Charakterentwicklung durch das Spiel wird nicht änderbar sein und wird definitiv auch nicht geändert werden, denn es soll auch nicht geändert werden.
Verändert werden soll allerdings der anfängliche Umgang mit dem Charakter, das bedeutet, dass die anfängliche Identifikation, die vor Spielstart, bereits deutlich höher sein soll, und das aus einem bestimmten Grund:
Der Kampagnenstart
Ich möchte diesmal auf eine lange Einführung in die Kampagne, die vorsichtig, behäbig und leicht steuernd ist, verzichten.
In der Gildenrunde gab es beispielsweise Vim, der die Charaktere nicht nur in die Gegebenheiten der Spielrunde einzuführen gedachte, sondern durch die Anfangsquesten auch den Spieler die Chance geben sollte, sich selbst ein wenig zu finden. Selbstfindung und Zurechtfindung. Zwei wichtige Aspekte der Kampagne.
Ohne Frage wird es diesmal auch eine Zeit des Zurechtfindens geben, die ist sicherlich unabdingbar, dennoch schrecke ich auch nicht davor zurück, euch in Kleopatras Krokodilbecken starten zu lassen.
Dennoch werde ich die erste Phase der Selbstfindung einfach überspringen, in dem ihr die Aufgabe bekommt, die ersten Grundeindrücke von eurem Charakter im Vorfeld zu entwickeln.

Aus diesem Grund wird es einen Fragebogen geben, den ihr mit und für euren Charakter, vor allem aus der Sicht eures Charakteres beantworten sollt. Und dafür steht das Zitat von Yeats. Denn hinter dieser Maske, die wir Spielercharakter nennen, steckt noch immer ihr. Das gebe und weiß ich zu bedenken und sicherlich auch ihr. Dennoch lasst euch nicht davon abschrecken, sondern bitte geht hinter eurer Maske, in eurer Rolle, auf.
Die Länge des Fragebogens wird erstmal zehn Fragen umfassen, die relativ offen sind und natürlich auch situationsabhängig sind.
Dennoch könnt ihr, die Charaktere, einen allgemeinen Umgang mit solchen Fragen erarbeiten.
Die Länge der Beantwortung liegt zum größten Teil in euren Händen, das bedeutet, die maximale Länge schreibe ich euch nicht vor. Wenn ihr mir eine Dissertation über ein Thema ablegen wollt, dann könnt ihr das gerne tun. Wenn ihr alle Eventualitäten abdecken wollt, könnt ihr das tun.
In erster Linie geht es aber um das, was euer Charakter in dieser und in jener Situation fühlen könnte und würde, und wie er sich sein Handeln oder die Situation vorstellt.
Die maximale Kürze hingegen, schreibe ich euch vor.
Ich wäre bitter enttäuscht, und das ist ernst gemeint, wenn eine Frage mit Sätzen, wie: "Ich bringe sie alle um." oder "Gar nicht!" beantwortet würde. Natürlich sind diese Aussagen quintessentiell zugelassen, aber es bleibt zu Bedenken, dass es mich in erster Linie interessiert, wie ihr, die Charaktere, zu dieser Einsicht gelang seid, dass dem so sein sollte. Und euch sollte es auch interessieren, denn dies sorgt für eine anfängliche Identifikation mit eurem Charakter.
Eine Frage sollte also mit mindestens einer halben Seite Text in einem Worddokument beantwortet werden. (Schriftgröße 12, Times New Roman-vergleichbare Schriftfonts)
Wenn ihr ein schieres Layout für diesen Fragenkatalog entwerfen wollt, könnt ihr das gerne tun, sofern es etwas über euren Charakter aussagt.
Wie sicherlich an dieser Stelle zu bemerken ist, entstammt diese Runde keiner blitzartigen Idee oder einem Hüftschuss, sondern benötigt einige Vorbereitung. Und diese Vorbereitungszeit sei auch euch gegeben.
Deshalb zwinge ich euch eine terminliche Frist auf. Ich bin mir dessen bewusst, dass Referate, Lernfleiß und World of Warcraft exzellente Gründe sind, um sich der Verantwortung zu entziehen, dennoch wünsche ich mir, nein, gerade deshalb (!) wünsche ich mir, dass ihr zwischen dieser Zeit ein wenig Zeit mit euren Charakteren verbringt, geistige Zeit.
Heute haben wir Sonnabend, den 9.Mai 2009. Deshalb, ich werde es, solltet ihr es nicht heute hier lesen, heute Abend beim D&D-Abend verkündigen, sind euch 21 Tage gegeben, um den Fragebogen (er wird im nächsten Post ab 15:00 zu finden sein) zu bearbeiten und einen Charakter zu bauen. Deshalb gilt, dass ich den Charakter, trotz eventueller Verpflichtungen bis zum 30. Mai 2009, 15:00 Borgdorfer Ortszeit vorgelegt haben möchte. Entweder als PDF-Datei, als Worddatei oder als Exceldatei, sollte mit einer automatischen Tabelle für einen Charakterbogen gearbeitet werden. (Die Bloody-Adresse, wenn per Mail!)
Alternativ kann der Charakter auch in Reinschriftform oder als Kopie einer solchen bei mir vorbeigebracht werden.
Natürlich weiß ich, als ehemaliger Sol(l)dat und begeisterter Leser von Staatstheorien, dass Pflichten keine Einbahnstraßen sind, deshalb gibt es ein Belohnungssystem.
Dieses Belohnungssystem ist, zu eurem Nachteil, beinahe despotisch aufgebaut, das heißt, dass es kein Prüfungskomitee und keine einheitliche Regelung gibt, was dieses System angeht. Diesen Makel gestehe ich.
Dennoch gilt, wer die Anforderungen erfüllt, wird von mir belohnt werden. Das bedeutet, wenn ich ein gewissen Einsatz zu sehen bekomme, was ich mir für diese Kampagne noch außerordentlicher Wünsche (Siehe das Thema der Selbstaufopferung ), werden die jeweiligen Spieler bzw. Charaktere mit Vorzügen starten und das kann unterschiedlich aussehen:
  • Verbündete
  • Reichtum
  • Ausgleich bescheidener Attributswerte oder Erhöhung von Attributen
  • Außerordentliche Fähigkeiten
  • Göttliches, drakonisches, celestisches oder gar höllisches Wohlwollen
  • Erfahrungspunkte
  • Unbestimmte Boni auf Fertigkeiten
  • Vorzüge für einen Charakter auf Verhandlungsbasis

Damit möchte ich mein Vorwort auch fast beenden und komme dann zur eigentlichen Charaktererschaffung. Dennoch habe ich abschließend noch eine Bitte im Vorwege. Wenn ihr euren Charakter auf einiger geistigen Basis einer fremden Person aufbaut, möchte ich, dass ihr mir bitte diese Person und das eventuell dazugehörige Werk nennt. Wenn ihr also einen Dr. Faustus oder einen Käpitan Ahab spielen wollt, gebt das bitte an. Ihr braucht mir keine Textbelege et cetera nennen, aber einen groben Einblick in die Planung hätte ich gern.

Charaktererschaffung

1. Erlaubte Regelwerke

Wir beschränken uns, darauf haben wir uns inzwischen geeinigt, auf Regelwerke der Edition 3.5 (!) - Darauf ist bitte zu achten.
Aber es gibt hierbei natürlich Ausnahmen, denn sollte es Regelwerke geben, die keine Konvertierung in diese Edition genossen haben, bin ich gerne bereit über eine solche Konvertierung zu reden. Dabei kann es sich um Werke der ersten, zweiten oder vierten Edition handeln. Meinetwegen können auch gänzliche fremde Ideen umgesetzt werden, sind aber mit mir und der Gruppe auszuhandeln.
Konvertierungswillig bin ich bei Büchern wie dem:
  • Book of Exalted Deeds
  • Book of Vile Darkness
  • Draconomicon etc.

Grundsätzlich gilt vor allem, dass die Grundregelwerke 3.5 gelten, wie sie umgesetzt sind auf d20srd.org, auch die Sonderregeln, die angegeben sind auf der Seite, also jene, die dem Unearthed Arcana, den Psi-Werken und den göttlichen Werken entspringen, sind vollends erlaubt.
Die Complete-Reihe und die Races-Reihe ist ebenfalls erlaubt. Bei den Völkern und Klassen, welche Besonderheiten aufweisen, also noch nicht auf der Welt eingebaut oder einen Core-Gott als Voraussetzung hat, gelte auch ich als miteinzubeziehende Instanz.(Shining Blade of Heironeous oder die Rasse der Goliaths als Beispiel, welche sich übrigens sehr gut eignen würde für das Setting vom Stil)
Auch die Environmental-Reihe (Frostburn, Dungeonscape, Cityscape etc.) sind willkommen.
Allerdings nicht erlaubt sind:
  • Vergessene Reiche - Werke
  • Pathfinder - Werke
  • Kalamar - Werke

Alle Werke, die einer anderen Kampagnenwelt entspringen, sind in erster Linie nicht willkommen, weil ich diese gebrauchten Einflüsse nicht unbedingt auf der Welt integrieren möchte.
Das muss euch nicht abhalten, euch von diesen Werken inspirieren zu lassen, aber eine direkte Übernahme wird nicht möglich sein. Absolut nicht möglich.
Diese Welt ist ohne diese Einflüsse konsistenz und das gilt es zu wahren. Allgemeine Inspiration jedoch gerne.
Wenn ihr Dinge aus anderen Quellen, wie beispielsweise dem DnD-Gate oder Klassen, die in den Foren der Küstenmagier entwickelt wurden, nutzen wollt, könnt ihr euch gerne mit mir darüber auseinandersetzen. Ich bin gerne bereit, solche Dinge, solange sie nicht kampagnenweltspezifisch sind, zu verhandeln.

2. Attributsermittlung

Es werden, wie immer, drei Reihen gewürfelt. Diese werden nach dem bekannten 4d6 drop lowest-Prinzip bestimmt. Eine dieser drei Reihen ist zu wählen, es sei denn (!), ihr habt den Eindruck, dass ihr viel zu schlecht weggekommen seid und ich teile diesen Eindruck. Dann könnt ihr Pointbuy 32 als Grundlage für euren Charakter nehmen.
Der Würfelnachweis kann persönlich bei mir erbracht werden, also es wird vor meinen Augen gewürfelt, oder es wird elektronisch über das Würfelforum des DnD-Gates gewürfelt. Eure Registrierung ist mir dabei natürlich mitzuteilen, damit ich das nachprüfen kann.

3. weitere Einschränkungen

Startstufe: 1
LA-Möglichkeit: Dank des Buy-off-Systemes vorhanden
Gesinnungen: Alles möglich (Könnt ihr Gruppenintern lösen, solltet ihr auch, wenn ihr eine Gruppe darstellen wollt.)
Startvermögen: Siehe gesonderten Beitrag
Bei Dingen, die nicht aus den Grundregelwerken oder dem dazugehörigen System Reference Dokument (d20.org) stammen, sind bitte mit Quelle anzugeben.
Außerdem benötige ich für euren Charakter aus bürokratischen Gründen ein genaues Geburtsdatum. (Denkt dran, das Jahr hat 360 Tage, 12 Monate und alle Monate haben einheitlich 30 Tage)
Startpunkt der Kampagne ist der 1. Tag des 1. Monats des Jahres 1042.

4. Fluff

Euer Charakter sollte ein Charakterbild haben und ein paar dazugehörige schriftliche Zeilen zum Aussehen. Ein Bild steigert oftmals auch die Identifikation mit dem Charakter und die Bindung an die anderen Charaktere, weil die Vorstellung leichter fällt. Eine Beschreibung vertieft das zusätzlich.
Ebenso fordere ich eine zusätzliche schriftliche Leistung in Form einer Hintergrundgeschichte. Da ihr Charaktere der ersten Stufe seid, möchte ich keine Geschichte, die besagt, dass ihr Elronds Berater wäret. Aber etwa eintausend Wörter sollte die Geschichte schon bereithalten für mich.
Auch bei der Hintergrundgeschichte bin ich belohnungswillig.

5. Hinweise zum Hintergrund / Setting

Hierzu werden in der nächster Zeit eine handvoll Information in gegebenen Themen gestaltet werden, dennoch möchte ich hier bereits ein erstes Schmankerl präsentieren.
Und zwar könnt ihr euch eure gesellschaftliche Herkunft aussuchen. Ihr bestimmt den Stand, aus dem ihr seid.
Zur Auswahl stehen folgende Möglichkeiten, die noch tiefer die Tage behandelt wird: Die Zahl der Goldmünzen gibt das Startkapital an, welches für Ausrüstung ausgegeben werden kann.
    1. Oberschicht: Ein Mitglied der zehn führenden Häuser der Stadt Iustitia - 1000 Goldmünzen
    2. Wohlhabende Mittelschicht: Ein Mitglied der zwanzig Vasallenhäuser Iustitias - 500 Goldmünzen
    3. Arbeitende Mittelschicht: Ein Mitglied des Handwerksstandes Iustitia - 100 Goldmünzen
    4. Unterschicht: Ein einfacher Soldat des stehenden Heeres oder niederer Arbeiter: 50 Goldmünzen
    5. Mittelloser: Ein Bettler, Mönch oder Eremit aus Iustitia und Umgebung: 10 Goldmünzen
    6. Wohlhabender Fremdling: Ein Fremder in Iustitia aus wohlhabenden oder erfolgreichen Kreisen: 100 Goldmünzen
    7. Einfacher Fremdling: Ein Abenteurer einer anderen Kultur in Iustitia: 50 Goldmünzen
    8. fremdländischer Flüchtling: Selbsterklärend: 10 Goldmünzen
    9. Verurteiler Verbrecher: 0 Goldmünzen
    10. Nomade des Umlandes: 25 Goldmünzen


6. Zusätzliche Hinweise und Empfehlungen

Diplomatieregelungen sind stets die Crux eines Spieles gewesen, denn mit einem Wurf einen furchterregenden wütenden Wyrm zu einem schwuchteligen Schmusekätzchen zu machen, war unglaublich einfach. Deshalb gilt die Variante von Rich Burlew
Es empfiehlt sich zumindest eine gesellschaftliche Fähigkeit aus dem Stamm: Bluffen, Diplomatie und Einschüchtern zu belegen, um an dieser Kampagne ausreichend partizipieren zu können. Es geht im Kerngedanken auch um Diplomatie bei dieser Kampagne, also Senatssitzungen und dergleichen.
Des Weiteren sollte euer Charakter so konzipiert sein, dass er auf die ein oder andere Weise erfolgreich an einem Feldzug teilnehmen kann. Also einen tattrigen Magier sollte man vermeiden, denn trotz seiner potenziellen Macht, ist Magie einfach verhasst auf der Welt. Denket daran!
Solltet es euch unter den Fingernägeln brennen, irgendein Konzept spielen zu wollen, redet bitte mit mir und eurer Gruppe darüber. Nichts ist schlimmer als der unterlegenste Charakter am Tisch zu sein, weil man als einziger kein ausgereiftes Konzept spielt. Gleichschritt oder Nullschritt, sucht es euch aus. Meinetwegen könnt ihr euch, wenn die Gruppe das so will, auf eine Mischgruppe einigen, davon rate ich allerdings ab.
Beachtet bitte die Veränderung der Fertigkeitslisten und passt eure Charbögen desbezüglich bitte an.

Wissens- und Buchempfehlungen:
Sun Tzu - The Art of War
Carl von Clausewitz - Vom Kriege
Niccolo Machiavelli - Der Fürst
Thomas Hobbes - Leviathan
und vergleichbare kriegs- und staatstheoretische Werke (Platon, Rousseau, Montesquieu etc.)
-
Grundzüge des römischen Senates und der griechischen Polis, sowie der attischen Demokratie, setze ich natürlich voraus.
-
Kenntnisse über die römische Classis, die Cursus honorum, die Grundzüge des Konfliktes zwischen Patrizier und Plebejer und Grundzüge griechischer Philosophie sind durchaus empfehlenswert, um sich besser ins Setting einfügen zu können.
Wer darüber nachdenkt, ein Fremdling zu spielen, sollte sich mit der jeweiligen Kultur auseinandersetzen, kann das auch nach Absprache mit mir tun. Valanen und Namornen z.B. setzen Kenntnisse über Skandinavien und Wikinger voraus. Toraner setzen Kenntnisse über das Frühstadium des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, des Slawentums oder Kenntnisse der schleswig-holsteinischen Landesgeschichte voraus, je nach Herkunft. Bei Elben und Zwergen sollte man die Grundtexte und die göttlichen Texte lesen, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Weitere Fragen beantworte ich gerne.
Ein bisschen kulturelles Wissen schadet gar nicht!
Grundzüge mittelalterlicher und antiker Wirtschaft sollten ebenfalls bekannt sein.
Politisch könnt ihr euch über den Hellenismus und die Römer grundbilden. Bei weiteren Dingen stehe ich durchaus zur Verfügung.

Sollten sonst noch Fragen zur Charaktererstellung offen sein, seid euch nicht zu schade, mich damit zu belästigen.
"Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern." - Jean Paul, Levana

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Re: Charaktererschaffung

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 10:20

Original von Marnarn vom 09.05.2009

Zehn Fragen zum Charakter

Frage 1: Oh nein! Es ist die Nacht der Philosophen am morgen Abend, Vigintisexviri! Da seid ihr gerade in eurer Amt aufgestiegen, ihr junger Spund, und gleich die erste Katastrophe! Der große Prachanda will eine Rede über die Gleichheit halten und benötigt dafür das alte Buch der Weisen aus dem Stadtarchiv. Und ihr hattet die ehrenvolle Aufgabe, es für ihn zu besorgen. Doch es war nicht da! Wie werdet ihr bloß aus diesem Schlamassel kommen?

Frage 2: Geschafft! Nach unzähligen Jahren der Mühe und des Wartens habt ihr endlich euren Einfluss gültig machen können, ihr seid Quästor geworden!
Doch nun erwartet die Obrigkeit von einem bescheidenem Verwalter, wie ihr es seid, dass ihr gleich die 11. Kohorte der 1. Legion neu ausrüstet.
Die 11. Kohorte ist die Lieblingskohorte des ehemaligen Konsuln, Robar der Schattige gewesen, doch nun ist Civ der Wall Konsul und für die erste Legion zuständig. Sie müssen mit neuen Rüstungen und neuer Bewaffnung ausgerüstet werden. Wie rüstet ihr sie aus, Quästor?


Frage 3: Ave, Legatus! Eine besondere Ehre! Da ihr leider nicht alt genug seid, um eure Ämterlaufbahn fortzuführen, seid ihr zum Gesandter des Senats gemacht worden, der euch leider noch nicht will. Ehre, mein Legat, ist die Währung hier. Davon habt ihr sichtlich wenig. Und nun das! Ihr sollt den Zyklopen Borbarygmus aufsuchen und ihn davon überzeugen, die Sonnensöhne für euch zu zerstören, im Zweifelsfalle auch mit euch. Leider ist keiner eurer zwölf Vorgänger zurückgekehrt, da Borbarygmus vorzugsweise Humanoide frisst. Schade! Aber naja, wie wollt ihr den König der Riesen überzeugen, Legatus?

Frage 4: Magister Militium! Hört sich toll an, so fühlt ihr euch wahrscheinlich auch, Bruder im Geiste! Ihr habt das Kommando über die 16. Kohorte der ersten Legion übernommen. Wunderbar. Euch hätte nur vorher auffallen müssen, dass die erste Legion nur elf rechtmäßige Kohorten hat. Und nun sowas! Man hat euch einen Haufen Bauern und Schweinebegatter als lebendes Material für den Krieg gegeben, ein paar Lumpen und Mistgabeln als Ausrüstung. Und nun das ehrenvollste an eurer Aufgabe! Ihr habt zwei Monate Zeit den Goblinstamm der Rití zu unterwerfen. Nun müsst ihr das Heer ordnen und es trainieren. Wie werdet ihr das nur machen, Magister Militium?

Frage 5: Praefectus castrorum! Da dreht sich der alte Iustitian im Grabe um vor Freunde! Ihr wurdet mit dem Lager Galex betraut, welches seelig umschlossen von Sonnensöhnen und den niederträchtigen Grauorks liegt. Solltet ihr das Überleben, werdet ihr direkt in den Senat berufen, so viel dürfte auf der Hand liegen. Doch leider habt ihr ein Problem, ihr habt die 16. Kohorte an den Backen und dazu keine Nahrungsvorräte mehr. Zwar habt ihr Waffenstillstand mit beiden Parteien, aber, oh Graus!, ein Verräter war unter uns und hat unsere prekäre Lage verraten! Wie kommen wir da nur wieder raus?

Frage 6: Ädil! Ihr steigert euch! Endlich habt ihr den nächsten Rang eurer Ämterlaufbahn erreicht. Doch ich fürchte, dass geschah nicht aus Nächstenliebe! Eure Aufgabe ist es, Getreide und Wasser an das einfache Volk zu verteilen. Doch allerdings ist ein Großteil der Ernte verdorben und ein Teil der Wasservorräte ist vergiftet. Irgendwer hat das geschickt eingefädelt. Und nun das Schlimmste! Das Volk probt den Aufstand gegen euch! Sie sehen in euch den Schuldigen, der sie zu töten versucht! Wie wollt ihr mit dem Volk umgehen, bevor es euch lyncht?

Frage 7: Ich grüße euch, mein Prätor! Ihr sollt also die Gerichte überwachen! Ich sehe, ihr habt euch schon ein wenig eingearbeitet. Dann habt ihr auch das Problem erkannt! Der Konsul hat euer Vermögen eingefroren, wie auch von anderen Senatoren, um seine erste Legion wieder aufzupolieren und die Reste der Unruhen wegen der Lebensmittel zu beseitigen. Leider habt ihr auch keine Rücklagen als Prätor, weil euer Vorgänger die Amtskasse einfach verhurt hat. Leider läuft der Hase so, dass ihr die Richter schmieren müsst, damit sie nicht willkürlich handeln. Das bedeutet, ihr müsst mehr als euer Erzfeind zahlen, damit sie nicht immer zu seinen Gunsten entscheiden. Wie wollt ihr dieses Problem beheben?

Frage 8:Werter Senator, ihr habt es geschafft! Ihr seid im Zirkel der Erlauchten! Einfluss, Ruf und Ruhm und eine ausreichende Vergütung eurer Zeit! Oh...das mit dem Einfluss muss ich wohl zurücknehmen. Der Konsul Usur hat euch zu seinem Erzfeind erkoren und leider hat er eine großen Mehrheit hinter seinem Geldbeutel gesammelt. Und zu allem Überfluss hat er euch den Mund verboten. Immer, wenn ihr nur aufsteht, weht euch heftiger, buhender Wind entgegen, sodass ihr gar nicht dazu kommt, euer Wort zu erheben. Aber wie wollt ihr eure Ideen im Senat dann umsetzen?

Frage 9: Konsul! Es ist wahr! Trotz aller Hindernisse habt ihr es auf den höchsten aller Plätze geschafft! Und ihr seid fast der mächtigste Mann der Polis! Nur Usur steht noch neben euch! Dennoch habt ihr nun freie Hand! Was gedenkt ihr nun mit eurer Macht zu tun? Habt ihr eine Vision?

Frage 10: NEIN! NEIN! Wie kann das sein? Ich seid auf Usurs Schliche reingefallen und habt euch von seiner Brut verführen lassen und nun ist es passiert! Ihr seid wegen Hochverrates zum Tode verurteilt.
Das tut mir fast Leid für euch! Was glaubt ihr, wie wird das Leben nach dem Tod aussehen, sobald ihr enthauptet seid?
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Re: Charaktererschaffung

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 10:20

Original von Marnarn vom 13.05.2009

Für alle, die sich Fragen, wie Level Adjustment-Buyoff funktioniert und was das ist.

Reducing Level Adjustments

When a character with a level adjustment advances in experience, the level adjustment he started with becomes more and more of a burden. Eventually, the benefits of the creature type may come to be eclipsed by those of his class features, and the player may regret his choice of race. Under this variant system, the character can pay an XP cost at certain intervals to decrease the burden of his level adjustment.

Table: Reducing Level Adjustments
Starting Level Adjustment Number of Class Levels Necessary
for Level Adjustment Reduction
(Not Including Racial Hit Dice)
1 3
2 6,9
3 9, 15, 18
4 12
5 15
6 18


Once the total of a character's class levels (not including any Hit Dice from his creature type or his level adjustment) reaches three times his level adjustment, his level adjustment is eligible to be decreased by 1.

For instance, a gnoll's level adjustment is +1. When a gnoll character gains his third class level (remember, the gnoll's 2 starting Hit Dice don't count), he can pay an XP cost to reduce his level adjustment to +0.

If the level adjustment is greater than +1, this process repeats until the creature's level adjustment reaches +0. Each time, use the creature's current level adjustment to determine the point at which the level adjustment can go down by 1. For example, a drow (level adjustment +2) may drop to level adjustment +1 after gaining her sixth class level, and then to +0 after gaining an additional three class levels.

Table: Reducing Level Adjustments gives the levels at which level adjustments are eligible to be reduced for starting level adjustments of +1 to +6. Creatures with a level adjustment of +7 or more retain their full normal level adjustment until reaching epic levels (21st level or higher), and thus aren't included on the table. However, you can follow the pattern described above to determine when such creatures' level adjustments can be decreased.
Experience Point Cost

Each time a character's level adjustment is eligible to be reduced, the character may pay an XP cost to take advantage of the reduction. The character must pay an amount of XP equal to (his current ECL -1) × 1,000. This amount is immediately deducted from the character's XP total. The deduction should reduce the character's effective character level (ECL) by 1. (If this deduction would not reduce the character's ECL by 1, the character's XP total is set at the maximum of the level below his current ECL instead.) This XP cost can't be reversed in any way, and the payment must be voluntary on the part of the character. The payment must be made immediately upon becoming eligible to reduce the character's level adjustment.

For instance, a 2nd-level gnoll fighter (ECL 5) who later gains a third class level has a minimum of 15,000 XP (his ECL has just gone from 5 to 6). He is eligible to reduce his level adjustment from +1 to +0. He must pay 5,000 XP, since his ECL is now 6 (2 Hit Dice plus 3 class levels plus his +1 level adjustment). After he pays the XP, his level adjustment decreases by 1 to +0. He now has 10,000 XP. His ECL falls to 5 (2 Hit Dice plus 3 class levels). Even if the XP payment would not reduce him to 5th level—for instance, if his XP total after reaching 6th level were 20,000 or more—his XP total can't remain above the maximum for 5th level, which is 10,000. Effectively, the gnoll has "paid off" his level adjustment with an XP cost, and he is now a 5th-level character.

Similarly, a drow cleric who has just reached 6th level (ECL 8) is eligible to reduce her level adjustment from +2 to +1. She must pay 7,000 XP, and her ECL becomes 7 (6 class levels plus her +1 level adjustment). When she gains her 9th class level (ECL 10), she can reduce her level adjustment to +0 (and her ECL to 9) by paying another 9,000 XP.

On the surface, this tradeoff may look like a bad deal. The drow cleric has now sacrificed 16,000 experience points, putting her behind her comrades in total class levels. Now, however, she progresses as if she had never had a level adjustment. With the self-correcting nature of the experience point system, she will soon catch up to the rest of her party, and will reach 20th level after earning a total of 206,000 XP (190,000 plus the 16,000 in XP costs). If she had not used this variant system, she would have had to amass 231,000 XP to reach her 20th class level (which is ECL 22 for a normal drow with a +2 level adjustment).
Quelle: d20.srd
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Re: Charaktererschaffung

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 10:21

Original von Marnarn vom 28.05.2009

Das Ende der Fahnenstange ist leider noch nicht erreicht, so Leid es mir für euch tut, ihr werdet nicht um weitere Arbeiten für euren Charakter nicht herumkommen, im Gegenteil arbeitet ihr mir mit eurer Arbeit zu und das ist nicht unbedeutend.

»Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.« - Carl von Clausewitz

Clausewitzs wohl berühmtester Ausspruch trifft nicht nur für die Politik des Nationalismuszeitalters zu, nicht nur vorher und auch später, sondern vor allem auch für eine Fantasywelt, wie wir sie bisher benutzt, bereitet und beackert haben.
Largarth war (ist) eine Kampagne, die quasi nur aus Kriegen besteht.
Sicherlich mag es manchen Spielern reichen das eine oder andere Gewölbe zu durchkämmen und maximal einen Stamm moralloser, dummer und stinkender Kobolde aus dem Höhlenkomplex zu werfen, doch mir als Spielleiter reicht dies einfach nicht.
Und bisher wussten die Kriege eigentlich auch unter dem Strich zu gefallen, doch bisher haben wir das nur auf einer sehr oberflächlichen Ebene gemacht und das System für Massenschlachten immer weiter vereinfacht.
Das ist mir in letzter Zeit immer saurer aufgestoßen, da es gerade, wenn mehrere Spieler am Tisch saßen, immer schwieriger wurde, individuelle Spannung in die Situation zu bringen.
Ich habe vor ein System zu reinstallieren, welches bisher vor allem Ozric bekannt sein dürfte aus den anfänglichen Kriegsabenteuern.
Der Spieler als Teil eines Heeres. Diesen Teil werdet ihr nicht ausplanen müssen, obwohl ihr eure Rolle auch bedenken solltet, dass mache ich euch aber nicht zur schriftlichen Aufgabe.

»Es ist im Kriege alles sehr einfach, aber das Einfachste ist schwierig.« - Carl von Clausewitz

Die Probleme beginnen vor allem dann, wenn man über den Rang eines einfachen Soldaten hinaus ist und man sich den wirklich schwierigen Entscheidungen zu stellen hat.
Das Feldherrensystem unserer Runden, wenn auch häufig genutzt, ist bisher eher unausgereift und gefällt mir, wie oben erwähnt, immer weniger und wirkt auf mich arg langweilig.
Dieses Problem setzt aus mehreren Dingen zusammen, denn nicht nur ist das System einfach ausgelutscht und zu einfach, sondern es steht und fällt mit der Entscheidungsfreudigkeit und Einsatzfreudigkeit des jeweiligen Spielers und über viele Schlachten hat sich vor allem eines gezeigt:
Viele Spieler sind durch die quälenden Kommentare ihrer Mitspieler immer ein wenig blockiert. Neben jeder Konkurrenz, die sonst anspornend am Tisch wirken mag, lassen sich fast alle Spieler in ihren Handlungen einschränken, aus der Sorge einen Fehler zu begehen. Das ist mein Eindruck, den ich über viele, viele Sitzungen gewonnen habe und der wohl schwerlich wegzuwischen sein wird.
Ich versuche zwar meine Spieler zu freiem und ungezwungenem Handeln zu animieren, leider aber bin ich wohl nicht der geborene Motivator, was nach sich zieht, dass das System zu verändern ist.

Es wird ein neues System zu entwickeln sein, welches die Feldherrenposition neu definiert und an diesem System arbeite ich schon eine ganze Weile und ich hoffe, dass diese Neuerung mir gelingen wird.
Essentiell dafür ist, dass einzelne Teile eines Heeres wie einzelne Kreaturen gehandhabt werden und das benötigt natürlich einige Rechen- und Systematisierungsarbeiten, doch das bleibt vorerst meine Sorge.
Als ich mich aber eingehender mit dem Thema beschäftigt habe die letzten Tage, ist mir aufgefallen, wie schön eine Frage zu diesem Thema für euch wäre.
Es ist mir durchaus bewusst, dass die alte Frist noch gar nicht abgelaufen ist und manche Spieler noch gar nicht den Grundstoff für ihren Char beendet haben.
Nichtsdestotrotz wird euch hiermit die zweite Aufgabe zugeteilt werden, welche bis zum 12.06.2009, 21:00 zu erledigen ist.
Was diese Aufgabe umfasst, folgte innerhalb der nächsten Sätze.

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Die Aufgabe:

"Ihr habt euch als Reformator hervorgetan und das staubende Siechtum von der res publica in Teilen entfernen können. Ob ihr nun dafür gesorgt habt, dass Frauen mehr Einfluss gewinnen können oder dafür, dass junges Blut im Senat sitzen darf, was ihr auch angefasst habt, es hat zu Veränderungen geführt, die ich, als euer treuer Diener, als sehr lobenswert empfinde.
Doch ein Problem, Herr, bleibt euch und eurer gnadenvollen Weitsicht noch. Denn das Heer zerfällt. Die Soldaten, die nicht beschäftigt sind, huren und randalieren rum und wenn sie kämpfen sollen, bekommen ihren Schild nicht mehr vor ihren Wanst. Es ist so schrecklich, der Schild unserer Republik erodiert vor unseren Augen. Das alte System muss zwangsläufig reformiert werden. Es braucht neuen Wind.
Und nun ja, da ihr der große Reformator der Republik seid, liegt es wohl an euch, das Heer zu reformieren.
Was ihr zu tun habt? Nun ja, ihr habt 6000 Mann und 250.000 Goldmünzen, um ein Konzept zu entwickeln und es den beiden Konsuln
(in diesem Fall dem Spielleiter und des Spielleiters Bauch) vorzustellen.
Viel Erfolg, mein Herr."


---

Erläuterungen:

Die Fragen 2 und 4 dienten bereits als kleine Vorbereitung für solch eine Reform und nun geht es darum, dass ihr eure nun damit gesammelte Erfahrung auf ein breiteres Feld anwendet und eine komplette Heeresreform durchführt.
Damit ihr euch noch besser in die Aufgabe einführen könnt, gebe ich euch ein paar Hilfestellungen und Beschränkungen auf den Weg.
Es gibt also ein paar Dinge, die es zu beachten gilt, wenn man eine Armee umformen möchte.
Wichtig ist hierbei, dass man weiß, wie es eigentlich vorher ausgesehen hat, denn wenn man das Alte nicht kennt, kann man es nicht willentlich verbessern.
Aus diesem Grund gibt es ein paar Grundinformationen zum zahlenmäßigen Aufbau einer römischen Legion (vereinfacht):

  • Größe: 6000 Mann
  • Aufteilung:
  • 10 Kohorten á 600 Mann, aufgeteilt in:
  • 3 Manipel á 200 Mann, welche wiederum in:
  • 2 Zenturien á 100 Mann eingeteilt ist.

Natürlich gab es zwischen den unterschiedlichen Kohorten noch Unterschiede, so war die 1. Kohorte immer die größte und wichtigste. Das ist für die Grundrechnung aber nicht von Bedeutung, da dies mit vielen, vielen Reformen innerhalb der Legionen im römischen Reich zu tun hat. Nehmen wir also diese seichte Grundform als Voraussetzung.
Aber "STOP! HALT!", nur zehn Kohorten? Ist der Spielleiter zu dumm, ordentliche Fragen zu stellen und fordert etwas, was er selbst nicht durchdrungen hat?
Durchaus findet die 11. Kohorte und die 16. Kohorte eine Erwähnung in dem Fragebogen, aber ich hoffe, ihre Bewandnis ergibt sich durch den Fragebogen selbst, wenn nicht, können wir übereinander lachen; ihr, weil ihr glaubt, dass ich das selbst nicht verstanden hätte und ich, weil ihr die Fragen nicht durchdrungen habt. :P
Im Ernst, die 11. Kohorte fungiert augenscheinlich als Ehrenkohorte und in der Form angepasst, dass man für eine Ehrenkohorte nicht extra eine neue Legion aushebt, was bei nur 50.000 Bewohnern gar nicht so einfach ist. Deswegen eine einfache Angliederung einer einfachen Kohorte.
Die 16. Kohorte dürfte in ihrem Sinngehalt auch so klar werden durch die Grundstimmung der Fragen. :)

Nachdem ihr also mit dieser Grundrechnung einen gewissen Umgang gepflegt habt, könnt ihr euch weiter in dergleichen einlesen oder direkt zur Reform kommen.
Dazu aber ein paar beispielhafte Fragen, welche Fragen ihr mit dieser Reform beantworten könntet/solltet:
  • Ist das Heer offensiv oder defensiv ausgerichtet?
  • Wie lange dauert die Ausbildung zu einem Soldaten für diese Einheit?
  • Was muss der Soldat alles können, um der Einheit beitreten zu können?
  • Wie lange dauert es, bis das Heer in Bereitschaft ist?
  • Wie ist das Heer aufgebaut nach Einheiten? (Mit Skizze bitte)
  • Hierarchische Struktur? Wenn ja, welche? (Ebenfalls mit Skizze - Hierarchiebaum, wenn Hierarchie vorhanden)
  • Wie hat sich das Heer grundsätzlich zu verhalten?
  • Wie hat sich der einzelnde Soldat zu verhalten?
  • Gibt es bestimmte Rituale? (Opferungen, Gottesdienste, Heerschau, Köpfe aneinanderschlagen)
  • Gibt es bestimmte Gesetze in Bezug auf das Heer? (Dezimierungsbräuche etc.)
  • Ist es ein Berufsheer oder untersteht es einer Wehrpflicht?
  • Wem verpflichtet sich die Einheit?


Das sind jetzt eine Reihe von Fragen, welche nur einen kleinen Einblick geben.
Wie diese Fragen letztendlich bearbeitet werden, ist eure Aufgabe und untersteht eurer Verwaltung. Wenn ihr noch andere Aspekte abdecken mögt, die ich nicht genannt oder auch noch gar nicht erkannt habe, könnt ihr damit nur Boni einheimsen. ;)
Diesmal gebe ich keinen Mindestansatz für den schriftlichen Teil auf, wenn ihr meint, dass die Frage mit einem "Mal sehen" oder sogar "Bedarf keiner Reform." zu beantworten ist, dann tut dies.
Auch das ist eine Aussage, die ich zu schätzen und zu verarbeiten weiß.
Dann bleibt mir nur noch, euch viel Spaß zu wünschen mit dieser feinen Aufgabe.
"Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern." - Jean Paul, Levana

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Re: Charaktererschaffung

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 10:22

Original von Marnarn vom 14.06.2009

Obwohl ich kurz darüber nachgedacht hatte, mir keine weitere Aufgabe zu ersinnen, um die ihr euch dann kümmern dürft, habe ich inzwischen, da die Aufgaben zumindest von 50% bearbeitet werden, beschlossen, dass eine dritte Aufgabe vielleicht nicht schaden könnte.
Ihr habt euch auf den Weg des Cursus Honorum und auf die Pfade eines Heeresreformators begeben, doch mit den Reformen und der Systemkritik kann es nie enden.
Sicherlich ist es jetzt nicht richtig, eine Diskussion über die Sicht auf Geschichte zu eröffnen und dann Argumentation ala Historischer Materialismus oder dialektischer Materialismus zu führen, deswegen werde ich ausnahmsweise an dieser Stelle davon absehen, weil mein Wissen darüber sicherlich auch zu begrenzt ist, als dass ich es teilen möchte.
Eure neue Aufgabe kann aus mehreren Blickwinkeln betrachtet und bearbeitet werden und ich werde euch völlig offen lassen, auf welche Art und Weise ihr diese Aufgabe bewältigt, denn das wird natürlich schon eine Menge über euren Charakter aussagen.
Um euch einen Einstieg in diese Fragestellung zu erleichtern, werde ich ein paar Möglichkeiten der Art und Weise, aber natürlich keine direkte Lösung, vorschlagen. Auch hier gilt, dass es euch nicht zum Nachteil gereichen soll, wenn ihr meinen beschränkten Horizont einreißt und euch über dessen viel zu engen Grenzen begebt, um andere Lösungen zu finden. Ich weiß sowas sehr zu schätzen.

"Das strengste Gericht ist das eigene Gewissen. Hier wird kein Schuldiger freigesprochen." - Juvenal, Satiren XIII

Gericht, ein wichtiges Wort, und das nicht nur, weil einer der Spieler sich dem dazugehörigen Berufsstand zugehörig fühlt.
Das Gericht stellt immer eine wichtige Rolle dort da, wo es um die Einhaltung von Gesetzen geht und darum, ein Exempel an Sündern zu statuieren (In diesem Fall erinnere ich daran, dass die Gruppe sich in meinen Runden nicht gerne mit dem Guten assoziiert, fürchte ich). Ich konfrontiere euch hierbei mit den Tücken des Problemes, mit dem Iustitia zu kämpfen hat.
Obwohl der Hort der gerechten Weisheit schon ein gewisses Alter hat und auch eine gewisse Größe, gibt es keine Instanzen, welcher einer Polizei gleichen, das bedeutet weder eine Stadtwache, noch andere Möglichkeiten, wie eine Stadtkohorte, welche Aufsichtspflichten hat. Sicherlich gibt es gewisse Regelungen und Gesetzgebungen, welche streng überwacht werden, wie die Handelsgewichte, welche von den Ädilen geprüft werden, die Zensoren, welche sich um das Vermögen kleinlichst kümmern und hier und da gibt es auch umsichtige Liktoren, welche eine solche Rolle spielen, aber es ist nicht für ausreichenden und umfassenden Rechtsschutz gesorgt durch quasipolizeiliche Einrichtungen.
Wenn wir dieses Problem antreffen, haben wir häufig eine erhöhte Kriminalitätsrate (Ich erspare euch eine Herleitung durch Thomas Hobbes und den Naturzustand. :) ) und die dazugehörigen Probleme.
Allerdings haben wir auch ein Gegenphänomen, welches sich damit bildet und aus dem Anschein bzw. der Tatsache der Ungerechtigkeit erwächst, und dies nennt sich dann Selbstjustiz.

Die Aufgabe:

»Mein Herr, ich muss doch bitten. Habt ihr aus dem Fenster geschaut? Wieso jagen sie diese schwarzen Menschen durch die Straßen? Könnt ihr das wirklich gutheißen? Nur weil ein paar von ihnen gestohlen haben und ihre Väter Sonnensöhne waren? Wo bleibt unser Verstand und die uns besonnene Ethik, welche uns von diesen Tieren unterscheidet?
Ihr wollt mir doch nicht erzählen, dass ihr Selbstjustiz gutheißt, oder? Wenn ja, dann solltet mir erklären, was Selbstjustiz dem alten Iustitia bringen soll. Ich bin ja mal gespannt...«"


Erläuterungen:

Diese Frage, welche dieser Unbekannte (das heißt, eine Person eurer Wahl) euch stellt, ist genau die Frage, welche ihr beantworten solltet.
Ich würde gerne vier Seiten lesen, es kann bei Zeitmangel auch weniger sein und selbstverständlich darf es natürlich gerne viel mehr sein. Für Schrifttyp etc. zählen noch immer die Maßstäbe der ersten Aufgabe, was sich an sich auch nicht ändern wird.

Diese Frage hat es diesmal etwas mehr in sich, finde ich persönlich, da sie sich auf mehreren Ebenen beantworten lässt.
Nahe liegt eine philosophische Herangehensweise an dieses Thema und eine kurze Grundsatzdiskussion, warum diese Art von Vigilantismus sich nicht unbedingt oder tatsächlich anbietet und welche Probleme und Möglichkeiten eine Rollenspielwelt für rassistische Tendenzen bietet (so sehr man sie auch real zurecht ablehnt).
Aber interessant ist auch eine Beantwortung der Frage nach dem machtpolitischen Ansinnen eures Charakters, also bspw. welche Konsequenzen die Bildung von solcherlei Milizen für eure Herrschaftsambitionen hätte und wie der Macht- und Hierarchieapparatus Iustitia damit zu bröckeln beginnen könnte.
Eine weitere Sichtweise könnte die rein faktisch-theoretische sein, in der man eine demographischen Faktor einfließen lässt und sich mit drögen Paragraphen und ihren unmittelbaren und mittelbaren Einflussmöglichkeiten und Problemen beschäftigt und versucht das Gesetz nach diesen Möglichkeiten sinnvoll oder sinnlos zu erweitern. Dies Ganze wäre dann aus der Sicht eines Richters und Gesetzgebers zu sehen.
Eine vierte, und völlig andere, Sichtweise könnte die Darstellung der Willensbekundung eines solchen Selbstjustizsystemes sein und eine sinnvolle Untermauerung aus der Sicht eines Staatsfeindes (was in der Gruppe durchaus naheliegend ist) oder einer staatsfeindlichen Gruppierung oder sogar einer staatsnahen und staatsfreundlichen Gruppe.

Wie zu sehen ist, gibt es nicht nur eine Lösungsart dieser Aufgabe und ich brauche nicht zu betonen, dass es nicht im Sinne der Aufgabe liegt, einfach nur eine allgemeine Meinungsbekundung zu diesem Thema zu schreiben.
Stattdessen hätte ich diesmal gerne etwas ausgereifter, was die Argumentation angeht. Das bedeutet nicht, dass ich eure voherige Arbeitsweise negativ kritisiere, sondern dass ihr meist Authoritätsargumente benutzt habt, welche gewisse Erklärungen umschifft habe, welche sie einfach als Voraussetzung im Wissen des Lesers abgestempelt haben, als Selbstverständlichkeiten.
Ich bin dankbar dafür, dass ihr mir dieses gewisse Denkvermögen einräumt und ich glaube auch, dass ich diese Punkte auffassen konnte.
Aber ich glaube, wenn man solche Selbstverständlichkeiten in diesem Kontext auseinandernimmt und sich nochmal herleitet, wird man recht interessante Ergebnisse bekommen, weil man so auch aus seinem Gewohnheitsdenken herauskommt.

Diesmal ist die Aufgabenstellung recht kurz und ich glaube auch, dass alles wichtige dazu gesagt wurde bis auf eine entscheidende Sache:
Abgabetermin ist der 26.06.2009 21:00.
Danke für die Aufmerksamkeit und viel Spaß.
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Re: Charaktererschaffung

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 10:23

Original von Marnarn vom 23.06.2009

"Die Natur hat ebenso das Ende eines jeden Dinges zum Ziel wie seinen Anfang oder seine Fortsetzung, gleichsam wie der, der einen Ball aufwirft." - Marc Aurel, Selbstbetrachtungen VIII

Und so beendet die Natur, durch mich personifiziert in diesem Fall, auch die Charaktererschaffung an einen Punkt und dieser Punkt ist alsbald erreicht.
Am 30.06.2009, um 23:59:59 Uhr, wird die Frist für die Abgabe des Charakters enden.
Sicherlich hat ein Großteil die Charaktere bereits vollständig abgegeben, allerdings endet damit auch eine zweite Frist, welche innerhalb der ersten Frist versteckt liegt. Und zwar können ab diesem Zeitpunkt keinerlei Änderungen mehr am Charakter von eurer Seite aus vorgenommen werden, er ist quasi ab diesem Zeitpunkt bis zum Spielstart in Stein gemeißelt und wird dann erst durch das Spiel wieder verändert werden.
In der Zwischenzeit kann er nur durch mich verändert werden, sollten mir nachträglich Fehler oder dergleichen auffallen, oder sollte es einen speziellen Grund geben.
Bsp: Euer Charakterkonzept langweilt euch und ihr wollt einen komplett neuen Charakter bauen. Was aufgrund der vielen Aufgaben zum jetzigen Zeitpunkt ärgerlich wäre, dann müssten wir schauen, wie wir das regeln.
An dieser Stelle sei dann auch bemerkt, dass die Fristen für Freunde, Verbündete und Feinde, die eure Charaktere haben, an sich enden und damit auch die optionalen Aufgaben, die ihr euch selbst gestellt habt.
Wir machen das aber wie bei einem Formel 1-Qualifying.
Das bedeutet, sollten eure optionalen Aufgaben, welche ihr bearbeitet oder noch anfangen werdet zu bearbeiten, noch nicht fertig sein, ihr aber schon schriftlich dazu etwas verfasst haben, die Zeit allerdings abgelaufen sein, dürft ihr die angefangenen Projekte noch beenden bis zum Kampagnenspielstart!
Ich sage aber noch einmal ausdrücklich, dass nur optionale Aufgaben so verlängert werden, die Pflichtaufgaben unterliegen den normalen Zeitfristen, mit der Ausnahme von Robert, der wegen seiner Klausurenphase davon befreit ist.
Nach dem Ablauf der Frist könnt ihr gerne optionale Aufgaben für eure Charaktere bearbeiten, sie haben aber dann keinen Einfluss mehr auf die Entscheidungen des Spielleiters und werden auch keinen Einzug ins Spiel erhalten. Die Ausnahme wird hier von den Dingen gebildet, die nur euren Charakter betreffen, also leichte Veränderungen im Verhalten oder das vorausschauende Planen eines Kleiderschranks.

Damit wird auch der Voraufgabenzyklus komplett enden und ad acta gelegt werden, was aber auch gleichzeitig bedeutet, dass es noch eine weitere Aufgabe von diesen Freitag an bis zum Ende des Monats geben soll.
Diese Aufgabe fasse ich ganz kurz, weil ich dazu nicht viel schreiben muss.
Und zwar sollt ihr eine 30-Punkte-Liste abfassen, mit jeweils 15 Dingen, welcher euer Charakter mag oder gar liebt und 15 Dingen, die er verachtet oder hasst.
Das wird die abschließende Aufgabe sein, welche nun sicherlich rechtzeitig gestellt sein dürfte, da ihr nun tief genug in eurem Charakter sein dürftet, um das zu beurteilen, ohne den Char komplett neu erfinden zu müssen.
Ich denke, dass die Aufgabe auch zum Ausklang fair ist.
Der Umfang der Abschlussaufgabe ist euch überlassen.
Viel Spaß damit.
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