Ius titia - ius atque dicio? - Das Recht der Klippenstadt

"So liegen also in der menschlichen Natur drei hauptsächliche Konfliktursachen: Erstens Konkurrenz, zweitens Mißtrauen, drittens Ruhmsucht." - Thomas Hobbes im Leviathan, 13. Kapitel
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Marnarn
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Ius titia - ius atque dicio? - Das Recht der Klippenstadt

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 10:11

Original von Marnarn vom 13.05.2009

"Gerechtigkeit gibt jedem das Seine, maßt sich nichts Fremdes an und setzt den eigenen Vorteil zurück, wo es gilt, das Wohl des Ganzen zu wahren." - Ambrosius von Mailand, Über die Pflichten

Dies ist das Gesetzbuch Iustitias, wie es in der Senatshalle für jeden Bürger zugänglich ist. Es ist das Recht der Stadt.
Hier die Auszüge, die jedem Bürger stets bewusst sein sollten.

Präambel:
Die Stadt Iustitia ist eine Polis. Sie verbindet Tradition und Moderne, Freiheit und Standfestigkeit.
Es besteht der unbedingte Wille, den Zustand der Autonomie gegen jeden Oppressor unter allen Umständen zu wahren, möge er Toranna oder Vesar heißen oder gar ein Gott sein.
Iustitia ist ein Hort der Weisheit und muss daher vor der Bestie der Barbarei geschützt werden.
Aus diesem ehrenhaften und heiligen Grund schwört jeder Bürger auf diese Verfassung, um seine Polis zu schützen und mit ihr zu wachsen, oder zu sterben.

- Der Senat im Frühjahr des Jahres 300 n.H.

§1 - Unantastbarkeit:
Die Personen der Konsuln, der Volkstribunen, der Zensoren und der Hohepriester sind unantastbar. Sie dürfen weder verletzt, noch bedroht, geschweige denn in Versuchung gebracht werden.

§1a - Die Grenzen der Unantastbarkeit:
§1a1 - Die Unantastbarkeit der Volkstribunen reicht bis zum ersten Meilenstein außerhalb Iustitias.
§1a2 - Jede Unantastbarkeit endet bei Bestechung und Hochverrat.
§1a3 - Bei Hohepriestern endet die Unantastbarkeit auch bei Nichtbeachtung der religiösen Traditionen.

§2 - Leben und Stand:
Jedes Wesen, welches zu Iustitia gehört, wird durch seine Geburt und seinen Taten einem Stand zugehörig.
Das determiniert das Leben und die Befugnisse des Lebens. Es gibt vier Stände:
Die Hohen (Superior), die Einfachen (Plebs), die Niederen (Inferior) und die Sklaven (Servilis).

§2a - Die Stände:
§2a1 - Jeder Hohe ist dadurch gekennzeichnet, dass er aus einem der zehn Hohen Häuser entstammt.
Zu diesen Häusern gehören die zehn Gründerfamilien Iustitias:
Die Sabariden, die Zenonier, die Fennecii, die Huanakos, die Mahrokhs, die Hammada, die Thartharen, die Cuticulae, die Aratoren und die Graupelze.
§2a2 - Jeder Einfache ist dadurch gekennzeichnet, dass er aus einer freien, nichthohen Familie stammt.
§2a3 - Jeder Niedere ist dadurch gekennzeichnet, dass er nicht aus Iustitia stammt und dass er frei ist.
§2a4 - Jeder Sklave ist dadurch gekennzeichnet, dass er im Sklavenstand geboren wurde, im Krieg in Gefangenschaft geraten ist oder sich hoch verschuldet hat.

§2b - Die Befugnisse und Pflichten der Stände:
Jeder Stand zeichnet sich durch seine gesellschaftliche Aufgabe aus. Diese Aufgabe gilt der Erhaltung der Sicherheit und des Wohlstandes, sowohl finanzieller, als auch geistiger Art, Iustitias.
Diese heilige Verpflichtung ist unumstößlich und nicht in Frage zu stellen.
§2b1 - Die Hohen sind mit der ehrenhaften Aufgabe der Verwaltung und der Verteidigung beauftragt.
Mit ihnen ist das Hirn der res publica verwurzelt, der Senat.
Jeder Hohe hat Zugang zum cursus honorum und zum gehobenen Militärdienst und ist zum Besitz von Sklaven berechtigt.
§2b2 - Die Einfachen sind mit der ehrenhaften Aufgabe der Ernährung, des Wachstums und des Kampfes betraut. Ihnen ist die Kontrolle des Senats in Form des Volkstribunats auferlegt.
Jeder Einfache hat Zugang zum cursus honorum, um das Amt des Volkstribunen bekleiden zu können. Er darf Militärdienst leisten und Sklaven halten.
§2b3 - Die Niederen sind mit der Aufgabe der helfenden Hand betraut. Sie unterstützen die Einfachen in ihren Aufgaben.
Der Niedere darf niederen Militärdienst verüben. Der cursus honorum und das Halten vom Sklaven ist ihm untersagt.
§2b4 - Der Sklave hat keine staatliche Berufung, ebenso hat er keine Rechte. Seine individuelle Aufgabe und seine Behandlung ist nur durch seinen Herren oder in Vertretung des Herren durch den Halter zu bestimmen.

§3 - res publica:
Iustitia ist öffentliche Sache und damit öffentliche Herrschaft. Die Macht liegt nicht beim Einzelnen, sondern in der Hand der weisesten und erfahrensten Männer. Sie zusammen bilden den Senat.

§3a - Der Senat:
Der Senat besteht aus 25 Männern. Er beschließt Gesetze und lenkt Iustitia. Als Teil der öffentlichen Herrschaft veröffentlicht er jeden Beschluss.
§3a1 - Die 25 Plätze sind in drei Klassen aufgeteilt.
Zehn Plätze stehen den hohen Häusern zu, ein Platz für jedes Haus.
Zehn Plätze sind den privilegierten Häusern vorbehalten.
Fünf Plätze stehen den Einfachen zu.
§3a2 - Der Senat wird durch die Zensoren besetzt.
Jede Person, die mindestens die Prätur abgeschlossen hat und amtierender Volkstribun ist, kann von den Zensoren berufen werden. Die Zensoren haben aber nicht das Recht die Verteilung der Plätze zu verändern.
§3a3 - Der Senat wird im speziellen Fall auf eigenen Wunsch bis zum Kriegsende aufgelöst und durch einen durch den Senat zu bestimmenden Diktator ersetzt, der für die Zeit des Falles uneingeschränkte Herrschaftsrecht bis zum Ende des Falls oder aber bis zum Ablauf einer Frist von sechs Monaten.
Danach übernimmt der Senat die Geschäfte wieder.
Die Gesetze Iustitias sind während des Krieges nicht aufgehoben, lediglich der Senat ist aufgehoben. Der Diktator übernimmt die Aufgabe des Senats.

§4 - Der cursus honorum:
Die wichtigsten Ämter Iustitias sind durch den cursus honorum geregelt. Diese Ämter werden durch zusätzliche Ehrenämter ergänzt. Die Ehrenämter sind neben dem Staat die wichtigste Stütze der Polis.
Deshalb werden sie dementsprechend vergütet.

§5 - Verfassungsgrundsätze:
§5a - Hochverrat: wer einem Staatsfeind Beihilfe leistet oder einen Bürger einem Staatsfeind übergibt, wird mit dem Tode bestraft.
§5b - Das Töten egal welcher Person, wofür auch immer sie verurteilt wurde, ist verboten.
§5c - Wird ein offiziell ernannter Richter oder Schiedsmann der Annahme einer Bestechung für eine Entscheidung für schuldig befunden, ist die Strafe der Tod.

§10 - Tributsrecht:
Im Falle eines sich anbahnenden Krieges oder Kampfes, ist von jedem Bürger ein Tribut von 5% seines Vermögens einzuziehen. Ansonsten ist der Bürger der Polis von jeglicher Steuer befreit.
§10a3: - Jede Person, ob Bürger oder Fremder, die in Iustitia wohnhaft ist oder einen Großteil seines Lebens dort verbringt, muss einmal im Jahr sein Vermögen von einem Zensor werten lassen.
§10b1 - Jede Person, welche kein Bürger oder nicht Eigentum eines Bürgers ist, muss jährlich 10% seines Vermögens als Tribut zahlen.

§12 - Familienrecht:
§12b2: - Ein offensichtlich verstümmeltes Kind muss getötet werden.
§12c1: - Wenn der Vater den Sohn dreimal gegen Geld als Knecht verdingt hat, so soll der Sohn von der Gewalt des Vaters frei werden.

§13 - Der Sklave:
§13c2 - Wenn ein Sklave einen Diebstahl begangen oder einen Schaden angerichtet hat, ist es dem Herrn gestattet, statt einer Schadensersatzleistung den Sklaven selbst dem Geschädigten zu übereignen.

§15 - Ehre:
§15a1 - Wenn jemand in übler Nachrede einen anderen irgenwelcher Verbrechen oder Ehrlosigkeiten bezichtigt, so erhält er dafür eine Kapitalstrafe.
§15a3 - Wer sich bereit erklärt hat, als Zeuge oder als Gehilfe bei einem förmlichen Übereignungsgeschäft tätig zu sein, der soll, wenn er sich weigert, Zeugnis abzulegen, künftig als ehrlos und nicht mehr zeugnisfähig behandelt werden.

§20 - Gewalt:
§20a - Direkte und absichtliche Gewalt:
§20a1 - Wenn er einem anderen schuldhaft ein Glied verstümmelt hat, soll das Recht der Vergeltung mit Gleichem gelten, falls er sich nicht mit dem Geschädigten gütlich einigt.
§20a2 - Wenn einer mit bloßer Körperkraft oder mit einem Knüppel einem Hohen oder Freien einen Knochen gebrochen hat, so soll er eine Strafe von 300 Gold zahlen, wenn einem Sklaven, eine von 150 Gold.
§20d - Diebstahl und Gewalt gegen Besitz:
§20d1 - Wenn jemand am hellen Tage in seinem Haus von einem Dieb heimgesucht wird, so kann er, wenn er sich bewaffnet verteidigt, den Eindringling töten und soll die Leute in der Nachbarschaft zu Hilfe oder als Zeugen zu sich hereinrufen.
§20d2 - Wenn jemand nachts einen Diebstahl begangen und der in seinen Rechten Angegriffene ihn dabei erschlagen hat, so soll das mit Recht geschehen sein.
§20d3 - Wenn jemand mit Recht gegen einen Dieb Klage erhebt, der nicht auf frischer Tat überwältigt worden ist, so soll dieser Schadensersatz in Höhe des doppelten Werts des Gestohlenen leisten.
§20e - Unfälle:
§20e1 - Wenn jemand einen anderen ursächlich tötet oder verletzt, aber dabei das Geschoß ihm mehr aus der Hand geglitten als absichtlich von ihm geschleudert worden ist, dann wird ein Sühnebock gestellt.

§24 - Handel:
§24a1 - Wenn jemand eine Verbindlichkeit eingeht oder ein Personen- und Sachherrschaftsrecht überträgt, so soll das, was er mündlich feierlich versprochen hat, rechtsgültig sein. (Manzipation)

§25 - Hausrecht:
§25c3 - Pflege die Straßen an deinem Grundstück; werden sie vernachlässigt, können Straßenbenutzer ihr Vieh treiben, wo immer sie wollen.
§25g1 - Einen in gemeinsamem Besitz verschiedener Eigentümer stehenden Balken, etwa in Gebäuden oder in einem Weingarten, der tragende Funktion hat, darf einer der Mitberechtigten nicht einseitig entnehmen.

§47 - Heirat:
Um das Fortbestehen und den Wachstum der Stadt zu gewährleisten, hat jede Person in einen heiligen Bund einzutreten.
Männer müssen fünfzehn Jahre nach der Mannwerdung vermählt sein, Frauen bereits fünf Jahre nach dem Erreichen des Erwachsenenalters.
Sklaven dürfen nur untereinander heiraten.

§50 - Tod:
§50a1 - Einen Toten soll man innerhalb der Stadt weder begraben, noch verbrennen.
§50a2 - Von einem bereits feierlich verbrannten oder beerdigten Toten soll man nicht die Gebeine sammeln, um dann nochmals ein Leichenbegängnis zu veranstalten.
§50c - Verhalten am Grab:
§50c1 - Derjenige, der eine Leichenfeier ausrichtet, darf das Sinnvolle und Pietätsangemessene tun. Aber mehr als das darf er nicht tun. Das Scheiterhaufen-Holz darf er mit der Axt nicht glätten.
§50c2 - Die Frauen sollen ihre Wangen nicht zerkratzen, und sie sollen kein Klagegeschrei beim Leichenbegängnis anstimmen.

§51 - Das Erbe:
§50a1 - Wie jemand letztwillig über sein Vermögen verfügt und die Nachlassverwaltung geregelt hat, so soll es rechtsgültig sein.
§50a2 - Wenn jemand ohne Testament stirbt, der keinen unmittelbaren Erben hat, dann soll der nächste Blutsverwandte den Nachlass erhalten.
§50a3 - Wenn kein Blutsverwandter vorhanden ist, dann sollen die ferner Verwandten den Nachlass erhalten.
§50a5 - Wird jemand geisteskrank, soll der nächste männliche Verwandte die Verfügungsbefugnis über dessen Besitz haben.

§60 - Magie:
§60a - Das Wirken vom Magie° ist verboten. Jede Zuwiderhandlung wird bestraft. Arkane Magie ist gänzlich verboten.
Nur Tempeldiener sind befugt Magie zu wirken, für alle anderen gilt:
§60a1 - Das Wirken von einfacher Magie kostet 500 Gold Strafe.
§60a2 - Wird eine Person durch Magie geschädigt, wird über den Übeltäter die Kapitalstrafe verhängt.
§60b1 - Für einen Tempeldiener gelten in Bezug auf Magie die Gesetze der Stadt, was Gewalt und Schädigung angehen. Auch einem Tempeldiener ist es nicht erlaubt, seine Magie ruchlos einzusetzen.


° = Magie wird als etwas Körperliches angesehen.
"Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern." - Jean Paul, Levana

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Re: Ius titia - ius atque dicio? - Das Recht der Klippenstad

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 10:12

Original von Marnarn vom 02.07.2009

Der lange Arm des Pholquar Seressius

Natürlich gibt es neben den bloßen Gesetzen und jene, welche diese Gesetze für sich nutzen und gebrauchen, sei es in verteidigender Haltung oder als Angriff.
Natürlich ist das Rechtssystem noch recht vereinfacht und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich es noch erweiter und etwas verzwackter mache. Ich trau mich diesen nächsten Schritt allerdings noch nicht, da mein Wissen über die Jurisprudenz relativ gering ist, obwohl das Leben meiner Pflegebrüder das Gesetz oftmals schneidet. :)
Aus dieser Einfachheit heraus gibt es auch nur zwei entscheidende Verfechter des Rechts, welche sich bei Rechtsstreitigkeiten für das Recht einsetzen, welche neben dem Senat agieren.
Die sind zum einen die Advocati und die Procuratores.
Die Advocati sind jene, die uns allzu bekannt als Anwälte und Rechtsanwälte sind und die Fälle der einfachen Männer vertreten, als auch die Fälle der hohen Häuser etc.
Alles was mit Rechtsbrüchen im Allgemeinen zu tun hat und verteidigt und angeklagt werden muss.
Die Procuratores hingegen sind in erster Linie Verwalter von Gütern und Finanzen und dienen in der Rechtspflege vor allem der Wahrung der Gesetze zu diesen Themen und sind speziell zuständig für Gesetzbrüche, die mit dem Manzipationsrecht zusammenhängen oder wenn es um Erbrecht und dergleichen geht.

In Iustitia finden wir beides oftmals in gemischter Form vor, mit der Ausnahme der hohen Häuser und der Vasallenhäuser, die meist jeweils einen Prokurator und einen Advokaten ihn ihrem Dienst haben, obgleich viele Häuser selbst beide Berufsstände des Anwalts stellen.
Die einfachen Männer und vor allem die Fremdländer müssen sich die Dienste eines solchen Mannes meist kaufen, während Sklaven natürlich kein Anrecht auf eine Rechtsvertretung haben. Und auch die Niederen haben nur ein geringes Anrecht darauf, welches nur die notwendigsten Dinge umfasst, wie Bestechung, Diebstahl und Mord.

Advocati Seressi:
In Iustitia gibt es nichtsdestotrotz ein gewisses rechtliches Monopol, welches in der Hand eines einfachen Mannes liegt, der aber im Laufe der Zeit durch seine geflissentlich geleistete Arbeit und seinen Hang, andere ins rechtliche Verderben zu stürzen einen außerordentlichen Ruf erworben hat. Wir reden hier von Pholquar Seressius.
Ein Mann, der aus einfachem Haus kommt, aber durch seine außerordentlichen Paragraphenreiterei während seiner Legionszeit vom Hause Sadat entdeckt wurde und eine Ausbildung zum Advokaten machte.
Im Dienst der Sadaten trat Seressius auch in den Sklavenhandel ein und genoss eine Ausbildung zu einem Prokurator, in dieser Doppelfunktion hat er sich auf dem Sklavenmarkt durch sein geflissentliches Ausschalten unangenehmer Aufsteiger zur rechten Hand des Sklavenvorstehers Ukand dem Aaligen hochgearbeitet und dient nun immer noch dem Haus Sadat in dieser Funktion.
Ansässig in einem großen umgebauten Lagerhaus in der Nähe der Arena, beschäftigt Pholquar beinahe zwanzig Advocati und Procuratores, welche nicht nur dem Haus Sadat dienlich sind, sondern allen hohen Häusern, wenn die Bezahlung stimmt.
Dem einfachen Bürger ist diese Advokatenvereinigung nicht dienlich, es sei denn, dass die Anklage einem Syndikatsfeind dient. Mit Syndikat ist dabei die Vereinigung der Kräfte auf dem Sklavenmarkt gemeint. Sollte dies der Fall sein, können die Anwälte des Hauses sehr entgegenkommend sein und selbst für einen Niederen ins Feld ziehen.
Durch diese Art und Weise zu Handeln gehört diese Verbindung, häufig auch Advocati Seressi genannt, zu den einflussreichsten Institutionen Iustitias.
Sie sind stetig auf der Suche nach guten Anwälten, welche in ihre Dienste treten und bezahlen auch sehr gut mit Besoldungen bis zu 30 Goldmünzen pro Zehntag.

Advocati Usuri:
Allerdings gibt es auch hier eine Gegenpartei, welche von Marcus Usurus angeführt wird, der seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge der hohen Häuser ist.
Seit ein paar Jahren führt der Veteran einen erbitterten Kampf gegen das Sklavensyndikat und bedient sich nach anfänglichen Schwierigkeiten inzwischen auch den Diensten von Advokaten und Prokuratoren, welche in seinem Dienst stehen.
Diese Männer treffen sich häufig im Soldatentreff und beratschlagen dort ihr Vorgehen.
Allerdings sitzt das Geld bei Marcus Usurus nicht ganz so locker, wie bei den hohen Häuser, weshalb die Anwälte hier alle möglichen Fälle zu betreuen haben und dabei deutlich geringer bezahlt werden. Aus diesem Grund sind auch einige Anwälte abgewandert in jüngster Zeit, zur Gegenpartei natürlich. Deswegen sucht Marcus dringend nach Ersatz.
Inzwischen lässt er sogar seine Taverneneinkünfte in das Projekt fließen, um jungen Männern und Männer, die ihre Militärzeit beendet haben, die Möglichkeit zum Studium der Rechtswissenschaften zu geben, welche durch die philosophischen Schulen gefördert werden.
Diese Gegenpartei, Advocati Usuri genannt, haben trotzdem einige Probleme mit der Übermacht der A.S., weshalb das Projekt inzwischen gefährdet scheint.

Das ist jetzt nur ein sehr grober Überblick über die zwei größten Institutionen von Anwaltschaften und es darf nicht unterschätzt werden, dass viele Anwälte auch ohne Zugehörigkeiten arbeiten und viele gerade aus das res manicipi ausgerichtet sind. Viele Anwälte werden gerne als Ehrenzeugen genommen, da sie in der Regel schriftkundig sind und eine dazugehörige Urkunde ausstellen können.
Außerdem sind freischaffende Anwälte, ohne Zugehörigkeit zu diesen beiden Anwaltsklassen, auch deutlich günstiger. Und dabei darf man nicht vergessen, dass die Kundschaft meist aus dem mittelständischen Bereich kommt.
Aus diesem Grund läuft vieles über selbstständige Anwälte ab.
Anwälte mit besonderer Befähigung hingegen, werden oftmals vom Senat selbst angeworben, um die Verhandlungen gegenüber Verbrechern am Staat zu führen, also Hochverrätern und ähnlichem, als auch die Staatsreichtümer zu verwalten und dann sogar eine beratende Funktion einzunehmen. Diese Advokaten und Prokuratoren bekommen auch Einblick in die gesetzgebende Funktion des Senats und dürfen die Gesetze auf Rechtmäßigkeit überprüfen und bewerten.
Diese Funktion des Prokurators oder Advokaten des Senats gilt als eines der ultimativen Sprungbretter für eine Karriere als Senator, Konsul und Zensor.

Jedoch muss noch bedacht werden, dass das Leben eines Anwalts und auch eines Richters, nicht so läuft, wie es heute in wohlgeordneten Gerichtsverfahren ist, mit Protokollanten und diesem ganze Firlefanz, in Iustitia gibt es dafür eine viel wichtigere Instanz, denn ein gerichtlicher Streit bestehtd aus den geschickten Reden der Anwälte.
Es gibt je nach Fall eine Abordnung, welche einer Jury gleicht und je nach Darstellung und Glaube an die Gerechtigkeit eine Person für schuldig oder unschuldig befindet.
Es kommt also nicht auf die Wahrheit unbedingt an, sondern vielmehr auf Plausibilität und eine gute Darstellung des Rechtsfalles. Unter diesen Umständen kann bisweilen sogar das eigentliche Recht etwas gestreckt werden und Akte der Selbstjustiz, wenn nicht schon sowieso rechtsgültig, ebenso dazu gemacht werden.
Natürlich kann der Beweis der Wahrheit durch nichts gesetzt werden, aber alles was nicht eindeutig bewiesen werden kann, ist auf dem Feld der Rede zu entscheiden.
So viel zum Thema Advokaten für den Moment.
"Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern." - Jean Paul, Levana


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