Iustitia - Stadt, Land, Fluss

"So liegen also in der menschlichen Natur drei hauptsächliche Konfliktursachen: Erstens Konkurrenz, zweitens Mißtrauen, drittens Ruhmsucht." - Thomas Hobbes im Leviathan, 13. Kapitel
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Marnarn
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Iustitia - Stadt, Land, Fluss

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 09:08

Original von Marnarn vom 10.05.2009

"Man is an animal whose nature it is to live in a polis." - Aristotle

Das Gebiet Iustitia

Iustitia

Hauptstadt: Iustitia
Gebiet: Sonneninsel
Verwaltung: Res publica
Anführer: Der Senat
Einwohner: 57.319 (letzte Volkszählung im Jahr 1042 n.H.)
Rassen: 70% Menschen, 10% Elben, 9% Orks, 5% Zwerge, 3% Gnome, 3% Andere
Religionen: Alphestes, Hrâun, Iben, Liontari, Marnarn, Mânhel, Rylban, Astak Miyasad, Drood
Importe: Lasttiere, Lebensmittel, Sklaven
Exporte: Schriftgut, Waffen, Söldner, Salz


Die Polis

Gesinnung: Neutral
Größe: Metropole
Bevölkerung: 48.661 (Rasseneinteilung siehe Gebiet)
"Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern." - Jean Paul, Levana

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Marnarn
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Re: Iustitia - Stadt, Land, Fluss

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 09:09

Original von Marnarn vom 15.05.2009

Die Landwirtschaft Iustitias

Die Männer, welche Iustitia gründeten, haben eine folgenschweres Problem nicht bedacht. Aber es ist ihnen nicht zu verdenken, denn sie waren Krieger und keine Bauern.
Sie haben ihre Stadt auf nacktem, zerklüfteten Fels über dem Meer gegründet. Für zehn Mann mag dies kein Problem gewesen sein, doch für fast 50.000 Wesen ist das ein unglaublich großes Problem.
An einem Ort, an dem sich Steinwüste, Gebirge und das Meer treffen, ist eine solche Metropolis schwer zu realisieren, da eine Metropolis viel Nahrung für ihre Bewohner braucht.
Sicherlich wäre es jetzt sogar beinahe spannend, die Landwirtschaftsgeschichte Iustitias zu erörtern. (Auch wenn es sicherlich Spieler geben wird, die nicht davon begeistert sind. ;( :tongue: )
Dementsprechend werde ich kurz erklären, wie die Stadt sich selbst ernährt, um zu erklären, wie sich eine Stadt an diesem unwirtlichen Ort erhalten kann.
Denn wenn wir die Gesetze der Stadt als Grundlage nehmen, erkennen wir, dass das Wörtchen Magie alleine nicht reicht, um die Stadt zu ernähren. Nichtsdestotrotz spielt Religion eine zentrale Rolle in der Bewirtschaftung der Ländereien.
Im Folgenden erkläre ich die drei elementaren Grundpfeiler der Lebensmittelversorgung.

Um dieses Thema eingehend zu betrachten, ist letztendlich eine klimatologische Darstellung wichtig. Diese ist beizeiten sicherlich nochmal zu erörtern, falls einer eurer Charaktere sich genauer mit diesem Thema befassen möchte. Solange dies nicht der Fall ist, werde ich diesen Punkt relativ kurz halten.
Das Klima von Iustitia spielt sich in einem Grenzgebiet ab. Zwischen Steinwüste und gemäßigtem Meer. Das dies relativ unnatürlich ist, und nur in manchen Gebieten der Erde, wie in den Anden oder Teilen Namibias vorkommt, dürfte bekannt sein.
Dieses Grenzgebiet ist niederschlagstechnisch mit der Sahelzone vergleichbar. Es wäre naheliegend, dass sich der Regen am Gebirge direkt abregnet und dahinter die Wüste beginnt und Iustitia am Außenrand des Gebirges genügend Niederschlag abbekommen müsste.. Das stimmt insofern, dass dies auf die namibische Wüste zutrifft. In Fall Iustitias verschärft sich das Problem dadurch, dass die Strömung und der Regen nicht vom offenen Meer kommen, sondern von einer Meeresstraße, welche zwischen der Insel und dem Festland fließt. Ein Großteil des Regens geht also auch schon auf der landläufigen Seite nieder. Die verschiedenen Winde bedingen, dass diese Regenausläufer seltener die Insel treffen und es Regenschubzeiten gibt. Deswegen der Vergleich zur Sahelzone.
Überhaupt fällt nur in vier bis sechs Monaten überhaupt Regen und nur in zwei Monaten ausreichend Regen, um umfassende Landwirtschaft überhaupt betreiben zu können. Aber das ist ein ganz eigenes Problem, zu dem ich noch komme. Auch nur in dieser Zeit kommt es zu ausreichender Nebel- und Taubildung.

Lebensmittelanbau:
Zwar gibt das Klima in zwei Phasen des Jahres, einmal zum gedachten Frühling und einmal zum gedachten Herbst (Im Altertum und Mittelalter gibt es in der Einteilung nur Sommer und Winter), gibt es zwei Niederschlagphasen, die eine geringe landwirtschaftliche Nutzung des Boden zulässt, mit bescheidenen Erträgen, wenn überhaupt.
Aber die findigen Iustitianer haben einen Weg gefunden, das Problem zu umgehen. Allerdings mussten sie sich vorher mit einem ganz anderen Problem auseinandersetzen, denn wie gesagt, bauten die Gründerväter die Stadt auf Stein und auf Stein lässt sich Getreide nur spärlich anbauen.
Aus diesem Grund lässt sich eigentlich nichts auf dem kargen Stein anbauen und noch weniger lässt sich wenige Kilometer weiter in der Steinwüste selbst anbauen. Deswegen ist dieses Thema auch das schwierigste.
Aber wir Schleswig-Holsteiner wissen uns dort instinktiv zu helfen, doch dieses Thema werde ich später nochmal aufgreifen und es zum Schluss aufarbeiten, die diese Bodenherrschaft eine der zwei wirtschaftlichen Machtfaktoren Iustitias ausmacht.

Fischerei:
Obwohl das Meer unter der Stadt liegt, gibt es viele Möglichkeiten für Fischfang und Fischbau. In der alten Zeit war die Fischerei von außerordentlicher Bedeutung für das wachsende Iustitia. Da die Jagd einen im Gebirge unerfahrenen Jäger vor außerordentliche Probleme stellte und nicht mit der Flachland und Nasslandjagd vergleichbar ist, hatten die ersten Generationen der Stadt ein großes Problem mit der Jagd und der Versorgung der Stadt damit. Dementsprechend mussten sich die Männer (und auch inzwischen Frauen) dem Meer zuwenden. Erst über gefährliche Steilhänge, später über gegrabenene Treppen, gelang der Zugang zum Meer durch Grotten und damit die ersten Chancen auf Fischfang durch Angeln.
Über die Zeit wuchs aber auch der Bedarf und es wurde neue Mittel benötigt. Es wurden Reusen installiert und die ersten Schifferboote gebaut. Doch die Ausfahrt durch eine Grotte, der Strömung entgegen, ist nicht nur anstregend, sondern bei ausgewaschenem Gestein auch gefährlich.
Das war die Zeit, in dem zwei neue Wege eingeschlagen wurden. Zum einen wurde ein strömungsarmer Salzsee gefunden, welcher nur bei starkem Wellengang mit Meerwasser geflutet wurde, andererseits begannen die ersten Fischer, die ehemals Reusen nutzten, aktiv Fisch zu züchten. Die ersten Fischbauern waren entstanden.
Mit dieser Entwicklung gelang es der Stadt enorm zu wachsen, denn nun konnte eine größere Anzahl von Bewohnern sicher ernährt werden.
Ebenso konnte durch die Erschließung die Meeresstraße besser befahren werden und mehr Fische, Muscheln und Krebstiere aus dem Wasser gezogen werden.
Hauptnahrungsmittel aus dem Meer sind Garnelen, Krebse, und Fische, vor allem verschiedene Thunfische und Schwertfische, welche auch in großen Stil gezüchtet werden durch ihre Größe und ihren Fleischanteil.
Hin und wieder werden auch größere Tiere gejagt, wie Wale und Haie, doch manche dieser Tiere wehren sich, weshalb nur erfahrene Fischer sich an solche Fänge wagen. Diese großen Tiere werden auch nicht gezüchtet.
Dennoch gelten, aufgrund der Tradition, diese Berufe als besonders ehrenhaft, denn diese beiden sind dafür verantwortlich, dass die Stadt überhaupt so stark wachsen konnte.

Jagd:
Jagd ist, wie oben angemerkt, ein außerordentliches Problem und selbst in heutiger Zeit ist der Anteil von Jagdbeute im Ernährungsplan eines Iustitianers sehr gering und Fleisch daher sehr teuer. Die Jagd auf steinigem Boden ist schwer, da die Jagdtiere wenig Spuren hinterlassen und wenige Tiere dort leben, die genügend Fleisch bieten, um mehrere Personen zu ernähren. Ein Lichtblick ist hierbei durch die reichhaltige Vogelwelt gegeben, welche durch verschiedene Fallen- und Jagdvorrichtungen gestellt werden. Ein einfacher Bogenschuss reicht hierbei nicht, denn die meisten Vögel sind Klippenvögel und ein Schuss würde sie zwar sterben lassen oder schwer verletzen, doch danach würde sie ins Meer oder auf niederigere Klippen fallen. Aus diesem Grund ist das Fallenhandwerk in Iustitia sehr stark gefragt.
Seid man die ersten Stämme unterworfen hatte, gelangte man an Wissen über die Jagd von Gämsen und Steinböcke, sowie anderen größeren tierischen Bewohnern der Berge.
Dennoch ist die Jagd nicht ausreichend, um die Stadt zu ernähern. Außerdem ist das Reisen durch das Gebirge nach wie vor gefährlich, da viele Raubtiere sich ungern ihre Beute wegnehmen lassen. Besonders Pumas und Hyänen sind gefährliche Feinde bei der Jagd.

Landanbau, Teil 2, und Viehzucht:
Es gibt zwei entscheidene Werkzeuge beim Landbau, welche Iustitia dazu befähigte, so groß zu werden. Und diese zwei entspringen sehr klugen Köpfen.
Grim Eisenbart war ein Pionier beim Bau der Stadt, nicht nur, dass ihm zu verdanken ist, dass die Polis inzwischen auf mehreren Plateaus steht und durch starke Brücken verbunden ist, sondern er hatte noch die Idee für eine außergewöhnliche Nutzung der Wasserzeit.
Steinwüsten und ähnliche Wüstungsgebiete neigen zu einer großen Erosion und lassen das Wasser daher abfließen, statt es aufzunehmen. Ebenso funktioniert es mit Steinen, besonders wenn sie wenig pöros (gesintert :D) sind, das Wasser wird nicht in den Stein eingelassen und fließt ab. Das ist für die Landwirtschaft ein enormes Problem. Aus diesem Grund entsann der findige Zwerg einen Plan. Er ließ die Straßen zum Mittelpunkt des Plateus absenken, während alles Abseits der Straße zur eben jenen Straße gesenkt steht. Dadurch wird das fließende Wasser in dafür ausgehobene kleine Gräben geleitet, welche das Wasser in Großzisternen unter dem Mittelpunkt der Plateus fließen lässt und für das jeweilige Plateau eine Gemeinschaftszisterne bildet.
Da dieses Konzept funktioniert und sich so auch der Wasserbedarf der Stadt decken lässt, ist dieses Konzept auch außerhalb der Stadt angelegt worden,um Zusatzzisternen für den Notfall zu haben.
Die zweite Idee stammt von Julius Cuticula, welcher als Konsul beschloss, dass man Meerboden sammeln sollte, diesen trocknen lassen sollte und diesen aus einer Zisterne immer wässern sollte, um zu schauen, was passiert. Und es ergab sich, dass der Boden sehr fruchtbar war, wenn er genügend Wasser bekam und man die spärlichen Getreidevorräte in der Folgezeit erhöhen konnte.
Inzwischen wurden schon zwei Eintiefungen durch Lahnung im etwas anderen Sinne zu großen Ackerflächen umgewandelt. Die Zisternensysteme versorgen diese Felder beinahe ganzjährig mit Wasser, sodass die Versorgung der Stadt beinahe gesichert ist.
In einem dritten Feld wird seit dem Jahr 990 n.H. Grasflächen gefordert und man hat mit der Domestizierung von ganzen Ziegenherden begonnen. Doch dieses Wissen ist noch nicht ausgeprägt, sodass das Ziegenfleisch und die dazugehörige Milch nur von den Wohlhabenden zu bezahlen ist.
Hauptanbaustoffe sind Hirse, Gerste und Erdnüsse.

Allerdings ist das landwirtschaftliche Auskommen nicht zu überschätzen, denn wir dürfen ein paar Dinge einfach nicht vergessen. Zum einen die Unerfahrenheit mit der Ackerwirtschaft in diesen Gebieten (Überanspruchung der Böden etc.), welche erst Stück für Stück Anklang findet, zum anderen sehen wir uns noch anderen Problemen ausgesetzt. Alle Dinge, welche eine Ernte vernichten können, sind schlechtweg Gift für Iustitia, ebenso Vergiftungen der Zuchtgewässer, ob nun im See oder im Meer direkt.
Deswegen dürfen wir diese Systeme nicht überschätzen.
Zwar sind sie revolutionär, da sie die Steinstadt zur Metropolis erheben konnten, andererseits sind sie noch nicht problemlos.
An dieser Stelle tritt die Religion in den Vordergrund, allen voran Alphestes. Obwohl im Pantheon eigentlich Zendegi der Erntegott ist, übernimmt der Gott des Goldes diese Rolle. Aus einem ganz einfachen und ebenso wichtigen Grund. Diese Errungenschaften machen den Reichtum Iustitias aus. Die Brücke ist also schnell zu erkennen.
Seine Tempeldiener sind dementsprechend darum bemüht, jegliche landwirtschaftliche Nutzung zu unterstützen und verdingen sich daher als Schutzherren des Getreides, der Erdnüsse und auch des Fischbaus.
Daraus ergibt sich auch ein ganz eigenes Brauchtum, welches noch zu beschreiben sein wird, aber durch die Bedeutung des Anbaus sicherlich leicht zu erklären sein wird und ebenso leicht verständlich ist.
Nichtsdestotrotz sind die Probleme, trotz magischen Beistandes, allgegenwärtig und aus diesem Grund importiert Iustitia auch Lebensmittel, im Rahmen der Möglichkeiten.
Ebenfalls wichtig für den Rahmen der Lebensmittelknappheit ist der Gebrauch von Salz.
Hier sind wir auch wieder bei einer maritimen Nutzung, als auch bei einer Nutzung der Berge.
Um diesem Thema (Bergbau) werde ich mich im nächsten Beitrag widmen. Das soll es zu den Grundpfeilern der Landwirtschaft gewesen sein.
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Re: Iustitia - Stadt, Land, Fluss

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 09:10

Original von Marnarn vom 16.05.2009

Bergbau und Salzgewinnung

Salz ist lebenswichtig und war bei den Römern auch von entscheidender Bedeutung. Ein anderes Wort für Sold ist das Wort Salär, und es kommt vom lateinischen Worte Salarium, welches soviel wie Salzration bedeutet. Die Salzration machte einen Teil des Gehaltes aus, welches ein römischer Legionär bekam. Das bedeutet, dass ein Legionär ein Teil seines Gehaltes als Naturalie ausgezahlt bekam.
Für Iustitia sieht es in der Bedeutung so aus, dass Salz aufgrund des raren Angebotes von Fisch und gerade Fleisch von enormer Bedeutung ist, gerade in Jahren in denen der Fischfang zurückgeht.
Daraus ableitbar ist die Rolle, welche Salz für den Iustitianer einnimmt.
Doch neben dem Salz gibt es noch andere Rohstoffe, welche dem Gebirge abgerungen werden.
Im Folgenden möchte ich mich mit den wichtigsten Abbauarten von Salz und anderen Rohstoffen widmen und die Bedeutung dieses Berufszweiges ein wenig erweitern.

Steinbrucharbeiten:
Holz ist sehr selten in der Wüste, wenn es überhaupt zu bekommen ist, ist es von Wurzelgeflechten und Kleinhölzern und wenigen tiefwurzelnden Bäumen, wie die Akazie. Holzbauten fallen einfach aus Mangel an Rohstoff weg. Und das steigert den Bedarf an anderen Baustoffen für Gebäude. In erster Linie bildet eine Klippenlinie über dem Meer, welche auf blanken Stein liegt, einen zentralen Baustoff. Stein.
Allerdings taugt nicht jeder Stein für den Bau auf den Plateaus.
Intrek Eisenbart, Nachfahre des berühmten Grim Eisenbart, hat die These aufgestellt, dass die Plateaus weniger Gewicht tragen, als die Architekten erster Stunde gemessen haben. Aus diesem Grund werden leichtere Gesteinsorten gesucht, welche Abhilfe schaffen können.

Einschub: Erinnerung kann trügerisch sein und ich bin bei der Recherche über einen Irrtum meinerseits gestolpert. Meiner Erinnerung nach, hatte ich das Gefühl (habe schon damit gearbeitet), dass Kalkstein ein niedrigeres spezifisches Gewicht als Granit hätte, und das Marmor ebenfalls schwerer wäre (ebenfalls mit gearbeitet). Nach ausgiebiger Recherche habe ich festgestellt, dass Marmor auch ein Kalkstein ist (das wusste ich), der entgegen meiner Annahme nicht stark verdichtet ist, sondern nur auf andere Art und Weise (Mit anderen Inhaltsstoffen) ausgeflockt ist. Granit ist ebenfalls in derselben Gewichtskategorie. Alle liegen in etwa bei einem spezifischen Gewicht von 2,8t pro m³, je nach Zusammensetzung ein bisschen weniger, ein bisschen mehr.
Aus diesem Grund nehme ich die Annahme und die damit verbundene Aussage, dass Iustitia nur aus Kalkstein bestehen könne zurück und gebe Marmor als Werkstoff frei. Natürlich ist Marmor immer noch hochwertiger und schwerer freizulegen, und damit natürlich um einiges teurer. (Über einen genauen Preis müssten wir Rücksprache halten, den habe ich nicht im Kopf, aber vielleicht gibt es einen Vergleichswert im Arms&Equipment-Guide.)
Auch Granit kann auf dem Plateau normal verbaut werden.

Alternative Baustoffe, die als leichter gelten, sind Lehm und Ton, jedoch sind diese Stoffe nur schwer zu bekommen. Künstliche Baustoffe sind soweit nicht bekannt.
Nach wie vor sind Kalksteine aber der wichtigste Baustoff von Iustitia, denn er wird großräumig von Sklaven in den Steinbrüchen im Gebirgen und an den Klippen abgebaut. Kalkstein ist relativ günstig und leicht zu beschaffen.
Schwerer ist das mit Marmor, denn es gibt nur einen Marmorsteinbruch, welcher den Sabariden gehört. Doch der Aufwand an Sklaven und Werkzeuge ist sehr hoch.
Als dritter Baustoff wird Granit verwendet, welches aber auch schwer abzubauen ist, dafür ist Granit sehr wetterbeständig und muss nicht andauernd ausgebessert werden. Die Eisenbärte besitzen einen solchen Steinbruch.

Klassischer Bergbau:
Dort wo Staub und Blut Fundament einer städtischen Welt ist, darf der Bergbau nicht fehlen.
"Waffen sind ein wichtiges Werkzeug in einer gefährlichen und erbarmungslosen Welt, in der feststeht, dass der Pazifist der beste Freund des Massenmörders ist, um diesen Bestien entgegenzutreten oder selbst zu Bestie zu werden. Geistesschärfe hebt den Humanoiden vom Tier ab, heißt es. Also schafft er sich Waffen, wenn er keine hat. Und er entreißt die Waffen der Erde, formt den rohen Stoff aus Eisenerz in kalten Stahl, welchen er durch seinen Feind treibt.
Er ist wirklich dem Tierischen überlegen..."
- Usurus Tharthar im Jahr 1041 während einer Senatssitzung, welche den Kriegszug gegen die Leoniden von Nezbo beschließen sollte.
Adern aus Blut ziehen durch die Erde. Man sagt es sei das Blut der Kriegsgötter, welches sie für die Schöpfung der Welt verloren hätten. In Iustitia nennt man es Eisen. Eisen in all seinen Formen wird in Iustitia überall gebraucht und genutzt. Rüstungen, Waffen, Schilde, Rohre, Brunnenrohre und Brückenköpfe, sie alle werden aus Eisen gefertigt und mit anderen Rohstoffen überzogen. Gold, Kupfer, Silber, was die Erde herzugeben vermag.
Bergbau ist aber ein hartes Geschäft und jährlich kommen viele Sklaven zu Tode in den Minen, doch Iustitia braucht seine Minen.
Und Iustitia kämpft um seine Minen und erschließt neue, stößt weiter in den Berg vor und kämpft sich durch das Gebirge vor.
Die wichtigsten Rohstoffe sind Silber, Kupfer und Eisen, aber auch verschiedene Salze werden abgebaut, doch dazu im nächsten Abschnitt.
Die meisten Mienen sind im Besitz der privilegierten Häuser. Durch den Bergbau haben sich diese Häuser einen Namen gemacht, sind zu Bedeutung gekommen und können ihren Stand innerhalb der Stadt befestigen.

Salzgewinnung durch Meer und Berg:
Das weiße Gold ist in einem solchen Gebiet von elementarer Bedeutung, vor allem das Speisesalz ist damit gemeint und jenes wird vor allem durch das Meer gewonnen. Dazu sind Bachschleusen eingerichtet wurden und durch kleine Bäche wird Salzwasser in Depots geleitet, welche der Sonne ausgesetzt werden. Durch den Kondensierungsvorgang verdampft das Wasser und das Salz flockt aus. Die starke Sonneneinstrahlung im Großteil des Jahres sorgt für eine regelmäßige und reichhaltige Salzproduktion, allerdings muss dieses Salz noch gereinigt werden, bevor es zum Verzehr geeignet ist. Dieser Vorgang ist aber ein wohlgehütetes Geheimnis unter den zehn führenden Häuser, welches nur mündlich tradiert wird.
Das verarbeitet Salz ist bekömmlich und wird benutzt, um Fisch- und Fleischprodukte länger haltbar zu machen.
Doch seit einer geraumen Zeit gibt es eine zweite Möglichkeit der Salzbeschaffung. Bergbau.
Auf der Suche nach Silber fand eine der Familien, die Triatomafamilie, riesige Bergsalzvorkommen und graben seitdem die Salzvorkommen ab. Der Vorteil ist, dass dieses Salz leichter zu verarbeiten und zu reinigen ist und ein einfaches Auskochen reicht.
Seitdem ist ein wahrer Goldrausch entfacht wurden und viele durchsuchen alte Stollen nach Anzeichen von salinen Schätzen, die Gier hat um sich gegriffen und die hohen Häuser haben die Kontrolle über das Salz verloren, da sie nicht mehr die einzigen sind, welche Salz in den Umlauf bringen können.
Allerdings gibt es auch andere Salze, welche immer mehr Bedeutung gewinnen, zum Beispiel fanden die Triatoma ein graues Salz, welches nicht zum Verzehr geeignet ist. Genannt wird es Felsensalz. Es wurde an Sklaven ausgetestet von der Familie, nachdem man es verarbeitet hatte, und es führte stets zum Tod. Die Aufschneider, welche die Leichten untersuchten, waren überrascht, denn der Magen und Teile des Darms schienen aufgelöst worden zu sein, die Sklaven starben unter grausamsten Schmerzen und schrien sich trotz aller Versuche der Beruhigung die Seelen aus dem Leib.
Seitdem kennt man auch die Kehrseiten des Salzes.

Dennoch bleibt die Rolle des Salzes unbestritten, denn es hilft über mittlere und harte Jahre und gehört zu den Stützen der Polis, denn auch ohne Salz wäre eine Metropolis in dieser unwirtlichen Gegend undenkbar.
Die Rolle des Bergbaus steht der Rolle der Landwirtschaft in kaum etwas nach, sie ist ebenso wichtig für das Überleben, denn Iustitia hat keine Freunde, aber viele Feinde.
Iustitia entstand aus Staub und Blut und es lebt durch Staub und Blut.
Eisen und Salz, das Blut und der Staub der Erde (und des Wassers), gereichte Iustitia zum Wachstum.
Mögen die Götter Iustitia dieses auch weiter gewähren.
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Re: Iustitia - Stadt, Land, Fluss

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 09:10

Original von Marnarn vom 22.05.2009

Die Religionen Iustitias:

Im Hort der gerechten Weisheit gibt es mehr als einen Gott, der für seinen Segen, den er der Stadt gegeben haben muss, verehrt wird.
Dort, wo das Leben hart und entbehrungsreich ist oder war, finden die Bewohner dieses Ortes schneller und tiefer zu ihrer Gottheit, heißt es.
Von Glaubensprüfungen reden die meisten in diesem Zusammenhang.
Im Folgenden werde ich mich den wichtigsten Religionen im allgemeinen Leben Iustitias widmen und ihre Rolle im Leben der Bewohner beschreiben.
Dabei werden sowohl die geachteten, als auch die geächteten ihren Platz finden.
Zuerst werde ich mich dabei vor allem auf die Götter beziehen, während alle anderen Entitäten an anderer Stelle zu beschreiben sein werden.

Das religiöse Leben spielt innerhalb der Stadt eine enorme Rolle, welche nicht zu unterschätzen ist. Geprägt wird das religiöse Leben besonders von den zehn Häusern, welche sich in erster Linie um die Religionen kümmern und auch fast immer, mit Ausnahmefällen, die religiösen Oberhäupter der Stadt stellen.
Das Ganze ist ein Resultat, welches aus der Tradition zu erklären ist, denn als die zehn ersten Herren sich an dem Ort niederließen, an welchem Iustitia entstehen sollte, brachten sie ihre Religionen bereits mit. Die Männer waren durch ihre Lebensumstände tief religiös gewesen oder zumindest im Laufe der Flucht geworden.
Jedes Haus hat auf diese Weise die Religion mitgebracht und sie tief mit dem Gedankengut verwurzelt. Dadurch hat jedes Haus auch eine Stammreligion.
Anhand dieser Stammreligionen werde ich die Religionen im Kontext von Iustitia erklären.

Alphestes:
Seine Rolle als universale Gottheit für Iustitia ist bereits im Teil der Landwirtschaft vage behandelt worden.
Der Gott des Handels ist wohl die wichtigste Gottheit in Iustitia, denn an ihr wird nicht nur Handel, Reichtum und Gold festgemacht, sondern, wie bereits beschrieben, auch Wachstum und Ernte.
Dementsprechend wird Alphestes auch im allgemeinen Leben eine Menge Beachtung geschenkt.
So gibt es stetige Opferungen dem Gott des Goldes zu Ehren, deshalb brennt im Südwesten der Stadt ein ewiges Feuer, welches durch die Opferungen der Bewohner Stadt am Brennen gehalten wird.
Besondere Opfergaben sind dabei Nahrung und Reichtümer, sowie Holz.
Das Feuer wird stets von Tempeldienern des Alphestes bewacht und betreut. Diese Männer werden Ardoren und genießen einen ganz besonderen Ruf innerhalb der Stadt. Ardoren sind angesehene Männer, die sinnbildlich für die Loyalität stehen.
Die Familie der Sabariden hat Alphestes als Schutzpatron mit nach Iustitia gebracht und die kirchlichen Güter werden auch von der Familie verwaltet, denn sie stellen den Hohepriester.
Es gibt sogar zwei Festzeiten zu Ehren Alphestes, denn die beiden Erntezeiten stehen in Andacht zum Gott des Handels. Man dankt mit noch mehr Opferungen. Und genau so ist die Opferzeremonie mit Alphestes zu verstehen, als ein Handel zwischen Göttlichkeit und Diener.
Im alltäglichen Leben überwacht Alphestes die Manzipation und jeglichen Handel. Deshalb sind iustitianische Münzen auf der Rückseite stets mit dem Zeichen Alphestes verziert. Sie sollen den Handel schützen.

Iben:
Die Nacht ist gefährlich, denn selten greifen Feinde am lichten Tage an, sondern nutzen den Schutz der Dunkelheit für ihren Angriff, ebenso wie Schurken und ähnliches Gesocks die Nacht für ihre Schliche und Übergriffe nutzen und das ist auch in Iustitia in der Vergangenheit selten anders gewesen.
Das Haus der Thartharen hat sich aus diesem Grund dem Nachtwächter verschrieben und dient ihm als treuste aller Familien Iustitias und stellt den Hohepriester dieses Glaubens.
Nachtwächter sind sehr angesehene Personen im Hort der gerechten Weisheit, denn sie stellen sich den Gefahren, die in Iustitias Abgründen lauern. Habgier, Hinterhältigkeit und die Nacht. Sie entzünden in jeder Nacht die Laternen der Stadt und sorgen für die Sicherheit der Bürger.
Iben genießt als Gott einen sehr guten Ruf in der Stadt und deshalb bringen viele Personen dem Wächter der Nacht einmal im Monat zu Beginn der ersten Nacht des Monats ein Opfer dar, um ihn wohlwollend zu stimmen und das Haus des Opfernden vor jeglichen Schaden zu bewahren.
Die Nachtwächter, so heißen die Diener des Gottes, sind die größte Tempelwache, welche es in Iustitia gibt, und ihre Aufgabe beschränkt sich mitnichten nur auf den Tempel, sondern sie wachen über jeden Centimeter, der zur Polis gehört. Sie sind äußerst begehrt nach ihrer Zeit als Tempeldiener, um als Liktoren oder Prätorianer zu dienen und so kommt es nicht selten vor, dass ausgezeichnete Nachtwächter, die sich einen Ruf erarbeitet haben, sozialen Aufstieg erfahren.
Im öffentlichen Leben spielt Iben dadurch zwar eine nicht geringe Rolle, dennoch ist Iben so etwas wie eine private Gottheit, das bedeutet, es gibt keine großen gemeinschaftlichen Feste, Riten oder Gottesdienste zu seinen Ehren, sondern man bittet individuell um seinen Segen und redet am Besten nicht darüber, was man für schützenswert erachtet, weshalb der Ibentempel vielmehr eine Wachbarracke und Kaserne ist, denn ein Tempel. Nichtsdestotrotz gibt es dort einen kleinen Altar, an dem man dem Wächter der Nacht Opfer darbringen kann.

Hrâun:
Die Rolle des Feuergottes ist eine mehrdeutige im Glauben der Iustitianer, denn obwohl er eigentlich der Gott des Feuers ist, wird Alphestes Wachstum zugedacht und auch ihm das größte Opferfeuer angezündet, nichtsdestotrotz ist dieses Ritual deutlich älter und entstammt dem Glauben an den Feuergott, dessen Opferdiener ebenfalls Ardoren heißen. Doch die Zeiten, in denen Hrâun als Hauptgott für Wachstum und dergleichen angepriesen wurde, ist lange vorbei. Seine Rolle innerhalb der Stadt hat sich geändert.
Zwar wird Hrâun auch von manchen Bauern und Traditionalisten angebetet für den Wachstum der Felder und ähnlichem, doch in erster Linie glauben zwei Gruppen an den Gott des brennenden Elements, nämlich Wesen, die planen Nachwuchs in die Welt zu setzen, denn nach wie vor gilt Hrâun als Gott der Fruchtbarkeit, was Vermehrung von Fleisch angeht, und jene, die Hrâun als den Gott des Handwerks und der feurigen Naturgewalten ansehen.
Jede werdende Mutter und jeder werdender Vater opfert dem Feuergott ein Lamm, um sicherzustellen, dass das Kind nicht verkrüppelt geboren wird. Das ist ein Brauch, den jedes Paar zu leisten hat, möchte es nicht dem Zorn des Feurigen ausgeliefert sein.
Doch der zweite Brauch ist aus den ersten Tagen der Stadt, denn der erste Tempel, der in der Stadt gebaut wurde, war ein Hrâuntempel.
In ihm brennt das eigentliche ewige Feuer Iustitias, ein Ort, welcher von den Ardoren beschützt wird und mit den Opfergaben der Schaffenden gefeuert wird. Jeder Handwerker gilt als Schaffender und er opfert etwas der Materialien, welche er für sein Handwerk benötigt.
Daraus ergibt sich die Legende, dass solange das Feuer der Schaffenden brenne, würden Iustitias Felsen nicht der Wucht des Meeres zum Opfer fallen, da Hrâun mit diesen Materialien den Stein verstärken und schützen würde.
Dieser Brauch wird sehr ernst genommen.
Dennoch haftet den Tempeldienern des Hrâun an, dass sie eingerostete Traditionen vertreten würde, deren Gültigkeit in Frage gestellt werden könne. Deshalb werden viele Hrâundiener als Fossilien belächelt, obgleich es noch einige Anhänger dieser alten Traditionen gibt.
Außerdem verehren viele Handwerker den Feuergott.

Manhêl:
Der Tod bedeutet den Iustitianern sehr viel, denn ihrer Ansicht nach ist das gesamte Leben dafür da, dass sich ein Wesen ausreichend auf den Tod vorbereitet. Natürlich gibt es sehr viele Interpretationen, wie dies zu erreichen sei, doch einig sind sich fast alle philosophischen Schulen Iustitias in einer Sache. Das Leben endet vor den Füßen Manhêls, welcher die Seelen sammelt und sie in das Nachleben überführt.
Aus diesem Grund zollt jeder Iustitianer, der sich vor dem Tod fürchtet - denn sich vor dem Tod zu fürchten, bedeutet nicht ausreichend auf ihn vorbereitet zu sein - Manhêl Respekt und opfert regelmäßig und reich, um nicht verfrüht vom Seelenfänger geholt zu werden.
Die Manhêldiener übernehmen einen ganz besonderen Part im alltäglichen Leben Iustitias, denn sie helfen jenen, gegen eine reichhaltige Spende, ihr Leben zu verlängern und von schweren Wunden zu genesen, die sich noch nicht genügend auf das Nachleben vorbereitet fühlen, sammeln und begraben die Toten - sowohl die Toten der Stadt, als auch jene, die auf dem Feld der Ehre sterben - und sie begleiten, jene die sich vorbereitet fühlen und jene, deren Zeit einfach gekommen scheint, ins Reich des Todes.
Besonders hervorgetan hat sich dabei die Familie der Aratoren, welche den Totenkult begründeten innerhalb der Mauern Iustitias. Ihnen kommt auch das Amt des Hohepriesters und die Verwaltung der riesigen Friedhöfe und Mausoleen zu.
Feiertage zu Ehren Manhêls gibt es regelmäßig, denn zu jedem roten Vollmond werden nächtliche Andachten gehalten, um Manhêls Seelenzug zu besingen und die Toten in das Reich des Totengottes zu begleiten.
Besonders feierlich sind diese Zusammenkünfte nach Schlachten, wenn die Helden Iustitias, welche für das Fortbestehen der Polis oder für ihr Wachstum das Leben gelassen haben.
Am letzten Tag des Jahres, kurz vor der Jahreswende, gibt es stets ein riesiges Festmahl für alle, die einen Freund oder ein Familienmitglied verloren haben, auf dem Tempelplatz, während die Namen aller Bürger, welche während des Jahres gestorben sind, verlesen werden. Traditionell wird so das Jahr beschlossen.

Doch neben diesen vier Göttern gibt es noch weitere Götter in Iustitia, doch die nächsten Götter sind nicht einzelnen Dingen zugeordnet, sondern gehören Kategorien an, und davon gibt es zwei. Einmal jene, welche das Patronat über den Senat haben und den beiden philosophischen Hauptrichtungen zugeordnet werden und jene, welche die Götter des Krieges sind. Weisheit und Krieg, in Iustitia gehört dies zusammen, denn nur Weisheit konnte seit jeher die Polis zusammenhalten und wachsen lassen, während man aus Krieg geboren wurde und nur durch Krieg sich verteidigen kann.

Die Senatsgötter:
Der Senat hat zwei Schirmherren, welche über die Institution wachen und auch stelltvertretend für das Wort Weisheit in Iustitia zu gebrauchen sind. Diese Götter sind Marnarn als Gott des Wissens und Rylban als Gott der Träume.

Marnarn:
Wissen ist ein wichtiges Gut im Hort der Weisheit, denn Wissen ist die Grundlage für Verständnis, sagt man in der steinernen Stadt.
Die Zenonier sind die Vorreiter dieser Religion und haben sie aus dem Süden mitgebracht auf die Klippen. Sie haben den Vorsitz über diese Religion und verfügen über die beiden größten Tempel der Stadt.
Und mit den Zenoniern ist der Grundgedanke der Chronik entstanden und der unbedingte Wille aus seiner eigenen Vergangenheit lernen zu wollen und dafür steht Marnarn.
Marnarn ist ebenso einer der beiden Hauptgötter der Philosophen und zwar für die sogenannten Intellektualisten, welche den Verstand und das Wissen als Grundpfeiler jeglicher Erkenntnis ansehen und daher stets versuchen ihren Verstand mit Wissen als Wetzstein zu schärfen.
Marnarn ist aber kein Gott, dem sonderlich geopfert wird, dennoch gilt es als Geste des guten Willens, dass Bücher, welche innerhalb Iustitias und seinem Einzugsgebiet entstehen, als Abschrift den beiden Tempeln Marnarns zu Verfügung zu stellen.
Die Marnarntempel gelten jedem, der schriftkundig ist, als Heiligtum, denn dort wird Wissen und Erkenntnis ausgetauscht, dort lagern allerdings auch jegliche Protokolle der Senatssitzung, jedes Gesetz und alle Nachrichten von den Fronten, welche Iustitias zu stärken hat.
Die Treppen vor den Tempeln sind Treffpunkt der Philosophen und dort streiten sie über die Lehren, welche die Welt ihnen vermittelt hat und wie die Welt funktioniert. Zwischen den beiden Tempeln, welche auf dem Steinplateau liegen, welches am weitetesten im Meer steht, befindet sich das geistig-kulturelle Zentrum Iustitias und ist Marnarn geweiht. Der Glaube an den Chronisten ist unter den Gebildeten weit verbreitert und allgemein anerkannter als der Rylbanglaube.
Gefeiert wird immer der 100. Tag des Jahres, denn der Legende nach wurde am 100. Tag des Bestehens der Stadt der Ältestenrat ausgerufen und als wichtigste Institution Iustitias bestätigt.

Rylban:
Den Gegensatz zu Marnarn stellt Rylban dar, denn dessen philosophische Schule empfindet Sinneserfahrungen wichtiger als Wissen. Nur Dinge, welche im Sinn waren, gehen in Erkenntnis über. Vertreter der rylban'schen Schule werden Sensualisten genannt.
Vertreten wird die Religion durch die Mahrokhs, welche auch die philosophische Schule begründet haben. Inzwischen haben sich bei Marnarn und Rylban hunderte von Unterschulen gebildet, nichtsdestotrotz sind die Schulen des Intellektualismus und die des Sensualismus am wichtigsten.
Rylbans Philosophen stehen damit meist im Widerspruch zu den Philosophen Marnarns und deshalb sind beide Parteien oftmals streitend auf den Treppen der Weisheit zu finden.
Im Gegensatz zu Marnarn gibt es bei Rylban häufig Opferzeremonien, denn Rylban ist auch der Gott der Träume und damit des Schlafes, weshalb viele Geplagte ihm Tiere und Gegenstände opfern, damit sie ruhig schlafen können.
Unter den Tempeldienern gibt es sogenannte Oneirologen, Wahrsagen, welcher sich mit der Bedeutung von Träumen auseinandersetzen und dementsprechend als Orakel fungieren.
Die Orakelfunktion treibt viele Gläubige und Abergläubige in den Tempel Rylbans, denn sie möchten wissen, wie sich die Ernte, die Liebe oder die nächste Schlacht entwickelt.
Zu Ehren Rylbans wird ebenfalls am 100.Tag gefeiert wegen der Gründung des Senats, aber auch vom 180. auf den 181.Tag des Jahres wird groß gefeiert, denn wenn die Hälfte des Jahres erreicht ist, feiert man den Tag des Schlafs, ein Tag an dem die ganze Stadt ruhen soll mit wenigen Ausnahmen. (Wachmännern, Ärzten und der Armee (allerdings nur im Verteidigungsfall) ist es erlaubt, ihren Arbeiten nachzugehen.)

Die Kriegsgötter:
Kriegsgötter spielen eine sehr große Rolle, aber die Götter, welche als Entitäten des Krieges verehrt werden, haben nicht nur diese Rolle inne, sondern stehen stets auch noch für andere Dinge. Grundsätzlich werden alle Götter des Krieges gemeinsam angerufen, wenn man in den Krieg will, bei den anderen Dingen werden sie individuell um Beistand gebeten.
Iustitia kennt drei Götter, welchen vor einem Krieg geopfert wird.
Astak, Drood und Liontari.

Astak:
Der Zwergengott wird nur von der Zwergen als ihr Schöpfer verehrt, dafür stehen vor allem die Eisenbärte, doch Astak gilt keineswegs nur als Schöpfergott des bärtigen Volkes, sondern vielmehr gilt er den Iustitianern als Gott des Verteidigungskrieges. Wenn die Schluchten und Mauern des Horts angegriffen werden, ruft man Astak an, er möge den Verteidigern die Standfestigkeit geben, welche sie zum Bestehen dieser Gefahr brauchen.
Das besondere daran ist, dass Astak kein Gott ist, der ursprünglich in Iustitia verehrt wurde, doch die Eisenbärte brachten um das Jahr 300 die Religion mit aus den Bergen des Südens und mit ihm eine eigene Philosophie und neue Wunder.
Nicht nur wurde eine erste Kriegsphilosophie entwickelt, sondern die Gläubigen Astaks zeigten sich auch als besonders findig und entwickelten eine Reihe von technologischen Fortschritte, wie die Zisternensysteme, welche Iustitia zum Wachstum gereichten.
Astak wird auch zu den Philosophengöttern gezählt, fälschlicherweise wird der Zwergengott oftmals dem Intellektualismus Marnarns untergeordnet, während sich die Philosophen dieses Gottes selbst als Realisten bezeichnen.
Erfindung, Realismusphilosophie und Verteidigungskrieg sind also die wichtigsten Grundpfeiler des Glaubens an den Zwergengott.
Er findet inzwischen breite Verehrung und hat einen eigenen Tempel auf dem Tempelplateau, der auch regelmäßig besucht wird. Seine Gläubigen, ob egal welcher Rasse sie angehörig sind, sind oftmals zwischen den Philosophen zu finden und streiten munter mit.
Feiertage gibt es keine festen, nur die Zwerge feiern den ersten Tag des Jahres immer als Jahrestag ihrer Schöpfung, an diesem Tag steht fast alles in der Stadt, was mit den Zwergen zu tun hat, still.

Drood:
»Der Gott ist eine Bastion«, steht über dem Eingang zum Tempel und viele Gebildete, welche die Entwicklung der Stadt und der Geschichte in den Breiten Iustitias beobachtet haben, wissen, dass Drood eine Grenzbastion ist. Und das aus mehreren Gründen.
Zuerst ist zu nennen, dass auch er ein Gott des Krieges ist und dabei wird er immer wieder als Moralgott benannt, denn Drood lässt seine Brüder nicht einfach auf dem Schlachtfeld sterben, lässt seine Familie nicht sterben, nur weil er versagt, lässt niemanden zurück.
Außerdem grenzt Drood die Orks voneinander ab, denn während im Umland Iustitias wilde Orks leben, die Zivilisation und fremdes Leben verachten, lieben die Droodorks die Vorzüge der Zivilisation und die Gemeinschaft.
Das gemeinschaftsstiftende Element des Glaubens sorgte für die Aufteilung der Macht unter den Familien, wie der erste Graupelz es von seinen Waffenbrüdern verlangt hatte.
Dieser Gemeinschaftsgedanke ist, wie gesagt, auch auf dem Schlachtfeld von entscheidener Bedeutung.
Die Gemeinschaft ist der dritte Faktor der Abgrenzung vom Umland, denn das gesamte Umfeld um die Polis ist zerstritten und überworfen, wenn Iustitia sich zumindest als Einheit präsentiert.
Die Bedeutung der Familie ist in Iustitia reichhaltig bekannt.
Die Graupelze führen die Religion auch noch immer an, denn man darf nicht vergessen, dass Drood eigentlich ein Orkgott ist, weshalb die Orks ihn auch besonders verehren.
Der Gründungstag Iustitas ist ebenfalls Feiertag zu Ehren Droods, so haben es die Familien zu Ehren des Graupelz beschlossen.

Liontari:
Iustitia wurde erbaut aus Stein und Blut, diese Redewendung ist in Hinblick auf den Löwengott kein Zufall, denn der Zweigesichtige verbindet beides in sich. So ist er der Erdgott und auch der Gott der Blaublütigen. Die Redewendung ist also auf den Gott gemünzt.
Der Blaublutkodex ist die wichtigste Schrift der Häuser, denn sie klärt die Häuser über ihre Aufgabe und ihre Verantwortung auf und das wird in Iustitia auch sehr ernst genommen.
Der Kodex beschreibt auch die Bedeutung des Krieges, weshalb die Häuser auch diese Verantwortung sehr ernst nehmen.
Als Kriegsgott wird Liontari auch allgemein verehrt, denn er ist der Mutgott unter den drei Kriegsgöttern und damit auch der Angriffsgott.
»Der Löwe ist ein Tier, welches sein Territorium nicht nur bewacht, sondern auch stets vergrößert.«, sagte Bulus Hammada einmal zu dem Sinn der Expansion und deutete damit an, was Liontari von den Iustitianer verlangt. Es gehörte sich, dass diese Bastion der Zivilisation sich über die Barbaren warf und sie zivilisierte.
Der Erdkodex ist aber auch von zentraler Rolle im Glauben an Liontari und deshalb verwundert es nicht, wenn Iustitia sich als Diamant des Nordens bezeichnet. Mit diesem Kodex beschreiben sich viele Bürger der Stadt, denn dieser Kodex steht für Standfestigkeit und unglaubliche Zähigkeit. Das unverrückbare Wesen der Stadt macht Liontari zum Bruder von Drood und Astak im Wesen.
Deshalb kämpfen die Bewohner für die drei Kriegsgötter und opfern ihnen, um sie milde zu stimmen, wenn es in einen Krieg geht.
Das Haus der Hammada steht für den Glauben an den Löwengott und sie stellen auch den Hohepriester.
Als Feiertag wird auch der Gründungstag gefeiert und die Tage, an denen bedeutende Schlachten stattfanden, die Iustitia viel Landgewinn brachten.

Das waren die Götter, welche besondere Beachtung in Iustitia finden und denen die Tempel der Stadt geweiht sind.
Es ist erkenntlich, wohin die Tendenzen gehen, doch es gibt auch noch eine Liste von Göttern, die geächtet sind.
Ich gebe einfach nur die Liste auf.
Warum diese verachtet werden, könnt ihr euch bei einem Blick auf das Dogma selbst erschließen.
  • Imbrâsîl
  • Menthir
  • Phrenesis
  • Raiva
  • Vecor

So viel sei zu den Göttern Iustitias gesagt.
"Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern." - Jean Paul, Levana

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Re: Iustitia - Stadt, Land, Fluss

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 09:12

Original von Marnarn vom 02.06.2009

"Everything the wise woman learned she wrote in a book, and when the pages were black with ink, she took white ink and began again."
- Karn, Silver Golem

Legende:
Die Häuser:
I = Sabariden
II = Zenonier
III = Fennecii
IV = Huanakos
V = Mahrokhs
VI = Hammada
VII = Thartharen
VIII = Cuticulae
IX = Aratoren
X = Graupelze

XI = Buhayrat
XII = Thaler
XIII = Messaner
XIV = Monetarii
XV = Triatominae
XVI = Eisenbärte
XVII = Bojken
XVIII = Pferdesöhne
XIX = Dornschwanzagamen
XX = Carathäer
XXI = Saranier
XXII = Gragulier
XXIII = Alphestäer
XXIV = Mustela
XXV = Hvítá
XXVI = Optani
XXVII = Ilúyen
XXVIII = Sadaten
XXVIX = Anýliôn
XXX = Crousaz


Die Tempel:
1 = Alphestes
2 = Iben
3 = Manhêl
4 = Hrâun
5 = Rylban
6 = Astak
7 = Liontari
8 = Drood
9a = Marnarn - Haupttempel
9b = Marnarn - Bibliothek

Tavernen:
1 = Zum geköpften Gladiator
2 = Taverne am Theater
3 = Taverne am Circus
4 = Taverna superissimarum
5 = Salzstollen
6 = Der Willkommensgruß
7 = Elbenglück
8 = Soldatentreff
9 = Zum feurigen Schluck
10 = Schafott für Sönnensöhne
11 = Am Salzsee
12 = Der Schuppen


Sonstige Gebäude und Einrichtungen:
A = Arena
a = Die Kerker der Stadt
Am = Amphitheater
Ax = Auspizienplatz
C = Circus
G = Gerichte
H = Thermen
I = Der Senat Iustitias
K = Kasernen
L = Leuchtürme
S = Statuen
Si = Salzsilos
Sk = Sklavenställe
Dateianhänge
Iustitia2.jpg
Die Karte Iustitias (Hand)
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Re: Iustitia - Stadt, Land, Fluss

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 09:14

Original von Marnarn vom 07.06.2009

Die Tavernen der Stadt Iustitia:

"Meum est propositum in taberna mori." (deutsch: "Mein Vorsatz ist es, in der Taverne zu sterben.") - Archipoeta, Vagantenbeichte

Oder wie die Streuner es besingen würden:
"Ja, Wein, Weib und Gesang,
Und das ganze ein Leben lang!
Wenn das nicht mehr wär', ich armer Tor,
Ja dann wär' mir Angst und Bang"


Gaststätten, Kneipen, Tavernen, Spelunken, welche Worte wir auch für einen Schankraum nutzen wollen, so ist er doch unbestritten eins der Zentren einer jeden Phantasievorstellung, selbst J.R.R. Tolkien kam nicht an einer Kneipe vorbei und nicht umsonst hält sich das hartnäckige Vorurteil, dass 78% aller Spielrunden in einer Taverne starten würden.
Auch im Leben der meisten Menschen findet sich eine gewisse Vernarrtheit in diesen ganz eigenen Raum. Ich muss für mich zugeben, dass ich ein unglaublich leidenschaftlicher Kneipen- und Pubgänger bin. Diese Orte haben für mich etwas uriges, und einen extremen Wohlfühlfaktor.
Es ergibt sich schon von ganz alleine, dass man bei mir einfach nicht an einer Taverne vorbeikommt in meinen Runden.
Diese Orte sind prädestiniert für einen gewissen Austausch an Informationen, politische Stammtischdebatten und ein Fundament für "erwachsenen" Spaß.
Iustitia besitzt natürlich auch eine ganze Reihe von häufig frequentierten und beliebten Tavernen.
Im Folgenden werde ich die wichtigsten zwölf Kneipen vorstellen, damit ihr einen Einblick in die Spaßgesellschaft von Iustitia bekommt.

Zum geköpften Gladiator:

Die Taverne zum geköpften Gladiator ist nach ihrem Standpunkt benannt, denn sie befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Arena. Aus diesem Grund ist sie sehr bekannt und geschätzt, obwohl die gebotene Qualität nur mittelprächtig ist. Das Gebäude besteht eigentlich nur aus zwei Sälen, welche durch kaum verzierte Stützpfeiler gehalten werden. Sitzgelegenheiten sind Mangelware und Schlafplätze gar nicht vorhanden. Dennoch ist die Taverne ein Ballungsraum an Arenatagen, welche bis zum 1000 Zuschauer versorgen kann mit kleinen Speisen und wässrigen Getränken. Zusätzlich baut die Taverne außerhalb ihrer Mauern noch Stände mit Getränken auf, welche sie relativ kostengünstig anbieten.
Dennoch gibt es bis auf die Masse von Besuchern an Arenatagen nicht viel, was dafür sorgt, dass man diese einfache, karge Steintaverne im Kopf behält, bis auf vielleicht ihren Namensgeber. Ein sehr berühmter Bildhauer namens Tassilo Tharthar hat sie dem Besitzer der Taverne, Rufius dem Kahlen, vor einigen Jahren geschenkt. Sie stellt einen kräftigen Gladiator dar, welcher seinen Kopf unter dem rechten Arm trägt. Der Gladiatorenkopf hat eine Galea auf und schaut Richtung Arena.
Die Taverne gilt als Geheimtipp, wenn man illegale Dinge unter das Volk oder an den einzelnen Mann bringen möchte, denn diese Masse von Menschen an Arenatagen kaum zu kontrollieren ist. Viele politisch ambitionierte Männer nutzen die Arenatagen deswegen auch, um dort Reden zu halten.
Außerhalb von Arenatagen ist der geköpfte Gladiator aber fast immer vollständig leergefegt und trostlos karg.

Taverne am Theater:

Die Taverne ist eigentlich baugleich mit jener, welche an der Arena steht, nur dass die Taverne am Theater ein wenig kleiner ist und vor allem Stühle und Tische bietet. Die Taverne am Theater ist leider in den letzten Jahren etwas verkommen, nachdem sich eine Unglücksserie innerhalb der Taverne ereignet hat und drei Senatoren und mehr als fünfzehn Liktoren innerhalb von 90 Tagen durch schlechtes Essen umkamen. Der ehemalige Besitzter, Ketka, musste seine Taverne leider schließen und ist danach in die Unterwelt Iustitias abgetaucht, heißt es. Bis heute ist ungeklärt, wie es dazu kommen konnte, dass die Senatoren verdorbenes Essen angenommen haben. Ketkas Abgang ist bereits drei Jahre her und ein Großteil des Putzes des Hauses ist abgeplatzt, ein Teil des Mobiliars zerschlagen oder zumindest beschädigt. Eigentlich galt die Taverne am Theater als recht noble Adresse, deren Küche auch etwas für den gehobenen Gaumen zu bieten hatte und welche das seltene Gut des Traubenweines zu verkaufen wusste.
Das gehört jetzt der Vergangenheit an. Am Ende des Jahres 1041 hat der ehemalige Legionär Gervasius das Anwesen übernommen und hat Stück für Stück mit der Restauration begonnen. Doch die Götter meinen es nicht gut mit dem Mann und er hat bisher mehr Pech als Glück mit seiner Anschaffung gehabt. Vier seiner Sklaven sind bereits bei den Umbauarbeiten gestorben, weshalb Gervasius die Arbeiten unterbrochen hat und momentan auf Pilgerreise ist, in der Hoffnung, dass die Götter ihm dann den entsprechenden Segen zukommen lassen würden.
Man munkelt allerdings, dass die Taverne immer noch genutzt wird von zwielichtigen Halunken, jedoch hat noch keiner sich getraut, sich des Nachtens in die Taverne zu schleichen und zu warten.
Hin und wieder hört man gerade die älteren Männer der Mittelschicht sich über den Zustand der Taverne beschweren, denn früher war dies ein beliebter Ort. Viele Stammtische waren dort eingerichtet und wenn das Theater eine Aufführung präsentierte, ergaben sich lustige Abende, welche lange in Erinnerung blieben.
Man hofft, dass dies nach Gervasius Pilgerreise wieder so sein wird.

Taverne am Circus:

Diese Taverne ist eigentlich typengleich mit den anderen beiden Taverne an den öffentlichen Plätzen, doch als das Viertel, in welchen die Taverne und der Circus stehen, zum Sklavenmarkt umgebaut wurde, hat die Taverne auch ein wenig ihren Sinn verloren. Zwar findet man in dieser Taverne neben exquisiten und exotischen Sklaven noch immer ebensolche Getränke und kleine Speisen, doch eigentlich ist die Taverne nur noch der Goldumschlagplatz für die Sklavenhändler der Stadt. Das obere Stockwerk ist zu vielen kleinen Zimmern umgebaut worden, in denen die Händler übernachten können und das halbe Erdgeschoss ist mit Leinenwänden abgetrennt, die Fläche dahinter kann als Schlafsaal genutzt werden. Die restliche halbe Taverne dient der Sklavenhalterkundschaft und ihrer Bedienung. Der Besitzer der Taverne, Linuskhar, sorgt immer für eine ansprechende Bedienung und gilt den Sklavenhaltern viel, da er immer gut über Preise und Qualität von Sklaven informiert ist. Doch es ist bekannt, dass Linuskhars Wohlwollen seinen Preis hat und dieser nicht gerade gering ist. Sollte man allerdings in seine Ungnade fallen, ist es schwer in Iustitia Sklaven zu kaufen oder zu verkaufen. Die meisten raten einem deswegen davon ab, sich mit dem sturen Besitzer der Taverne anzulegen.
Wie die Taverne am Theater, hat auch diese einiges an Glanz verloren, seit der Circus nicht mehr wirklich genutzt wird. Dennoch ist die Taverne sauber und das Essen genießbar, allerdings stumpfen die Verzierungen der Stützpfeiler langsam von den vielen Berührungen ab, der Boden ist kaputtgetreten und das Gebäude zeigt überall kleine Risse und Ritzen. Aber solange sich die Gäste ausreichend versorgt fühlen, wird die Taverne auch laufen.

Taverna superissimarum:

Die Taverne der Höchsten ist der funkelnde Stern der iustitianer Gaststättenwelt, voll mit seltenen Kunstwerken und in der Schankraummitte steht das außergewöhnlichste Stück einer riesigen Sammlungen von seltenen, präservierten Tieren und Untieren. Ein mannshoher, blauschuppiger Drache ist in majestätischer Pose ausgestellt und obwohl viele seine Echtheit anzweifeln, ist es noch keinem gelungen das zu beweisen. Der blaue Drache ist das Wahrzeichen der Taverne und auch ein Zeichen des Selbstverständnisses der hohen Häuser über ihre Macht.
Allerdings können nur besondere Wesen diesen Drachen begutachten, denn in der Regel haben nur die Mitglieder der hohen Häuser und der ihnen zugeordneten Vasallenhäuser Zutritt zu der Taverne. Doch hin und wieder bekommen auch einfache Bürger die Chance die Taverne zu betreten, dann allerdings nur, wenn sie einen hohen Posten im Cursus Honorum bekleiden, Senator sind oder von einem der hohen Häusern an diesen Ort geladen wurden.
Und wenn ein Einfacher die Taverne betritt, wird es ihm sicherlich die Sprache verschlagen, denn die ganze Taverne ist bevölkert mit Sklaven, die einem jeden Wunsch von den Lippen ablesen, während man die außergewöhnliche Architektur mit den unendlich scheinenden Freskos und Reliefs an den Wänden, welche die Kämpfe der Götter und bedeutende Personen Iustitias Geschichte zeigen, bestaunt. Und wenn dann noch die roten Schwestern auftreten, welche einem mit ihrem Tanz becircen, kann man schonmal bei viel zu teuren und exotischen Getränken und Speisen, wie Traubenwein, Honigmet, Rosenwein, Lebenswasser, Äpfeln, Bananen und Kartoffeln die Zeit vergessen und viel, viel Geld verlieren. Doch nicht nur Unterbringung und Zeitvertreib kosten dementsprechend, auch gibt es einen viel benutzten Spieltisch an denen die hohen Häuser oftmals an einem Abend das Jahresgehalt von zwanzig Familien verspielen.
Sie wird geführt von Tebane Huanako. Es ist ohne Zweifel der schönste Ort Iustitias.

Salzstollen:

Eng und Dunkel ist es in dieser Taverne, welche nicht, wie die vorangegangen Tavernen aus hellem Kalkstein oder gar Marmor besteht, sondern aus dunklen Granit. Die Decke des Schankraumes ist lediglich zwei Meter hoch, dafür hat die Taverne drei Obergeschosse, welche allerdings der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.
Innerhalb der Taverne stehen überall Stützpfeiler rum, welche den Raum noch enger wirken lassen. Es gibt nur zwei Fensteröffnungen, welche durchgängig mit schweren dunklen Zuhängen zugezogen sind. Es riecht beständig nach Alkohol und Schweiß. Der Salzstollen ist das Arbeitsgebiet des Trinkers und des Bergmannes. Es ist der Treffpunkt jener Männer, die Tag ein, Tag aus, ihr Leben in engen Schächten riskieren, um das weiße Gold an die Oberfläche zu bringen. Die Taverne ist der Dank der Familie der Triatominae an seine Arbeiter, denn obwohl jeder Zugang in diese enge, stickige Taverne hat, bekommt jeder Bergarbeiter, welcher in Diensten der Triatominae steht, jeden Tag eine Mahlzeit, eine Karaffe Wasser und einen Schnaps umsonst und auch ansonsten glänzt die Taverne mit einer Menge Vorzüge für die hart arbeitenden Menschen.
Nichtsdestotrotz ist der Ruf der Taverne eher schlecht, sie gilt als Paradies für Schläger und Halunken, die nebenbei noch eine Münze abgreifen wollen. Die Arbeiter der Minen gelten nicht viel und werden allgemein als stumpfsinnig bezeichnet.
Oftmals werden Streitigkeit mit den Waffen geregelt in dieser Kneipe, denn hier gibt es ganz eigene Gesetze. Aus diesem Grund meiden die hohen Häuser und auch die Vasallenhäuser die Taverne häufig und selbst die meisten Legionäre halten sich fern von diesem Ort.
Mehrmals haben die Häuser der Mustela und der Gragulier versucht gegen diesen Ort vorzugehen, doch Aelius Triatoma, der Patron des gleichnamigen Hauses, hält persönlich seine Hand über das Anwesen und mit dem Vermögen eines Aelius Triatoma legt man sich nur selten erfolgreich an.
Hin und wieder finden im Salzstollen große Treffen der Arbeiterschaft der wirklichen Salzstollen statt, an diesen Tagen ist die Taverne für andere Besucher geschlossen. Viele denken da an Verschwörung, doch keiner wagt es auszusprechen, denn sollten ihre Zweifel unberechtigt sein, würden die Gesetzte jene Verleumder hart bestrafen.
So tagen die Arbeiter weiter.

Der Willkommensgruß:

Diese kleine, aber feine Tavene steht stets unter Blütenpracht seltener Wüstenblumen, welche von der Ehefrau des Besitzers geradezu mit Bessenheit gepflegt werden. Es ist die erste Gaststätte, die man sieht, wenn man durch den Triumphbogen des Gurgul die Stadt betritt und ist somit die erste Anlaufstelle für Fremdländer, welche vom Land kommen. Die ganze Taverne ist in weißen Kalkstein gehalten, welche hier und da an den Außenwänden größere Einkerbungen hat, in denen Blumen wachsen. Der Schankraum selbst ist nicht sehr groß, bietet aber dafür eine kleine Tanzfläche und ein kleines Podest, auf dem Musiker, Dichter und Redner ihr Talent zeigen können. Das ganze Mobiliar ist aus Stein gefertigt, selbst die Stühle, diese sind jedoch mit Polstern bezogen, sodass man relativ bequem sitzen kann.
Aber nicht nur Fremdländer, sondern Iustitianer schätzen das Wesen dieser kleinen, aber feinen Taverne. Denn hier herrscht immer Ordnung und es gibt so gut wie keine Handgreiflichkeit. Und sollte sie es geben, beenden die Wachmänner der Taverne diesen Streit meist sehr schnell.
Thotomer, so heißt die Wirt dieses Hauses, ist dabei ein lebendes Zeichen von Integrität. Während er vor zwanzig Jahren noch mit seinem Stamm von Mírí-Goblins noch gegen die Soldaten von Iustitia kämpfte, hat er nach der Niederlage seines Stammes einen Neuanfang in Iustitia gewagt und scheinbar gewonnen. Der Goblin ist nicht nur Legat seines Volkes innerhalb der Stadt, sondern ist inzwischen auch ein freier Mann mit den dazugehörigen Rechten eines Bürgers von Iustitia. Viele Fremdlinge nehmen das zum Vorbild und hängen dem Goblin häufig an den Lippen, um Tipps und Tricks für dieses Vorhaben zu erfahren.
Im Willkommensgruß prallen abends alle möglichen Kulturen aufeinander und treffen sich zum gemütlichen Trunk und einer lockeren Unterhaltung.
Wenn man einfach nur ein bisschen Reden möchte und seichte Unterhaltung oder neuste Nachrichten aus dem Umland sucht, ist der Willkommensgruß immer eine gute Anlaufstelle.

Elbenglück:

Wenn jemand aber nach einer wirklich ungewöhnlichen Gaststätte sucht, muss er die Hinterhoftaverne der Familie Anýliôn aufsuchen. Kunstfertigkeit und dichterische Finesse treffen dort aufeinander. Das Staunen beginnt bereits beim Betreten des Hinterhofes, welcher mit Mosaiken ausgelegt ist, welchen den Zug der Elben nach Iustitia zeigen. Dort, wo die Mosaike kein Bild zeigen, stehen Statuen, welche in Iustitia an Handwerksfertigkeit kaum zu überbieten sind, insgesamt fasst die Sammlung im Hof 200 Marmorstatuen von Elben, Menschen, Zwergen, Gnomen oder gar Tieren und Untieren. Immergrüne, sehr wasserbedürftige Pflanzen spenden auf einer kleinen Terasse ausreichend Schatten, um dort auch in der Mittagssonne verweilen zu können bei hervorragenden Backwaren, welche der Herr des Hauses selbst herstellt. Dazu werden verschiedene leicht alkoholische Getränke und Säfte angeboten.
Das Innere der Taverne braucht sich nicht vor dem Innenhof zu verstecken, denn das Elbenglück bietet ein Inventar, welches völlig steinfrei ist. Ein Großteil der Möbel ist aus Walknochen gefertigt, welche mit Leder bespannt sind, die Theke ist aus gebranntem Schlamm, aus dem mit höchster Kunstfertigkeit die Profile bekannter Personen getrieben sind.
Der Herr des Hauses, Rihinn Anýliôn, ist sehr stolz auf die regelmäßigen Lyrik- und Kunstwettbewerbe, welche in seinem Haus und seinem Vorhof stattfinden. An jedem letzten Tag der Woche findet ein solcher Wettbewerb statt, mal für Musiker, mal für Bildhauer, mal für Dichter.
Das ist aber nicht die einzige Besonderheit, denn Rihinn hat nur vom frühen Morgen bis zum frühen Abend geöffnet, die Nachtzeit über bleibt das Elbenglück geschlossen. Aus diesem Grund bietet die Taverne auch keine Übernachtungsmöglichkeiten.
Nichtsdestotrotz ist dieser Platz der Treffpunkt aller Kunstfreunde.

Soldatentreff:

Wenn es einen Ort in der Stadt gibt, den man nicht betreten sollte, wenn man sich keine Krankheiten einfangen will, dann ist das der Soldatentreff. In zwei windschiefe, an die Schluchwand gelehnte, Türmen finden sich regelmäßig nicht nur die einfachen Legionäre ein, sondern fast jeder Mann, dem es schwer fällt sich eine Frau zu suchen oder der seiner Frau daheim überdrüssig ist. Das Gestein der Türme ist nicht mehr zu sehen, denn die ganze Außenwand ist verziert mit den Schilden gefallener Soldaten, weshalb die Türme auch die roten Türme von Iustitia genannt werden. Was auf den Fremden als Zeichen der Kameradschaft und Brüderlichkeit wirkt, ist inzwischen nur noch Werbezweck für die Prostituierten, welchen zahlreichen Kunden den Tag versüßen. Das rote Gewerbe blüht hier.
Allerdings lässt sich über Geschmack bekanntlich streiten, und das wird hier häufig getan. Man schlägt sich um Frauen, beim Würfelspiel, wegen Zugehörigkeiten bei einzelnen Kohorten. Alles was dazu gehört.
Die Qualität hingegen ist nicht zu bestreiten, sie ist unbestreitbar schlecht. Das Bier und die verschiedenen Weine sind wässrig, starker Alkohol überteuert und die meisten Prostituierten ihr Gold nicht wert, dennoch zieht dieser Ort Legionäre magisch an, vielleicht auch wegen der Schilde und den ansonsten günstigen Konditionen.
Die beiden Türme sind in Besitz von Marcus Usurus, einem Veteran, dessen Militärzeit vor ein paar Jahren endete und der sich nun vollends den Stadtgeschäften widmet. Usurus soll ein unangenehmer Zeitgenosse sein, der von den meisten Legionären wegen seiner unglaublichen Kampfkraft verehrt wird. Dabei traut man Marcus Usurus diese Kraft gar nicht zu, wenn man ihn sieht.
Vielleicht kommen die Soldaten auch aus diesem Grund zu ihm in die Doppeltaverne. Aus welchen Gründen das auch geschehen mag, wegen des großen Anteils an Soldaten, welche die Taverne besuchen, benannte Usurus das Haus von "Lorelais Haus der Sünden" in den "Soldatentreff" um. Ungewöhnlich war diese Entscheidung allemal, aber sie trifft den Kern.

Zum feurigen Schluck:
[Taverne der Zenonier - Deswegen erfolgt eine Beschreibung erst nach Abstimmung mit Nicolaj]

Schafott für Sönnensöhne:

Es gibt allerdings noch einen zweiten Treffpunkt für Soldaten, meistens Veteranen. Viele Soldaten sind niemals in die Lage gekommen gegen Sonnensöhne zu kämpfen, aber jene, die dazu gekommen sind, erinnern sich meistens nicht gern an diese Auseinandersetzungen. Viele Soldaten haben gute Freunde in den Schlachten gegen die Vecorjünger verloren, denn diese kämpfen nicht wie einfache Goblins oder wilde Orks, sie kämpfen genauso gut wie Iustitianer. Vor fast dreihundert Jahren richtete der zwergische Speerträger Cornac Trümmeraxt ein Zimmer in seinem Haus ein, in dem Soldaten, die mit Verlust zu kämpfen hatten, mit ihm reden konnten. Seiner Meinung nach können Philosophen kluge Worte finden, um sich selbst zu beweihräuchern, aber sie können keinem helfen, der Verlust erleidet. Deswegen hat Cornac sich darauf spezialisiert, jenen nicht nur mit Worten, sondern auch mit sonstigen Beistand zu helfen.
Irgendwann entwickelt sich aus dieser kleinen Seelsorge ein fester Zirkel von Männern, die sich regelmäßig trafen, um über ihre Sorgen und Nöte zu sprechen. Dann wurde aus diesen Männern Freunde und teils auch wieder Kampfgefährte in der Schlacht und sicherlich fielen auch manche von ihnen, doch der Kreis wurde größer. Man fing an eine Kasse zu eröffnen, aus der Speis und Trunk gekauft wurden. Und Stück für Stück entwickelt sich dann eine kleine Taverne daraus, die inzwischen zwar für jeden geöffnet ist, aber in Soldaten und Wesen mit Verlust ihr Hauptklientel sucht.
Diese Menschen bekommen meist auch einen Vorzugspreis an Getränken und Speisen und sogar Beerdigungen, denn seit geraumer Zeit wird diese Gaststätte von der Kirche Manhêls unterstützt und dieser Seelsorgekreis ist der Kirche geschlossen beigetreten.
Der Ort ist an sich ein eher trauriger Ort, weil dort viele Wesen mit vielen traurigen Geschichten warten, die Taverne ist dunkel ausgeschmückt, wartet aber auch mit vielen hilfsbereiten Wesen auf. Die Stimmung ist zwar meist nicht sehr gut, aber dafür gibt es nie Zoff oder Schlägerein und die Preise sind mehr als fair.

Am Salzsee:

Sie ist die andere Arbeitertaverne und sie findet sich im stetigen Wettstreit mit dem Salzstollen, was daran liegt, dass hier die Männer ein- und ausgehen, welche am Salzsee arbeiten. Die Taverne ist etwas heller und deutlich geräumiger als der Salzstollen, und es liegt der ewige Geruch von Pfeifenrauch und Salzmeer in der Luft. Die Männer, die hier sind, grenzen sich gerne von den anderen Salzarbeitern ab. Sie seien nicht nur kräftiger und trinkfester, sondern auch deutlich gebildeter, denn Salz dem Meer zu entlocken und zu säubern, sei schwer als der Salzabbau im Berg. Es liegt nahe, dass dieser Streit auch auf den Streit zwischen den salzfördernden Familie zurückgeht und dieser Streit sicherlich durch solche Querelen immer wieder angefacht wird. Aber der Konflikt um das Salz gehört zum alltäglichen Leben dazu und meist wird er nur verbal ausgefochten, falls sich beide Lager mal irgendwo in der Stadt begegnen. Die Tavernen an sich sind weit genug auseinander, um sich nicht in die Quere zu kommen. Den verbalen Kampf gegen die Triatominae wurde von den Hammada aufgenommen, welche sich in Form von Dusius Hammada für die Taverne "Am Salzsee" verbürgt haben und diese schützen.
Die Taverne selbst ist relativ klein in ihrer Ausdehnung, aber mit vier Stockwerken, auf denen überall Alkohol und Speisen, vor allem Fisch, zur Auswahl stehen, insgesamt eine der größeren Tavernen der Stadt. Ein außergewöhnlicher Augenschmaus ist dieser Bau allerdings nicht, berühmt sind allerdings die Löwenbecher, aus welchen man seine Getränke innerhalb dieses Hauses trinkt. Sie sind nicht nur das Zeichen der Hammadas, sondern stehen auch für Liontari den Kriegsgott und für den Stolz der Salzbauern. Es ist auch ein Volkssport diese Becher aus der Taverne zu stehlen, allerdings ist dies wegen der vielen Wachen, die auch verhindern sollen, dass trunkene Wesen versuchen die Salzbergmänner zu erwischen. relativ schwierig. Es gibt Gerüchte, dass eine lokale Diebesbande dies als ultimativen Test nutze, um Anwärter zu testen.
"Am Salzsee" ist eine sehr bodenständige Taverne, welche durch ihre Besucher lebt und preismäßig fair ist. Sie hat eine gewisse Tradition und wer kein Problem hat, mit Salzbauern über ihren Beruf und ihre Rivalität zu den Salzbergmännern zu philosophieren, wird sich hier bei einem guten Schluck aus dem Löwenbecher sehr wohl fühlen.

Der Schuppen:

Der Name der Kneipe täuscht ein wenig, denn sie besteht nicht nur aus leichtem, kaum zusammengenagelten Material, sondern aus solidem Stein. Seinen Namen hat diese Taverne von seinem Klientel, denn hier gehen die meisten Sklaven ein und aus, wenn sie genug Freiheiten besitzen, um mal einen draufmachen zu dürfen. Ebenfalls die Niederen, welche länger in der Stadt sind, finden sich hier oft ein. Ein Grund dafür könnte der Söldner namens Pao sein, der stets neues Leute sucht, die kleinere und größere Aufgaben für ihn erfüllen. Pao ist sowas wie der Wirt der Taverne, auch wenn er selten ausschenkt.
Aber er ist eine gute Anlaufstation, das sagt zumindest er selbst, denn er prahlt regelmäßig damit, dass man in der Stadt nur dann als Nichtsoldat aufsteigen kann, wenn man mit ihm gut stehe. Es gibt natürlich in Iustitia mehr als eine Handvoll Leute, die das von sich behauptet, doch bei Pao scheint das zu stimmen. Allerdings gibt er nicht preis, wie er zu der Ehre kommt und zu wem er vermitteln kann, es ist allerdings Fakt, dass viele der jetzigen Liktoren in ihr Amt gekommen sind, ohne Militärdienst geleistet zu haben und es ist bekannt, dass er mehrere Kontakte in die verschiedenen Tempel hat.
Was die Taverne selbst angeht, ist die Ausstattung der Taverne sehr bescheiden. Einfache Tische, Bänke, billiger Fusel und einfachste Mahlzeiten, ein bisschen Glücksspiel und jede Menge Fremdlinge.
Sie ist nicht sonderlich groß und der Schankraum umfasst nur das Erdgschoss. Es gibt eine kleine Tanzfläche und einen Holzkasten, welche Musiker und Dichter nutzen können, um von allen gesehen zu werden. Meistens übertönen die Betrunken allerdings die Künstler in dieser Taverne. Es gibt im zweiten Stock einen riesigen und günstigen Schlafsaal, der wird aber meist von betrunkenen Niederen genutzt.
Die Taverne hat eigentlich nur für Niedere und Sklaven eine Menge zu bieten, jedem anderen Kunden dürfte sie zu billig und zu fremdartig sein, denn wer teilt seinen Essenstisch schon gerne mit Sklaven?
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Re: Iustitia - Stadt, Land, Fluss

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 09:15

Original von Marnarn vom 27.06.2009

Das Treffen von Sa und Zeno

Ein vollkommen fremdartiges Gebäude steht an einer der Klippen Iustitias und blickt über das blutende Meer, seine Dächer sind mehrstufig angelegt, abegrundet zulaufend und pavillionartig angelegt. Drei Stockwerke zeigt dieses merkwürdige Gebäude, welches sich in seiner Architektur stark vom Rest der Stadt unterscheidet. Und auch dieser Ort unterscheidet sich stark vom Rest der Stadt, denn dieses Gebäude nennen sie Kloster.
Ein Ort, in dem Wesen sich von der Außenwelt abschotten, um zu sich selbst zu finden. Etwas sehr kirchliches, doch gottlos, denn diese eigene Welt braucht keine Kontemplation mit einem Gott, sie braucht nur das Wesen und seine eigene Erleuchtung und Disziplinierung.
Missgünstig wurde der Gründer dieses Ortes aufgenommen in Iustitia, da er so fremd und andersartig war und doch gleichzeitig ein Mensch zu sein schien.
Sa Keral, ein Mensch mit mandelartigen, beinahme schlitzförmigen Augen, einem gelblich-bräunlichen Hautton und seidenartigen, schwarzen Haaren, kam vor etwa dreihundert Jahren nach Iustitia und lange, lange Zeit befeuerte man ihn mit Fragen, woher er käme, was er wolle und wohin er gehen würde, doch dieser Sa Keral war ein schweigsamer Mensch.
Mit einem Einbaum mit improvisierten Segel kam er in die Buch gesegelt, rettete sich in eine Grotte und betrat Iustitia und lebte fortan in einem Haus an der Taverne am Theater als Untermieter und eigentlich lebte er in der Taverne am Theater und im Theater, er liebte das Theater als Zuschauer, überblickte jedes Schau- und Lustspiel und gab sich jedem Abend dem Alkohol hin.
Die Gerüchte über Sa Keral wurden lauter, manche meinten, er sei sogar ein schurkischer Sonnensohn und ein verlauster Alkoholiker. Andere meinten, sie würden Dämonen in seinen Augen erkennen und er sei ein böser Mann. Doch Sa Keral schwieg nur.
In einfachen Leinengewändern gekleidet, ging er ein und aus, zahlte stets rechtzeitig seine Zeche und seine Miete, aber er schwieg.
Eines Tages war es einer Gruppe selbstgerechter Streiter um den jungen Estabanius Zeno zu viel, und sie forderten Sa Keral, der zu diesem Zeitpunkt ein Mann mittleren Alters gewesen war, auf, die Stadt zu verlassen und sein Glück woanders zu versuchen. Sie wollten ihn zu den Sonnensöhnen jagen, da sie glaubten, er wäre einer.
Der Fremde saß an diesem Abend in der Taverne am Theater und trank, wie jeden Abend saß er alleine am Tresen und trank still in sich hinein.
Die Gruppe hatte ihn den ganzen Abend beobachtet und als sie glaubten, dass er betrunken genug war, beleidigten sie ihn und wollten ihn aus der Stadt vertreiben, doch Sa Keral, der nur etwas bitter wirkte, blieb einfach sitzen und bestellte sich noch einen Palmwein.
Die Gruppe, welche aus sechs jungen Männern bestand, wurde ärgerlich und wollte Sa Keral mit Gewalt aus der Stadt von den Klippen werfen, doch sie hatten sich in ihrem Gegner getäuscht.
Obwohl er eigentlich hätte nicht mehr laufen dürfen beim seinem Alkoholpegel, schlug er vehement mit dem Arm aus und streckte Estabanius mit einem Schlag nieder, torkelnderweise wich er den Schlägen der anderen fünf aus und obwohl er kaum zurechnungfähig schien, schlug er immer wieder blitzschnell und genau zu. Dreimal ging der Fuß und zweimal die Faust auf die Köpfe seiner Widersacher nieder, welche betäubt vor ihm niedersanken.
Ohne ein Wort zu sagen, setzte Sa Keral sich wieder auf seinen Stuhl und trank den Wein, welcher ihm derweil serviert worden war und obwohl Estabanius ihm bittere Rache schwor, rührte keiner mehr den Mann an.

Im Gegenteil suchte der Patron der Familie Zeno Olivius Sa Keral eine Woche später im Theater auf, als gerade ein Schauspiel über die Gründung Iustitias lief.
"Keiner weiß wer oder was du bist und du hast meinen tüchtigen Sohn mit nur einem Schlag ins Lazarett geschickt. Dennoch bin ich nicht böse mit dir. Und irgendwie musst du auch Gold verdienen, nicht wahr? Wie wäre es, wenn du in meine Dienste trifftst?"
Sa Keral blickte ernst zu dem Mann neben ihm und verzog den Mundwinkel wütend."Ich bin Sa Keral und du störst mich beim zuschauen.", antwortete der Mann in einem merkwürdigen weichem Akzent und erst nach dem Schauspiel sprach Olivius den Mann wieder an.
"Und Sa Keral? Möchtest du für mich arbeiten? Und wenn nicht, was möchtest du dann?"
"Ein Kloster."
Und so ergab es sich, dass die Familie Zeno Mäzen von Sa Keral und dessen Kloster wurde und Sa Keral selbst, und später immer ein Zehntel seiner Schüler und dann der Schüler Schüler, als persönliche Leibgarde des Hauses Zeno eingesetzt worden waren.

Sa Kerals Kloster zur aufgehenden Sonne

Das östlichste Gebäude des westlichen Plateaus, unweit des Anwesens der Fenecii, steht eine sechsstöckige Pagode, welche fremdartig scheint und mit dem Bild der Stadt bricht, doch wirkt sie dabei nicht wie eine Zyste, welche reine Haut verspotet, sondern wie ein besonderer Akzent. Der Hof ist umgeben von einer mannhohen Mauern aus festem Stein, welcher mit viel Mühe rot angestrichen wurde und mit gelben, fremden Schriftzeichen versehen ist, welche Sätze zu bilden scheinen. Der Hof ist mit Steinplatten ausgelegt, welche ebenfalls rot gehalten sind, hier und dort steht ein kleine Fläche, welche mit gelben Wüstensand ausgelegt ist, in den scheinbar sinnlos schwarze Steine gelegt sind. Die runden Dächer der Pagode sind ebenfalls aus rotbemalten Steinplättchen, während das Gebäude selbst gelb und orange bemalt ist.
Auf dem Eingangstor prangt in den Lettern der Allgemeinsprache "Kloster zur aufgehenden Sonne"
Das Kloster ist nicht sehr groß, ein Rundbau mit einem Durchmesser von acht Metern, welcher allerdings mit dem runden Spitzdach eine Höhe von 21 Metern misst.
Die Färbung des Kloster stellt die Farben eines idealtypischen Farben der Sonne und des Feuers dar, dennoch wehrt sich das Kloster vehement dagegen einem der Feuergötter zugeordnet zu werden.

Insgesamt leben in dem Kloster vierzig sogenannte Mönche, also Schüler der Kampfkünste, und ein Meister der Kampfkünste. Sie leben allesamt in der Pagode und das müssen sie auch, denn wenn sie in das Kloster ziehen, wird ihnen das Leben außerhalb der Mauern für die Zeit ihrer grundsätzlichen Ausbildung verboten. Disziplin ist das höchste Gut und man sieht immer wieder, dass selbst erfahrene Mönche, die immer noch als Schüler gelten, die Wüstensandplätze harken müssen oder nach Unwettern die Farben neu auftragen müssen. Als im Zeichen der Disziplin.
Nichtsdestotrotz hat das Kloster einen umstrittenden Ruf, da es so fremdartig ist. Die Mönche hier, haben absolut nichts mit jenen Mönchen zu tun, welche sich den göttlichen Schriften widmen und sich für dieses Studium von der Welt abkehren.
Andere verschreien sie sogar als gottlos und würden am liebsten sehen, dass das Kloster niedergebrannt würde und alle Mönche darinnen aufgeknüpft.
Besonders bei den anderen Häuser trifft das Kloster auf einiges Unverständnis, auch nach der ganzen Zeit, denn obwohl das Haus Zeno das Kloster unterstützt mit Spenden, hat es keinen Vasallenstatus, wie manche Häuser. Und das Kloster kennt auch keine Standeszugehörigkeit, wenn es um die Aufnahme von Mitgliedern geht. Es ist ihm egal, ob ein Mitglied aus den hohen Häusern kommt oder nur ein Fremdling ist, weshalb vor allem das Haus Cuticula dem Kloster Insubordination vorwirft.
Der momentane Meister des Kloster ist ein gewisser Sa Fharulassan, ein Halbelb, der aus der Linie Sa Kerals stammt. Er ist noch die umstrittenste Person des Klosters, da er Meister einer Kampfkunst ist, welche sich "betrunkene Faust" nennt.
Über diese Kampfkunst gibt es allerlei Spekulationen und da man ausgebildete Schüler oftmals in oder zumindest in der Nähe von Tavernen sieht, glaubt man gerne, dass diese zur Schau gestellte Disziplin nur eine Farce ist. Aber nur ganz wenige Mönche schaffen es die Lehre der betrunkenen Faust aufzunehmen und so zu kämpfen, wie Sa Keral es damals angeblich getan hat gegen Estabnius Zeno. Die meisten erlernen lediglich leichtere Kampfkünste, welcher der Vorsteher ebenfalls beherrscht.
Die vier besten Schüler, welcher der Meister "Weise" nennt, stellt er im Moment in die Dienste des Hauses Zeno, wo sie als persönliche Leibgarde für die höchsten der Familie dienen.
Nichtsdestotrotz werden diese Männer, welche die betrunkene Faust beherrschen, oftmals verlacht für ihre angebliche Art zu kämpfen, obgleich nur die wenigsten dumm genug sind, diese Männer herauszufordern, denn sie haben meist eines gemeinsam. Sie sind schweigsam, lachen selten und sie schlagen zu wie eine Lawine.

Es gibt Gerüchte, dass das Kloster eine merkwürdige Vorliebe für abgebrochene Alkoholiker hat, aber ob daran etwas dran ist, kann nur vermutet werden, aber nicht bewiesen. Die meisten Kampfmönche sind in der Regel eher schweigsame Gesellen, wenn es um ihre Profession geht, obwohl sie sonst recht umgängliche und offene Wesen sind. Aber zwei Dinge sollte man einen Mönch aus diesem Kloster nie fragen.
Wie sein Leben vor dem Kloster war und was die Geheimnisse des Klosters sind. Zwei goldene Regeln, die man ihm Umgang mit den Mönchen beachten sollte, wenn man es sich nicht mit diesen Männern verscherzen will.
Das ist auch ein weiterer Grundsatz des Klosters, denn es nimmt nur männliche Bittsteller auf, Frauen dürfen nicht einmal das Gelände des Klosters betreten und werden harsch abgewiesen, was aber nicht bedeutet, dass die Mönche keine Frauen haben dürfen. Sie haben nur nichts in dem Heiligtum der Erleuchtung zu suchen, seine Tore bleiben für jede Frau geschlossen.
Die religiöse Zugehörigkeit ist nicht geklärt, aber man geht davon aus, dass die Religion dort egal ist und jeder seine Religion mitbringen kann, denn innerhalb der Pagode geht es nicht um die Konfession, sondern um die Perfektionierung der eigenen Person durch den eigenen Willen, oder es geht zumindest um den Versuch.
Ein berühmter Ausspruch eines ehemaligen Meisters zur Religion stammt von Sa Lizarius.
"Nur weil unsere Farben, die der Sonne tragen und unser Kloster eines der aufgehenden Sonne ist, müssen wir kein Vecor- oder Hrâunorden sein. Schließlich sind eure Militärtribunen, ein Teil eurer Hohepriester, als auch eure Magistraten des cursus honorum keine Menthirgläubigen, weil sie einen Purpurstreifen an der Toga tragen."
Dennoch hat das Kloster vor allem seit ein paar Jahren mit dem Haus der Cuticulae und dem Haus der Pferdesöhne zu kämpfen, da diese sich gegen eine Vergrößerung des Klosters wehren und es als ein Verbrechen an der Tradition und den Gesetzen Iustitias sehen. Der bereits benannte Punkt der Insubordination, da Standesgesetze innerhalb des Klosters aufgehoben sind, ist da vor allem häufig genutzt. Das Haus der Zenonier, aber auch das Haus der Sadaten halten ihre schützende Hand über das Kloster, weshalb ein Vorgehen der Cuticulae bisher erfolgreich verhindert werden konnte.
Aber von dieser Position aus lässt sich nachvollziehen, warum es gerade auch viele Arme in das Kloster treibt, dennoch nimmt das Kloster längst nicht jeden auf. Das Aufnahmeritual, welches ein Anwärter ablegen muss, wird oftmals als barbarisch und bestialisch angesehen.

Aufnahmebedinungen und -ritual:
Eigentlich kann jedes männliches Wesen dem Kloster beitreten, solange es den Anforderungen des Klosters genügt, dabei ist es völlig irrelevant, ob es ein Neogi, ein Mensch oder ein bekehrter Sonnensohn ist.
Manche sagen allerdings, dass man sogar bevorzugt wird, wenn ein eher kriminelles Leben vor seiner Zeit als Schüler hatte, damit einem diese Flausen ausgetrieben werden können. Ob das erstrebenswert ist, können die Schurken dieser Stadt sich selbst überlegen.
Allerdings gibt es auch ein paar Ausnahmen dabei, welche strikt nicht aufgenommen werden. Fanatische Priester von Göttern werden grundsätzlich nicht aufgenommen, da sie meist versuchen ihren Glauben innerhalb des Klosters zu leben, dafür sind nach Ansicht des Klosters aber die Tempel gedacht, nicht das Kloster. Es ist zur Selbstfindung gedacht.
Ebenso werden keine halbmännlichen Wesen aufgenommen, wie Hermaphroditen und homosexuelle Männer werden aus dem Kloster wieder ausgewiesen, sobald das bekannt wird. Obwohl Homosexualität an sich nicht fremd ist in Iustitia, lehnt das Kloster das innerhalb seiner Mauern strikt ab, ebenso werden Knabenliebhaber unehrenhaft entlassen.
Sklaven dürfen nur dem Kloster beitreten, wenn sie die Erlaubnis von ihrem Besitzer haben, die Erlaubnis des Halters reicht nicht.
Sobald jemand dem Kloster beitreten möchte, gibt er seine individuelle Freiheit in die Hand des Meisters und muss innerhalb der roten Mauern auf die Gesetze des Klosters achten, das bedeutet allerdings nicht, dass er von iustitianischem Recht befreit ist.
Frauen haben, wie gesagt, nicht mal die Möglichkeit den Vorplatz der Pagode zu betreten. Ihre Präsenz wird schlichtweg nicht geduldet und das Betreten des Grundstückes wird gesetzlich als Einbruchsversuch gewertet. (siehe §20d1 und §20d2)
Mit der Aufgabe der Freiheit, ist es dem Kloster gestattet, den zu Prüfenden dreißig Tage, also einen Monat, innerhalb der Mauern zu Prüfungszwecken zu behalten, ohne dass der zu Prüfende sich wegen der Beraubung seiner Freiheit verteidigen kann, da er dies freiwillig getan hat.
Nach den dreißig Tagen ist aber eine Entscheidung zu treffen vom Kloster, ob er Schüler wird, oder gehen muss.
Wenn er geht, erhält er seine Freiheit zurück, oder im Falle eines Sklaven, geht er zurück in die Hände seines Halters oder Besitzers.
Wenn er bleibt, gehört seine Freiheit dem Meister bis zum Ende seiner Tage oder bis zum Zeitpunkt, wo er selbst Meister wird.
Das muss ein Anwärter akzeptieren.
Dennoch ist er kein Sklave oder Leibeigener.
Je nach Erfolg wird der Meister ihm Stück für Stück seiner Freiheit zurückgeben.

Die Aufnahmerituale dauern je nach Prüfling theoretisch zwischen 17 und 30 Tage (in Realität eigentlich immer 30) und umfassen zehn Prüfungen der Ausdauer, der Geschicklichkeit und des Kampfes.
Faustkampf: Diese Aufgabe ist eine, die alle drei Aufgabenbereiche abdeckt und traditionell die Aufgabenreihe beginnt. Der Anwärter muss sich nur mit einer Leinenhose bekleidet allen Schülern der Schule stellen, immer im Duell, bis er gegen jeden einmal gekämpft hat.
In der Regel wird der Anwärter eine Menge Schläge beziehen. Sowohl seine Kampfkraft, seine Kraftausdauer, seine Ausdauer, seine Geschicklichkeit, als auch sein Regenerationsvermögen, wird mit diesem Verfahren getestet, je nach Zustand des Prüflings kann diese Aufgabe bis zu fünf Tage in Anspruch nehmen.

Trinkfestigkeit: Diese Aufgabe beschäftigt sich mit Ausdauer und innerer Disziplin. Der Prüfling wird je nach Alter und Größe, vor ein bis vier kleinen Fässern (je fünf Liter pro Fass) Palmwein gesetzt. Dazu wird der Prüfling auf eine Bank vor die Pagode gesetzt und er darf erst dann den Umkreis der Bank verlassen, wenn er den Alkohol getrunken hat. Diese Aufgabe zieht sich über maximal zwei Tage hin.

Langstreckenlauf/marsch: Sobald der Anwärter wieder nüchtern ist, verlässt er den Vorplatz des Klosters und macht sich auf den Weg bis zu den Wasserfällen von Cytos und wieder zurück. Dabei hat er nur wenig Rationen und noch weniger Wasser dabei. Auf dieser Prüfung scheitern die meisten Prüflinge, da sie maximal zehn Tage Zeit haben und durch die ersten Prüfungen stark erschöpft sind. Auch hier ist es vorwiegend eine Ausdauerprüfung. 17 von 30 Tagen können damit schon gedeckt werden.

Aussitzen: Danach kommt die Prüfung, an denen beinahe ebensoviele scheitern wie am Langstreckenlauf/marsch. Das ist eine weitere Ausdauerübung, die vor allem die Ausdauer des Willens beansprucht, denn der Prüfling muss drei Tage lang auf einem Holzpfahl sitzen und darf ihn nicht verlassen, auch nicht für körperliche Bedürfnisse.
Der Holzpfahl ist etwas höher als ein Oger und wird in der Nähe des Tores aufgestellt, sodass der Prüfling auch von außen gesehen wird.
Viele empfinden diese Aufgabe als besonders erniedrigend und bezeichenen die Aufgabe deswegen als die barbarischte.

Kletterpartie: Unter starker Sicherung wird ab diesem Zeitpunkt vor allem Kraftausdauer und Geschicklichkeit, zusammen mit der Ausdauer, getestet, zusammen mit zwei erfahrenen Schülern klettert der Prüfling die 200m hohe Klippe bis zum Meer und muss dort mit bloßen Händen einen Brandungskrebs fangen. Sobald er das erreicht hat, muss er noch die 200m wieder hochklettern. Diese Aufgabe ist für einen Tag bestimmt und Brandungskrebse sind nicht zu unterschätzen, da sie so groß wie Hunde sind.

Sprungparcour: Holzpfähle, ein seltenes Gut in Iustitia, werden aufgestellt, insgesamt 250 Stück, welche eine Runde auf dem Grundstück der Pagode bilden, sind die Hürde dieser Herausforderung, welche dieselben Bereiche bearbeitet, wie die Aufgabe davor. Diese Pfähle stehen soweit auseinander, dass sie nicht mit einem Schritt zu überwinden sind, sondern man kleine Sprünge einbauen muss. Damit man aber keinen Rhythmus findet, sind die Holzpfähle unterschiedlich hoch und weit auseinander, jedoch nur so weit, dass man die Entfernung locker überwinden kann, bis auf einen letzten Pfahl, da ist die Entfernung bei 2m.
Der Prüfling hat maximal einen Tag Zeit, eine Runde zu schaffen, ohne auch nur einmal von einem der Pfähle zu fallen.

Figurenfalten: Nach dieser Aufgabe kommt eine wahrhaft ungewöhnliche Aufgabe, denn der Prüfling muss erst nach einer Vorlage und dann eigenständig fünfzig verschiedene Figuren aus Papier, ebenfalls ein seltenes Gut, basteln. Für jedes Papier, dass er einreißt, bekommt er fünf Stockhiebe auf den nackten Rücken. Hier geht es um Kreativität und Geschicklichkeit in Form von Fingerfertigkeit. Er hat einen Tag Zeit dafür.

Intelligenztest: Das abstrakte Denken des Prüflings wird ebenfalls getestet, weshalb ihm einen ganzen Tag lang verschiedenste Rätsel und Puzzleaufgaben gestellt werden, welche er zu lösen hat. Er muss dabei beweisen, dass er Konzentrationsfähigkeit besitzt, weshalb diese Aufgabe genau 24 Stunden geht. Sollte er während dieser Zeit einschlafen oder aufgeben, ist seine Prüfung in der Regel gelaufen. Diese Aufgabe stellt das vorletzte große Hindernis dar. Dies ist also auch eine Willensaufgabe.

Härtetest: Dieser Test stellt die letzte körperliche Prüfung dar, während der Prüfling für zwei Tage an einen Ort des Vorplatzes gebunden ist, wird auf der ihm abwandten Seite (die Pagode steht im Zentrum des Platzes) eine radiale Mauer gezogen, sodass der Prüfling die Arbeiten nicht sieht. Sobald er aber die Mauer sieht, wird dem Anwärter seine Aufgabe erklärt. Er hat zwei Tage Zeit eine 8m lange, 1,8m hohe und 20cm starke Mauer mit bloßen Händen abzutragen und die Steine fein säuberlich aufzustapeln.
Je weniger Steine er dabei zerstört, desto besser seine Bewertung. Es geht also nicht nur um Stärke, sondern auch um Präzision und Ausdauer, gerade was Schmerzen angeht.

Mutprobe: Vertrauen in den Meister und in die eigene Ausdauer ist alles, was man als Voraussetzung braucht, wird einem im Kloster gelehrt, deswegen endet die Prüfungsliste mit der grausamsten aller Prüfungen. Man bekam einen Miséricorde (dt. Gnadengeber), ein Dolch, welcher zum Durchstechen von Hälsen und Panzerungen entwickelt wurde, in die Hand gedrückt und hat die Aufgabe sich selbst diesen Dolch durch den Bauchnabel zu in den Körper zu rammen.
Das ist zugleich Mutprobe, als auch Metapher für die weitere Ausbildung, wenn man die Bedeutung des Nabels kennt. Diese Mutprobe hat aber eine ganz besondere Bewandnis und ist deswegen auch die schwerste aller Prüfungen. Denn neben der Angst des Prüflings, dass er dabei sterben könnte, was durchaus schon ein paar Male passiert ist, deutlich öfter als bei anderen Aufgaben, steht er auch noch unter einem enormen Druck, denn wenn er mit dem Stich nicht den Bauchnabel trifft, gilt die Prüfung als nicht bestanden. Es ist die einzige Prüfung, welche vom Meister begleitet wird, er achtet darauf, dass der Schüleranwärter den Dolch nicht an den Bauchnabel führt und dann mit Druck durchfährt, sondern dass er einen richtigen Stoß durchführt. Die Aufgabe erfordert also unter Druck und Angst enorme Präzision.
Mit dem Dolch im Körper muss der Prüfling mehrere Minuten ausharren, bis der Meister der Ansicht ist, es sei genug.
Der Prüfling hat für diese Aufgabe einen vollen Tag Zeit.
Diese Aufgabe ist traditionell die letzte der zehn Prüfungen und ihr Bestehen sorgt immer für die Aufnahme ins Kloster. Die meisten geben allerdings auf, wenn sie vor der Aufgabe stehen.

Die Prüfungen selber umfassen in der Regel 27 Tage, drei Tage stehen dem Meister und seinen Schülern zur Verfügung, um dem Anwärter nach harten Prüfungen etwas Zeit zum regenerieren zu geben.
Die Quote der Wesen, welche die Prüfungen nicht beenden, liegt bei 96% und ist damit sehr hoch.
Das Besondere ist, dass der Anwärter während seiner Prüfungszeit zu keinem Zeitpunkt die Pagode von innen sieht, aber den Großteil auf dem Gelände verbringt. Erst wenn er bestanden hat, darf er das Innere des Heiligtums sehen. Auch Gäste des Klosters haben keinen Eintritt in das Heiligtum und werden stets draußen bewirtschaftet. Von daher weiß niemand, bis auf die Mönche, wie es dort wirklich aussieht. Zwar hat es schon schemenhafte Andeutungen gegeben und dunklen Götzen und dergleichen, doch nachgewiesen werden kann da nichts.
Auch deswegen hat die Familie Cuticula schon mehrfach gefordert mit Militärgewalt dagegen vorzugehen und die Pagode zu untersuchen, aber der Senat hat solch ein Vorgehen bisher strikt abgelehnt und Gaius Cuticula, auch wenn er Konsul ist, wird mit Sicherheit an seinem Mitkonsul und an einem Zeno, der Volkstribun ist, scheitern mit einem Versuch in diese Richtung.
So bleibt das Innere des Klosters ein wohl behütetes Geheimnis und die Aufnahme in das Kloster eine der schwersten körperlichen Prüfungen, welche man in Iustitia finden kann.
Aus diesem Grund haben die Mönche auch einiges an Bewunderung gewonnen.
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Re: Iustitia - Stadt, Land, Fluss

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 09:15

Original von Marnarn vom 28.06.2009

Die Zeitrechnung in Iustitia

Eigentlich wollte in diesem Abschnitt mich mit den Märkten in Iustitia auseinandersetzen, Verlauf, Angebot und weitere Dinge, doch während ich plante, wie ich die Märkte zu staffeln hätte, fiel mir auf, dass ich erst einmal einen relativ genauen Kalender bräuchte, um das Ganze vielleicht darzustellen. Als Voraussetzung mögen weiterhin die dekadischen Wochen dienen und auch ist die Jahreslänge nicht verändert. Das Startjahr ist nach giordanischen Gesetz auf das Jahr 1042 gesetzt, da wir nicht in der Vergangenheit starten werden. Präsensdatum ist also durch den Bund der Chronisten geregelt, nichtdestotrotz können ein paar Dinge vorab erörtert werden, um sich ein bisschen besser einzufühlen in das Zeitsystem der Stadt.
Schließlich wird es auch eure Aufgabe sein, die Zeit nicht nur sinnvoll zu füllen, sondern auch die Tage quasi zu verwalten. Ihr werdet also auch darauf achten, wie die Tage in der Kampagne laufen, damit wir nicht in unterschiedlichen Tagen spielen. :)

Wie bereits beschrieben, bleibt die Länge einer Woche bei zehn Tagen stehen, diese Tage sollen aber nicht immer nur mit erster Tag, zweiter Tag oder neunter Tag der Woche beschrieben werden, sondern ich versuche mir sinnvolle Bezeichnungen zu überlegen. Ich halte es aber sehr einfach und widme, wie in der Menschheit geläufig, die Tage den Göttern, und zwar den Göttern, welche in Iustitia ansässig sind.
  1. Alphestes
  2. Iben
  3. Marnarn
  4. Drood
  5. Rylban
  6. Liontari
  7. Hrâun
  8. Astak
  9. Manhêl
  10. Seheiah

Es fällt auf, dass auch die Elbengöttin hier einen Niederschlag hat; obwohl sie keinen eigenen Tempel hat, ist die Religion eine Traditionssache innerhalb der Stadt, da auch fast 1/10 der Stadt aus Elben besteht, das darf nicht unterschätzt werden. Zu den genauen Beschreibungen der Tage komme ich noch.
Zuerst beantworte ich aber die Frage, wie das Datum angegeben wird, denn das unterscheidet sich ein wenig. Die Tage sind direkt nach den Göttern benannt und tragen nicht den Zusatz -tag, daraus ergibt sich auch eine andere Benennung. Und zwar wird, wenn man das Datum nennen möchte, zuerst die Woche genannt, in welche man sich befindet, dann wird der Göttername für den Wochentag hinzugezogen und dann wird das Datum mit der Jahreszahl beendet.
Beispiel: 12. Astak 1003, verkürzt XII.As.1003 - Es ist also die zwölfte Woche des Jahres 1003 an einem Astak, dem achten Tag der Woche.

Daraus ergibt sich auch, dass es keine zusätzlichen Fülltage gibt, die es außerhalb der normalen Zählung gibt. Sicherlich gibt es auch Tage, welche eine zusätzliche oder alternative Bezeichnung haben, aber es gibt an sich keine Zusatztage, welche eingeschoben sind.
So kommt jeder Göttertag insgesamt 36x im Jahr vor.
Nichtsdestotrotz wird es dennoch zusätzliche Monatsnamen geben, welche einen Zeitraum beschreiben von drei dekadischen Wochen und sich an die Wortbedeutung anlehnend, um den Mondezyklus drehen. Wie der Mondezyklus genau aussieht, wird noch festzulegen sein, fest steht, dass es irgendwie innerhalb dreier dekadischer Wochen passieren wird.
Diese Rechnung ist für den allgemeinen Bürger nicht sonderlich wichtig und ist meist nur Beischmuck für besondere Papiere, z.B. für Urkunden. Sie besitzen aber wichtige Funktionen für die Religionen, ganz besonders für Manhêl, daher gibt es ein alternatives Darstellungssystem, welches bei Tempelkalendern benutzt wird.
Es gibt zwölf Monate, welche ganz eitel nach den Namen der Häuser benannt sind und noch zwei zusätzliche Monate, welche Neubeginn und Ende heißen.
Beispiel: 3.Drood im Graupelzmonat 1041, Verkürzt: III.Dr.Gr. 1041 - Es ist also der vierte Tag der dritten Woche des elften Monats des 1041ten Jahres.

Hier gibt es eine kleinere Veränderung, denn hier gibt es immer nur drei Wochen im Monat und deswegen wird in jedem Monat die Göttertagezählung neu begonnen, also immer nur Erster bis Dritter. Nach der Nennung des Göttertages kommt die Nennung des Monats und dann das Jahr. Bei den Abkürzungen werden die Namen immer durch die ersten beiden Buchstaben abgekürzt.
  1. Neubeginn
  2. Sabar
  3. Zeno
  4. Fennecus
  5. Huanako
  6. Mahrokh
  7. Hammada
  8. Tharthar
  9. Cuticula
  10. Arator
  11. Graupelz
  12. Ende

Manch mag jetzt sicherlich anmerken, dass es leichter wäre einfach den Monatstag unreflektiert vor den jeweiligen Monat zu setzen, also 12. Zeno, weil mag sich ja besser anhören etc.
Aber ich gebe zu bedenken, für die megalomanischen Charaktere unter euch, dass die Götter noch über den Familien in der Bedeutung für die Stadt stehen. :)

Alphestes:
Die Woche beginnt mit dem Tag des Alphestes und das nicht ohne Grund, der Gott des Goldes und der Ernte in Iustitia ist stellvertretend für die Tüchtigkeit mit der man einer Woche beginnen sollte. Dieser Tag steht symbolisch für die Aufbruchsstimmung mit der man an eine Aufgabe geht, für Schwung und Elan. Dass dies bei den meisten der Bewohner an solch einem Wochenstart natürlich eigentlich nicht so sein kann mit der Motivation, dürfte selbstredend sein, nichtsdestotrotz ist dieser Tag nicht falsch besetzt mit diesem Namen. Für viele ist diese Ansicht auch Wirklichkeit, gerade wenn man eine schlechte vorherige Woche hatte.

Iben:
Der zweite Tag der Woche steht im Zeichen des Gottes des Mutes und damit wird symbolisch mehr ausgedrückt, als man denken könnte. Der einfache Mann nutzt dies auch als Motivationsprinzip, um sich selbst Mut zuzusprechen, dass er diese noch lange Woche überstehen wird, das ist aber eigentlich nicht die Absicht. An diesem Tag gibt es in den Tempeln und bei der Legion immer den großen Appell, Inventur und sofern möglich Heerschau. Die Heerschau hat dort immer eine besondere Rolle, da dort auch die Musterungen der Soldaten vorgenommen werden.

Marnarn:
Der dritte Tag der Woche ist ein Tag der ersten Besinnung und des Ausharrens, denn dieser Tag ist der Wissensmehrung gewidmet und dem Schreiben von Chroniken, weshalb an diesen Tagen gehäuft Gerichte tagen, der Senat an diesen Tagen Gesetze verabschiedet und viele philosophisches Debatten stattfinden.
Am dritten Tag der Woche wird auch immer die sogenannte Wochenchronik vor dem Senat und vor den Marnarntempeln veröffentlicht. Ein Aushang, welcher der Aufklärung über die wichtigsten Ereignisse der letzten Woche schafft mit kurzen Texten, welche von den Senatoren oder in Vertretung von den Virgintisexviri verfasst werden, und einen kurzen Ausblick auf zukünftige Projekte gibt.
Häufig werden diese Aushänge auch für politische Agitationen genutzt, wenn Wahlkampf stattfindet.

Drood:
Am vierten Tag der Woche geht es, auch wenn man es bei Drood zuerst denken mag, nicht um Krieg, sondern um Gemeinschaft. Gemeinschaft ist ein wichtiges Gut in Iustitia, denn davon geht die Lehre der Zivilisation aus.
An diesem Tag besinnt man sich innerhalb der Stadt auf diese Grundsätze, weshalb dieser Tag prädestiniert dafür ist, das Kriegsbeil zu begraben und sich seiner Freunde und Verbündeten zu erinnern.
An diesem Tag tagen die Häuser intern häufig, bei der Armee finden Gemeinschaftsabende der Soldaten statt und abends treffen sich Freunde, und etwas abseits davon der sogenannte Häuserrat, ein kleiner Senat, der nur von den Häusern bestimmt wird, aber keinerlei Gewalt und Macht besitzt. Dort setzen sich ausgewählte Hausmitglieder zusammen und diskutieren in freundschaftlicher Atmosphäre Probleme und erweitern gemeinsam ihr Wissen.
Es ist mit einem Stammtisch zu vergleichen.

Rylban:
Kurz vor dem Bergfest ist der ruhigste Tag der Woche, der Tag des Schlafs, der zwar nicht vor Geschäftigkeit schützt, aber ein Ruhetag für die Tavernen darstellt. Zwar haben auch ein paar Taverne an diesen Tagen geöffnet, der Soldatentreff zum Beispiel, aber die meisten Gasthäuser haben geschlossen. Ebenso finden an diesem Tag weder Arenakämpfe noch Theatervorstellungen statt, der Senat tagt nur in Notfällen. Aber das Tempelviertel bebt an diesen Tagen, denn es ist einer der beiden Philosophentage, an denen lebhaft auf den Tempelstufen der betreffenden Tempel diskutiert und gestritten wird.
Es ist die einzige Nacht der Woche, in der es traditionell sehr ruhig ist und die Bewohner sich die Zeit zum ausreichenden Schlafen nehmen, auch wenn sie diese unter Umständen nicht haben. Ausnahme sind hier natürlich die Ibentempler.

Liontari:
Der sechste Tag der Woche ist dem Löwengott geweiht und steht im Zeichen des Krieges. Wenn Iustitia in einen Krieg ziehen will, wird an diesem Tag in der Regel die Armee ausgehoben, die Truppen also ausgewählt und der Senat gibt an diesem Tag die Beschlüsse für einen Offensivkrieg aus. An diesen Tag zieht das Heer dann normalerweise auch aus, und selbst wenn sie an einem anderen Tag ausziehen möchte, durchschreitet sie am Tag des Liontari den Weg der Ahnen und schauen jedem tapferen Krieger, welcher mal für Iustitia gekämpft hat und sich einen Namen machte, in die steinernen Augen. Es ist ein Ritual, welches unumgänglich ist und selbst bei Belagerungen gegen Iustitia noch von einer Abordnung von Soldaten zu begehen ist.
Dieser Tag wird auch von vielen Bewohnern genutzt, um in die Offensive zu gehen, was Anklagen und dergleichen angeht.

Hrâun:
Der siebte Tag steht im Zeichen des Feuergottes und ist Tag des Reinemachens, an diesen Tagen ziehen die Senatssklaven durch die Straßen und reinigen sie von den gröbsten Dreck. Hausfrauen reinigen ihre Gebäude und Hausherren überwachen die Reinigung der Straße und ihrer Grundstücke.
Früher stand der Tag mal für das Ausbringen der Saat und das Einfahren der Ernte, doch das ist inzwischen auf den Alphestestag gelegt worden, jedoch gilt dieser Tag als gesegnet, wenn man Kinder in die Welt setzen möchte und Kinder, welche an diesem Tag geboren werden, gelten als gesegnete Kinder, da sie durch die Flamme der Liebe gezeugt und an diesem Wochentag auch geboren sind.
Viele nehmen diesen Tag im göttlichen Sinne aber nicht mehr wirklich ernst und entgegen der gewöhnlichen Tradition, werden an diesen Tagen kaum noch Opfergaben gegeben und Gottesdienste von Hrâun werden nicht mehr besonders zahlreich besucht.

Astak:
Tag acht steht im Zeichen der Architektur und der Bauvorhaben. Es heißt, dass Astak sich eine Frau aus seinem Volk nahm, die er besonders liebte und jene Frau beschenkte er mit der Gabe des schöpferischen Kusses. Und jedes Mal, wenn diese Frau ein Wesen auf die Stirn küsst, kann der Geküsste wahrhafte Wunderwerke in der Baukunst und in der Verzierung derselben erwirken. Diese Wesen gelten als von Astak gesegnet dann und vollbringen wahre Kunstwerke und errichten unüberwindbare Mauern. Und es heißt, dass Astak Iustitia besonders liebe, deshalb sei es so stark.
An diesem Tag werden Bauvorhaben im Senat diskutiert und die ersten Spatenstich bzw. Hammerschläge an einem Bauwerk getan.
Künstler erschaffen an diesen Tagen Skulpturen und Pläne für Bauwerke. Auch diesen Tagen werden Bauwerke auch häufig eingeweiht.

Manhêl:
Trauertag, das ist der neunte. Ein langer Trauertag, in denen man sich um die Toten und die Kranken kümmert. Für den Beistand Manhêl, für eine lange Gesundheit und zu seinen Ahnen um Beistand bittet.
Dieser Tag ist der letzte Arbeitstag der Woche und wird auch schwarzer Tag genannt, weil viele in den Farben der Trauer durch die Straßen ziehen, um stumm zu klagen um die Verstorbenen.
An diesem Tag öffnen die Tavernen erst mit Einbruch der Dunkelheit. Sobald jene angebrochen ist, verschwindet die Trauer allerdings und man gibt sich den Gelagen hin, da am nächsten Tag nur die Sklaven arbeiten werden. Und selbst von diesen haben manche frei.
Auf dem Schlachtfeld wird nur im Notfall gekämpft an diesen Tagen, da man diese Tage normalerweise für Trauerzeremonien nutzt.

Seheiah:
Der letzte Tag der Woche wird gemächlich begangen und man weist jede Arbeit von sich, es sei denn, sie ist künsterlischer Natur. Die Kunst steht im Vordergrund, vor allem Vortragskunst. Rhetoriker, Musiker, Dichter und Krieger geben sich die Ehre und zeigen was in ihnen steckt. In sportlichen als auch geistigen Wettbewerben bekriegt man sich für eine gewisse Zeit bis der Gegner tot oder geschlagen ist. Jeder zumindest Freie nutzt die Zeit für etwas Entspannung und für die Ausnüchterung nach einem langen Tavernenabend oder einer langen Gesellschaft in einer der vielen Häusern.
Oder man widmet sich den schönen Dingen des Lebens, in den man selbst singt oder tanzt oder sich seiner Frau zuwendet.
Dieser Tag ist ein Tag der Beschaulichkeit und er dient der Regeneration der Arbeitskräfte.

Es versteht sich von alleine, dass Opfergaben den entsprechenden Götter immer an den dazugehörigen Tagen gegeben werden. Und diese religiösen Tage werden sehr, sehr ernst genommen, ebenso wie die religiösen Pflichten. Der Hang zum Glaube ist zentral und vor allem auch im Krieg mit Vecor begründet. Die Götter haben es möglich gemacht, dass man dieses unwirtliche Fleckchen Erde überhaupt bewohnen kann. Das ist zumindest ihre Erklärung.
Und die Iustitianer sind dankbar dafür und das zeigen sie gerne.
An den Göttertagen veranstalten die jeweiligen Tempel auch immer große Gottesdienste, die eigentlich immer gut besucht sind.
Nur Hrâun verliert immer stärker an Bedeutung, weil Alphestes ihn scheinbar einfach verdrängt.
Das ist dann also der Überblick über das allgemeine Kalendersystem in Iustitia. Die Monate, denke ich, benötigen keine besondere Beschreibung und erklären sich von alleine.
Ein Thema ist allerdings noch kurz zu klären, denn ein paar Male habt ihr sicherlich hinter der Jahreszahl das Kürzel n.H. gefunden und da fragt man sich natürlich, was dies bedeutet.
Ich mach es kurz und schmerzlos: Es bedeutet nach der Heimkehr.
Mit der Heimkehr ist die Ankunft an dem Ort gemeint, welcher heute Iustitia ist. Da die Verfolgten dort ihre Freiheit gefunden haben und ein neues Zuhause, lässt sich der Name ohne große zusätzliche Erklärungen verstehen. So viel zum Kalender in Iustitia.
"Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern." - Jean Paul, Levana

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Re: Iustitia - Stadt, Land, Fluss

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 09:16

Original von Marnarn vom 29.06.2009

Die Märkte von Iustitia

Jetzt ist es also Zeit über die Märkte von Iustitia zu schreiben und euch darüber aufzuklären, wie der Handel im Hort der gerechten Weisheit funktioniert.
Das mag auf den ersten Blick trivial klingen, denn wozu gibt es Laden- und Gildenkulturen, welche jederzeit ihre Geschäfte offen halten, um die Spielercharaktere stets und zur vollsten Zufriedenheit auszustatten.
Das funktioniert hier in diesem Fall nicht und man darf sich da auch nicht die Illusion machen, dass dies irgendwie relativ (entschuldige bitte, Nicolaj :) ) zeitnah zu erreichen sei.
In Iustitia gibt es keine Läden, keine Schaufenstermeilen, auf denen die Abenteurerdamen nach neuen modischen Kettenbikinis +10 des großen Beschützer schauen, und ein Händler nach dem nächsten seine Waren feilbietet. Streicht diese Möglichkeit am besten vollkommen aus eurem Gedächtnis, wenn es um die Iustitiarunde geht.
Und auch gibt es klare zeitliche Richtlinien, was den Einkauf angeht. Es ist nicht wie in Athkatla, bei Melanthiel am Sonnenturm oder in der modernen Welt, welche stets verkaufsoffenen Sonntag haben oder wie in Amerika, wo es 24/7-Stores gibt.
Aber was gibt es denn, wenn es das alles nicht gibt?

Traditionelle Markttage, welche sich zwischen großen und kleinen Markttagen unterscheiden und nur für eine bestimmte Zeit offen haben. Dabei ist Iustitia schon so fortschrittlich, dass es verschiedenste Möglichkeiten des Einkaufs gibt und viele Tage, an denen man an verschiedenen Orten einkaufen kann.
Die Orte zeichnen sich dabei durch Marktplätze aus, an welchen gehandelt werden darf und es gibt vier Orte innerhalb der Stadt, wo Marktflächen zur Verfügung stehen.
Diese Orte sind die Agora um das Senatsgebäude herum, das große Tor am Zugang zu den Plateaus, der Mittelplatz des Arbeiterviertels und auf dem großen Platz vor dem Circus, auf dem auch regelmäßig Sklavenmarkt ist.

Große Markttage:
Große Märkte sind nicht unbedingt das, was man sich darunter vorstellt, denn sie sind nicht unbedingt größer, aber durchaus einflussreicher und mit exotischeren Waren gespickt. Das mag durchaus am Ort liegen, denn die großen Markttage finden an der Agora statt und dort werden viele, viele Dinge gehandelt.
Dieser Markt umfasst vor allem aber Güter, die nicht einfach gekauft werden können, sondern bei denen das res mancipi gilt. Die Manzipation ist ausschlaggebend. Nicht nur als Scheinverkauf, also als symbolischer Kauf, der dann eigentlich an anderer Stelle abgewickelt wird oder schon wurde, sondern auch als direkter Austausch. Die Zeugenschaft ist von enormer Bedeutung.
Gängige Gegenstände, welche dem Manzipationsrecht unterliegen, sind Sklaven, Gegenstände der Landwirtschaft, Tiere ab vier Beinen, Ländereien und Gebäude, und exotische Güter. In Iustitia gehören auch Waffen zu den Gegenständen, welche unter das Manzipationsrecht fallen.
Dieser Markt ist der bedeutendste und wird abwechselnd von einem der Senatoren überwacht.
Der Markt finden am Marnarn, am Liontari und am Manhêl statt, an diesem Tag dürfen auch keine anderen Märkte geöffnet haben und Sklaven werden an diesem Ort verkauft, in der Regel die hochwertigsten, welche die Sklavenhändler zu bieten haben.
Der Markt hat von der achten Stunde bis zur achtzehnten Stunde geöffnet, kein anderer Markt hat so lange geöffnet.

Kleine Markttage:
Sie finden eigentlich immer dann statt, wenn gerade kein großer Markttag ist, mit Ausnahme des Seheiahs, denn an dem Tag hat kein Markt geöffnet.
Allerdings haben die kleinen Märkte nicht gemeinsam offen und deren Laufzeit ist deutlich kürzer, als es beim großen Markttag der Fall ist.
Das macht zusammen sechs weitere Markttage, bei drei Orten, also zwei kleine Markttage pro Marktort.

Markt im Arbeiterviertel:
Werkzeuge, Baumaterialien und Lebensmittel bieten diese Märkte, welcher am Alphestes und am Rylban stattfinden im Herzen des Viertels.
Dieser Markt bedarf nur selten des Manzipationsrechtes, es kann allerdings auch dazu kommen, wenn Tiere als Materialien verkauft werden, für Gerber und Kürschner beispielsweise.
Interessanterweise können hier auch kleine Waffen ohne Manzipation gekauft werden, wie Beile, Dolche und Vorschlaghämmer, sowie wie Spitzhacken, da diese einfach als Werkzeuge verkauft werden.
Das ist in der Regel kein Problem, allerdings sollte man auf der Hut sein, denn manche Wesen haben nichts besseres zu tun, als anderen Leute vor den Karren zu fahren, weshalb man mit einer Manzipation immer auf der sicheren Seite ist. Ob ein Werkzeug ein Werkzeug oder doch eine Waffe ist, liegt nämlich meist in der Ansicht des Richters, und damit dieser die Ansicht teilt, dass es ein Werkzeug ist, muss meistens die ein oder andere Münze fließen.
Diese rechtliche Grauzone war in der Vergangenheit öfter ein Ärgernis, und je größer das Werkzeug ist, desto schmaler die Grenze zwischen Werkzeug und Waffe.
Hauptsächlich werden allerdings Lebensmittel gehandelt, und Kleinvieh, welches nicht unter das Manzipationsrecht fällt, wie Hühner und anderes Federvieh, und natürlich Baumaterialien, wie Kalkstein, Marmor und Basalt. Nur Holz gibt es eigentlich nie zu kaufen, das kauft man an der Agora.
Er hat von der siebten Stunde bis zur zwölften Stunde geöffnet.

Markt am großen Tor:
Dieser Markt verkauft im kleineren Stil auch Lebensmittel und Gegenstände des täglichen Gebrauches, wie Schwämme und andere Hygieneartikel, aber in erster Linie ist dieser Markt ein Kunstmarkt.
Direkt am Zugang zu den Wohnbereichen der reichen Männer Iustitias, finden unzählige Schneider, Gerber, Gold- und Kunstschmiede, Bildhauer, Maler und auch Architekten ihr Handelsgebiet und verschachern von geschnitzten Korallen bis zu baureifen Technikzeichnungen alles.
Dieser Markt wird vor allem von den hohen Häusern genutzt, die dort Schmuck und Kunstwerke kaufen.
Dieser Markt findet stets am Iben und am Hrâun statt und hat von der neunten Stunde bis zur dreizehnten Stunde des Tages geöffnet.
Hier findet die Manzipation nur sehr selten Anwendungen, sie wird hier meist auch nur symbolisch genutzt. Ein schlechten Ruf haben sich gewisse Mitglieder der Sabariden dadurch erworben, da sie viele, viele Kunstwerke per Manzipation gekauft haben, vor allem Goldstatuen. Da dieses alles nur symbolische Akte waren, die immer wieder von einem ähnlichen Zirkel von Personen bezeugt wurde, liegt mit man aktiver Bestechung nicht so weit weg vom Thema, gerade während der Wahlkampfphase waren die Sabariden bei einer Vielzahl von symbolischen Käufen auf beiden Seiten des Verhandlungstisches tätig.

Markt am Circus:
Lebensmittel, Lebensmittel und jede Menge Zubehör.
Was bedeutet Zubehör? Dies ist der sogenannte Abenteuermarkt, auf denen die Verkäufer allerlei Kleinkram verkaufen, welche Reisende benötigen. Feldflaschen aus Ton, verwässerte Phiolen, welche angeblich den Trinkenden mit einer Pferdelunge ausstatten, Heilertaschen und alles, was das Abenteurer Herz begehren sollte, so sagt man in Iustitia zumindest.
Einfache Kleidung für die Wüste, Futter für Kamele und teure, verdunkelte Gläser. damit man die Sonne in der Wüste besser verträgt.
Hier kaufen auch die Legionäre den Teil der Ausrüstung, welche sie nicht gestellt bekommen, aber unbedingt haben wollen. Tonpfeifen, Spielbretter und dazugehörige Figuren oder für die wenigen Lesekundigen auch das ein oder andere Traktat.
Der Markt hat von der siebten Stunde bis zur zwölften Stunde geöffnet, jeden Drood und jeden Astak. Doch der Platz ist geteilt, denn es werden an diesen Tagen auch Sklaven gekauft. Die einzigen Waren auf dem Markt, welche manzipationspflichtig sind.

Der Sklavenmarkt:

Der Sklavenmarkt ist ein besonderer Markt und insgeheim wohl der wichtigste in ganz Iustitia.
Er ist bis auf die Tage des großen Marktes immer am Circus angesiedelt und ansonsten sind die Händler auf der Agora mit ihrer Ware.
Er findet also stetig statt, außer am zehnten Tag, dem Ruhetag.
Und er untersteht immer dem Manzipationsrecht, kein Handel ohne Zeugen, das gilt eigentlich immer.
Der Sklavenhandel ist auch die Art des Handels, welcher am meisten Gold abwirft, deswegen drängen viele altgediente Veteranen und altgediente Wandersmänner auf den Markt, um nochmal eine schnelle Münze für den Ruhestand zu verdienen.
Doch das ist ein gefährliches Pflaster, denn der Sklavenmarkt wird von drei ruchlosen Kerlen beherrscht, die andere nur gegen Schutzzahlungen am Sklavenhandel teilhaben lassen. Natürlich gibt es dafür keine offiziellen Beweise, aber man erzählt es sich in den Tavernen, wenn man sich sicher ist, dass keiner dieser Männer und einer deren Männer in der Taverne oder im direkten Umfeld ist.
Diese Männer heißen Ukand - der Aalige genannt -, Riberius und Pholquar Seressius.
Zwei Menschen und ein Neogi. Dabei ist der Neogi scheinbar die höchste Instanz auf dem Sklavenmarkt und er wird sogar von den hohen Häusern gefürchtet. Seine rechte Hand und Verwalter ist Pholquar Seressius, ein gescheiteter Redner, welcher sich jetzt als Verwalter verdingt und schon viele Existenzen mit seiner Kleinlichkeit an die Wand gefahren hat. Seine Bosheit und seine Langweiligkeit sind legendär.
Der Schläger der drei ist Riberius, ein Mann dessen Gesicht mit grausamen Narben durchzogen ist und man sagt ihm nach, dass er nur nach Anerkennung und Gold lechze.
Der Aalige ist dabei aber die bedeutendste Figur, denn nach seinem Sklavenpreis-Modell werden die Preise auf dem Sklavenmarkt bestimmt. Im Folgenden werde ich diese Preise metagamingmäßig dargestellt, im Spiel gibt es noch mehrere Faktoren, die ich nochmal abschließend darstellen werde.

Der Preis für Sklaven setzt sich nach Ukand aus vier Faktoren zusammen. Diese sind bezeichnet als grundsätzliche Qualität des Sklaven (HG im Rechenbeispiel genannt), die körperlichen und geistigen Eigenschaften des Sklaven (A[ttribute]), die Rarität des Sklaven (R) und der besonderen Fähigkeiten und Ausbildung des Sklaven (F).
Dazu kommt der Aspekt der Grundkosten, welcher Ukand mit dem Faktor 100 Goldmünzen angibt.
Die Formel zur Berechnung des Preises eines Sklaven:
HGxAxRxFx100 GM


Dabei stellt sich nur noch die Frage, wie die jeweiligen Qualitäten bestimmt werden. Das entscheidet eine relativ starre Liste von festgelegten Multiplikatoren, welche ich listenartig darstelle.
Ich beginne mit den Attributen, welche je nach Attributshöhe bestimmt werden. Dabei wird in festen Schritten vorgegangen, welche den Preis eines Sklaven erhöhen oder sogar vergünstigen können.
Attribute | Multiplikator:
  • 1-5 | x0,5
  • 6-9 | x0,75
  • 10-15 | x1
  • 16-21 | x2
  • 22-27 | x3
  • 28-33 | x4
  • 34-39 | x5
  • 40-45 | x6
  • 46-51 | x7
  • 52-~ | x8

Die zweite Darstellung findet über Seltenheit eines Sklaven statt, es dürfte verständlich sein, dass seltene Viecher, wie Drachen, deutlich teurer sein dürften als Goblinsklaven.
Rarität:
  • Sehr häufig | x1
  • häufig | x1,25
  • ungewöhnlich | x2
  • selten | x4
  • sehr selten | x6
  • Einzeltier/ extrem selten | x8

Die letzte Darstellung funktioniert über die Fähigkeiten und Ausbildung eines Wesen, d.h. je mehr Ausbildungen und besondere Fähigkeiten ein Sklaven hat, desto interessanter und teurer wird er.
Fähigkeiten und Ausbildungen:
  • unausgebildet | x1
  • einfache Ausbildung/Fähigkeiten | x1,5
  • mittlere Ausbildung/Fähigkeiten | x2
  • viele Ausbildungen/Fähigkeiten | x4
  • besondere Ausbildungen/Fähigkeiten | x6
  • einmalige Fähigkeiten | x8


Natürlich muss dabei beachtet werden, dass diese Darstellung nur ein Richtwert sein kann und andere Faktoren dort auch noch reinspielen, es geht nur um die grobe Richtung, in welche der Preis eines Sklaven geht.
Wieviel ihr letztendlich zahlt, liegt an eurem Verhandlungsgeschick, am Zustand des Sklaven und euren gesellschaftlichen Fähigkeiten.
Die zentralen Fähigkeiten für den Kauf eines Sklaven sind Schätzen, Diplomatie, Bluffen und Motiv erkennen. Mit Abstrichen sicherlich auch Einschüchtern, aber wie sinnvoll das ist, kann jeder selbst erwägen.
Fest dürfte stehen, dass Ukands System in Iustitia anerkannt ist und auch so benutzt wird, mit einer Ausnahme.
Vor einer geraumen Zeit ist eine gesetzliche Richtlinie vom Senat festgelegt worden, damit jedes Haus, auch ohne große Goldvorräte, seinen Bedarf an Grundsklaven stillen kann.
Es gibt drei Sklavenposten:
  • Einfacher Dienersklave*: 50 Goldmünzen
  • Einfacher Kriegersklave*: 150 Goldmünzen
  • Einfacher Gelehrter*: 300 Goldmünzen

*= Diese Sklaven haben nur eine geringe Ausbildung und sind nicht bester Qualität, sie sind meist Menschen, können aber auch zu dem Preis als Kobolde, Goblins, Elben und Zwerge erworben werden.

Dieser Grundstock wird meist von den niederen Sklavenhändler gedeckt, die drei Großen protzen hingegen mit exotischen Sklaven.
Wie erkenntlich ist, wird der Sklavenmarkt euch bestimmt ausreichend beschäftigen. Ich denke, dass es keiner Beispiele benötigt, um zu erkennen, dass ein großer, roter Wyrm eigentlich nicht zu kaufen ist, selbst wenn es einem gelänge, einen festzusetzen. Der daraus resultierende Preis wäre schlichtweg unbezahlbar, also der Versuch den Drachen gefangen zu nehmen, wäre sinnlos, es sei denn, man knechtet ihn für den Eigenbedarf, wenn man die Macht hat.
Sollte das System nicht durchsichtig genug sein, kann ich es gerne an ein paar Beispielen festmachen.
So viel zum Thema Märkte und Sklavenhandel.
"Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern." - Jean Paul, Levana


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