Recycling von Thairdur

Aus Jahren der Arbeit wird nun die Essenz des Kontinents destilliert, der Rest wird archiviert
Benutzeravatar
Ikelos
Beiträge: 263
Registriert: Fr 30. Sep 2011, 12:28
Wohnort: Hab ich
Kontaktdaten:

Recycling von Thairdur

Beitragvon Ikelos » Di 4. Jul 2017, 14:16

Was, Recycling? Ja, Recycling. Ich denke, dass ich Thairdurs Konzept ein wenig überarbeiten werde. Es wird grob natürlich bleiben, aber ich möchte noch einmal neu starten und dem Konzept ein eindeutigeres Gesicht geben, eine Identität. Bisher war es eine lose Sammlung von Ideen, ein durcheinander gestreuter Haufen, der eine ordnende Hand braucht. Diese Hand möchte ich nun verpassen und dabei gleichzeitig einige lose Enden abschneiden und einige der Begriffe direkt mit einbauen.
Wie gesagt, ich will noch immer die alten Konzepte des Kontinents beibehalten. Es geht mir nun darum, einen Kanon zu entwickeln, wobei sich natürlich einige bisher feststehende Dinge verändern werden. Wahrscheinlich werde ich den Kultisten dabei abschließen und beenden. Ein bisschen schade drum ist es schon, aber ich vermisse die Runde nicht wirklich, weil sie ja doch etwas durcheinander war und keinem roten Faden folgte. Außerdem haben wir in großer Runde eh genug Runden. Und ja, eigentlich ist die Runde von Niklas genug bei unserer Spielzeit ^^ Ich werde nun die nächsten Tage damit verbringen, mir Gedanken dazu zu machen und dem Kontinent ein neues Gesicht zu geben. Das wird sich nicht allzu sehr verändern, aber dieses Mal an das angepasst, was ich alles drauf finden möchte, plus einige weitere Ecken, die noch zu füllen sein werden. Thairdur ist tot, lang lebe Thairdur!

Wird das nicht mit dem Wüstenprojekt zusammen problematisch viel Zeit in Anspruch nehmen? Naja, da es keine Deadlines gibt, wird das nicht problematisch, und wenn ich an zwei Enden zeitgleich arbeite, gibt es etwas Abwechslung, falls ich für ein Projekt gerade nicht die notwendige Motivation aufbringen kann. Die nächsten Tage und Wochen werden definitiv spannend!

Benutzeravatar
Marnarn
Administrator
Beiträge: 585
Registriert: Do 29. Sep 2011, 20:04
Wohnort: Borgdorf-Seedorf
Kontaktdaten:

Re: Recycling von Thairdur

Beitragvon Marnarn » Mi 5. Jul 2017, 20:58

Ich bin auf das Konzept gespannt, wenn du dich ransetzen magst. Aber bereits in deinem Recycling-Post ist das entscheidende zu lesen. Du sprichst davon, dass du das Konzept Thairdurs ein wenig umarbeiten möchtest, dann soll es nur grob erhalten bleiben, dann soll es ein eindeutiges Gesicht / eine Identität bekommen und auf einmal sind es alte Konzepte, die beibehalten werden soll. Spricht auf jeden Fall dafür, dass da etwas eine ordnende Hand braucht. :P

Ich persönlich finde es schade, dass der Kultist geendet ist. Ich muss zugeben, dass ich ihn seit dem letzten Spielabend vor etwas mehr als vier Jahren als einigermaßen erledigt betrachtet habe. Das lag ein wenig daran, dass du eine Planungsoffensive angestrebt hast, wo die Spieler relativ minutiös über das Fortgehen der Kampagne nachdenken sollten und was sie nun machen wollen. Davon hast du einen Teil, sogar ein Gros vorbildlich beantwortet, bist dann ingame aber in eine andere Richtung davongaloppiert, dann ist Wasser den Berg runtergelaufen und dann kamen diese Details wieder in Vergessenheit. Es lag aber auch an dem von dir genannten, nicht existenten roten Faden und dem großen Abstand zwischen den Spielabenden. So hast du selbst die Versatzstücke selten aufnehmen können. Ich persönlich habe nach wie vor in Verdacht, dass es daran liegt, dass du dir nach Spielabenden wenig nachbereitest und auch bei Spielabenden nur ansatzweise Dinge notierst. An dem Abend sind die Erinnerung alle frisch und auf der Kette, doch zwei Monate später sieht es schwieriger aus. Dann ist es Arbeit, sich wieder reinzufuchsen.
Im Kultisten hast du es durch die Zeitreise in die Vergangenheit einmal geschickt neustarten können, dann aber - zumindest aus Spielersicht - den Bezug zur alten Geschichte ganz verloren oder aufgegeben. Aber doch bleiben das Marginalien in Retrospektive, denn die Lernerfahrung durch den Kultisten dürfte immens gewesen sein. Und darin ist es mir vor allem schade, dass es endet.
Wir haben im Rahmen der Kampagne ein paar der besten Spielabende unserer großen Runde überhaupt gehabt, wie die horrorinspirierte Sitzung im Herrenhaus (zumindest am ersten Spielabend) oder auch die Nacht der langen Messer, die das Ende der ersten Zeitschiene einleitete. Wir haben auch sehr kontroverse, verwirrende und dadurch für mich sehr lehrreiche Spielabende gehabt. Ich erinnere an die Szene am "Strand" des Teufelsbrunnen, als Dagtalath quasi durch das Skelett starb und dann doch nicht starb und dadurch gar nicht mehr klar war, wozu die Szene in erster Linie überhaupt noch war; oder ich erinnere mich auch an einen quälend langen Dungeoncrawl durch ein Höhlensystem, in dem wir 25+ Räume hatten, wobei in 20 davon nichts war und du trotzdem immer lange Beschreibungen liefertest, obwohl wenig damit anzufangen war.
Ich habe für Wismann ein sehr schönes Kampagnenende gehabt, als der Bezug zur Vorgängergeschichte noch durch den Zwerg und die Prophezeiung dort war und ich denke, es bleibt einer der befriedigsten Charaktertode, die man erleben kann. Die Szene gehört damit subjektiv zu den besten, die ich je spielen durfte.

In erster Linie aber, war es vor allem deine erste, lange und große Kampagne und ich denke, sowas sollte immer mit großem Respekt bemessen werden. Sich wirklich darauf einzulassen, für eine Gruppe von sich verändernden Menschen in verändernden Zeiten eine möglichst konsistente oder zumindest bespaßende Runde zu organisieren, gegen seine eigenen Sorgen, seine Faulheit, seine Erinnerungslücken vorzugehen und sich auch einmal auf den Arsch zu setzen, wenn es gerade nicht passt oder man sich verrannt hat, ist unabhängig vom Ergebnis schon alleine respektabel. Ich denke allerdings, dass der Kultist alles in allem positiv und nicht nur als respektabel in Erinnerung bleiben wird. Er hatte sogar das Potenzial zu einer sehr großen Runde, hätte sie den roten Faden gehabt oder du mehrere davon eingesponnen. Trotz aller Fehler - die wir alle ausreichend machen - und Probleme - die jede Runde zur Genüge hat - hat sie den Beteiligten zum einen Spaß gemacht, und zum anderen konnte sie in fast allen Fällen mit der wechselnden Tischbesetzung umgehen. Du hast es, selbst wenn du selbst nicht mehr wusstest, wo du hinwolltest, immer wieder geschafft, neue Impulse zu setzen. Und du hast die Runde vor allem über ein halbes Jahrzehnt am Leben gehalten, trotz längerer Pausen, trotz Unfrieden in der Gruppe (v.a. Moritz vs. Robin). Du hast manchmal Spieler große Dinge tun lassen, was sicher in guter Erinnerung bleiben wird. Manchmal warst du sicher auch zu ungerecht gegenüber den Spielern. Hier und da war noch die mangelnde Balance zu sehen, dadurch dass du andere Spieler abstraftest, wenn du andere zu sehr belohnt hattest. Aber alles das waren Erfahrungen, die jeder als Spielleiter erst einmal machen muss und du hast sie gemacht.
Und in diesem Sinne wird der Kultist auch sicher unvergessen bleiben, als deine erste, wirklich große Runde mit allen positiven und negativen Erfahrungen, mit den ansehnlichen und erinnerungswürdigen Highlights und eben als riesiger Lernerfolg, der dich zu einem zu respektierenden Spielleiter gemacht hat.

Danke also für die Erfahrungen, Erinnerungen und die Runde. 8-)

Zum Konzept Thairdurs werde ich mich sicher äußern, wenn es in die Richtung geht, schließlich liegen die Überresten eines meiner alten Kontinente auf Thairdur verstreut, nachdem wir feststellten, dass jeder Kontinent eine eigene Identität haben sollte und die alte Lûth Telaîth und Thairdur doch beide sehr europäisch-mittelalterlich waren. :)
"Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern." - Jean Paul, Levana

Benutzeravatar
Ikelos
Beiträge: 263
Registriert: Fr 30. Sep 2011, 12:28
Wohnort: Hab ich
Kontaktdaten:

Re: Recycling von Thairdur

Beitragvon Ikelos » Do 6. Jul 2017, 14:44

Marnarn hat geschrieben:Ich bin auf das Konzept gespannt, wenn du dich ransetzen magst. Aber bereits in deinem Recycling-Post ist das entscheidende zu lesen. Du sprichst davon, dass du das Konzept Thairdurs ein wenig umarbeiten möchtest, dann soll es nur grob erhalten bleiben, dann soll es ein eindeutiges Gesicht / eine Identität bekommen und auf einmal sind es alte Konzepte, die beibehalten werden soll. Spricht auf jeden Fall dafür, dass da etwas eine ordnende Hand braucht.


Daran gar kein Zweifel :D Ich bin mir selbst noch nicht im Klaren, wohin es gehen wird, aber ich möchte da deinen letzten Absatz vorwegnehmen: Luth Telaith steckt auch mit in diesem Kontinent, und das Konzept an sich soll auch erhalten bleiben, damit nicht eine Lücke entsteht, die an sich schon geschlossen war. Der europäisch-mittelalterliche Bild wird auf jeden Fall erhalten bleiben. Es wird nun darum gehen, alles vernünftig einzubauen, die Karte noch einmal zu leeren und dann an den passenden Stellen nach einigen Anpassungen neu zu befüllen. Das wird ein langer Arbeitsgang, aber im Grunde einer, der wie ein Puzzle zu erledigen sein wird.

Nun zu dem anderen Punkt, dem Abschluss dieser Runde: Ich finde es wirklich sehr schade und bin ein bisschen traurig darum, aber ich halte es auch für die richtige Entscheidung. Danke für die netten und offenen Worte dazu. Über viele Punkte haben wir ja bereits gesprochen, sei es positiv oder negativ, und insgesamt werde ich die Runde als eine sehr lehrreiche Erfahrung mit einigen schönen Erfahrungen gut in Erinnerung behalten. Dass diese Runde einst noch Robin als Bestandteil hatte, zeigt ja auch irgendwo, dass sie schon sehr stark in der Vergangenheit verwurzelt liegt. Ich glaub sie begann bereits zu Schulzeiten, kann das sein? Ich verliere mittlerweile den zeitlichen Überblick über vieles, was nicht saisonal verläuft (also meine Handballkarriere :D), man wird halt alt ^^

Was sind für mich Höhepunkte dieser Runde?
Ein Kämpfer, der zu Fuß unterwegs ist und mit zwei schweren Lanzen kämpft gehört definitiv dazu! Dieses Bild werde ich auf gar keinen Fall jemals wieder aus meinem Kopf bekommen XD Vielleicht werde ich einmal einen NPC bauen, um diese Charakter zu ehren.
Das Ende von Wismann. Ich habe damals erst nicht verstanden, warum man einen Charakter opfert, in dem einige schöne Erinnerungen stecken, und den man zum Wohle einiger NPCs aufgibt. Aber für mich war das eine sehr spannende Lektion in Sachen Charakterspiel, und je mehr Zeit verging, desto besser konnte ich das nachvollziehen. Anhand dieser Szene habe ich auch gelernt, dass man nicht jeden Charakter in jeder Situation retten kann oder gar sollte!
Der Kampf gegen den Spiegeldämon, der sehr spannend und herausfordernd war durch äußere Einflüsse und weitere Bedingungen. Ich glaube das war bisher einer meiner besten Kämpfe als SL.
Der erste Spielabend im Herrenhaus, der mir viel Spaß bereitet hat.

Was nehme ich als Lehre mit?
Sei fair zu den Spielern und belohne sie, wenn sie Opfer bringen!
Verrenn dich nicht in 10 unterschiedliche Spielideen, irgendwann fliegen sie dir um die Ohren!
Lass dich nicht von jedem Scheiß inspirieren und bring es mit ein, nur weil es dir gerade mal gefallen hat!
Übermächtige Wesen machen weder dem SL noch dem Spieler Spaß.

Würde ich wieder eine Runde für eine größere Gruppe anbieten?
Klar, aber...
Dabei sollte sichergestellt sein, dass sie in jeder Besetzung spielbar ist und man einzelne Szenen möglicherweise an einem Spielabend abschließen kann, um nicht am nächsten Spielabend in der Bredouille zu sein, dass man nicht spielen kann, weil Spieler XYZ gerade flotten Otto hat. Einen Gedanken habe ich auch schon, allerdings wird das ein Experiment, und ich glaube nicht, dass ich das umsetzen kann, weil ich dazu einen Mitspieler von damals wieder ins Boot holen müsste :D (Dazu werde ich wohl nochmal separat etwas schreiben und starten - Zielsetzung: Wenn wir K&F monatlich einmal hinbekommen, würde ich vielleicht noch eine Runde haben wollen, die einmal im Halbjahr gespielt wird. Öfter ist schöner, aber... nicht wahr?)

Aber kommen wir zurück zum eigentlichen Kontinent an sich. Meine ersten Schritte werden sein, mir die hier angesiedelten, bereits feststehenden Völker anzusehen, ihnen und den bereits bestehenden Königreichen einen Platz zu geben und das auf der Karte zu vermerken, und dann anhand der Karte zu sehen, was es noch für Lücken gibt und wie diese gefüllt werden sollen. Auf ein Neues!


Zurück zu „Reboot“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast