Unsere Welt in der Nussschale?

Unsere Welt hat sehr viel Inhalt. Wie stellen wir diesen Inhalt vor?
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Ikelos
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Unsere Welt in der Nussschale?

Beitragvon Ikelos » Sa 17. Jun 2017, 19:30

Im Moment plagt mich der Arbeitseifer, oder sagen wir zumindest die Motivation dahin. Da ich keine Ahnung habe, wie lange das anhalten wird, wollte ich mir das hier mal anlegen, um vielleicht einen kleinen Ausblick dahin zu haben, was aus unserem Projekt langfristig werden kann, auch wenn es zuletzt ein bisschen eingeschlafen ist. Zeit hier einen Wecker zu stellen. WECKER!!! Blick in die nahe Zukunft. Bisher haben wir sehr viel Content erstellt, den eigentlich nur wir nutzen, der vielleicht nochmal im DND-Gate genutzt wird. Das schöne an unserem Content bisher ist ja, dass es hauptsächlich Systemunabhängig nutzbar ist, sprich die nutzende Breite wäre gegeben. Da wir zuletzt allerdings auch wieder deutlich vermehrt Pathfinder spielen, ist eine eindeutige Festlegung eh schwierig. Aber ich rede schon wieder so viel, worauf will ich eigentlich hinaus?

Ich rede natürlich von der Verbreitung unserer Welt. Wie bekommen wir ein solches Machwerk aus unseren Federn raus zu anderen Spielern, die sich das anschauen und möglicherweise begeistert von dieser Welt sein werden? Ich glaube nicht, dass wir einen großen Verlag dafür finden werden, dazu gibt es einfach zu viele Welten, und wir sind möglicherweise auch noch nicht bereit für sowas. Egal, was ich meien ist, dass wir trotzdem schon unsere Informationen sinnvoll zusammenstellen und diese als PDF verpacken sollten. Ein bisschen Layout draufklatschen, und die zusammengestellten Informationen in den Handouts verbreiten. Wie ich mir das nun wieder vorstelle, also auch inhaltlich? Dafür hilft mir dieser Thread hier ^^ Eine Idee kam mir, und ich sehe in diesem Forum mehr als genug Ideen und Inhalt, um mehrere Kampagnenwelten zu füllen. Denn genau das bauen wir ja eigentlich. Eien Fülle an möglichen Settings ist darin untergebracht, alle unter dem gemeinsamen Deckmantel unserer Götter. Und selbst da würde ich mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Die Frage ist: Was wollen wir wie an den Mann bringen? Klar, die ganzen Informationen müssen irgendwie rausgebracht werden. Aber in welchem Format? Ich hätte da grundsätzlich folgende Ideen:

  • Kurzvorstellung
  • Welthandbuch
  • Kontinentalhandbücher mit separatem Spielleiterteil
  • Göttlicher Almanach

Was soll in den einzelnen Punkten jeweils enthalten sein? Ich stell das mal in Kurzform vor:

Die Kurzvorstellung soll auf etwa 10 Seiten unsere Welt kurz und knapp vorstellen. Dazu gibt es eine knappe Einführung, eine Weltkarte, vielleicht die wichtigsten Götter, was unsere Welt besonders macht, und eine Kurzvorstellung der Kontinente. Wenn ich die knappe Einführung auf eine Seite packe, die Weltkarte auf eine, die wichtigsten Götter auf zwei, die Besonderheit unserer Welt und 5 Seiten für die Kontinente komme ich auf 10 Seiten plus Deckblatt. Das wird wohl unser Exposé der Welt. Hier müssen die Sachen drin stehen, die andere auf unsere Welt neugierig machen können.

In das Welthandbuch, also das eigentliche Kampagnenset, würde ich auf 250 - 300 Seiten ein paar mehr Informationen bringen, also das ganze sehr viel ausführlicher machen. Hier ist es sinnig in einer deutlich ausführlicheren Fassung das Besondere unserer Welt darzustellen in einer Einleitung. Es sollte auf jedes Volk eingegangen werden, zumindest in seiner "allgemeinen" Form. Regionale Unterschiede kann man dann ja noch immer darlegen. Neben einer Vorstellung der Völker kommt dann eine Kosmologie, die am Rande die Götter mit streift und die weltlichen Prinzipien wie die Seelenjagd mit dem Blutmond, dazu das Kreuz der Konflikte, die Gottlose Gesellschaft, die Magiesplitter etc... Die Götter sollten in einer Kurzform ohne große Hintergründe vorgestellt werden. Was nun kommt, ist aber der eigentliche Clou. Ich denke, dass in dieses Buch zwei Kontinente eingebunden werden sollten in einer Form, dass man mit diesen Kontinenten spielen kann. Es können also wichtige Reiche vorgestellt werden, regionale Besonderheiten, Institutionen... dazugehörige völkische Besonderheiten... Dazu Charaktere, Abenteuerideen, also eben alles, was in einem normalen Kampagnenset auch drin ist. Jetzt stellt sich noch die Frage, ob man das auf ein Rollenspielsystem bezogen tun möchte, oder allgemein gehalten lässt. Damit hätten wir dann auch alle unsere wichtigen Informationen beisammen, ohne sich das im Forum zusammensuchen zu müssen. Hier können als Abenteuervorschläge auch die Ideen aus der Abenteuerchallenge eingebaut werden.
Um das umzusetzen braucht es natürlich einen Plan, was auf wieviel Seiten rein soll und in welchem Rahmen der Ausführlichkeit. Vorausgesetzt der Tatsache, dass das hier auf Gegenliebe stößt, kann man sich ja mal zusammensetzen und darüber mal reden.

In die Kontinentalhandbücher, welche eigentlich für sich genommen jeweils nochmal kleine Kampagnensets sind, werden dann die anderen Kontinente, so sie ausreichend Content haben... höhö, Content für den Kontinent... gesetzt und beschrieben. Hier gibt es auch die Chance, die beiden bisherigen Kontinente aus dem Welthandbuch nochmal ausführlicher reinzusetzen. Ich würde hier zwischen 75 und 100 Seiten als realistisch ansehen, wenn das im PDF bleibt ist nach oben natürlich keine Grenze gesetzt.

Der Götteralmanach enthält eine ausführliche Beschreibung aller Götter mit allem, was es Wissenswertes über sie gibt. Zwischengöttliche Verpflechtungen werden hier ebenso vorkommen wie interessante Geschichten. Hier kann man sich auch nochmal zum Wesen der Götter auslassen, und ob und wenn ja wie es möglich ist ein Gott zu werden. Ich habe keine Ahnung, wieviele Seiten man hier wohl veranschlagen müsste.

Wie machen wir unsere Welt weiterhin bekannt?

Ich würde vielleicht eine Facebookseite erstellen, die sich mit unserer Welt beschäftigt. Dort stellen wir ab und an immer mal wieder was vor in einem kleinen Artikel, zum Beispiel eine Region, eine Gottheit oder auch ein kleines Untervolk. Auch wenn ich Facebook an sich nicht mag, ist das doch eine recht einfache Möglichkeit der Verbreitung. Ich würde dabei auch ganz ohne Erwartungen an die Sache rangehen. Null Follower, null Likes, außer vielleicht bei uns im Freundeskreis ein paar.

Eine weitere Möglichkeit wären Teaser auf Youtube. Kleine kurze Videos, mit denen man die Facebookartikel auch unterfüttern kann, oder eben auch Blogeinträge. Das Zauberwort, was es heutzutage sehr häufig gibt, sind Vlogs, also Videoblogs. So weit würde ich nicht gehen, aber man könnte ein paar visuelle Reize damit setzen. Die normalen Blogeinträge wären für ausführlichere Informationen zu gebrauchen.

In einem Brainstorming könnten wir uns auch Gedanken darüber machen, ob und wie wir die Homepage gestalten wollen. In Sachen Programmierung bin ich nicht die große Leuchte bisher, aber ich würde versuchen, mich da auch mit einzubringen. Gerade beim Thema Design sollten wir uns vorher nochmal Gedanken machen. Ich mag das bisherige Design, aber vielleicht kann man es nochmal überarbeiten, so in Sachen Farbwahl, Kontraste und Aufbau. Ich hab mir ein bisschen was zum Thema Webdesign angelesen, ich könnte ein bisschen Input geben dabei. Die Homepage hatte beim letzten Mal Probleme mit Inhalt denke ich. Durch mangelnde Motivation seitens der Mitstreiter ist auch unsere Hauptmotivationsquelle (ich denke auch ohne Namen zu nennen sollte hier klar sein, wer wo gemeint ist ;)) versiegt und das ganze ist irgendwann eingeschlafen. Darf dieses Mal anders laufen.

Nicht ganz so groß wie Youtube und Facebook, aber doch wachsend, ist die Plattform Twitch, wo man Videostreams zu allen möglichen Dingen anbieten kann. Von den meisten Anbietern wird diese für Videospielstreaming genutzt, aber auch für alles mögliche andere. Rollenspielrunden gehören hier zu den Top5 der Nutzungen in meiner gefühlten Wahrnehmung. Da können wir uns ranhängen und eine Runde streamen. Das wäre erst für spätere Zeiten etwas, wenn vielleicht sowas wie eine Fanbasis besteht (nicht zu hoch hängen die Formulierung, ich halte es nicht für unwahrscheinlich, aber wie gesagt, nicht zu viel erwarten), denn einen komplett unbekannten Stream wird sich auch niemand anschauen.

Und nicht zuletzt haben wir die Möglichkeit, durch Literatur zu Bekanntheit zu kommen. In der Theorie ganz einfach: Buch schreiben, Bekanntheit erlangen, Profit machen. Nein, natürlich kein Profit. Das will ich hier betonen, mir geht es nicht um Profit, überhaupt nicht, sondern darum, dass die in diese Welt gesteckte Arbeit ein bisschen Anerkennung und Bekanntheit erhält. Aber zur Literatur: Damit könnte man einen Verlag aufmerksam machen und vielleicht doch irgendwie in den Printbereich gelangen. Bei aller Bescheidenheit, wenn ich eine vernünftige Vorlage arbeiten kann, traue ich mir das auf jeden Fall zu, literarisch mit vielen Autoren in D mitzuhalten. Dementsprechend würde ich das in die Hand nehmen. Die Möglichkeiten haben wir ja.

So, nun noch zu einem Punkt, der möglicherweise nötig werden könnte. Wenn wir sowas machen, wäre es ganz cool, einige Bilder dabei zu haben. Und Bilder sind leider teuer, da wir in dem Fall nicht beliebige Bilder aus dem Internet nehmen könnten. Um Künstler zu engagieren und zu finanzieren bräuchten wir wohl Fremdmittel. Da wäre wohl eine Möglichkeit, dass man sich über Kickstarter versucht, etwas Geld zu er"arbeiten". Kommt eben auch drauf an, was man da alles mit anstellen will. Ich würde mindestens eine Weltkarte und jeweils eine Kontinentkarte einmal professionell erstellen lassen, und sei es über die Cartographers Guild.

Nun, am Ende dieser Ausführungen, kommt dann die eine Frage, die das ganze wieder obsolet machen würde: Was wollen wir eigentlich, und speziell - was wollt ihr? Wollt ihr mit dieser Welt vielleicht was erreichen? Soll dies eine Welt für uns bleiben, soll dies eine Welt in einem erweiterten Rahmen werden, und welchen Aufwand wollen wir da reinstecken? Gerade die letzte Frage war bisher ja immer eine ziemlich kritische, weil aus allen Richtungen ja und amen kam. Mittlerweile sind es mehr Verpflichtungen geworden bei allen von uns, aber wenn man sich regelmäßige Termine schafft, zu denen wir gemeinsam was schaffen, sehe ich großes Potential in unserer Schaffenskraft. Schreiben können wir alle, Themen erarbeiten ebenfalls, dafür haben wir uns im Studium ausreichend bewiesen. Also wie sieht es aus, durchziehen oder sein lassen?

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Re: Unsere Welt in der Nussschale?

Beitragvon Marnarn » So 18. Jun 2017, 12:45

Zuerst einmal sehr schön, dass du dir Gedanken machst. Ich möchte mit dem Beitrag zunächst nur anzeigen, dass ich es gelesen habe und wertschätze, dass du Gedanken in die Sache investiert. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt etwas dazu schreiben. :)
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Re: Unsere Welt in der Nussschale?

Beitragvon Marnarn » Mi 21. Jun 2017, 18:48

Ich bin bekanntermaßen ein Freund davon - gerade im Rollenspiel - zielgerichtet zu arbeiten. In der jüngeren Vergangenheit haben sich die wenigen Vorstöße meinerseits auch um dieses Thema gedreht. Meine zentralen Hoffnungen lagen darauf, dass der Welt und ihrer Genese geholfen sein könnte, wenn mit Deadlines gearbeitet wird, viele überflüssige Sachen abgeschnitten oder außen vor gelassen werden, selbst der Wille / die Stärke entwickelt wird, gescheiterte und eingeschlafene Projekte auch zu beenden und die Genese der Welt auch zum Teil enger mit den Enwe-Spielrunden verknüpft wird. Nicht zuletzt steht die Ideen der Seelenkugel dafür, alles miteinander zu verbinden, und so überall Anbindungen zu haben. Eben die Idee anhand des Spielens die Welt zu entwickeln durch alle Zeiten.

Insofern kann ich deinen Vorstoß nur unterstützen und finde es in Ordnung und richtig, so einen groben Schlachtplan vorzulegen. Bei so einem großen Projekt ist schließlich klar, dass es nur mit abertausenden von kleinen Schritten beendet werden kann; und das Zwischenziele gesetzt werden müssen, um überhaupt etwas vorzeigbares erreichen zu können.

Im weitesten Sinne - wenn ich mir das rausnehmen darf, das derartig zu bewerten - ist deine Zusammenstellung hier im weitesten Sinne eine Zusammenfassung jener Gedanken, die wir hier durch viele Beiträge und bei den Zusammenkünften zum Thema behandelt oder angedeutet haben. Und es ehrt dich ungemein, diese Ansätze nochmal gesammelt zu haben (wenn das die Absicht war) oder sie nochmal zu erdenken, wenn du aus der Hüfte oder nur aus dem eigenen Hirnschmalz gearbeitet hast.

Ich teile durchaus den Ansatz, vielleicht das Wissen mal zu bündeln und so zu formulieren, dass es in einen Weltenband kommen kann. Vor allem eine kondensierte Darstellung, was die Welt ist und was die Welt will, erscheint mir sehr erstrebenswert. Allerdings eher für uns. Ich möchte gerne erklären, wie ich zu dieser Erkenntnis komme.
Seit es Kickstarter gibt, wächst die Zahl jener, die sich ihre Träumereien erfüllen schnell. Inzwischen erscheinen jeden Tag etwa fünf neue Rollenspielprojekte, die um Zustimmung bitten und auf Finanzierung hoffen. Und Kickstarter und andere Crowdfundingunternehmungen sind wirklich eine tolle und lobenswerte Einrichtung, um diesen Leuten ihren Traum zu erfüllen. Dabei entstehen wirklich vorbildliche und wirklich tolle Projekte, die sich in Sachen Quality Management, Ideenreichtum und auch in Offenheit und Transparenz sehen lassen können,
Ich denke jedoch ernsthaft, dass dies nicht der Weg für uns ist. Wer das möchte, dem will ich sagen, dass es selbst bei allem Willen zumindest noch nichts für uns. Wer das nicht möchte, dem möchte ich beipflichten.

Es liegt nicht an unserer Idee. Es liegt nicht an unserer Arbeit. Es liegt nicht an der Qualität, die wir zu erzeugen wissen und noch erlernen und dadurch irgendwann erzeugen können. Ich glaube, dass der Markt derart saturiert ist in Hinblick auf erdachte Welten, dass diese Art der Darstellung verbraucht ist. Selbst wenn wir den besten Weltenband hätten, selbst wenn wir die besten Artisten hätten usw. usf., dann würden wir vielleicht eine schöne und geschätzte Welt erschaffen. Doch ohne Ideen, die wirklich herausstechen, würden wir dennoch in der Menge an guten, sehr guten, aber auch Aussschusswerken untergehen.

Ich muss insofern gestehen, dass ich an einer klassischen Aufarbeitung einer Welt (quasi ein FRCS nachbasteln) das Interesse weitestgehend verloren habe. Das hat nicht nur mit weniger Zeit und mehr Pflichten zu tun, die sicher immer da sind und nicht weniger werden. Es hat auch damit zu tun, dass viele meiner Ideen halllos verklangen und ich darüber, dass es nicht mal mehr gelesen wurde, die Motivation verlor. Es hat auch damit zu tun, dass die Arbeitsbereitschaft im Allgemein schwankend war. Viel mehr hat es aber mit der Kommunikation bezüglich der Arbeitsbereitschaft zu tun; das eben von dir angesprochene Ja und Amen, dem dann nichts folgte. Das sind sicher Lusttöter, und tragen dazu bei, dass ich die Lust daran verlor. Dazu kommen allerdings auch die oben erwähnten Auswüchse, dass viele sich diesen Traum erfüllt haben. Es sind so viele Welten, dass ich nicht einfach mit dem breiten Strom konkurrieren möchte. Nicht, dass ich mich vor Konkurrenz fürchte. Das nicht. Ich habe nur das Gefühl, dass diese Darstellungsform ausgelutscht ist. Sie entfacht nichts mehr in mir. Dass ich im Moment keine Runde auf der Enwe leite, hat sicher auch etwas dazu beigetragen, dass ich nicht mehr so viel drüber nachdenke. Ich werde darauf verzichten, noch mehr Gründe anzuführen. Es sind noch einige vorhanden.

Hab ich deswegen kein Interesse mehr am Projekt?

Selbstverständlich habe ich noch Interesse am Projekt. Ich sehe es nach wie vor als wichtige kreative und rezeptive Aufgabe und ich habe die Enwe mehrfach als unsere persönliche Müllkippe im positiven Sinne bezeichnet. Ich werde es nicht so schnell aufgeben, auch wenn ich zeitweise wenig daran arbeite. Ich lasse mich auch sicher anstecken, wenn von anderer Seite mehr Arbeit investiert wird. Und insofern habe ich auch nichts gegen ein zielgerichtetes Arbeiten.

Ich denke jedoch, dass eine klassische Darstellung der Welt für uns mit Weltband und dergleichen zum Zwecke der Veröffentlichung zum jetzigen Zeitpunkt nichts ist. Ich plädiere also dahingehend für ein Umdenken.
Wenn man eine Welt darstellt, wie will man sie darstellen? Wenn man zielgerichtet darstellen will, wie?

Wir sollten methodische Überlegungen machen. Deine digitalen Darstellungsideen sind natürlich methodische Ideen, insofern ist das erfüllt. Allerdings bin ich bekanntermaßen kein besonders großer Freund der Twitch-/Youtube-Runden. Uns geht die darstellerische Qualität ab. Uns geht die Lust ab, für die notwendige Technik zu sorgen. Uns geht ein Konzept ab. Und auch wahrscheinlich die wirkliche Lust, so viel Arbeit in so ein Projekt zu stecken, dass wir in Sachen Ton, Technik, Darstellung und Script auf der Höhe sind.

Um sonstige YT-Sachen, oder Facebook-Veröffentlichungen zu machen, oder Teaser zu setzen, fehlt noch eine ganze Menge. Zumal eine konzeptionelle Klarheit, was unsere Welt überhaupt will. Gibt es ein klares Konzept?
Ohne jenes glaube ich nicht, dass wir eine griffige Seite bauen können, weil selbst was handwerklich solides dann zwangsläufig generisch sein muss.

Literatur erscheint mir da im Moment geeigneter, um die Welt lebendig oder erlebbar zu machen. Und darin sehe ich die zentrale Rolle, die wir methodisch zu erledigen haben. Wie machen wir die Welt erlebbar? Gute Weltenbeschreibungen gibt es wie Sand am Meer inzwischen. Außergewöhnliche Ideen gibt es auch allenthalben. Solide Handwerkskunst gibt es auch zunehmend.

Ich meine doch, dass eine Rollenspielwelt dann erlebbar ist, wenn man sie bespielt. Dafür kann ein Weltenband reichen. Aber wie wird in der Regel gespielt? Man nimmt eine Welt, sucht sich ein paar Versatzstücke raus und macht damit seinen eigenen Kram. Das mindert den Wert einer Welt nicht, aber wie viele Gruppen nutzen die Welt wirklich und arbeiten sich in die Welt ein?
Das eröffnet die Frage, welche Form von Anerkennung wir wollen. Wollen wir die Anerkennung nach dem Motto: "Schön, dass ihr so fleißig ward und ein handwerklich gut gemachtes Setting gebaut habt. Sieht chic aus und liest sich auch okay. Ich zahle euch einen 10er dafür." - Auf die Form der Anerkennung kann ich persönlich scheißen.
Die Anerkennung, die ich erstrebe, ist nur gegeben, wenn sich jemand der Welt im Detail widmet und sie dann erweitert, kritisiert, darüber streitet, sie analysiert, ihre Gründe und Ideen evaluiert und sich dieser Sache mehr widmet, als einfach ein bisschen Kram zu übernehmen oder zu tun, als würde er auf der Welt eine Runde leiten. Am liebsten würde ich im positiven Sinne darüber streiten. Ideen und Austausch befruchten. Eine kulturelle Rolle spielen.
Ein Bespielen muss also dergestalt geregelt sein, dass die Welt erleb- und kennlernbar ist. Sodass nicht generische Abenteuer auf einer gut gemachten Welt stattfinden, sondern Abenteuer stattfinden, die Teil der Welt sind, sie fortentwickeln, die eingebettet sind und zu kritischen Gedanken anregen.

Ich kann persönlich nicht damit leben, einen Podcast zu machen oder ein Let's Play Enwe oder welches Konzept der Darstellung auch immer, welches darauf aufbaut, dass ich pseudowitzig sein muss oder irgendwie nerdig und cool wirken muss, um Zuschauer zu generieren. Deswegen fällt das für mich weg. Wäre ja auch eine Form von "Welt erleben", also an sich legitim. Aber das ist nicht meins. Ich habe keine Lust, mich für Zuschauer zum Affen zu machen. Nur eine völlig ernste Beschäftigung wäre wohl mit mir zu machen. Könnten wir sowas leisten? Haben wir die Lust und die Zeit dazu?

Wie kann man also eine Welt erlebbar machen? Auf jeden Fall muss es ein Spielkonzept geben (welches m.E. nach noch entwickelt werden muss, weil die Welt eher arhythmisch und durch tausend Tageskonzepte gewachsen ist - dafür sollten wir wirklich einen Workshop machen, um den Rahmen festzulegen. Wir haben nur einmal, ganz zu Beginn, konzipiert auf einem DIN A3-Zettel. Und dann noch in Teilen in der kurzlebigen Skypephase). Dann muss es von Forum bis Homepage bis Weltdarstellung bis in jede digitale Darstellung und Unternehmung ein schlüssiges Gesamtkonzept geben. Und es muss ausbrechen aus gängigen Konventionen. Jegliche Darstellung muss zudem dafür sorgen, dass der Konsument sich eingebunden und aufgefordert fühlt, einzutauchen in die Sache. Nachdenken, Weitersinnen. Alles muss in gewisser Weise (aber nicht in stumpfer) provozieren. Es darf nicht gefällig und bequem sein. Für mich ist es nicht notwendig, einfach nur aus Komplettierungsgründen ein Kampagnenbuch zu schreiben. Ich möchte wenn, dass es zugleich Kunst und Philosophie sowie Spiel ist. Meinethalben kann das Ganze noch ein halbes Jahrhundert dauern, bis wir fertig sind. Vielleicht gibt es dann schon keine Rollenspiele mehr. Who cares? :)

Also um deine letzte Frage zu beantworten: Durchziehen.

Allerdings muss da ein Konzept her. Wie arbeiten wir. Womit arbeiten wir. Methodische Pläne, Termine etc., wenn wir wirklich was anpacken wollen. Dann aber zu unseren Konditionen. Oder eben weiter in unserem Tempo und plätschernd, je nach Lust und Laune. Auch mit den Ärgernissen, dass die eigene Arbeit hier und da ignoriert wird. Mit dem ewigen Wiederreinkämpfen und den vielen Krämpfen. Dann ist es das, was wir wählen.

Aber für das Protokoll: ich glaube jeglichem Arbeitseifer erst, wenn er einige Zeit gehalten hat. ;)
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Re: Unsere Welt in der Nussschale?

Beitragvon Ikelos » Do 22. Jun 2017, 14:56

Auch ich muss erstmal stellvertretend schreiben, dass ich deinen Post gelesen habe. Danke für die ausführliche Antwort :) Für eine ebenfalls ausführliche Antwort fehlt mir heute leider die Zeit, die hole ich nach, aber ich will ganz kurz 2-3 Punkte skizzieren:

Methodische Überlegungen sind auf jeden Fall notwendig. Ich hab erstmal nur die Möglichkeiten aufgezählt, die mir durch den Kopf gingen. Dass wir davon nicht alles umsetzen können, ist mir klar. Ich war mir auch deiner Abneigung gegenüber Youtube und Twitch bewusst :D Mir ist auch bewusst, dass uns noch viele Sachen fehlen. Dass hier noch sehr viel Bedarf ist, weil wir viele offene Flecken haben, und an manchen Stellen auch einfach noch viel im eigentlichen Konzept fehlt. Mit dem Versuch der Wiederbelebung ist es aber auch gut, dass man sich darüber Gedanken macht und sich dessen bewusst wird, wo es denn überhaupt noch überall fehlt, und wieviel noch fehlt, um einen wesentlichen Zweck zu erfüllen: Dem Spielen auf der Welt, welche sich nach einer Enwe anfühlt.

Die Anerkennung, und das möchte ich nochmal betonen, geht bei mir auch keinesfalls um das Konto und den Füllstand dessen. Der größte Scheiß kann, wenn er gut vermarktet ist, sehr viel Profit machen. Das Ziel, welches ist persönlich vor Augen habe, ist die Schöpfung des Rahmens einer Welt, welcher an jedem Ort ein ähnliches Spielgefühl erzeugt, ohne sich dabei zu gleichen. Und zwar in dem Sinne, dass man auch fremde Personen ranlassen kann, welche sich Geschichten und Orte auf der Enwe ausdenken, und dabei ebenfalls dieses Gefühl erreichen können, dass diese Geschichte auf der Enwe stattfindet, und nicht in den Vergessenen Reichen. Kann man sowas erreichen? Du hast ja bereits einiges dazu geschrieben, es ist viel Arbeit, und du hast auch für dich schon angedeutet, was die Enwe sein soll. Anspruchsvoll, philosophische Hintergründe, provokativ. Sowohl von Darstellung als auch Inhalt her. Workshop, check ^^

Zu dem Arbeitseifer, ich kenn mich ja selbst, und weiß, dass mein Arbeitseifer oftmals einer Sinuskurve gleicht. Ein ständiges auf und ab. Und meist ist es eine abflachende, sich der X-Achse nähernde Kurve, die irgendwann komplett verschwindet. Man lernt sich im Laufe der Zeit ja doch kennen und weiß, was man so von sich zu erwarten hat. Ich verstehe deine Zweifel an der Sache, und die habe ich selbst auch. Aber solange ich diese Zweifel habe, die ich selbst überwinden will wie einen Schweinehund, sehe ich mich selbst ganz gut gewappnet.

Jetzt hab ich doch ausführlicher geantwortet, als ich dachte, ohne alles unterzubringen, was ich wollte :D "Durchziehen" gefällt mir auf jeden Fall, und das sollten wir auch tun. In dem Sinne, ran an die Arbeit!


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