Kurzszenarien-Herausforderung - Besprechung

"Die Klage über die Schärfe des Wettbewerbs ist in Wirklichkeit meist nur eine Klage über den Mangel an Einfällen." - Walther Rathenau
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Ikelos
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Re: Kurzszenarien-Herausforderung - Besprechung

Beitragvon Ikelos » Sa 4. Jan 2014, 21:59

Und zuletzt die noch ausbleibende und mit etwas Verspätung eingetroffene Besprechung des letzten Szenarios. Es ist ein Szenario, welches eher für den Beginn einer Kampagne geeignet sein könnte, da es keine großen mächtigen Gegner gibt, sondern nur das Einfangen eines Jungen, was jedoch in einem Gebiet wie Utriup schwer genug sein dürfte. Ich habe mich hier etwas schwer getan, weil ich selbst als Begriff darin vorkam, aber letztlich habe ich es gemeistert. Und wenn auch nicht gemeistert, so doch zumindest vollendet. Also, auf gehts zu meinen letzten Begriffen:

Der Imperator hat geschrieben:
  1. Don Quijote (vor allem die Absicht des Schreiberlings hinter dem Werk)
  2. Stampede
  3. Die Klippen von Iturup (Bild)
  4. Namus
  5. Monumental propaganda
  6. Klootstock
  7. Christian Delfs




1. Don Quijote (vor allem die Absicht des Schreiberlings hinter dem Werk)
Von Don Quijote kennt man in der heutigen Zeit besonders den Kampf gegen die Windmühlen. Bedingt durch das Bild, welches im Seminarraum der Philosophie hängt, war das auch mein erster Gedanke, doch das war bestimmt nicht die Absicht des Schreiberlings hinter dem Werk. Also kurz nachgeschaut und interpretiert und im Wikipedia-Artikel den Absatz gefunden, dass Ritterromane den Verstand vernebeln, indem immer unglaubwürdigere Geschichten darin erzählt werden. Ich glaube es ist zur Zeit der Renaissance erschienen, oder zumindest kurz davor, und fällt somit schon aus der Zeit raus, in der vermehrt Ritter durch Deutschland zogen. Der Don Quijote in meiner Geschichte ist gleichbedeutend mit dem letzten Begriff, der mir hier gegeben wurde, da ich mich mit eingebaut habe. Dazu später allerdings mehr, hier zu diesem Begriff bleibt noch zu sagen, dass das Motiv der Verneblung des Verstands Einzug in das Szenario findet und dieses maßgeblich prägt.

2. Stampede
Eine Stampede ist eine furchtsame Fluchtbewegung einer Tierherde oder einer größeren Menschenmenge. Ausgelöst werden kann es durch viele Dinge. In der Steinzeit wurde eine Stampede zur Jagd genutzt, indem man verängstigte Tiere in die Enge treibt und dort Blut vergießt. Ich musste an den König der Löwen denken, wo der König Mufasa in einer Stampede von Gnus oder Büffeln/Bisons zertrampelt wird, so genau hab ich das nicht mehr im Kopf. Die Stampede kommt im Szenario in der Form vor, als dass Christian Delfs darin versucht, eine Stampede auszulösen, um das große Klootstock-Springen zu unterbinden. Nur wo soll es ausgelöst werden? Vielleicht muss man auch vorher die Bauern daran hindern, die Tiere überhaupt in die Nähe der Klootstockstrecke zu lassen? Der SL hat hier relativ freie Hand, und die SC ebenfalls.

3. Die Klippen von Iturup (Bild)

Eine sehr malerische Landschaft, besonders das Zusammenspiel aus dem kalkigweißen Fels und den grünen Gräsern, welche mich dazu gebracht haben, dort Rinderherden grasen zu lassen. Außerdem gibt es dort die Klootstock-Rennstrecke, da das Gelände recht zerklüftet ist und man sich mit diesen Stöcken dort gut fortbewegen kann. Diese Art von Gelände habe ich dort verstärkt hingesetzt, um in der Vergangenheit den Einsatz von Klootstöcken im Kampf zu rechtfertigen. Angelehnt an die schleswig-holsteinische Marsch kam man schneller voran, wenn man damit die Gräben überwinden konnte.

4. Namus

Meine nächste Wissenslücke, was ist Namus? Namus ist eine Form der Familienehre, die auf der Unberührtheit der Tochter vor der Vermählung beruht. Nicht nur die Tochter verliert ihre Ehre, sondern auch die männlichen Mitglieder der Familie, da diese die Aufgabe haben, die Ehre der Mädchen der Familie zu verteidigen. Nur würde es Mädchen ja auch schwer fallen, ihre Ehre selbst zu verteidigen, wenn kein männliches Familienmitglied da ist, so wäre wohl der Umkehrschluss. In der Nähe der Klippen von Utriup (so ihr Name im Szenario) gibt es den Brauch, dass nach dem Klootstockrennen die jungen Männer sich ein Mädchen aussuchen können, mit dem sie den Rest des Abends bis zum Sonnenuntergang verbringen wollen. Nur bis zum Sonnenuntergang, damit die beiden in der Dunkelheit nicht auf blöde Gedanken kommen. Da es keine festen Verbindungen sind, gilt es als ehrlos, wenn das Mädchen hinterher nicht mehr unbefleckt ist. Wie bei dem wirklichen Namus muss hier also auch der Mann darauf aufpassen, dass dem Mädchen nichts passiert, nur dass er hier gleichzeitig auch auf sich selbst aufpassen muss, denn es droht die Befleckung von nicht nur einem Familiennamen, sondern gar derer zwei.

5. Monumental propaganda

Die monumentale Propaganda, welche durch Bauwerke darstellt wird, in diesem Fall Gedenksteine, befindet sich überall in der Region um Utriup herum. Es sind Steine, auf denen die Werte dargestellt sind, mit denen sich Kasimir der Widerspenstige gegen seine Nachbarn zur Wehr gesetzt hat, und an die er jederzeit erinnert, aufdass das Volk diesen nacheifert und der Region so zu Ruhm, Wohlstand und vor allem Eigenständigkeit verhilft. Neben den Ritterromanen sind es diese Steine und die darauf dargestellten Werte, die Christian Delfs zu seinen wagemutigen Taten „aufgewiegelt“, naja oder vielmehr inspiriert haben. Es sind durchaus ritterliche Tugenden, die hochgehalten werden, und die Kombination mit seiner Vorliebe für gute Geschichten führte schließlich dazu, dass das Szenario so zustande kam. Sie sind also sowohl wichtig für die Gegenwart als auch Erinnerungen an die Vergangenheit.

6. Klootstock
Der Klootstock erfährt in der Region um Utriup eine nicht hoch genug einzuschätzende Bedeutung. Zu Zeiten von Kasimir waren sie in dieser Region ein unvorstellbarer Vorteil im Gelände, um einen Krieg zu entscheiden, denn während andere Soldaten längere Zeit brauchten um einen Graben zu durchqueren, war es für die Utriuper eine Leichtigkeit, drüber hinwegzusegeln. Auf diese Weise konnte die Unabhängigkeit von Utriup gewahrt werden. Allgemein war der Klootstock in diesem Marschähnlichen Gebiet ein vielfach genutztes Fortbewegungsmittel, welches in der Zeit des Szenarios, welches im Grunde zu beinahe jeder Zeit angesiedelt werden kann, für einen Wettbewerb genutzt wird. Dieser Wettbewerb wurde bereits bei Namus erklärt, und manch ein Jüngling hat gar kein Interesse daran.

7. Christian Delfs
Die wohl größte Herausforderung für mich, die der ganze Wettbewerb zu bieten hatte, und ich denke ich bin mir selbst nicht gerecht geworden, doch dazu hätte es auch den Rahmen des Szenarios gesprengt, da ich einfach zu viel über mich weiß, um mich dort vernünftig einzubringen. So habe ich also zwei Aspekte von mir übernommen: Zum einen wäre das meine Vorliebe für gute Geschichten, welche szenariobedingt zur Vorliebe für Ritterromane wurde. Allerdings könnte man hier wohl auch jegliche andere Form von Fantasy nutzen, denn die Kirche sagt ja auch bei uns, dass Fantasy a ketzerisch ist und b den Geist verdummt. Zum anderen fließt in das Szenario der Mangel an Weiblichkeit (mit Ausnahmen) mit ein, welcher früher wohl auch Desinteresse an solchen Dingen war. Interpretationssache, wie auch immer, wichtig ist nur, dass der NPC kein Interesse daran empfindet, so etwas idiotisches wie Klootstocken zu vollziehen, nur um schließlich einen gezwungenen Abend mit einer jungen Frau zu verbringen, bei der er das Maul wahrscheinlich eh nicht aufbekommt ;) Er ist es auch, der den Brief schreibt und sich somit eine Herausforderung sucht.


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