Kurzszenarien-Herausforderung - Bewertung

"Die Klage über die Schärfe des Wettbewerbs ist in Wirklichkeit meist nur eine Klage über den Mangel an Einfällen." - Walther Rathenau
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Der Imperator
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Kurzszenarien-Herausforderung - Bewertung

Beitragvon Der Imperator » Mo 30. Dez 2013, 18:17

In diesem Thema sollen also die Szenarien bewertet werden. Ich zitiere zunächst den Bewertungsansatz aus der ursprünglichen Idee.

Der Imperator hat geschrieben:[...]
Die Punktwertung geht nicht oder nur zum kleinen Teil nach Qualität, sondern zuerst einmal nach Kontinuität. Ich würde sagen, dass jedes abgegebene Szenario fünf Punkte bringt. Für jeden Begriff, den man streichen muss (2 Begriffe darf man frei streichen), verliert man einen Punkt in der Bewertung. Es können jedoch Punkte hinzugewonnen werden. Wenn wir jeweils das Werk des anderen für besonders gut erachten, kann man einen zusätzlichen Punkt verteilen. Zudem darf am Ende noch jeder Spieler seinem besten Werk und dem besten "gegnerischen" Werk einen Zusatzpunkt verleihen, wenn er es für angebracht hält. In den Wochen, in denen kein Werk abgegeben wird, gibt es keine Punkte. Wenn man mit den Begriffen absolut nichts anfangen kann, ist es auch möglich, einen skizzenhaften Entwurf oder eine grobe Idee einzureichen, um zumindest einen Teil der Punkte zu erhalten. Als optionale Regel können wir sagen, dass für zwei Punkte Abzug auch ein Begriff durch einen anderen ersetzt werden darf. So verliert man ggf. zwei Punkte, aber findet vielleicht einen Begriff, der alles besser verbindet. :)
Bei einer wöchentlichen Erfüllung der Pflichtkreativität (schönes Wort) gibt es also für die 9 1/2 wöchige Challenge 50 Punkte, + 20 Punkte für Maximalausbeute + ggf. maximal 10 Punkte für herausragende Arbeit + 1 Punkt Selbstbelohnung + 1 Punkt Fremdbelohnung. Das ist ein sehr theoretischer Wert und wohl kaum zu erreichen, weil dies auch im Zweifelsfall durch Taktik und Bosheit des Gegenspielers (nicht nur das Nichtgeben von Qualitätspunkten, da wird unsere Fairness das schon verbieten, sondern vielmehr das subtilere Wählen fieser Begriffe oder Dinge :twisted:) beeinflussbar ist. Es wäre sicher ein kleines Weihnachtswunder, wenn wir am Ende dieser Zeit tatsächlich 20 Kurzabenteuer oder coole, kurze Plotaufhänger für unsere Welt haben. Aber man muss sich manchmal höhere Ziele stecken. Ich selbst denke, dass es ein gutes Ergebnis wäre, wenn wir je um die 41 (also 50% des Maximums) Punkte bekommen und um die 12-15 Kurzszenarien erschaffen.

Es ist nicht nötig sich abzumelden, wenn man für die eine Seite keine Zeit oder keine Lust findet, aber damit sowohl Niederlage als auch Sieg beiden Personen etwas bringen, kommt hier der große Preis:

Der Verlierer muss dem Sieger (oder der ganzen Spielgruppe) im Laufe des Januars oder des ersten Spielabends des Jahres 2014 ein deftiges, zünftiges Grünkohlessen kredenzen :!:


Warum bin ich der Meinung, dass vor allem nach diesen Gesichtspunkten bewertet werden muss?

Wir haben keinen neutralen Schiedsrichter und insofern ist es schwer, die Qualität des Gegners bewerten zu müssen. Sicher hat man dazu eine eigene Stellung und zu den Szenarien eine eigene Meinung: die ist auch in unserem Modus stark genug, dass das Verteilen oder Verhindern von Punkten den Sieger bestimmen könnte. Manches wird man lieber gut vergeben, um nicht zu sehr durch die Blume Kritik zu üben, oder man versucht einen Mittelweg zu finden, um zu gewinnen. Vielleicht bestimmen auch beide Spieler, dass sie dem nächsten nicht auf die Füße treten wollen und am besten gar nicht Qualitätspunkte verteilen. Das wäre möglich, um ein einträgliches Ergebnis zu bekommen, allerdings fände ich dieses Vorgehen zum einen feige und zum anderen nicht der Mühe gerecht, die wir in diese Szenarien gesteckt haben. Dann hätten wir die Worte wild aneinanderreihen können, um die Pflichtpunkte zu bekommen und wären mit mittelprächtigen Szenarien hier rausgegangen. Außerdem finde ich, dass wir eine ehrenwerte Verantwortung haben, dem Gegenüber echte Kritik zu äußern, um ihm auch zu helfen oder zumindest das wirkliche Meinungsbild repräsentiert zu haben. Wir haben also die Pflicht - so sehe ich es zumindest - sich ernsthaft und kritisch mit den anderen Werken zu beschäftigen. Und dies kann nur darüber gelingen, wenn man sich auch qualitativ mit den Szenarien beschäftigt und versucht der Verlockung, nur nach Geschmack zu urteilen (der ich sicher normal erlegen bin), zu widerstehen. Deswegen hat diese geringe qualitative Bewertung, meiner Meinung nach, ihre Daseinsberechtigung.

Wie wird bewertet?

Der Modus ist oben beschrieben. Es ist nicht verpflichtend, einen langen Text zu jedem Szenario zu schreiben und eine eingehende, alle Details umfassende Kritik. Ein kleiner Kommentar wäre aber wünschenswert. Ich schlage folgende Maske vor, die ich zum Kopieren in einen Codetag verpacke.

Code: Alles auswählen

[u][size=150]Bewertung - Szenarienname (Szenario Nr. X)[/size][/u]

[u]Punktevergabe[/u]

[i]Genutzte Begriffe:[/i] x/7

[i]Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität):[/i] x/1

[i]Zusatzpunkt (Bestes Szenario):[/i] x/1

[i]Kritikpunkte:[/i]
[list=1][*]
[*]
[*][/list]

[i]Kommentar:[/i]


Ich denke, dass es Sinn macht, die Kritikpunkte kurz und präzise aufzuschreiben. Das ist vor allem eine Selbstermahnung, die Kritik (positiv wie negativ) nicht in langen Texten zu verschwurbeln. Ausführlicher kann es im Kommentar beschrieben werden. Wenn man einen Zusatzpunkt für Idee oder Qualität gibt, kann es Sinn machen, zu erklären, was man besonders an dem Szenario schätzt. Der Zusatzpunkt bestes Szenario kann natürlich nur einmal vergeben werden. Dieser sollte aber auch erklärt werden, so möglich.

Wann wird bewertet?

Um eine möglichst ehrliche Bewertung auch methodisch sicherzustellen (menschlich gehe ich davon aus, dass wir ehrlich handeln), würde ich vorschlagen, dass wir über Skype oder irgendein Chatprogramm koordinieren, wann wir die Bewertungen fertig haben. Es kann Sinn machen, sie so zu formatieren, dass sie alle nachher in einen Beitrag kommen, es sei denn, wir wollen es spannend machen und Szenario für Szenario kurz hintereinanderposten. Mein Vorschlag wäre jedoch, alle Bewertungen untereinanderzusetzen und dann zu koordinieren, wann wir sie ins Forum setzen und sie dann eben möglich gleichzeitig reinzusetzen. So ist sichergestellt, dass alle Bewertungen ohne Bezug aufeinander gemacht wurden. Nach Abschluss der gegenseitigen Bewertung, darf jeder noch kurz schildern, was er für sein bestes Szenario hält, und warum und sich dementsprechend einen Punkt selbst geben.

Mein Vorschlag wäre, bis Ende dieser Woche die Bewertung zusammenzuhaben. Wenn du mehr Zeit brauchst, gebe bitte Bescheid.

Ansonsten will ich mir an dieser Stelle noch für den fairen und sehr produktiven Wettkampf bedanken, schreibe aber nach der Bewertung noch mehr dazu.
"Power tends to corrupt, and absolute power corrupts absolutely. Great men are almost always bad men, even when they exercise influence and not authority: still more when you superadd the tendency or the certainty of corruption by authority. There is no worse heresy than that the office sanctifies the holder of it." - Lord Acton

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Re: Kurzszenarien-Herausforderung - Bewertung

Beitragvon Der Imperator » So 5. Jan 2014, 23:50

Bewertung - Der verborgene Quell (Szenario Nr. 1)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 6/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 0/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 0/1

Kritikpunkte:
  1. Der Hauptbegriff deines Szenarios ist eigentlich nicht in seiner eigentlichen Bedeutung übernommen, so machst du aus einer Kaskade eine Quelle. Allerdings ist der Regeltext übernommen und das Element bleibt gleich. Sodass ich den Punkt dennoch gegeben habe.
  2. Ich bin darüber verwundert, dass ausgerechnet ein ABC-Schütze zum Spezialisten für die alte Sprache wird. Es lässt einen immerhin nicht daran zweifeln, warum Boba Itter Roderick Weißenfels so ausnehmen kann. ;-)
  3. Mich hätte der Hintergrund interessiert, warum es rechtens ist, dass Boba Itters Geldnahme in Ordnung geht, immerhin schreibst du auf der einen Seite, dass es vom Glauben her in Ordnung ist, er aber auf der anderen Seite das Sechsfache des bewilligten Budgets in Anspruch genommen hat. Wenn es nicht bewilligt ist, inwiefern ist es dann rechtens? Eine Antwort darauf wäre vielleicht noch interessant.
  4. Die Kaag auf die Küstenschiffer zu schieben, fand ich dann viel zu breit umgesetzt. Deswegen kann ich dir da den Punkt nicht geben.
  5. Die Nutzung von Tebartz von Eltz fand ich gut, ebenso, dass das Zitat assoziativ genutzt wurde und daraus ein interessanter Plotaufhänger gewonnen wurde.
  6. Folgende Zeile hat mich in der Gesamtkomposition verwundert: "Mit einem der Küstenschiffer hat er sich aufgemacht, um die besagte Insel zu finden, welche sich 2 Sonnenaufgänge östlich unserer Kirche zu Vrysgard befinden soll." Dabei sprichst du im Szenario ansonsten nicht zu den Alphestesjüngern und auch nicht aus der Sicht der Alphestesjünger. War das beabsichtigt oder verstehe ich den Sinn dahinter nicht?
  7. Die Umsetzung mit den Käfern finde ich ganz nett. Aber ein, zwei Worte mehr zu ihrer Art wären sicher gut gewesen. Zumal du diesen Platz auch noch hattest.

Kommentar:
Insgesamt fand ich das Szenario spannend, weil es einen guten Aufhänger hat und hier eine Mischung aus Entdeckungsabenteuer und religiöser Affäre greifbar wird und es insofern auch ein bisschen einen ungewöhnlichen, leicht mythischen Charakter christlicher Mission hat. Jedoch nicht in Hinsicht auf die Bekehrung von anderen Menschen, sondern eher im Sinne des Findens eines künftigen Wallfahrtsortes. Ich denke jedoch, dass es in der Verarbeitung ein kleines bisschen mehr Liebe im Detail hätte haben können. Das ergibt sich für mich dadurch, dass du ein paar Begriffe stark bis sehr stark abgewandelt hast (Kaskade, Abceteufel), aber die daraus sich ergebenden Änderung etwas im Nichts baumeln. Deswegen fand ich das Szenario nicht gut genug, um einen Zusatzpunkt für die Qualität zu vergeben. Hättest du die Gedanken, die du in der Besprechung fortgeführt hast, noch im Szenario gehabt, hätte ich ihn wohl gegeben. Für das erste geschriebene Szenario ist es aber gut.

Bewertung - Gänsegeier an der Silberader (Szenario Nr. 2)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 1/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 0/1

Kritikpunkte:
  1. Man weiß letztendlich nicht mit Sicherheit, wofür die Söldner kämpfen. Der Fluss heißt Silberader, das lässt eine Silberader vom Berge aus vermuten. Dann sprichst du von einem einzigen Schatz, dann aber wiederrum von Gold und Edelsteinen. Das wird wahrscheinlich den Erlös der Silbererzgewinne meinen, aber das hätte etwas deutlicher sein dürfen. Ich bin auch nicht ganz sicher, weil du dann bei Skype wieder von Gold sprachst. :)
  2. Wieso kommt es erst dann zur Erhebung der Dörfer, nachdem ihr ganzes Weideland untergraben ist? Die Söldner werden das nicht umgehend gemacht haben und die Schuld wahrscheinlich auf mehr als auf des Büttels Schultern liegen. Diese Frage zu klären, hätte ich, so glaube ich, noch etwas Salz in die Sache gebracht, gerade weil du postulierst, dass die Dorfbewohner (aus welchem Grund auch immer) kein Interesse an dem Reichtum haben oder gar (nach Skype) gar keine Ahnung davon. Warum ist dem so und wie konnte es keinem Auffallen?
  3. Ich finde die Idee des unterhöhlten Bodens gut und sie hat ein schönes, phantastisches Element und stellt natürlich auch die Frage, ob sich dort bereits etwas angesiedelt hat. Insofern ist das für einige Twists sehr gut zu gebrauchen.
  4. Ich muss deine Besprechung in Punkt 2 ein Stück weit ergänzen. Und zwar liegt darin eine kleine Besonderheit, schließlich nutzt du dieses Zitat ausgerechnet an einem Friedenstag zu Ehren eines Kriegsgottes. Das ist sicher ungewöhnlich. Insofern ist es eine wörtliche Nutzung, die durchaus die Bedeutung dieses Satzes in das Gegenteil verkehrt. Das bliebe selbst so, wenn jemand anderes es dazu sähe, die Initiative zu ergreifen, schließlich könnte dies ein Affront gegen Shuar sein oder rein gegen seine Kirche, welche dem Irrglauben unterliegen könnte, dass es in Shuars idealen Welt sowas wie einen Friedenstag gibt. Insofern fand ich den Punkt ganz besonders gut.
  5. Du hast mit diesem Beitrag das Bild der Provinz geändert. Immerhin haben wir jetzt darin Berge. Das ist in Hinblick auf ein schleswig-holsteinisches Vergleichsobjekt eine mutige Entscheidung, immerhin sind unsere Berge keine Berge, sondern Endmoränen und diese sind keine übertriebenen Ressourcenfelder (außer man steht auf Flintknollen). Ich finde die Neuerung aber durchaus interessant.
  6. Ich muss zugeben, dass ich den Titel des Szenarios recht nichtssagend finde und er dementsprechend nicht sehr einladend wirkt. Das liegt vor allem an den Gänsegeiern. In deren Zusammenhang hätte ich mir - im Idealfall - noch gewünscht, dass die Gänsegeier nicht einfach nur den Namen übernehmen, sondern vielleicht eine Analogie zu ihrem Zugverhalten oder anderen typischen Attributen dieses Tieres bestünde. Im Sinne der Aufgabe ist das Nutzen aber zweifelsohne erfüllt.
  7. Wäre deiner Anmerkung zur Bezahlung der Söldner ins Szenario mit eingeflossen, wären es noch stärker gewesen, weil die Motivation der Söldner spezifischer dargelegt worden wäre. Du sagst zwar, dass man dem Rabischmeister das Geld nehmen könnte, um ihn zu schwächen. Wäre es nicht spannender gewesen, wenn der Rabischmeister sich verkalkuliert hätte und den Sieg gegen die Bauern braucht, um seine Söldner zu bezahlen?

Kommentar:
Trotz der Kritikpunkten und des unbeeindruckenden Titels war ich von dem Szenario und von der Idee des Szenarios angetan. Es sind alle Begriffe darin vorgekommen und auch wenn sie (wie die Fliegenmadenkrankheit) recht direkt genutzt sind, versehen sie dennoch das Szenario mit einer gewissen Tiefe und Dringlichkeit. Das finde ich insofern gelungen und mir hat die Moria-Idee ganz gut gefallen, auch wenn mir nicht ganz begreiflich wurde, wie die Söldner es ungesehen unterhöhlen konnten. Genau deswegen fand ich es ungewöhnlich, dass du die Gefahr des Einsturzes eher aus der Sicht der Dorfbewohner problematisierst und nicht aus der Sicht der Söldner. Ich denke in einem Komplex, in dem die Söldner den Sieg brauchen, um bezahlt zu werden, aber auch eben die zahlenmäßige Übermacht brauchen, um nicht weiter zurückgedrängt zu werden, hätte das Setting für beide Seiten geöffnet und die Gefahr noch greifbarer gemacht, es sei denn, man will die Dorfbewohner durch die SCs warnen lassen. Gleichzeitig ließe sich noch fragen, warum die Bauern die Söldner so lange geduldet haben und warum sie nie nach den Grund gefragt haben. Sie wirken allgemein etwas unbeholfen. Diese Punkte sollen anzeigen, was mir gefehlt hat, um dieses Szenario zum Besten zu küren. Es hat mir dennoch von der Idee gut genug gefallen, um einen Zusatzpunkt zu verteilen.
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Bewertung - Lüdkes Wa(h)l der Schuld (Szenario Nr. 3)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 0/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 0/1

Kritikpunkte:
  1. Obwohl der Wal mit einer sehr interessanten Idee eingebaut ist, fand ich es ein wenig schade, dass er in Bezug auf seiner eigenen Art unerwähnt bleibt, also das Szenario selbst - wenn auch die Besprechung es dann festlegt - nicht sagt, was für eine Art Wal dieses Konstrukt ist.
  2. Die Idee mit Bruno Lüdke und Kommissar Franz finde ich gut umgesetzt, hätte mich aber über andere Namen gefreut oder mit Namensspielereien um den Namen, das ist aber reine Geschmackssache. Du hast es im Szenario gut erkennbar gemacht, dass es eine besondere Beziehung zwischen Lüdke und Franz gibt. Ich finde, es würde noch niederträchtiger wirken, wenn die geistige Behinderung Lüdkes deutlicher würde. Durch die Zeitung wirkt es so, als wäre es ein Teil der Franzoffensive für seine Karriere.
  3. Mein größtes Problem mit diesem Szenario war jedoch, dass deine Arbeitsschritte zu unterschiedlichen Ergebnissen geführt haben. Das will kurz illustrieren:
  4. Gewöhnungsbedürftig ist für mich, also ganz subjektiv gesehen, dass deine Besprechung und dein Fertigwerk sich durch die späteren Änderungen (du hast die Besprechung vor dem Szenario geschrieben) einigermaßen voneinander unterscheiden. So widmest du dem Atzmann sehr viel Aufmerksamkeit in deiner Besprechung und stellst seine herausragende Rolle dar, und hast dann in dem Zusammenhang ja auch noch den Schamanen am Wickel. Im Szenario selbst taucht der Atzmann selbst jedoch eher zusammenhangslos auf oder zumindest nur als mögliche Hinweislinie und der Schamane ist eben wegrationalisiert durch den Priester (auch wenn ich die Nutzung des Priesters gut finde). Auch das der Atzmann so nur am Rande genutzt wird, ist nicht schlimm. Es ist eben nur, dass sich beide Arbeitsschritte eben stark zu unterscheiden scheinen, weil auch du im Text einiges noch abänderst und einige Gedanken dann unterschiedlich stark einfließen lässt, wahrscheinlich je nach Flow und Kompositionsmöglichkeit.
  5. Dasselbe gilt z.B. auch für deine Lavaaxt. Ich habe ja zuerst die Besprechung gelesen und habe deine Verweise auf Dante ja wahrgenommen und fand die Spiegelung durch die Lavaaxt sehr spannend. Im Szenario findet sie jedoch gar keinen Platz. Dort verkommt die Lavaaxt (leider, wie ich finde) zu einem Büchsenöffner, aber ist in keiner Form ein Miniaturaufbau der Reise der Seele zu Gott (oder Vigilia), obwohl du ja gerade mit der Nutzung eines Vigiliaklerikers oder -Priesters, eine sehr, sehr gute Vorraussetzung dafür schaffst.
  6. Eine letzte Kleinigkeit ist, dass du neue Stadträte in die Stadt setzt, obwohl es eine Liste gibt. Das ist aber nicht weiter wild.
  7. Die restlichen Begriffe fand ich gut genutzt, zumal sie für die Runde auch eine Bedeutung bekommen, so ungewöhnlich sie auch waren. Lediglich das Zitat wäre noch stärker gewesen - für mich - wäre mir klarer gewesen, dass Bruno wirklich geistig beschränkt ist.

Kommentar:
Deswegen finde ich insgesamt, dass dein Szenario für sich selbst gesehen, eine gute Ausgangsposition ist, aber letztendlich finde ich das, was in der Besprechung angedacht war besser. Nur sind beide Dinge in größeren Teilen voneinander abgekoppelt. Die Begrifflichkeiten sind dabei das verbindende Element. Ich denke, dass du da einiges Potenzial verschenkt hast. Besonders schade finde ich das, das du einerseits dein Szenario in der Tradition von Dante gesehen hast, aber andererseits quasi zwei Szenario erschaffen hast. Hättest du deine Besprechung zum Szenario machen können, was sicher nicht einfach und ambitioniert gewesen wäre, hättest du ein herausragendes Szenario geschaffen. So hast du aber nach den Vorüberlegungen (die Besprechung kam ja zuerst) ein anderes Szenario geschrieben, was für sich spannend ist und vor allem durch seinen ungewöhnlichen Rachegeist auf mich eine gewisse Faszination ausübt, jedoch leider einen Teil der Begriffe dann -übertrieben gesagt - leblos integriert (Lavaaxt und Atzmann). Da wir leider die Szenarien und nicht die Besprechungen bewerten, kann ich deswegen leider keine Zusatzpunkte verteilen.
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Bewertung - Ein Reiher auf Abwegen (Szenario Nr. 4)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 0/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 0/1

Kritikpunkte:
  1. Das Szenario erscheint so als wäre es on the fly entstanden, wenn man nur die Formalia nähme. Es sind sehr viele unterschiedliche Namensgebungen dort. Bettler's Zuflucht wird auf einmal zu Beggar's Haven, Guido von Arezzo wird zu Guide von Arezzo etc. Ein kleines bisschen Sorgfalt - wobei ich mich auch nicht von solchen Sachen freisprechen kann - hätte das Ergebnis aufpoliert.
  2. Ich finde es schade, dass du Guido von Arezzo so direkt übernimmst und ihn nicht in ein neues Kleid steckst. So ist immerhin der Begriff schnell klar und ebenso seine Guidonische Hand. Die Idee mit dem Erkennungszeichen finde ich hingegen klasse.
  3. Ich fand den Begriff der Stadt für Bettler's Zuflucht problematisch, weil die Stadt ein Rechtsbegriff ist im Mittelalter und man dafür eben ein Stadtrecht braucht. Das hätte ich selbst vielleicht abgeändert, ist aber nichts schwerwiegendes.
  4. Das Szenario stellt sich insofern auch interessant da, da wir in Deutschland dank der CSU gerade selbst die Diskussion und das Schüren von Angst vor Arbeitsmigration haben. In deinem Sinne empfinde ich aber etwas im Text als kleinen Widerspruch, denn zum einen schreibst du, dass die hartnäckigen Migranten keine Ausbildung haben und sich dementsprechend von der Spielkunst ernähren oder eben wie die Sinti und Roma auftreten (aber dann scheinbar doch in die Städte selbst ziehen und nicht in eigenen, kleinen Lagern leben), auf der anderen Seite betonst du aber den daraus entstehenden Arbeitsplatzmangel. Beides schließt sich nicht unbedingt heraus, aber vielleicht wäre ein Satz hilfreich gewesen, um diesen geringen Sinnkonflikt auszumerzen.
  5. Ich finde die Nutzung der Diebesbanden sehr gut, da es auch ein gutes Erkennungszeichen schwacher, wirtschaftlicher Verhältnisse in einem wirtschaftlich-geprägten Umfeld ist: Beschaffungskriminalität. Und damit ist die Straße als Bühne politischen Protestes (oder überlebenstechnischer Notwendigkeit) gut getroffen.
  6. Den Import des Handballs finde ich gut. Vielleicht kann man davon ausgehend zwei Regelwerke erschaffen, für die nordische Muttervariante und ein Abriss über die wichtigsten Regeln über den Handball in Bettlers Zuflucht.
  7. Ansonsten sind alle Begriffe drin.

Kommentar:
Ich schreibe es nicht als Kritikpunkt, sondern nur als Kommentar, weil es Geschmackssache ist. Mich selbst würden ein paar Reiher kaum als Aufhänger reizen. Weil ich mich auch fragen würde, wie man anhand von gestohlenen Reiher Hass auf Bettlers Zuflucht schüren wollte. Man würde sicherlich einen Aufhänger finden, mir selbst fiele er schwer.
Es ändert nichts daran, dass ich das Szenario an sich sehr witzig finde und es bietet einige Ideen. Die Idee mit den Erkennungszeichen finde ich sehr schön und auch die Wendung zum Diebischen. Allerdings finde ich manche Dinge zu platt übernommen und die Verarbeitung nicht immer überzeugend. Zuletzt finde ich die Aufhänger zu unspektakulär für die sonstige Problematik, die sich im Szenario anbahnt. Deswegen verteile ich keinen Zusatzpunkt.
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Bewertung - Der Ewige Köhler (Szenario Nr. 5)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 1/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 0/1

Kritikpunkte:
  1. Dass die Piercings untergehen und nur zu einem Erkennungsmerkmal werden, welches letztendlich im Sinne des Szenarios weitestgehend unbedeutend ist, ist etwas schade. Wenn man den Köhler nicht kennt, und diese Info nicht krampfhaft über einen NSC einbaut - vielleicht der Schäfer - dann ist die Infos so unnütz, weil man es - wenn man den Brief hätte - sowieso wüsste. Das heißt, es reicht in der Regel nur zum einfachen Erkennungsmal, wobei wir nicht einmal wissen, was für Piercings er hat. Sind es nur Ohrringe, Penisringe oder leicht erkennbare und außergewöhnliche Piercings?
  2. Die Staatsschulden sind sehr simplifiziert, aber das ist im Zuge des Szenarios passend. Gut finde ich vor allem, dass er eine doppelte Verantwortlichkeit sieht, nämlich Dankwart als Federführer und die Bewohner der Provinz, an denen er die Schulden von Provinzseite aus tilgt.
  3. Die Faröische Küche finde ich an sich nicht wirklich repräsentiert, aber es kommt immerhin eine stellvertretende Spezialität aus dem kulinarischen Kulturkreis vor, nämlich Schafsfleisch. Dementsprechend sehe ich dies als genutzten Begriff ein.
  4. Die Stärke dieses Szenarios ergibt sich aus seiner Briefform, weil dadurch eine gewisse Dringlichkeit suggeriert wird und selbst einen, der nicht Dankwart zugehörig ist, aber ein Teil der Provinz sieht, sich als ideellen Nachfolger oder Büßer einrechnen könnte. Und es ist durchaus denkbar, dass der Köhler ihn umbringt.
  5. Alle anderen Begriffe sind sehr gut abgedeckt, hervorheben möchte ich jedoch die Selfies. Obgleich man sich fragen kann, wie jeder selbst ein gutes Bild von sich zeichne, ist dies die herausragende Idee des Settings. Es generiert einen gewissen Horrorfaktor, aus dem man vielleicht einen ganzen Aberglauben machen könnte. "Male niemals Selbstporträts, sonst kommt der Köhler!". Die Idee finde ich sehr gut, wie sie ist. Man kann sich gut reinversetzen in die Gefahr und es ist eher eine ungewöhnliche Idee, die mir zumindest noch nicht vorher unterkam.

Kommentar:
Abgesehen davon, dass die Piercings sanfter eingebaut hätten werden können und wieder einmal durch Rechtschreibung der Name des Köhlers nicht klar ist (heißt er nun Köhler oder Kohler mit Nachnamen?), finde ich dieses Szenario sehr gut und habe dementsprechend einen Zusatzpunkt verteilt. Von den ersten fünf Szenarien war es für mich definitiv das beste Szenario und es packt einen sehr schnell und bietet durch die Briefform einen guten und direkten Aufhänger. Durch seine Thematik bedient es durchaus mehrere Szenarien und kann auch in meinem bevorzugten Umfeld aus Politik und Intrigen eine Rolle spielen.
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Bewertung - Der große Goldrausch (Szenario Nr. 6)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 1/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 0/1

Kritikpunkte:
  1. Es könnte erwartet werden, dass du einen ausgewachsenen Zuchtkomplex hast oder selbst gerne Dinge züchten würdest. Dieses Szenario ist das dritte Szenario unter den ersten sechs, in denen ein Züchter eine entscheidende Rolle spielt. Obwohl es an sich in das Setting passt, fand ich die Nutzung deswegen nicht überzeugend. Im ersten Szenario hast du einen Käferzüchter, im vierten Szenario einen Reiherzüchter und nun hast du einen Ponyzüchter. Und in allen drei Szenarien hat der Züchter die Rolle des Antagonisten inne, und wenn man es erweitern wollte, geht es dabei dann immer auch um Konkurrenz und Gold. Der Käferzüchter greift das Gold der Alphesteskirche ab, der Reiherzüchter will die Konkurrenz in Bettlers Zuflucht beseitigen und der Konikzüchter ist selbstverständlich auch vor allem wirtschaftlich aktiv. Wieso das schlechte Züchterbild? Mein Kritikpunkt ist also, dass du mir dieses Mittel zu häufig genutzt hast innerhalb dieser Challenge.
  2. Die Geschichte mit dem Magnetit kann im Szenario etwas verwirrend sein. Also das Szenario legt nahe, denke ich, dass die letzte Heckenmünze eher Leeuwardens eigene Heckenmünze war, da er ja auch "The Last Man Standing" scheint und dann im Zuge seines Verlustes konvertiert. Insofern verwirrend, weil du in der Besprechung sagst, dass der Magnetit übergeben wurde. Über die Konvertierung selbst hatte wir im Vorfeld gesprochen, sodass ich es nicht weiter ausführe. Die Änderung zu Ahava fand ich sehr sinnvoll. Ich denke aber, aus dem Szenario selbst macht es mehr Sinn oder ist zumindest überzeugender, wenn Leeuwarden auch der Sieger seines eigenen Wettbewerbs war.
  3. Ich finde, du hättest im Szenario ruhig von Polarlichtern sprechen können, auch wenn es im Norden von Thairdur liegt. Himmelslichter lassen viele Deutungen zu, auch wenn du nach der Besprechung spezifisch Polarlichter meinst. Die mehreren Deutungen wäre auch in Ordnung, wie Mondlicht bei Vollmond oder sonstigen außergewöhnlichen Himmelslichtern. Ich denke, es ist gut gelöst, hättest das Kind dann aber auch beim Namen nennen können.
  4. Abgesehen von diesen Punkten, sind die anderen Begriffe sehr schön umgesetzt. Der Magnetit hätte vielleicht noch etwas verlockender sein können.
  5. Die Stärke liegt in diesem schönen Wettkampf und der metaphorischen Umsetzung des alten Textes, um der Welten Lohn. Es ist ein schönes Statement gegen Gier und wird gut rübergebracht und lässt gleichzeitig die Tür für gierige Spielercharaktere offen. Und da ein Rennen eröffnet wurde, vielleicht steht auch dort dann einer am Ende alleine dar, doch diesmal nach einem wirklichen Last Man Standing.

Kommentar:
Alle Begriffe abgedeckt, eine spannende Diebesgeschichte (auch wenn nach meinem Geschmack nicht jeder der König aller Diebe, der Größte aller Reiher und der Härteste der Harten sein muss) daraus gestrickt und vor allem eine Rundumverbesserung zu vielen vorherigen Szenarien. Ich habe vorher das Gefühl gehabt, dass du drei, vier Begriffe hattest, auf die du dich einlassen mochtest, und die anderen dann einfach nur mitgenommen hast, weil du sie als obligatorisch verstanden hast. In diesem Szenario finde ich das gut gelöst. Nur der Magnetit ist wahrscheinlich aufgrund der Länge etwas kürzer gekommen. In der Hinsicht ist es dein rundestes Szenario bis hierhin, weshalb einen Zusatzpunkt verteile.
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Bewertung - Möwenschiss (Szenario Nr. 7)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 0/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 0/1

Kritikpunkte:
  1. Che Guevara ist in diesem Szenario am ehesten durch seinen Namen zu erkennen. Aber in seinem Sinne ist eher vielmehr ein Spartache, also Spartacus mit dem Anstrich seines Namens, denn ansonsten lässt sich nichts weiter entdecken, welches vergleichbar wäre. In dem Sinne ist dein Che nämlich auch kein Revolutionär im eigentlichen Sinne, sondern ein Befreier. Es reicht zweifelsohne, um mit dem Namen die Verwendung und den Punkt dafür zu rechtfertigen, allerdings hätte ich mir zumindest die eine oder andere Parallele mehr gewünscht.
  2. Ich finde, dass dein kleines Reich, welches untergeht, nicht unbedingt ein Reich, dass untergeht, ist. Es ist eher ein symbolisches Reich, und letztendlich reisen alle weg, aber geht es unter? Hat es überhaupt existiert? Ich hätte mir ein wirkliches Reich irgendeiner Art gewünscht. Aber dafür muss man sagen, dass das Lewwer duad üs Slaaw dafür sehr gut passt, und Spartache es gut auf die ganzen gestorbenen Sklaven übertragen hat.
  3. Mir fehlt der Anreiz, einen Leuchtturm, der irgendwo in das Nichts des ewigen Meeres gesetzt scheint, zu suchen, selbst wenn dort Schätze lauern sollen. Sicher wird es jene Abenteurer geben, die es dennoch wagen, aber irgendein Hinweis auf die die Lage wäre schön gewesen. Eine Chance, es herauszufinden, gibt es ja durchaus, schließlich wird das direkt angesprochen und woher will der Erzähler wissen, dass das Boot da noch liegt? Es sei denn, er ist Käpt'n Blaubär und erzählt Seemannsgarn.
  4. Eine zeitliche Einordnung, und sei sie noch so grob, wäre ganz spannend gewesen. Vor allem hinsichtlich der Frage, ob die unterirdische Städte gegebenenfalls schon vergangen sind, oder die Ventilationsschächte so zugewachsen sind, dass man dort gar nicht leben kann? Ist der Leuchtturm zusammengestürzt? Was existiert noch?
  5. Der Klachtschaden ist nett genutzt, wäre mit mehr Emphase bei der Beschreibung des Unterganges Illidaes noch wirkungsvoller gewesen.
  6. Wer hat die Überlebenden gefunden? Und vorher wussten sie, dass Serna überlebt hat, woher wussten sie, dass er den Sklavenaufstand geleitet hat? Ein Verbündeter würde das Ende von Sernas Möwenschiss plausibler werden, oder ihr Verrecken auf der Insel, was dann aber sicher seine Legende behindern würde. Oder gibt es Orte an der Küste, wovon man den Leuchtturm mit einem Fernglas sehen kann?
  7. Das ändert nichts daran, dass ich das Grundkonzept gelungen finde. Es gehen Reiche unter, und es trifft Elben. Eine gute Kombination. Mein Highlight ist jedoch die Umsetzung des Möwenschisses und der entsprechenden Verbindungen. Ich finde das sehr schön aufgenommen und mag das als Mensch sowieso, wenn der Alkohol eine kulturelle Geschichte zu erzählen vermag.

Kommentar:
Du hast eigentlich alle Dinge so gewählt, dass sie eine sehr gute Geschichte ausmachen könnten. Für meine Lesart ist es aber vor allem eine nette Geschichte für Ingame, um den Untergang der Elben zu schildern und vielleicht sich anderweitig mit den Elbenruinen zu beschäftigen. Oder es ist eine nette Geschichte, um sich in einem Zustand der Dienerschaft oder des Sklavendaseins moralisch über Wasser zu halten. Der Anreiz selbst ist aber weniger gegeben durch das Szenario selbst. Vielleicht hätte es dazu gereicht, wenn man erst den Untergang von Möwenschiss gesetzt hätte und darüber auf die Elben und ihre Reichtümer gekommen wäre. Das wäre dann eine Steigerung gewesen und hätte mehr von den Schätzen, von der hohen Kultur, von den Wundern der alten elbischen Zivilisation in den Fokus gerückt. So scheint es jedoch, als sei der cultural impact wichtiger gewesen, den de la Serna geliefert hatte.
Und deswegen ziehe ich Punkte in der B-Note ab, sodass ich keinen Sonderpunkt verteile, obwohl die Geschichte allemal das Potenzial dazu hat mit geringen Änderungen, die den Reiz des Entdeckens erhöhen.
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Bewertung - Ein eisiger Sturm (Szenario Nr. 8)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 1/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 0/1

Kritikpunkte:
  1. Das erste, was ins Auge fällt, liegt im Zusammenhang mit dem siebenten Szenario. So wie du eine tiefer zu ergründende Beziehung zu Züchtern hast, liegst du wahrscheinlich auch mit dem Begriff des Reiches irgendwie in einem Deutungsclinch. Das finde ich durchaus interessant. Sicherlich lässt sich Reich so lesen, wie du es in diesem Fall tust. Von daher ist es punktemäßig absolut in Ordnung. Mich würde beizeiten trotzdem nochmal interessieren, warum du mit der klassischen Deutung von Reich so gerne brichst. Das könnte im Rahmen des Baues der Welt eine sehr interessante Antwort werden.
  2. Die Umsetzung der Reihenfolge der "Reiche" innerhalb der Stadt finde ich gelungen. Es gefällt mir gut, dass auch der Kanon der Welt Einzug in das Szenario hält damit. Nicht nur vom Nutzen sehr vieler, unterschiedlicher Religionszugehörigkeiten (etwas, was du durch die Challenge durchgezogen hast), sondern eben auch das Eingehen auf die Magiescherbe finde ich sehr gut.
  3. Die Lady Snowblood lässt sich wohl am ehesten mit der Rolle der Braut in der entlehnten Variante Quentin Tarantinos finden, weshalb von Lady Snowblood nicht allzu viel zu finden ist. Dass das Szenario dann aber wiederum in einem starken Schneegestöber stattfindet und sicher einiges an Blut fließen wird mit dem Verweis auf Tarantino ist mir jedoch genug, um den Punkt voll zu gewähren.
  4. Schade finde ich die Undeutlichkeit um die Schneekatastrophe. Du hast daraus einen starken Schneesturm werden lassen, der sicherlich eine Katastrophe nachziehen wird und auch eine Schneekatastrophe nach sich ziehen kann, aber ich denke, wäre es wirkungsvoller gewesen, müsste man nicht den Sturm an sich beenden, bevor er voller Stärke erreicht, sondern weit nachdem er längst begonnen hat und man bereits mit dem Schrecken der Schneekatastrophe kämpft. Es würde List, Intrige, Schatten, Eis und Survival dann noch mehr verbinden.
  5. Sehr schön umgesetzt finde ich die Idee um den gefrorenen Frosch, aber mein Highlight in diesem Szenario ist eigentlich die unterschwellige Frauenbewegung, und dass ein Mann sie scheinbar reflexartig mit Raiva gleichsetzt. Das ist durchaus eine witzige Erkenntnis.
  6. Den Hate-Weaver finde ich gut gewählt. Interessant wäre nur vom Gedankengang, um der wirre Mann damals nicht nur ein Prophet, sondern auch selbst dadurch eine hart Hate-Weaver ist. Das kann das Szenario schwer beantworten, ich wollte nur den Gedanken einwerfen.
  7. Dass in der Besprechung die päpstliche Unfehlbarkeit zu weit gesehen wird, habe ich dir per Chat bereits berichtet, jedoch macht dies für das Szenario keinen Unterschied, da die Leute dort es ja allgemeingültig halten können.

Kommentar:
Ich war bei diesem Szenario hin und hergerissen, ob ich den Zusatzpunkt vergebe. Dagegen gesprochen haben für mich, dass du dir bei für dein Szenario sehr zentralen Begriffen die Begriffe sehr stark von ihrer Bedeutung und Verknüpfung zurechtgebogen hast oder nicht weiter darauf eingehen wolltest. Das gilt für Lady Snowblood, wo du dich gegen Lady Snowblood entschieden hast, sondern eben für eine andere Interpretation davon, obwohl du auch die Braut nur sehr grob übernimmst; das gilt aber auch für die Schneekatastrophe und für die Reiche . Dafür sprachen aber das spannende Setting, welches einen gleich einlädt, sich in die nächste Schneewehe einzugraben und mit der Katastrophe zu beginnen. Und auch, dass deine Veränderungen an den Begriffen im Gesamtzusammenhang stark genug überzeugen, sodass sich ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Deswegen habe ich den Zusatzpunkt letztendlich vergeben.
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Bewertung - Auf den Hund gekommen (Szenario Nr. 9)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 1/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 1/1

Kritikpunkte:
  1. Ich habe erst mit dem Begriff Hausorden zu kämpfen gehabt. Das bedeutet, ich war mir im Settingzusammenhang nicht klar darüber, ob jeder erkennen würde, ob dies ein Orden in Form einer Gruppierung ist oder eben ein Anhängsel. Im Wortlaut des Settings ließe er sich als beides interpretieren und würde aufgrund der vielen Attribute für einen Anhängorden wahrscheinlich bei manchem als Gruppierung angesehen werden. Du hast mich darüber aufgeklärt, dass du schon den Orden am Revers meintest. Das sehe ich ein und dementsprechend ist die Nutzung einwandfrei.
  2. Das mos maiorum auf den Ibenorden zu spiegeln, fand ich eine spannende Idee. Ich hatte beinahe erwartet, dass ein sehr konservativer Politiker ala Cato rauskommen würde, aber ich hätte sie nicht mit den Ibeniten verbunden. Insofern war ich hier sehr positiv überrascht.
  3. Ansonsten habe ich wirklich nichts an den Begriffen auszusetzen. Bemerkenswert ist jedoch, dass du auch hier ein Stilmittel während der Challenge mehr als einmal eingesetzt hast. Neben der beachtenswerten Deutung des Begriffes Reiches und deiner Beziehung zu Züchtern, hast du auch einen gewissen Hang zur Thematik (Rache-)geist im Groben. Zwar ist dieser Geist kein ausgewiesener Rachegeist oder der Köhler nicht nachweisbar ein Geist, durchaus aber vom Rachegeist beseelt. Dieser Geist steht aber auch wieder in einem Zusammenhang mit Raiva (roter Mond). Rache ist hier nicht das Motiv, aber das unabgeschlossene, offene Geisterhafte.
  4. Das Highlight für mich in diesem Szenario ist aber, dass du es tatsächlich durchgezogen hast, deine Variante von Missingsch zu entwickeln und das Szenario durchgehalten so geschrieben hast. Du hast zwar gesagt, dass du nur die Anfang als gelungen betrachtest, dabei widerspreche ich dir aber gerne. Die Qualität bleibt durch das Werk annähert gleich.
  5. Dass man die Krubera-Höhle nicht adäquat auf 750 Wörtern beschreiben kann, ist klar und du hast somit eine gute Lösung dafür getroffen.

Kommentar:
Für mich ist dieses Szenario das Highlight. Nicht nur, weil du es tatsächlich in Missingsch geschrieben hast. Wie auch im Goldrauschszenario hast du hier alle Begriffe eingebunden und sogar ist das noch runder als beim Goldrausch. Hier wirkt kein Begriff so, als hätte man ihn auch weglassen können. Jeder wirkt so, als gehöre er zu dieser und in diese Geschichte. Der Reiz, dieses Abenteuer zu spielen ist höher als bei den anderen. Und das liegt auch daran, dass die Seemannsromantik bei diesem Szenario eine Rolle spielen darf, und dazu gehören Frauen, verlorene Lieben genauso dazu, wie der Gesang, die Haltung, die Lieder und die Schätze. Und diese Sachen finden sich hier alle wieder.
Zuletzt bietet dieses Szenario aber auch noch einen in sich spannenden Twist, nämlich der Versuch einer rechtschaffenen Vereinigung, irgendwie die eigenen Verfehlungen wieder abseits des Lichts geradezurücken oder zu vertünchen. Und das ist ein gutes Bild, weil es mit den Stereotypen, die man im Rollenspiel bezüglich gesinnungstechnisch verordneten Organisationen hat, sehr gut bricht, ohne diesen Typ gänzlich zu verwischen.
Dementsprechend ist dieses Szenario nicht nur einen Zusatzpunkt wert, sondern auch den zweiten für dein bestes Szenario.
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Bewertung - Von Klootstöcken und Rittersleuten (Szenario Nr. 10)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 1/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 0/1

Kritikpunkte:
  1. Ich weiß nicht, ob du wolltest, dass man es doppelt liest. Der Don Quichote-Teil lässt sich zum einen auf die Taten von Christian Delfs beziehen, wenn es ihn tatsächlich verdürbe diese Ritterromane zu lesen, gleichwohl lässt sich das ganze Szenario auch so lesen, dass eben die Absicht des Autoren Christian Delfs in die Richtung der Idee von Miguel de Cervantes geht und das ganze Szenario und eben nicht nur die Absicht des Protagonisten Christian Delfs eben diese Gleichung darstellt. Ich denke, dass beides gleichzeitig gilt. Der Don Quijote auf zwei Ebenen funktioniert in diesem Szenario und ich denke, dass dies die Stärke des Szenarios ist.
  2. In dem Zusammenhang finde ich es einerseits schade, Don Quichote selbst heranzuziehen in diesem Szenario, weil es etwas direktes aus unserer Welt übernimmt, andererseits muss dies wohl so stehen, um die Absicht des Szenarios klarzumachen.
  3. Letztendlich führt sich das weiter, was im 6. Szenario begann. Ich glaube, du hast gegen Ende ein größeres Gefühl dafür bekommen, alle Begriffe in deine Szenarien einzubetten. Sie also nicht nur zu nennen, sondern sie ein Teil dieser Welt werden zu lassen und sie mit dem Rest zu verbinden, statt sie aufzusetzen. Insofern würde ich sagen, dass definitiv ein "Lerneffekt" im Laufe dieser Herausforderung zu sehen ist.
  4. Dementsprechend habe ich auch nichts negatives zu den Begriffen zu verlieren.

Kommentar:
Vielleicht war es nicht die Absicht, das ganze Szenario so wie im ersten Kritikpunkt lesen zu müssen. Immerhin entstehen ja Spielrealitäten durch das Erstellen des Szenarios. Ich jedoch habe es als doppelten Cervantes gelesen und als solchen bewerte ich ihn. Dementsprechend ist er für mich das witzigste Szenario, allerdings fehlt mir etwas der Anreiz, diesen Abenteuer zu spielen, außer ich würde tatsächlich einen Einstieg mit noch sehr jungen Charakteren suchen, um eine "von der kleinen, heimiligen in die große Welt-Kampagne" zu spielen. Ansonsten würde ich es vielmehr als Script nutzen, um die Dummheit des Glaubens an wirkliche Überhelden etc. zu illustrieren aus der Sicht eines kritischen Geistes - vielleicht Christian Delfs.
Weil mir also der Ansatz fehlt, dieses Szenario zu leiten oder glaubhaft zu leiten, es aber äußert witzig ist, weil es in seiner Komposition - auf mich - wirklich abstrus, ja fast schon surreal wirkt, bekommt es einen Zusatzpunkt, ist aber etwas vom besten Szenario entfernt.

Bewertungszusammenfassung:

Szenario 1: 6
Szenario 2: 8
Szenario 3: 7
Szenario 4: 7
Szenario 5: 8
Szenario 6: 8
Szenario 7: 7
Szenario 8: 8
Szenario 9: 9
Szenario 10: 8

[Gesamtpunktzahl: 76 von 81 möglichen Punkten.]

Glückwunsch zu diesem sehr guten Ergebnis!
"Power tends to corrupt, and absolute power corrupts absolutely. Great men are almost always bad men, even when they exercise influence and not authority: still more when you superadd the tendency or the certainty of corruption by authority. There is no worse heresy than that the office sanctifies the holder of it." - Lord Acton

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Ikelos
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Re: Kurzszenarien-Herausforderung - Bewertung

Beitragvon Ikelos » So 5. Jan 2014, 23:51

Es folgt meine Bewertung, ich hoffe ich habe der Gerechtigkeit genüge getan und das ganze möglichst objektiv bewertet. Möge die Macht mit uns sein.


Bewertung – Mord auf vier Rädern (Szenario Nr. 1)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 0/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 0/1

Kritikpunkte:
  1. Der Begriff „Den Stier bei den Hörnern packen“ wurde meiner Meinung nach vielleicht nicht stark genug eingebunden, dass es das Szenario mit eine Richtung gibt. Es wurde genutzt, ist allerdings auch austauschbar oder würde das Szenario zumindest nicht verändern, wenn er nicht vorkommen würde.

Kommentar:
Ein an sich schönes Szenario. Gerade die Möglichkeit, dass man mehrere Möglichkeiten hat, das ganze anzugehen, und auch, dass nicht von vornherein klar ist, wer der Böse ist, gibt dem Szenario eine spannende Würze. Was mir gefällt ist die Geschichte hinter Adrian. Das Parfum, welches ihn antreibt, sein Aufstieg in der Politik, und dann das Kutschrennen, eine nette Umsetzung der Aufgabe Rennsport. Meiner Meinung nach sind die Holmes’schen Einflüsse gut umgesetzt worden und zwar noch als solche erkennbar, aber auch schön an unsere Welt angepasst worden. Der einzige Kritikpunkt an diesem Szenario zu den Begriffen liegt sicherlich auch daran, dass es das erste Szenario war, oder aber an meinen Erwartungen, denn im Vergleich zu den anderen Begriffen fallen die Begriffe des Rabensturms und des Stiers ein wenig ab. Dennoch ist es positiv, dass alle Begriffe verwendet wurden. Der zeitliche Rahmen, der zum Schluss gegeben wird, gibt dem Szenario eine Dringlichkeit, dies nicht zulässt, das Thema aufzuschieben. Das erzeugt Spannung. Zusammengefasst gibt es einen guten Überblick über das Szenario, man erhält einige Hinweise dazu, wie man es lösen kann, und zugleich wird es offen gestaltet, durch die angedeutete Rivalität zwischen Adrian und Reimers, bei der man aufpassen muss, wer wen am Ende umbringen wird. Trotz der Zeichenbegrenzung gibt es wenig, was ein Spielleiter sich selbst noch ausdenken muss, außer der Rennstrecke einen Rahmen zu geben und das Szenario anlaufen zu lassen. Alles in allem ein schöner erster Versuch.



Bewertung – Ein einsamer Zwerg (Szenario Nr. 2)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 1/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 0/1

Kritikpunkte:

Kommentar:
Im Gegensatz zum ersten Szenario wurden hier alle Begriffe so genutzt, dass sie einen Einfluss auf das Szenario selbst haben und nicht austauschbar sind. Die Nutzung der Hydra und des Monotheismus gefallen mir hierbei besonders gut. Bei der Erstellung der Begriffe hat man selbst ja immer ein paar Vorstellungen, wie die Begriffe genutzt werden könnten, und Hydra und das Mammut haben meine Vorstellungen komplett umgangen, was ich als positiv empfinde, da es mich überraschen konnte. Ebenfalls als positiv rechne ich an, dass es der Region eine Hintergrundgeschichte verleiht. Aus der Sicht eines Spielleiters wäre ich für das Szenario dankbar. Was muss ich daran noch großartig machen? Lediglich eine Karte für den Aufbewahrungsort des Schlüsselsteins erstellen. Schriftlich ist das Szenario auch spannend gehalten. Zuerst die Erzählung des Ingrimmsch, dann die Auferstehung durch den leeren Sarg und am Ende der Schluss des Spannungsbogens durch das erneute Aufgreifen des leeren Sargs. Der einzige kleine Kritikpunkt an dem Szenario bezieht sich auf den Stein von Rosette. Da ist tatsächlich verschenktes Potential drin, wie du selbst schon angemerkt hast in der Besprechung, allerdings sehe ich ein, dass der Fokus in diesem Abenteuer eben auf Ingrimm lag. Die anderen Begriffe sind meiner Meinung nach sehr gut eingebunden und entfernen sich nicht zu weit von der Vorlage, sind aber umgesetzt. Für den Abschluss muss es eigentlich einen Extrapunkt wegen der mittelgroßen Herausforderung geben, aber das wäre zu leicht ;)

Bewertung – Vom Rollen royaler Rüben (Szenario Nr. 3)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 0/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 0/1

Kritikpunkte:
  1. Im Gegensatz zum Hofnarr des Dämonen wirkt der Rest des Szenarios ein wenig blass und ich bin nicht sicher, ob es vielleicht nur am Hofnarren liegt, da der Rest nicht schlecht eingebaut wurde.

Kommentar:
Das Rollen royaler Rüben ist ein Szenario, welches besonders durch den Hofnarr des Dämonen seine Würze erlangt. Die zweite große Komponente ist die Ingenieurskunst, die in der Belagerung der Burg Strell Anwendung findet, sei es in der Umleitung des Flusses oder eben auch in der Uhr. Ich finde, dass es allerdings nicht an die ersten beiden Szenarien rankommt, da die ersten beiden Szenarien mehr Eingängigkeit hatten. Das ist jedoch eine Geschmacksfrage, würde ich sagen. Letzten Endes wurden alle Begriffe genutzt und dies auch ohne meckern zu können. Es entsteht ein ziemliches Intrigengewirr, in dessen Zentrum der Kastrat und die katholische Liebe stehen, sowie die chaotischen Absichten des Imps, der das Reich in das Chaos stürzen könnte, wenn seine Pläne Erfolg haben. Für einen Spielleiter kann das Szenario recht anstrengend werden, da es viele Seiten und viele Interessen gibt. Es mag schwierig sein, den Knoten aus Intrigen zu lösen, aber vielleicht gibt es auch für die Spieler viel zu gewinnen, immerhin gibt es royale Rüben zu retten, die einem viel versprechen können. Aber diese Schwierigkeit spricht auch für den Anspruch des Szenarios, und das kann nicht negativ angelastet werden, wie ich finde.



Bewertung – Stürz den Becher, kürz den Kopf (Szenario Nr. 4)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 1/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 0/1

Kritikpunkte:
  1. keine

Kommentar:
Murray. Das ist ein Wort, welches dieses Szenario beschreibt. Murray, oder eben Stürz den Becher, nimmt einen ordentlich an die Hand und gibt einem die Informationen, die man braucht, um einen Schatz zu finden, sprich die Motivation vieler Abenteurer ist vorhanden. Für einen Spielleiter bedeutet das, dass man eine ganze Schatzsuche aufbauen muss, allerdings soll man ja auch nicht wirklich komplett an die Hand genommen werden, das können die Szenarien wohl nicht leisten. Was mir hieran besonders gefällt, ist die Darstellung des Szenarios. Es ist interessant geschrieben und durch diesen humoristischen Schreibstil nimmt man alle Details mit auf, aus Sorge, etwas verpassen zu können. Mit Freuden gibt es hier auf jeden Fall einen Zusatzpunkt für Idee und Qualität. Zur Nutzung der Begriffe. Die Begriffe wurden alle zufriedenstellend verwendet. Störtebeker und Murray stechen dabei wohl heraus, aber auch die anderen Begriffe kommen in wichtiger Funktion vor. Von den bisherigen vier Szenarien das meiner Meinung nach stärkste.



Bewertung – Eine folgenreiche Entscheidung… (Szenario Nr. 5)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 1/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 0/1

Kritikpunkte:
  1. etwas zäher Einstieg, der sich jedoch bald gibt
  2. Lediglich ein kleiner Punkt, aber eventuell fällt das unter Spezialwissen der Welt, was Namornen sind. Das vielleicht noch kurz anreißen? (Ich weiß, ich weiß, der Platz ist begrenzt)

Kommentar:
Erst habe ich mich mit diesem Szenario erst etwas schwergetan. Es liegt nicht daran, dass das Szenario wirklich schlecht ist, im Gegenteil, es ist gelungen und aus den Begriffen hervorragend gebildet worden. Kommen wir erst einmal zu den Begriffen. Die sieben Begriffe kommen alle darin vor und wirken nun im Nachhinein bei dem Szenario tatsächlich sehr passend aufeinander, wie von dir in der Beschreibung auch bereits festgestellt. Gelungen finde ich die Umsetzung von Spiegelberg, weniger gelungen von der Juwelwespe, auch wenn ich die Metapher durchaus verstehe und natürlich anerkenne. Die Wurzelkraft zu Alraunen umzuwandeln ist legitim und gefällt mir, ebenso wie der korrumpierende Gedanke daran, eine Frau mit ihrem Kind durch so eine eigentlich helfende Wurzel am Leben zu erhalten. Zur Geschichte selbst. Die Geschichte wirkt, als könnte man sie auch auf die reale Kirchengeschichte umerzählen, Missionierung in Nordeuropa. Durch den namenlosen Gott wird dieser Eindruck noch verstärkt. Der Götze, der in ihrem Bauch heranwächst, könnte die Geburt Satans in die Welt der sterblichen sein, dass er dort Unsinn anstellen kann. Das freilich ist nicht schlecht. Im Gegenteil, reale Bezüge in das Rollenspiel einzubinden ist wahrscheinlich das Erfolgsgeheimnis der guten Fantasy, in der man solche Fragen verarbeiten kann. Es sind in diesem Szenario also sowohl fantastische Elemente in einem abgesteckten Rahmen (also keine zu krassen Fantasy-Elemente wie der Ringkrieg oder Nazgul, oder gar Feuerspeiende Drachen, als auch reale Bezüge vorhanden, was mich die anfänglichen Zweifel schnell vergessen lässt und diesem Szenario einen Extrapunkt für Qualität geben lässt, ja es sogar in die Auswahl für das beste Szenario kommen lässt.
Kurz noch dazu, warum in diesem Szenario und nicht in einem der vorherigen: Einen solchen Bezug gab es bislang meiner Meinung nach nicht in dem Ausmaß. Missionierung ist auch heute noch aktuell, sei es in Afrika, oder eben auch überall auf der Straße bei uns in den Regionen. Vielleicht interpretiere ich zu viel rein, aber mir gefällt es eben.



Bewertung – Macht und Dummheit (Szenario Nr. 6)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 1/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 0/1

Kritikpunkte:
  1. der Begriff Macht und Dummheit bleibt etwas blass für mich, auch wenn nach mehrmaligem Lesen (gestern Abend war ich etwas zu müde scheint mir) den Sinn nun voll Begriffen habe

Kommentar:
Gleich vorweg, ich freue mich, dass in diesem Szenario das zweite mal nach Randis ein Aspekt der Giordanica Einzug gefunden hat, und dieses Mal nicht nur angedeutet, sondern auch von größerer Wichtigkeit. Hier bietet es sich beinahe an, die Nutzung der Söldnergruppe Academi als Gruppe der Giordanica umzudichten. Ich erinnere mich noch, wie ich vor 5 Wochen schon begeistert davon war und es nun noch immer bin, wie genial das doch passt. Aber zunächst zu den anderen Begriffen. Ich finde die Hofhusaren schön auf das Labyrinth der Insel angepasst, auch Helgoland findet sich wieder. Dass der Tabak nur eine kleine Rolle bekommen hat ist in Ordnung, sieben Begriffen eine große Rolle zuzuordnen ist, denke ich, auf 750 Wörtern einfach zu viel. Fraglich ist nun vielleicht die Nutzung des Königs der Bestien. Er kommt darin vor, das ist auch legitim, aber man stellt sich nun die Frage, ob er einfach da ist, oder ob er gar, als kriegerische Bestie, gemeinsame Sache mit den dort anwesenden Soldaten macht. Das alles ist sehr offen gehalten, was nicht schlimm ist, da der Fokus auf etwas anderem liegt und die Region so um eine Sage reicher geworden ist – den Minotaurus auf dieser Insel. Das Szenario kommt nicht in die nähere Auswahl für das beste Szenario, aber ich vergebe hier doch einen Bonuspunkt für die Nutzung der unbeabsichtigten Steilvorlage durch die Academi. Söldner und der reale Bezug, ich hatte es in Szenario 5 bereits erwähnt, ich finde es sehr schön eingebunden, gerade da ich die Giordanica sehr mag. Das an sich ist keine Bewertungsgrundlage für dieses Szenario, da sie außerhalb entstanden ist, aber das Aufgreifen und in der Folge nur logische Verknüpfen bringt mich zu dem Extrapunkt für die Idee. Wonach man etwas suchen muss ist Macht und Dummheit als Begriff, was am Ende einmal angerissen wird, nachdem es zuvor im Titel auftaucht. Das finde ich schade, aber es wurde genutzt, wenn auch ein bisschen blass, deswegen auch der Kritikpunkt. Kleiner Nachtrag: Mit ein bisschen Interpretation meinerseits komme ich da noch auf eine vernünftige Nutzung. Mut und Dummheit, schmaler Grat und sowas.



Bewertung – Von der Niedertracht der erleuchteten Entente (Szenario Nr. 7)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 1/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 1/1

Kritikpunkte:
  1. die zweite Bedeutung liest sich nur sehr schwer raus und kommt vielleicht erst zur Geltung, wenn man bereits eine lange Kampagne dort gespielt hat und diese Umstände selbst mehr oder minder kennenlernen konnte

Kommentar:
Das inhaltlich wohl komplexeste Szenario, soviel vorweg. Wir haben hier ein Pamphlet mit doppeltem Hintergrund und mehrfacher Lesbarkeit. Die eigenen Stände entblößend, oder einfach nur Unruhe stiftend? Vielleicht ja sogar doch auf wahre Missstände und einen wirklich existierenden Bund von Elben hinweisend? Das wäre zumindest die für Abenteurer leichtere Lesart, da sich Abenteurer zumeist eher zu solchen Dingen hinreißen lassen wie Suche nach Schwertern oder Geheimbunden, nach Beweisen für Gerüchte wie den mechanischen Jungen oder die untergegangene Siedlung Niederholz, als nach der subtilen Kritik an den eigenen Ständen. Daraus könnte ein auf lange Sicht angelegtes Szenario entstehen, welches sich auf politischer Ebene abspielt, aber die meisten Charaktere werden an solch einem Pamphlet wohl schmunzelnd vorbeiziehen. Es kommt natürlich immer drauf an, was für Spieler man hat, aber durch die vielfache Verständlichkeit der Schrift ist es ja nicht schlimm, dass man die versteckte Botschaft im Subtext findet .Es könnte vielleicht sogar ein Wandel im Szenario stattfinden, indem man zunächst diesen Spuren nachgeht, nichts findet, und irgendwann einmal in der Politik und der Gesellschaft zu einem Umdenken kommen will und das fördert.
Bisher ist dies das Szenario, welches am stärksten zum Nachdenken anregt und die meisten Möglichkeiten bietet, obwohl es selbst eigentlich nichts direkt vorschreibt. Darauf kann man wahrscheinlich eine ganze Kampagne aufbauen, indem man immer wieder Feinheiten darin findet, auf die man sich beziehen kann. Nun zu den Begriffen. Meiner Meinung nach wurden sie alle ausreichend genutzt. Natürlich gibt es immer Kleinigkeiten zu bemängeln. Hier jedoch Kritik am mechanischen Jungen zu äußern ist schwachsinnig, da du den Film nicht kennst, und den Jungen dennoch eng daran ausgerichtet hast. Dafür sogar ein Lob, dass dir der Begriff so gelungen ist. Allgemein finde ich die Begriffe bis auf Scharlach sehr gut genutzt. Scharlach fällt etwas ab, ist aber trotzdem noch gut genutzt. Mein absoluter Höhepunkt sind die Illuminaten unter dem Hintergrund, dass diese Geheimgesellschaft so geheim ist, dass sie selbst noch nichts von ihrer Existenz wissen ;) Ernsthaft, die Illuminaten und Existenz aberkennen sind die zentralen Begriffe dieses Szenarios und sehr, sehr schön dargestellt. Da ist es kein Wunder, dass Scharlach etwas abfällt, was aber auch am Begriff selbst liegt.
Abschließend gibt es auf jeden Fall den Bonuspunkt für die Idee ein solches Pamphlet zu schreiben, welches meiner Meinung nach gelungen ist. Ich maße mir nicht an, dies in der Qualität beurteilen zu können, da ich nicht Experte in solchen Sachen bin und selbst noch keins geschrieben habe. Von daher bleibt einfach nur mein guter Eindruck dessen. Letzten Endes kommt hier das zweite Szenario in die Auswahl für das insgesamt beste Szenario.

Nachtrag: Ich habe mich schließlich dazu entschlossen, hieraus das beste Szenario von dir zu machen und dies mit einem Punkt zu belohnen. Die Begründung habe ich weiter oben bereits dargelegt, ich war mir da bloß nicht sicher, nun bin ich es. Die Frage war auch, ob ich später noch etwas finde, was an dieses Szenario rankommt.



Bewertung – Ein Ritt in die Vergangenheit (Szenario Nr. 8)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 0/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 0/1

Kritikpunkte:
  1. Was mir im Nachhinein aufgefallen ist: Reist Hermann Herwegen nach diesen zwei Wochen ohne eine solche Figurine alleine los? Das wäre schlecht für ihn, oder?

Kommentar:
Ein Ritt in die Vergangenheit, meine verehrten Damen und Herren von, ob sie es glauben oder nicht, einem Ritt in die, ja, Vergangenheit. Das war der jährliche von Seggern zum Auftakt. Ein passend gewählter Titel für ein Szenario, dessen Begriffe eine stark archäologische Prägung hatten. Sowohl die Venus von Willendorf, Dschingis Khan, als auch das Schiffsgrab von Sutton Hoo sowie das Obervatorium von Nabta Playa und mit Abstrichen die Brandrodung der Lüneburger Heide haben alle archäologische und auf jeden Fall geschichtliche Hintergründe. So ist es also durchaus verständlich, dass dieses Szenario ebenfalls einen geschichtlichen Hintergrund bekommt. Das Dreikaiserjahr hätte ich jetzt fast außen vor gelassen. Ich bin mit Dschingis Khan sehr zufrieden, also mit seiner Nutzung, und auch mit dem Observatorium, so wie es in das Szenario eingebaut wurde, diese beiden Begriffe gefallen mir am besten hier, und es ist tatsächlich so, dass keiner der Begriffe Grund zu meckern gibt. Das Dreikaiserjahr hat zwar keinen Einfluss auf den Verlauf des Szenarios, hier aber eine geschichtliche Bedeutung, die für den Hintergrund der Region zu nutzen ist.
Letztlich bleibt noch die Frage aus den Kritikpunkten, ob Hermann Herwegen alleine losreist und keine Figurine mitnimmt. Das wäre dann nach Informationen des Szenarios eine Mission ohne Erfolg und wahrscheinlich auch ohne Wiederkehr. Allerdings verstehe ich, dass hier eine zeitliche Spanne gesetzt wurde, um ein bisschen mehr Antrieb reinzugeben, damit man nicht einfach auf Bruder Zufall wartet, dass etwas passiert, was einen voranbringen mag. Im Abschluss ein solides Szenario, was aber nicht an die vorherigen heranreicht, wie ich finde, gerade nach der Erleuchteten Ente wirkt es etwas schwächer, ohne aber schlecht zu sein.



Bewertung – Labskaus de la Mort (Szenario Nr. 9)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 1/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 0/1

Kritikpunkte:
  1. vielleicht mehr Bindung aufbauen, da bestand Potenzial

Kommentar:
Interessanter Szenarienname, der direkt mal Lust auf mehr macht und mich zum Schmunzeln brachte. Wieder einmal ein schön humorvolles Szenario, das witzig geschrieben ist und doch gleichzeitig ein ernstes Thema zum Hintergrund hat. Das immer wieder aufkommende Thema des Labskaus erinnert mich an etwas, aber ich kann grad nicht sagen was es ist. Die Erinnerung an einen Geschmack, den man mit etwas Negativem verbindet, der immer wieder dann hochkommt, wenn man eben das Negative in Gedanken hat. So als wenn man ein Lied hört, welches wie ein Trigger auf eine Erinnerung wirkt. Ich finde es schön kreativ eingebaut. Auch die Nutzung von Friedrichstadt als Dankwartstadt ist gelungen. Der Einbau ist geglückt und sinnig und auch wenn die Stadt künstlich ins Leben gerufen wurde, wirkt es keinesfalls gezwungen, sondern durchaus wie eine Investition, die der Wirtschaft der Region einen Aufschwung geben soll. Schön finde ich auch, wie innerhalb der 750 Wörter erst ein Gefühl für eine neue Heimat aufgebaut wird, die dann leider zum Altjahrfest in der Tiefe verschwindet. Das Altjahrfest ist übrigens eine schöne Umkehrung unseres Neujahrfests, eine schöne Einführung einer Tradition.
Zu den übrigen Begriffen, die Handelsgeheimnisse haben ihren Einzug gefunden und damit den bereits in der FATE-Runde aufkommenden Akt des Fürkaufs aufgegriffen. Der Appreteur bekommt ebenfalls eine größere Rolle zugesprochen, als man zunächst denkt. Letztlich ist die Frage, ob der Rabe nicht noch auf den Spieler gemünzt werden könnte, um ihm die Aufgabe noch etwas zu erschweren, oder ob das bereits überzogen wäre. Elenore baut auch eine Bindung auf, allerdings sind diese Bindungen mehr an den Auftraggeber zu verstehen, das vielleicht als kleine Anregung, mehr Bindung für Charaktere zu erzeugen. Vielleicht ist diese Elenore auch ein Familienmitglied der Charaktere, oder zumindest von einem von ihnen. Das jedoch nur als kleine Anregung. Und als außenstehender ist es immer einfacher so etwas zu sehen, besonders wenn man ein zweites und ein drittes Mal auf das Szenario schaut. Hier fällt es mir eben auf, weil dem NPC die Dinge wie die Stadt und besonders Elenore am Herzen liegen und auf diese Beziehungen noch einmal hingewiesen wird. Schriftlich finde ich das gelungen, als eine bloße Kurzgeschichte sogar recht brauchbar, um an den Abschluss wieder ein Lob zu bringen. Insgesamt ist das Szenario wieder stärker als das vorherige, bringt mich aber nicht so sehr aus dem Häuschen, dass es in die nähere Auswahl zum besten der Szenarien kommen würde. Ich vergebe allerdings den Bonuspunkt für die Qualität des Vorhandenen, da mir die Geschichte dahinter gefällt und besonders das, was aus dem Labskaus gemacht wurde, dem ich solch eine Rolle vorher nicht zugetraut hätte.




Bewertung – Von Maulwürfen (Szenario Nr. 10)

Punktevergabe

Genutzte Begriffe: 7/7

Zusatzpunkt (Für Idee oder Qualität): 1/1

Zusatzpunkt (Bestes Szenario): 0/1

Kritikpunkte:
  1. vielleicht etwas zu offene Gestaltung des Szenarios, vielleicht anfangs etwas mehr an die Hand nehmen
  2. Möglicherweise etwas zu lockere Nutzung der Begriffe, nicht vom Begriff an sich her, sondern von der Umsetzung als zum Teil auf den ersten Blick unrelevante Informationen.

Kommentar:
Im Gegensatz zu dem anderen Szenario, also quasi zu dem verwandten Vorläufer zu diesem Szenario, ist dieses Szenario nicht ganz so fesselnd, nicht ganz so spannend, wie ich finde. Die Idee mit dem Maulwurf finde ich jedoch ganz passabel umgesetzt. Besser als einen großen Maulwurfshügel in die Landschaft zu setzen möchte man meinen. Zu den übrigens Begriffen dieses Szenarios: Es wurden alle Begriffe genutzt, viele davon als eines der Geheimnisse, die der Maulwurf von den Hofhusaren und somit von den akademischen Kriegsgelehrten, erfahren kann. Die Schildkrötenformation, oder gar Feuerwerk im Gegensatz zu dem Feuerzeug in Siebensee. Alle Begriffen wurden verwendet und das auch zufriedenstellend, auch wenn es natürlich einfach ist, daraus Geheimnisse der Hofhusaren zu machen, die durch den Maulwurf rausgefunden wurden. Was ich spannend finde, ist die Nutzung der Eis-Sphynx, die wie ein Pol durch das Polarmeer treibt und als großer Magnet Eisen und andere Metalle anzieht.
Als Abschluss allerdings nochmal ein solides Fortsetzungsszenario, in dem sich jedoch nicht sofort die Frage erschließt, was genau für den Charakter die Aufgabe ist, bzw. das eigentliche Szenario. Ob der Maulwurf nun Informationen besitzt, die helfen, die Academi zu vertreiben? Oder ob es auch noch mehr zu erfahren gibt? Ein solcher Maulwurf besitzt viel Potential, Dinge zu erfahren. Da der Maulwurf allerdings ein ziemlicher Informationsquell ist, wird auch die Möglichkeit zu immer mehr Szenarien daraus gegeben sein. Immerhin versiegt der König der Maulwürfe nicht so schnell. Alleine dafür muss es noch einen weiteren Zusatzpunkt geben, da der Maulwurf eine Kampagne am Leben erhalten kann und vielleicht sogar selbst zum Kontrahenten wird, indem gezielt Fehlinformationen gestreut werden.


Punkte durch die Begriffe: 70, volle Ausbeute
Punkte durch Qualität oder Idee: 7, also auch recht gute Ausbeute
Punkt für das Lieblingsszenario: 1 von mir +1 von deiner eigenen Wahl wahrscheinlich

Es folgt also unter der Annahme, dass du selbst eine Wahl getroffen hast, Bewertung von 79 Punkten von Maximal 82. Meinen Glückwunsch!


Es folgt kurz mein eigenes Lieblingsszenario: Das war definitiv das Szenario mit dem Iben-Orden, welches ich in Missingsch übersetzt habe. Ich hab da jede Menge Spa´ß bei gehabt und verbinde damit so viel, dass dies mein eigenes Lieblingsszenario wird.

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Re: Kurzszenarien-Herausforderung - Bewertung

Beitragvon Marnarn » Mo 6. Jan 2014, 00:23

Damit ist die Challenge beendet. Vielen Dank für die Teilnahme und den sehr fairen Wettbewerb und vielen Dank für die guten Bewertungen. :)

Der Endstand beträgt damit:
Der Imperator: 78 Punkte
Nicolaj: 77 Punkte

Da der Abstand dementsprechend gering und nur in Nuancen (d.h. in Frankreich :lol: ) zu suchen ist, schlage ich Folgendes vor:
Nicolaj übernimmt die Verantwortung beim Kochen, ich lege aber 50% der Kosten dazu und spiele Küchenhelfer. Dafür vergrößern wir aber die Gewinnerschaft unseres Wettbewerbes und lassen Robert und Quecksilber auch von dem Essen profitieren und planen dieses Essen dann zusammen mit einem Fatespielabend in Treva. Schließlich haben wir sehr viel Material für die Provinz Siebensee erschaffen. :)

Es bleibt festzustellen, dass es nicht nur wegen des Grünkohls nur Gewinner bei dieser Challenge gab, sondern auch, weil unsere Welt sicher das erste Mal kontinuierliches Wachstum über einen Zeitraum von zehn Wochen erfahren hat und auch, weil ich denke, dass beide Weltenbauer unter dem Eindruck dieser Aufgabe sehr viel dazugelernt haben.

Mir bleibt also nur, mich zu bedanken. *verneig*

Postskriptum: Ich werde noch eine Nachlese verfassen in nächster Zeit und dann auch den Rahmen der neuen Challenge präsentieren. Ich denke aber, jetzt können wir uns besten Gewissens eine Woche kreative Pause gönnen. :)
"Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern." - Jean Paul, Levana


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