Aadvari - Die Nebelelben

"Um die Gesellschaft (die natürlich aus den Nichtarbeitern besteht) glücklich und das Volk selbst in kümmerlichsten Zuständen zufrieden zu machen, ist es nötig, daß die große Mehrheit sowohl unwissend als arm bleibt. Kenntnisse erweitern und vervielfachen unsere Bedürfnisse, und je weniger ein Mann bedarf, desto leichter können seine Notwendigkeiten befriedigt werden." - Bernard Mandeville
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Aadvari - Die Nebelelben

Beitragvon Marnarn » Mo 21. Nov 2011, 01:07

»Die Ungewißheit ist es, die uns reizt. Ein Nebel macht die Dinge wunderschön.« - Oscar Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray

Aus dem Buch "Mythos und Wahrheit Yakhama":
Manche Überlebende der Katastrophe werden Aadvari genannt. Manche halten sie für Verfluchte, andere halten sie für Gesegnete und die Gelehrten streiten, ob sie nicht gar noch schöner und faszinierender sind, als jene Wesen, denen sie entstammen. Andere halten sie für eine im Inneren hässlichen Abart der Elben. Die Aadvari, in der Zunge der Menschen häufig trivial Nebelelben genannt, sind tatsächlich ein kleines Brudervolk der Elben und Alben. Dass sie Aadvari heißen, liegt an den Gründervätern dieses Geschlechts, waren sie doch Elben des Adelsgeschlechtes Aadvar, doch dass sie ausgerechnet Aadvari heißen, ist eine besondere Ironie des Schicksals, bedeutet Aadvar in der alten und schönen Sprache der Elben doch Nebelwanderer.
Als der Ewige Nebel über Yakhama kam und alles verschlang, als die Magie des Krieges fast alles zersetzt hatte, war in der alten Haupstadt der Elben - Thama'kjiel - das elbische Volk fast komplett gestorben. Krankheiten, mächtige und weniger mächtige Feinde, Bürgerkrieg und die unkontrollierte Magie kostete den meisten Elbengeschlechtern in der Hauptstadt das Leben und es mochten auch Aadvari in Krieg und Krankheit gefallen sein, doch unbestritten war, dass manche diese Zeit überlebten, im Herzen Thama'kjiels, und allen Strafen der Götter trotzten. Der Legende nach verließen nur 150 Überlebende Thama'kjiel und sie alle waren Mitglieder des Hauses Aadvar, geführt vom Sohn ihres Patriarchen Patriell Aadvar. Patriell war im großen Bruderkrieg seinem eigenen Volk ein Dorn im Auge gewesen. Entgegen des Befehls des Hohekönigs nahm der General Patriell in seinen Lazaretten Elb und Alb auf, egal ob Feind oder Deserteur, gab ihm Essen und Heilung, so nötig, und ließ sie dann wieder ihrer Wege ziehen, wenn sie es wollten. Das Volk der Elben brandmarkte Patriell und seine Söhne und Töchter als Verräter an Seheiah, und sie wurden unter Hausarrest gestellt, dort harrten sie den Krieg aus, bis die Welt um sie herum nicht mehr das war, was sie einstmals gewesen ist.

Als der Krieg verloren schien und selbst Wesen wie Orks und Hobgoblins frei durch die äußeren Viertel Thama'kjiels streiften, kamen die Überlebenden wieder zur Familie der Aadvari und erbaten ihre Hilfe. Patriell gewährte sie, verteidigte das Herz der Hauptstadt mit Schwert und Magie. Als der Palast des Hohekönigs fiel, kam sogar dieser persönlich in den Häusern der Aadvari unter und doch, Patriell blieb sturr in seinem Umgang mit Feinden. Zwischen verwundeten Elben, lagen auch Alben, Orks, Hobgoblins, Menschen und jedes Wesen, welches in diesem Krieg kämpfen musste, obwohl es lieber gelebt hätte. Patriell verbrachte jeden Tag an den Betten der Verwundeten und hörte sich deren Geschichte. Der Hohekönig, Vegrian, tobte über diese Insubordination und sah es als Beleidigung an, dass er ein Haus mit diesen Völkern teilen musste. Doch Patriell zürnte nicht einmal seinem König, waren doch alle Elben einstmals so erzogen wurden, dass sie sich als Krone der Schöpfung sahen und alle anderen Wesen als niedere Wesen zu betrachten hatten. Die Elben waren sowohl Herren als auch Schützer der Völker gewesen, solange diese sich unterordnen wollten. Wenn nicht, dann wurden die Elben zu erbitterten Feinden. So war es seit jeher gewesen und die Elben waren fast immer erfolgreich gewesen, doch nun fielen die elbischen Imperien, eines nach dem anderen und Patriell hatte seine Lehren daraus gezogen. Er sah nicht auf die anderen herab. Vegrian befahl Patriell ein letztes Mal den Hof zu verteidigen und alle verwundeten Scheusale und Menschen in seinen Hallen zu erschlagen, doch Patriell verneinte. Der Hohekönig wurde immer tobender, doch Patriell hatte nach dem Fall der meisten Teile der Hauptstadt alle Furcht verloren. Er holte sein Schwert herbei, Riv'Laral, die berühmteste und mächtigste Klinge, welche jemals von einem Elben geschmiedet wurde. Er hatte sie sich in vielen Schlachten verdient und hatte sie durch alle Wirren wie sein Augapfel bewahrt. Doch jetzt nahm er das Schwert, trat vor seinen Hohekönig und zerbrach es in sieben Teile und warf sie vor die Füße Vegrians. Dieser begann bitterlich zu weinen und erschlug im Zorn Patriell. Eine Woche später fiel auch das Haus Aadvar. Der Nebel hatte inzwischen auch die Hauptstadt Thama'kjiel eingenommen und wurde so dicht, dass kein elbischer Pfeil mehr treffen mochte, weil niemand mehr etwas sah. Die Alben nahmen die letzten Türme und das Haus Aadvar und schlachtete die restlichen Elben ab. Jedoch nicht alle starben in dieser Nacht, welche die Gelehrten die Nacht der unzähligen Messer nennen, denn Patriells Sohn Jival hatte in der Vornacht eine Vision.

Eine Stimme war ihm erschienen. Ein Stimme kraftvoll wie die Natur, tief in seinem Inneren. Sie verlangte nichts von ihm, sie spendete dem trauernden Jival Trost und sprach davon, wie Patriell durch seine Taten die Gründe der Verfalls erkannt hat, und dass dessen Herz so rein war, dass sein Geschlecht verschont werden soll. Sie sagte, sie sei die Stimme aus dem Süden, und nach Süden sollten sie ziehen, denn dort würden sie eine neue Heimat finden. Jival und 299 Auserwählte aus der Familie Patriell Aadvars könnten gerettet werden. Jival fragte, wie er den Süden finden solle, würde der Nebel doch jedem die Sicht nehmen. Die Stimme sagte ihm, dass er nur nach ihr zu lauschen bräuchte, und er würde den Weg finden. So kam es, dass Jival am nächsten Tag in aller Heimlichkeit die Auserwählten sammelte und aufbrechen wollte, doch manche weigerten sich, Jival zu folgen und ihre Stadt zu verlassen. Ein Streit entbrannte und eine Hälfte blieb, um die Stadt zu beschützen und die andere Hälfte floh.
Und tatsächlich, Jival konnte die Stimme immer hören und zog weit in den Süden und an jenen Tagen, an denen er die Stimme nicht in seinem Inneren hörte, sah er durch den Nebel eine graue Sonne im Süden schwach durch den Nebel scheinen. Und so kam es, dass die Aadvari den Untergang Thama'kjiels überlebten und einen neuen Patron gefunden haben, den sie die Stimme aus dem Süden oder Grausonne nennen.

Aber warum sind die Nebelelben? Eine Legende sagt, dass der Nebel die Elben vor allem Ungemach auf ihrem Exodus schützte und sie deswegen zurecht Nebelwanderer sein, deshalb werden sie Nebelelben genannt. Die gängigste Legende sagt jedoch, dass die Stimme aus dem Süden, dass Grausonne, der Nebel sei. Ein unförmiges Gebilde, von dem die abergläubischen und letzten überlebenden Elben glauben, dass der Nebel eine Inkarnation ihres Herren oder zumindest ein mächtiges Geschenk ihres Heeren ist. Und um mit ihrem nun geschwächten Volk zu überleben, sein die Elben ein Bündnis mit dem Nebel eingangen. Sie hätten jeglicher falscher Überheblichkeit abgeschworen und dafür würde sie der Nebel schützen, sie zu einem Teil von ihnen machen.
Und daran glauben die meisten Wesen in Yakhama, denn niemand sieht im Nebel einen Nebelelben, wenn dieser nicht gesehen werden will. Niemand findet einen Nebelelben, wenn sie nicht gefunden werden wollen. Es ist ein Volk des Nebels geworden, sie sind Nebelwanderer geworden und man warnt jedes Kind davor, sich jemals mit fremden Federn zu schmücken und sich der Überheblichkeit hinzugeben, denn wenn die Überheblichkeit eines Volkes ein anderes zu Schaden kommen lässt, lösen sich die Aadvari aus dem Nebel und vergelten die Intoleranz, welche ihrem Gründervater das Leben kostete. Mit Schwert, mit Magie und mit der Macht des Ewigen Nebels.

- Bernardo Garsalli, Chronist des Marnarn in Rifenza


Hier entsteht in den nächsten Tagen ein neues Untervolk für die Elben, welches thematisch seinen Schwerpunkt vor allem auf Yakhama hat, aber dank des Rosenordens natürlich auch auf anderen Kontinent vorkommen kann.
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Re: Aadvari - Die Nebelelben

Beitragvon Marnarn » Sa 31. Dez 2011, 21:57

Persönlichkeit

Die Aadvari unterscheiden sich im Wesen von den Elben und den Alben in einem entscheidenden Punkt. Sie kämpfen gegen die Dünkel ihres Wesens, sie verscheuchen ihren Hochmut, ihre Überheblichkeit und ihre Arroganz. Mache sagen, es habe sich nur ein undurchsichtiger Nebel um ihr wahres Wesen gelegt, welches sie weniger arrogant als die anderen Spitzohren wirken lasse. Dass ein Aadvar einem anderen Wesen mit weniger Vorurteilen und weniger Überheblichkeit begegnet, das macht einen Aadvari zumindest nicht freundlicher. Sie wirken entrückt, zurückhaltend, griesgrämig und abweisend, wenn sie nicht von sich aus auf eine Person zugehen können. Sie neigen zu einem sehr reservierten Verhalten und ziehen sich häufig zurück. Dadurch fühlen sich viele schnell vor den Kopf gestoßen und meiden weitere Kontakte mit den Aadvari. Und selbst wer mit einem der Aadvari kommuniziert, wird unter Umständen wenig Freude an dieser Begegnung haben. Die meisten Aadvari lassen sich ungern in die Karten schauen, lesen und auslegen. Sie geben möglichst wenig Informationen über sich preis und sind zudem äußerst wortkarg. Das täuscht schnell darüber hinweg, dass die Aadvari an sich ein sehr hilfsbereites Volk sind, welches nach dem Credo lebt, dass kleine Taten, die man ausführe, besser sein als große, die man plant.

Körperliche Beschreibung

Aadvarielben sind gewöhnlich zwischen 1,50 und 1,70m groß und von einer schmächtigen, drahtigen Gestalt. Sie wiegen zwischen 40 und 60kg. Aadvari sind eines mit dem Nebel geworden und das macht ihr Erscheinen beinahe etwas gespenstig, als sei jegliche Farbe aus ihrem Antlitz und ihrem Körper gewichen. Ihre Haare können zwar alle Farben von weiß-blond bis schwarz abbilden, doch immer wirken sie dabei fahl und haben einen grauen Schimmer, die meisten Aadvari haben gar graues Haar. Abgesehen von ihrem Haupthaar besitzen Aadvari keine weitere Behaarung. Für die Augenfarbe gilt, was auch für ihre Haare gilt, denn sie variert von hellen Blautönen bis zu Brauntönen, doch wirken die Augen immer ein wenig milchig und getrübt durch eine zweite, gräuliche Färbung. Viele Aadvari haben gar stahlgraue Augen und entbehren jeglicher Farbe. Ihre Haut ist wie die der Elben hell bis blass, aber geht noch weiter ins das Gräuliche hinein, dass man viele Nebelelben schnell für kränklich hält. Der Kleidungsstil der Aadvari ist kunstvoll, aber funktional. Sie bevorzugen eng anliegende Kleidung, welche auf höchstmögliche Beweglichkeit ausgelegt ist. Vor allem wasserabweisende Stoffe werden getragen, Roben und ähnliche gewebeintensive Kleidungen sind Festakten und den wenigen Magier vorbehalten. Aadvari versuchen nicht mit farbenfroher Kleidung ihre eigene Gräulichkeit zu übertünchen, sondern passen ihre Kleidung oftmals ihre Haar- und Augenfarbe an. Es gibt in der Größe und dem Gewicht keinen Unterschied zwischen Mann und Frau. Auch Aadvari gelten als außergewöhnlich schön in den Augen eines Menschen und gelten häufig als ästhetisches Maß in künstlerischen Darstellungen. Das täuscht allzu häufig über ihr grantiges Wesen hinweg. Die Aadvari sind erst entstanden, nachdem die Elben ihre Unsterblichkeit verloren haben, doch noch immer sind sie außergewöhnlich langlebig, wenn sie nicht durch Gewalt oder Krankheit vergehen. Der Nebel scheint sie aber häufig vor solchen Gefahren zu schützen. Wie auch Elben werden die ältesten Aadvari um die 750 Jahre alt, und um ihr 100. Lebensjahr herum werden sie erwachsen.

Beziehungen

Die Aadvari unterscheiden sich in ihrer Betrachtung anderer Völker sehr stark von den Elben und Alben. Sie begegnen anderen Wesen nicht mit Arroganz und andere Formen der Überheblichkeit, Aadvari neigen nicht zur Eitelkeit und geben sich keinen Vorurteilen hin, selbst wenn sie an sich wahr sein sollten. Sie haben einen anderen Ansatz, der sie jedes Wesen eines Volkes individuell betrachten lässt. Sie gehen beispielsweise nicht davon aus, dass jeder Halbling bemitleidenswert wäre, noch gehen sie davon aus, dass er grundsätzlich zu beneiden ist. Sie versuchen Informationen über das individuelle Wesen zu sammeln und sich darüber in Bild zu machen. Dabei verstehen sie schon, dass viele Individuen sich häufig einem größeren Ziel unterordnen, aber sie konstruieren daraus keine Vorurteil für ein Volk, sondern halten solch ein Verhalten für eine Entwicklung einer Kultur mit ihrer Geschichte, ihren Anführern, ihren Erlebnissen, ihren Empfindungen und dergleichen. Als eine Entwicklung der Geschehnisse ausgehend von dem Willen und dem Unwillen einer Menge von Individuen, aber auch von ihren Fähigkeiten und Unfähigkeiten, wenn sich ein Volk und seine Individuen beispielsweise von einem Demagogen verführen lässt. So können sie jedem Wesen begegnen, ohne dabei die Motive der Gegenüber und die Notwendigkeit der Situation zu unterschätzen. Die Aadvari erkennen eine Gefahr, wenn sie sich auftut und treten dieser Gefahr nicht mit blinder Naivität entgegen. Aadvari nehmen sich viel Zeit zum Beobachten, ehe sie auf ein Wesen zutreten.

Gesinnung

Nebeleben sind in der Regel neutral. Die Aadvari sind ein Volk, welches die traditionellen Wege der Elben ein Stück weit verlassen haben. Zwar glauben sie noch immer an die Freiheit und Entfaltungskraft des Individuums, glauben aber nicht, im Gegensatz zu den Elben, dass sie der personifizierte Ausdruck der Freiheit sein. Sie sind der Überzeugung, dass die Freiheit eines Individuums auch bedeuten kann, dass dieses Wesen diese Freiheit lieber zu seinem eigenen Wohl aufgibt. Manche Individuen sind stark genug, sich einer möglichst großen Freiheit hinzugeben und sie zu vervollkommnen, während andere Stärke im Kollektiv finden können. Die Aadvari inkorporieren beide Elemente in ihre Gesellschaft und überlassen dem mündigen Wesen die eigene Wahl. Die Nebelelben sehen Verantwortung als das wichtigste Gut an und verehren ihren Patron Patriell immer noch als Helden, der bewies, wie wichtig es gewesen ist, in einem vorbehaltlosen Sinne Verantwortung zu übernehmen. Diese Verantwortung darf niemals von falschen oder extremen Prinzipien diktiert werden, denn dies wird der jeweiligen Situation nicht immer gerecht.

Länder der Aadvari

Aadvari leben in kleinen Gemeinschaften und gründen keine Städte oder große Kommunen. Die größten Ansiedlungen beherbergen maximal 150 Nebelelben. Alles darüber hinaus sorgt für einen wachsenden Zustand der Anomie, weil die weit entfernten Nachbarn in zu großen Gemeinschaften häufig nur noch zu einer Randnotiz werden und man damit sein Gefühl für das Individuum verliert. Daran glauben die Nebelelben. Die meisten Ansiedlungen dieses Volkes umfassen eine eingeschworene Gemeinschaft von 25 bis 50 Aadvari, welche meist in schwer zugänglichen Gebieten leben, welche in feuchten Wäldern, Sümpfen, Mooren oder Tiefebenen liegen, häufig auch in Flussnähe. Sie bevorzugen Orte, in denen sie sich leicht verbergen können und passen ihre Behausungen der Umgebung an. Architektur spielt dennoch eine große Rolle im Leben der Aadvari. Ein Aadvari glaubt daran, dass sich das Wesentliche im Inneren abspielt. So wie ihr Aussehen gräulich wirkt, sind ihre Gebäude der Umgebung angepasst und fallen selten in dieser auf, aber die Innenarchitektur ist stets ausgefallen, exquisit und bis ins kleinste Detail geplant, so wie ein Nebelelb davon überzeugt ist, dass seine inneren Werte und seine Weltanschauung wichtiger ist, als ein extrovertiertes Auftreten. Dementsprechend muss man ein Aadvaridorf gut kennen, ehe man versteht, welches Gebäude nun ein Wohnhaus und welches nur eine Kunstgallerie oder ein Ort der Meditation und Magie ist. Aadvari führen keine Gastwirtschaften und erachten dieses Konzept anderer Völker für verwirrend. Entweder lässt man sich auf eine Person derartig ein, dass man sie in seinem Haus schlafen lässt, oder man schickt sie weiter.
Die Dörfer können sich in ihrer Verwaltung sehr unterscheiden, gängig ist es jedoch, dass es ein starkes Individuum gibt, welchem ein kollektiver Rat entgegengesetzt ist. Diese beiden Gruppen sind häufig in ein Kräfteverhältnis gesetzt. Ansonsten sind die Verwaltungen sehr an die jeweiligen Gegebenheiten der Umgebung angepasst, und so auch das Dorf. Ist ein Dorf an einer Grenze zu mehreren Goblinstämmen, kann es sehr befestigt und die Struktur sehr militärisch sein, an einem Rückzugspunkt in einem unzugänglichen Gebirgswald kann eine Struktur der eines Klosters eines menschlichen Gottes ähneln und sehr auf Kontemplation und Meditation ausgerichtet sein, die Anführer werden zu reinen Lehrern. Durch alle Dörfer zieht sich lediglich die Gegenüberstellung von Individualität und Kollektivität. Und es gibt einen Berufsstamm, besonders angesehen ist und so verfügt jedes aadvarische Dorf über Heilerhaus.

Religion

Grausonne heißt das Wesen, welches von den Aadvari verehrt wird. Es ist beinahe formlos und fast so formlos ist die Art und Weise wie Grausonne verehrt wird. Grausonne wird von den Aadvari auch Stimme des Südens oder Ato'Liat genannt, Heilende Hand. Die meisten Aadvari sind sehr mit Ato'Liat verbunden, und gehen auf seinem Weg, der oftmals mit den Tugenden des Patriell verbunden scheint. Patriell wird als erster Priester dieses Gottes angesehen. Die Aadvari lassen es aber auch zu, wenn einer der Ihren nicht diesem Weg folgt, sondern an einen anderen Gott glaubt oder sich von den Göttern abwendet. Voraussetzung und freilich jedoch immer, dass diese Wesen nicht mit Gewalt zu missionieren versuchen oder die Gemeinschaft gefährden. Solange diese Nebelelben noch immer die Gesetze des Zusammenlebens akzeptierten und somit befolgen, lassen die Aadvari dem Individuum freie Hand und versuchen möglichst selten einzugreifen. Erst wenn Gefahr im Verzug ist, wird entsprechend gehandelt. Das ändert nichts daran, dass Aadvari einander lange und ausgiebig beobachten, wenn sie unterschiedliche Wege gehen. Wie Grausonne auch als Gott oder Göttin der Toleranz verehrt wird, gelten die Aadvari häufig als ihre/seine Emissäre.

Sprache

Die Aadvari sprechen noch immer die Sprache der Elben, haben diese jedoch sehr verkürzt, weshalb sie gerade für Elben häufig abgehackt und herabwürdigend klingt. Die leichte Gesangesnote ist der Sprache ein Stück weit entschwunden und wurde durch eine schwermütige Note ersetzt. Die Art und Weise wie die Aadvari sprechen ist als Dialekt des Elbischen zu verstehen. Die Aadvari sprechen meist sehr kurze Sätze, manchmal auch unvollständige Sätze, solange der Sinn enthalten bleibt. Sie verachten zu blumige Phrasen und haben diese durch eine sehr direkte Art zu sprechen ersetzt. Die Aadvari haben sich zudem noch mehr der Natur hingegeben und haben die Schriftkunst weitestgehend verlernt. Viele Aadvari lernen die Schrift nicht, solange sie diese nicht unmittelbar brauchen. Bei manchen entfacht dann das Feuer der Interesse, bei manchen erlischt es alsbald wieder. Nur die Heiler tragen die Schriftkunst von Generation zu Generation weiter. Aber auch ihre Anweisungen und Beschreibungen der Medizin, als auch die Werke von Poeten und Literaten zeichnet sich durch einen kurzen, prägnanten Stil aus.

Abenteuer

Aadvari verlassen ihre angestammten Gemeinschaften dann, wenn sie die Notwendigkeit dazu sehen. Dies bedeutet, dass viele Aadvari zumindest eine Zeit ihres Lebens in fremden Kulturen verbringen, um diese kennenzulernen und ihr eigenes Ich zu finden. Sie verlassen sich dabei auf ihre ausgeglichene Art, die ohne Vorurteile auskommt. Dennoch macht das die Aadvari nicht zu übermäßig neugierigen Wesen, die sofort alles erkunden müssen. Aadvari haben viel Zeit und Muße auch kleine Beobachtungen zu machen. So kann ein Aadvari auch vierzig Jahre auf einem menschlichen Bauernhof leben, wenn er der Meinung ist, dass diese Erfahrung ihn weiterbringen kann. Aadvari achten nur darauf, dass sie nie im Fokus stehen und ausreichende Rückzügspunkte haben. So wird ein Aadvari niemals in eine kleine Stadt der Menschen ziehen, wenn es nicht einen sehr guten Grund hat, sondern eher in die Umgebung einer solchen Stadt. In großen Städten kann ein Aadvari zwar untertauchen, fühlt sich jedoch aufgrund der großen, unbekannten Masse, die er selbst in seinem langen Leben nicht erschließen kann, unwohl. Es gibt jedoch auch Aadvari, in denen schlummert der alte Entdeckergeist des elbischen Volkes. Jene ziehen auch für Schätze und altes Wissen in die Welt hinaus und schaffen das in relativ kurzer Zeit, sich den schnellebigen Gewohnheiten der meisten anderen Völkern für eine gewisse Zeit anzupassen. Ein Aadvari wechselt seinen Bekanntenkreis dabei selten und ist dementsprechend ein recht folgsames Wesen. Ein Aadvari schätzt einen bekannten Feind mehr als einen unbekannten Freund.


Aadvari als Spielercharaktere
  • +2 Geschicklichkeit, +2 Weisheit, -2 Konstitution, -2 Charisma. Aadvari sind ebenso geschickt wie ihre Verwandten, nehmen sich jedoch deutlich mehr Zeit beim Abwägen ihrer Entscheidungen und hinterfragen und reflektieren mehr. Jedoch lässt gerade dies sie abweisend und unfreundlich wirken. Ihre Reserviertheit ist berühmt. Zudem sind sie ebenso gebrechlich wie ihre Verwandten.
  • Mittelgroß: Als mittelgroße Kreaturen haben Aadvari keine speziellen Boni oder Mali durch ihre Größe.
  • Die Bewegungsrate der Aadvari beträgt 9m.
  • Die Aadvari sind nicht immun gegen magischen Schlaf und müssen auch regelmäßig auf herkömmliche Weise schlafen, im Laufe der vielen Jahre und des Schutzes durch den Nebel Yakhamas haben die Aadvari ihre Resistenz gegen die Verzauberungsmagie verloren.
  • Nebelsicht: Ein Aadvari kann in Sternenlicht, Mondlicht, Fackellicht oder ähnlichen Lichtquellen, sowie in Nebeln und anderen witterungsbedingten Sichteinschränkungen doppelt so weit sehen wie ein Mensch. Er kann weiterhin Farben und Details unterscheiden.
  • Umgang mit Waffen: Aadvari lernen in ihrer Jugend den Umgang mit Wurfspeer, Kurzspeer, Speer und Langspeer. Er bekommt die dazugehörigen Talente als Bonustalente.
  • +2 Volksbonus auf Wahrnehmung. Wenn er Aadvari im Abstand von maximal 1,5m an einer Geheimtür vorbeiläuft, bekommt er einen Wahrnehmungswurf, um diese zu erkennen.
  • +2 Volksbonus auf Heilkunde. Aadvari haben ein natürliches Verständnis für die Heilung entwickelt.
  • Sprachen: Handelssprache and Elbisch. Zusätzliche Sprachen: Ecclesial, Gnollisch, Gnomisch, Goblinisch, Orkisch, and Sylvanisch.
  • Zauberähnliche Fähigkeiten: 1/Tag—Nebelwolke
  • Bevorzugte Klasse: Druide.
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