Unter der fahlen Sonne, der Nässe ausgesetzt

"Das tragische Theater hat einen großen moralischen Nachteil: Es überschätzt die Bedeutung von Leben und Tod." - Nicolas-Sébastien de Chamfort
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Unter der fahlen Sonne, der Nässe ausgesetzt

Beitragvon Marnarn » Mi 2. Nov 2011, 18:12

"Die Sonne ist nicht verschwunden, weil die Blinden sie nicht sehen." - Birgitta von Schweden

Hoffnungslosigkeit, Tristesse, das harte Leben. All diese Worte umschreiben das Leben auf Yakhama, einem Kontinent, welcher durch die Magie der Ahnen besonders verderbt ist. Yakhama, das ist ein Gebiet, welches einstmals blühte, übersät von Laubwäldern und saftigen Tälern, umrahmt von mächtigen, aber warmenen Gebirgsreihen. Für viele aufgrund seiner unendlichen Ressourcen eine magische Ebene, eine immervolle Kornkammer und der Quell des Lebens. So umschreiben die alten Schriftrollen der Elben das Land. Ein Land, so schön, dass sogar Zwerge gerne an die Oberfläche kämen und dort verweilten. Doch das war vor den Elbenkriegen.

Schlachten wurde gefochten in den Tälern des immergrünen Reiches und Elben und Alben gleichermaßen, wie auch ihre vielen Verbündeten, rangen um die Vorherrschaft des Tales, um die Truppen zu versorgen, um die Moral zu stärken, um die eigene Macht zu präsentieren und das eigene Prestige zu erhöhen. Der Magiekrieg tobte hier, in diesem Quell des Lebens, am härtesten. Feuerbälle verbrannten die Wälder, Dürre vertrocknete die Felder, die Hitze des Krieges ließe Flüsse zu Rinnsalen werden und mächtige, kristallklare Seen zu Pfützen. Und dann kam der Nebel, alles verbergender Nebel. Ehrfürchtig sprachen die Zwerge zuerst von diesem Nebel, den sie den Nebel des Krieges oder den ewigen Nebel nannten. Sie verstanden ihn als Strafe, ihre Prophezeiungen wurden von den Priestern allerorts verlesen, jeder Untergangsprophet kannte den entscheidenden Satz. "Fürchtet den Tag, an dem der Nebel des Krieges aufzieht und Vecors Sonne, die Leben spendet, zu einer Scheibe fahler als jene Marnarns werden lässt. Die Götter bestrafen uns für unseren Frevel und unsere Gier! Sie strafen uns mit Trostlosigkeit und Traurigkeit und dem ewigen Nebel, der uns niemals die Wärme der Sonne mehr fühlen lässt. Die Schönheit dieser Lande verblasst und die Wesen verblassen mit dem Land, denn es gibt keine Flucht, nur noch Leid."
Schwere Erdbeben folgten dem Nebel und riesige Risse zogen sich um Yakhama, duzende Meter breit, als würden die Götter persönlich das Land aus seiner Verankerung reißen. Die Spalten wurden breiter und breiter und ehe man sich versah, stürzte Meerwasser in die Spalten. Das Land war abgeschnitten und bildete einen eigenen Kontinent. Einen Kontinent, in dem es nur Nebel und Traurigkeit gibt...

Würde man heute ein natürliches Symbol für Yakhama finden wollen, würde man die Zypresse nehmen, sieht man doch in ihr die Attribute Langlebigkeit, aber auch die mythologische Unterwelt, Tod und Trauer. Zypressen sind zum Ausdruck der übriggebliebenen, elbischen Volkes auf dem Kontinent geworden. Aber es gibt sie noch, die immergrünen Pflanzen. Die scheinbare Entfernung der Sonne, durch den unauslöschlichen Nebel, hat nicht dazu geführt, dass der Kontinent von Eis überzogen ist, obgleich es immer frisch und klamm ist. In den wenigsten Gebieten gehen die Temperaturen im Sommer über 15° hinaus, doch gibt es auch nur an wenigen Tagen im Jahr Raureif oder gar Frost. Wovon es genug gibt, das ist Regen. Die verdorrten Ländern sind über die Jahrhunderte dauerfeuchte Moore geworden, die Pfützen sind wieder volle, wenn auch selten kristallklare Seen und die Rinnsale sind reißende Flüsse. Die Feuchtigkeit ist allgegenwärtig. Das ganze Land ist wieder grün, und dennoch ist es schwer zu bewohnen. Selten findet man auf dem Kontinent große Städte, da die wenigsten Plätze dafür geeignet sind, große Städte zu errichten, zudem kann das Land nur eine begrenzte Menge an Personen ernähren.

Und durch die schlechte, saisonal sogar einseitige Ernährung - im Winter ernähren sich die meisten ausschließlich von Fisch und konservierten Pilzen - und durch die ewige Feuchtigkeit kommt es häufig zu Krankheiten, welche ganze Dörfer dahinraffen. Die Lebenserwartung eines Menschen ist geringer als in den meisten Gegenden der Enwe, aber es ist nicht nur die Feuchtigkeit und die Nahrung, welche Leben nimmt. Das trostlose Leben mit den immer diesigen und dunklen, häufig sogar verregneten Tagen zehren an den Nerven der meisten Wesen, rauben ihnen Hoffnung und Zuversicht. Doch auch das treibt nur die Verzweifelten in den Tod. Noch gefährlicher ist es jedoch, sich im ewigen Nebel zu verirren. Nur die wenigsten Wanderer wagen es, die wenigen befestigten Steinwege, Trampelpfade und Bohlenwege zu verlassen. Es heißt, dass im Nebel grausame Bestien lauern und jeder falsche Schritt ein Ertrinken im Moor nach sich ziehen kann. Wölfe, Bären und andere Wildtiere jagen jedes Wesen, welches sich zu tief und alleine in den Nebel jagt und dann gibt es noch die furchterregenden grauen Reißer, welche gar bis an den Rand der Siedlungen vordringen, um Schafe, Kinder und gar ausgewachsene Männer zu erlegen.
Yakhama ist ein unbarmherziges, düsteres Land mit eben so düsteren und hoffnungslosen Personen. Jene sind nur getrieben von ihrem Überlebensinstinkt, der Liebe zu ihren Nächsten und der Aussicht auf ein warmes, die Glieder trocknendes Feuer!
"Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern." - Jean Paul, Levana

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Yakhama - First Draft

Beitragvon Marnarn » Mi 20. Mär 2013, 18:49

Ideen für Leitmotive

  1. Einstmals ein magische, schöne Ebene und eine der großen Heimstätte der Elben, liegt dieser Kontinent seit den legendären Elbenkriegen in einem dauerhaften, undurchdringlichen Nebel verborgen. Sie verhindert, dass Vecor mit voller Kraft auf diesen Kontinent scheinen kann (außer in manchen Küstenstädten) und Yakhama auch so die "klamme Welt" genannt wird. Das Symbol Yakhamas ist die mythologische Zypresse. Sie steht für die Attribute Langlebigkeit, aber auch die mythologische Unterwelt, Tod und Trauer. Klimatisch wird es nie richtig Sommer, aber auch nie wirklich tiefer Winter. Aber Regen, von Regen gibt es immer genug, trotz des Nebels.
  2. Die klassischen, humanoiden Völker haben sich noch nicht durchgehend auf dem Kontinent durchgesetzt, seit der alten Zeit, von der die Elben schreiben. Die Vormacht auf dem Kontinent halten wilde Echsenvölker, welche die "Fleischlinge" terrorisieren aus dem Nebel heraus. Das Land bietet durch seine Feuchtigkeit keine ausreichende Grundlage für große Besiedlungen (außer in den wenigen, nebelfreien Küstengebieten), weshalb es wenige große Städte und sehr viele, kleine, verschlafene Dörfer gibt. Durch das Land zieht sich die alte Straße, an der die meisten Siedlungen liegen, weil dort das Leben am sichersten ist, weil diese Straße einigermaßen gut bewacht ist durch die sogenannten Nebelwächter. Nur zwei Echsenvölker besitzen große Sumpfstädte und wo die Aadvari, die Nebenelben, leben weiß keiner so genau.
  3. Kulturell ist der Kontinent vor allem an das frühmittelalterliche England angelehnt, in den Küstengebietet ähnelt es mehr dem hochmittelalterlichen Italien. Das sind die Leitkulturen, sie sind jedoch ergänzt um vor allem (süd-)osteuropäische Einflüsse, auch die Sagenwelt betreffend. Diese Ansätze sind untergraben durch die Echsenkulturen und durch die Unsicherheit wegen des Nebels. Religion spielt eine wichtige Rolle als Furcht- und Sehnsuchtspunkt, wobei das hoffnungsvolle Streben auf das Auflösen des Nebels geht.
  4. Im Zentrum steht der menschliche Kampf gegen das Ungewisse. Der Nebel, der eine kaum fassbare Konsequenz alter Verfehlung ist (also ähnlich wie der alte Untergang auf Dilabor und Darkenfalls fassbar ist), steht sinnbildlich dafür. Ein Hauptaugenmerk liegt hierbei auf den diversen Horroraspekten, die dank des Nebels und dank des Echsenvolkterrors möglich ist. Yakhama spielt mit den Klischees, welche den Dark Ages nachgesagt werden, ohne die Dark Ages wirklich damit beschreiben zu können. Nass, krank, blutig, gefährlich. Wichtig hierbei ist der Fokus auf die unterschiedlichen Ängste, welche die menschliche Existenz so ausmachen.
  5. Dieser Kontinent ist insofern unendlich entdeckbar, dass jeder Schritt immer ein Schritt in das Ungewisse ist. Er ist jedoch nicht planhaft zu entdecken, weil Landmarken kaum zu entdecken sind und das Land sich durch die enormen Regenfälle immer wieder rasch und deutlich verändert.
  6. Inspirationsquellen muss ich noch nach nachreichen, aber klassische Nebel-Horror-Geschichten ala Jack the Ripper oder die englische Krimiszene spielen hier, abgewandelt auf die Enwe, eine Rolle.
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