Zhuras - Das Großreich der Sonne

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Zhuras - Das Großreich der Sonne

Beitragvon Marnarn » Di 21. Aug 2012, 21:38

"Es ist, als ob die Völker die Gefahren liebten, weil sie sich solche schaffen, wenn es keine gibt." - Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

  • Hauptstadt: Zhuras
  • Gebiet: Bàsa Katorga (Nordwesten des Kontinents)
  • Verwaltung: Absolute Monarchie
  • Anführer: König und Patriarch Thuras IV.
  • Einwohner: 12.500.000 (letzte Volksschätzung im Jahr 1210)
  • Rassen: 70% Menschen, 15% Orks, 7% Elben, 4% Zwerge, 4% Andere
    Religionen: Vecor (Allerdings gibt es den alten Glauben und acht einflussreiche Häresien) - Im Untergrund gibt es größere Glaubensbewegungen von Adeodatus, Dagur und Manhêl, sowie im Rahmen der magischen Aufklärung eine wachsende Gefolgschaft des Ordo Cogitationis.
"Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern." - Jean Paul, Levana

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Re: Zhuras - Das Großreich der Sonne

Beitragvon Marnarn » Di 21. Aug 2012, 21:38

Die Chronik des Reiches

Das lange, goldene Jahrhundert (Jahr 1-152):
  • Jahr 1 - Egadir bringt den letzten Riesenkönig der Gaahl um und nimmt das Szepter der Gaahl an sich. Das letzte Riesenreich geht damit unter. In den rauchenden Überresten der Riesenstadt Gharussal errichtet Egadir seine Stadt Zhuras und ruft sich als Herrscher über das Gebiet nördlich des Rûûn aus. Das Reich Zhuras ist gegründet.
  • Decrian 152 - Theodorus I. wird bei Friedensverhandlungen mit den Schwarzklauenstämmen der Orks von einem gnomischen Attentäter gemeuchelt. Das lange, goldene Jahrhundert endet gewaltsam. Schnell wird bekannt, dass drei gewitzte blaue Drachen aus dem Khesh-Gebirge die Drahtzieher dieses Anschlags waren. Es ist gleichzeitig der Beginn des Krieges der drei Drachen.


Der Krieg der drei Drachen (Jahr 152-404):
  • Jantus 172 - Godehard der Große gründet unterhalb des Rûûn das Reich Torana und weiht es den Göttern Ahava und Manhêl. Es gibt Gerüchte, dass Godehard der ältere Bruder von Theodorus II. ist und bei der Thronvergabe übergangen wurde. Die Kirche von Ahava und Manhêl werden in Zhuras erst verboten, am Ende des Monats wird die Vecorkirche sogar zur alleinigen Reichskirche erhoben.


Dagurs Plage (Jahr 404-559):


Das Brennen der Wälder (Jahr 559-724):


Das Brechen der Berge (Jahr 724-1042):


Die endlosen Horden des Harkesh (Jahr 1042-):
  • Juntius 1210 - Thuras IV. wird zum König gekrönt. Seine Krönung steht unter einem schlechten Stern, da sich während der Krönungszeremonie eine Sonnenfinsternis ereignet. Der Aberglaube greift um sich und eine Prophezeiung des Patriarchen der Vecorkirche, Aphesos, sagt den Untergang des Reiches voraus, es sei denn, man werde durch das sogenannte Gottkind gerettet. Unruhe macht sich im Reich breit.
  • Julvian 1210 - Patriarch Aphesos nimmt seine Aussagen zurück und tritt als erster Vecorpatriarch der Geschichte von seinem Posten als Glaubensführer zurück. Keine zwei Tage später wird er erschossen im Fluss Bakkal treibend gefunden.
  • Augmentus 1210 - Thuras IV. wird auf einem Hoftag in Brisôl von vermummten Attentätern angegriffen und verliert bei dem Angriff seinen linken Arm, überlebt schwer verletzt. Es ist der erste offene Angriff auf einen König seit über zweihundert Jahren.
  • Semperio 1210 - Thuras IV. verkündet, dass alle Adligen des Reiches absofort in der Hauptstadt zu leben haben für die nächsten drei Jahre und nicht in ihre Stammländer reisen dürfen. Es wird ihnen für drei Jahre jeglicher Briefverkehr verboten. Sie werden im Palast unter Hausarrest gestellt. 24 von 122 Reichsfürsten verweigern den Befehl des Königs und werden noch bis zum Decrian hingerichtet, ihre Familien werden enteignet.
  • Febracus 1211 - In den nun kopflosen Fürstentümern erheben sich die ethnischen Minderheiten, vor allem die alten Schwarzklauenstämme der Orks im Osten des Reiches. Als der König einen Großteil seiner Truppen in den Osten entsendet, erheben sich auch Orkstämme im Norden des Reiches. Aus der Rûûn kommend, sorgt eine toranischer Hinterhalt dafür, dass das südlichste Fürstentum im Chaos versinkt.
  • Novaral 1212 - Der Sitz des Patriarchen in Zhuras, der Novaraldom, fällt in sich zusammen. Manche behaupten, ein räumlich begrenztes Erdbeben vernommen zu haben, andere sprechen von schlechtem Baumaterial, andere behaupten, dass stützende Elemente des Doms sabotiert wurden. In den Trümmern stirbt der neue Patriarch Alexos und mit ihm fast die komplette Elite der Kirche, welche gerade auf einem Konvent tagte. In der Folgezeit erklären sich nicht weniger als acht Kardinäle zum neuen Patriarchen der Kirche. Acht neue Häresien entstehen, wobei die stärkste die sogenannte Gottkindprophezeiung ist, welche besagt, dass ein kleiner Junge das Reich und die Kirche Vecors retten wird. Die überlebenden Kardinäle, welche noch dem alten System treu sind, berufen einen Konvent und versuchen alle Häretiker zu exkommunizieren. Sie ziehen sich zur Wahl eines neuen Patriarchen an einen unbekannten Ort zurück.
  • Juntius 1213 - Thuras IV. begeht sein drittes Amtsjübiläum und entlässt alle Fürsten aus dem Hausarrest. Die Konklave, die den neuen Patriarch wählen sollte, erscheint nach acht Monaten wieder und präsentiert Vecors offiziellen Willen. Überraschenderweise regiert Thuras IV. nun Kirche und Reich in Realunion.
  • Octasci 1213 - Der Königspalast wird von Fanatikern der Gottkindprophezeiung gestürmt und zwei Söhne und die Königin sterben bei diesem Angriff. Der König verliert ein Auge bei dem Angriff.
  • 1. Jantus 1214 - Haggos, der Sohn des Gottkindpropheten Aphesos, erklärt, dass man das Gottkind in der Rûûn gefunden hätte und Vecor es persönlich in die Obhut von Haggos gegeben hätte. Die Zeit der Rettung sei nahe.
  • 4. Jantus - Die Orkstämme dringen bis an die Grenzen der Hauptstadt Zhuras vor, im Osten beginnen sogar die Elben mit der Mobilisierung eigener Truppen. Ob dies geschieht, um die Situation zur Sezession zu Nutzen oder um sich vor den Orks zu schützen, ist nicht bekannt.
  • 5. Jantus - Der für Tod gehaltene, letzte blaue Drache von Khesh, wird in der Nähe der Hauptstadt gesichtet.
  • 6. Jantus - Nachdem die Zwerge die Tore in ihre unterirdischen Städte versiegelt haben, reißt auch der magische Kontakt zum Volk der Zwerge ab.
  • 7. Jantus - Thuras IV. erleidet einen leichten Schlaganfall.
  • 8. Jantus - Die Sonne am Abend dieses Tages geht vier Stunden früher als normal unter...
  • 9. Jantus 1214 - Dhurek, der inzwischen etwas senile Stellvertreter und Berater des Patriarchen ersinnt einen verzweifelten Plan
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Re: Zhuras - Das Großreich der Sonne

Beitragvon Marnarn » Di 21. Aug 2012, 21:43

Vecors Knute

Ich bin die Sonne. Ich gebe Leben, also herrsche ich über das Leben.
Ich bin die Sonne. Ohne mich gibt es kein Leben.
Ich bin die Sonne. Niemand kann mir in meine Augen blicken.
Ich bin die Sonne. Ich bin Perfektion. Ich bin das Leben.


Die Struktur der Kirche:
Die drei Anspruchsarten der Kirche:
  • Das Priestertum hat einen totalitären Anspruch, also die Veränderung der Humanoiden zugunsten des Vecor und die Beherrschung, geistige Leitung jener.
  • Das Laientum hat einen martialisch-perfektionistischen Anspruch, also das Verändern des geographischen Weltbildes und das Besiegen der Feinde und Vergrößern der Gebiete Vecors.
  • Das Archivistentum hat einen epistemologischen Anspruch, also die Erweiterung des Wissens und des Verständnisses der Welt für die Vecoriten.

Die Hierarchie der Kirche:
  • Das Triumvirat der Sonne ist das oberste Organ der Kirche und besteht aus drei Mitgliedern. Sowohl Priestertum (Sonnensohn) als auch Laientum (Sonnenschwert) und Archivistentum (Sonnenschild) stellen jeweils ihren höchsten Vertreter, welcher einen Platz innerhalb dieses Rates bekommt. Das Sonnenschwert und Sonnenschild sind gleichberechtigt und fungieren als Berater für den Sonnensohn, welcher über den beiden steht und die Verbindung zwischen Vecor und der sterblichen Welt ist. Er wird Patriarch genannt. Diese Positionen werden ausschließlich von Männern bekleidet. Frauen können in der Kirche Vecors nicht die höchsten Weihegrade erreichen. Nur im Mönchs- und Nonnentum sind Männer und Frauen gleichberechtigt.

Die Aufgaben der jeweiligen Glaubensbestandteile:
Die drei Wege der Kirche unterteilen sich nochmals in jeweils zwei Pfade. Das Mönchtum gehört nicht in die normale Verwaltung und stellt einen losgelösten Weg dar. Dieser Weg hat nichts mit der Verwaltung der Kirche zu tun.
  • PriestertumBewahrer: Ihre Aufgabe liegt in der Ordnung der Gläubigen, der Aufstellung von Glaubensgesetzen, Bau, Führung und Bewahrung von Kirchen und religiösen Stätten im Allgemeinen. Ebenso sind sie für die Erziehung und Sittlichkeit (und deren Überwachung) zuständig.
  • PriestertumMissionare: Ihre Aufgabe liegt in der Konvertierung von areligiösen oder fremdreligiösen Wesen. Diese Aufgabe nehmen sie mit den Kreuzfahrern zusammen wahr, jedoch sind ihre Mittel das Wort, die Verbreitung durch ecclesiale Verfahren, wie der Kirchsetzung in fremden Reichen, und das Manipulieren fremder Strukturen.
  • LaientumKreuzfahrer: Zusammen mit den Missionaren bemühen sie sich um die Konvertierung fremder Reiche und der Zerstörung fremder Religionen. Ihr erwähltes Mittel ist das Schwert, denn sie sind für das Demonstrieren von Vecors Kraft zuständig. Ihr ist die Mission und die Destruktion.
  • LaientumRitter: Ihre Aufgabe liegt in der militärischen Bewahrung bestehender Ländereien Vecors. Sie übernehmen Schutz und Trutz der Städte, Grenzen und religiöser Stätten. Zudem übernehmen sie die Verwaltung der Ländereien. Das Lehensrecht liegt eigentlich beim König, er hat den kirchlichen Rittern aber seit jeher die Verwaltung der Lehen übertragen, wenn die Adligen und weltlichen Ritter am Hof waren, in Zeiten des Erbstreites oder wenn der König eine Familie enterben musste.
  • ArchivistentumBureaukraten: Ihre Aufgabe liegt in der Verknüpfung der drei Glaubensbereiche als auch kleinteilige Verwaltung (Personal, Finanzen, Verwaltung von Schrift, Bild und Kunst).
  • ArchivistentumArchivare: Ihnen obliegt das Studieren der Schriften, das Sammeln von Information und Wissen, sowie die Integration neuer Erkenntnisse in den Glauben. Sie funktionieren nach dem Motto: „Stillstand ist Rückschritt.“


Das kirchliche Dogma:
Stärke, Reinheit, Perfektion! Dies seien die drei Dinge, nach denen du streben sollst! Sei stark und erhalte dir diese Stärke, sowohl im Körper, als auch im Geiste (Mens sana in corpore sano). Verachte alle, die nicht diesem Pfad folgen und helfe jenen aus dem Leben, die diesem Weg nicht mehr Folge leisten können. Verschmähe alles, was keine Perfektion erreichen kann, alles, was nicht so werden kann, wie ich es bin, denn ich bin die Perfektion, die Leben gibt und es nimmt. Ich bin die Reinheit und du sollst ebenso rein sein, wie ich es bin. Verschmähe Halbblüter und alle die, deren Reinheit beschmutzt wurde, denn für jene kann die Sonne nicht mehr scheinen. Lass sie leiden, wie die Wüste sie ausdorren würde. Übergebe die Wesen, die die Perfektion nicht mehr erreichen können und die, die nicht mehr rein sind, dem Feuer, auf das es sie reinigen möge. Und jenen, denen du den Weg des reinen Lichtes zeigen kannst, forme ihren Geist so, dass sie den einzig wahren Weg erkennen, denn ich bin der einzig wahre Weg, der einzig wahre Herr!


Die alte Auslegung des Dogmas in Zhuras:
«Viele Kritiker verstehen die Sonne nicht.», mit diesen Worten beginnt eine berühmte Rede des großen Patriarchen Jharos. Viele Kritiker seien der Meinung, dass die Kirche Vecors perfekt sein müsse, wenn ihr Gott perfekt sei. «Eine Lächerlichkeit, zu glauben, dass wir Sterblichen auch nur ein Stück weit perfekt sein könnten. Alleine unsere mangelnde Unsterblichkeit ist das erste Manifest unserer Fehlbarkeit. Wir können sterben und wir kennen in den meisten Fällen nicht einmal die Stunde. Jedes sterbliche Wesen ist fehlbar. Im Geiste, im Körper, im Erkennen, im Verstehen, im Wissen, im Handeln, im Willen. Eine unendliche Liste, die ich ewig fortführen könnte.» Diese Rede hielt Jharos, genannt der Große, zum 1000ten Jubiläum der Kirche als Reichskirche in Zhuras und er erklärte vielen Kritikern, was Vecor war. Der Gott der Sonne ist kein einfach nur rachsüchtiger Gott des Hasses, der alle Halbblüter (Kruzifere genannt), alle Behinderten und Verstümmelten, alle Alten und all jene, die sich selbst aufgegeben haben, erschlagen will. Gleichwohl sind die Worte des Dogmas häufig als Imperium verstanden wurden. Halbelben und Halborks wurde von einer Inquisition gejagt und die Kirche machte seit ihrer Wahl zur Staatskirche den Eindruck, als würde sie der Sonne gleich über alles und jedem thronen. Oftmals sogar über dem König.

Jharos Bestreben war es, den Zhurasen, wie die Bewohner des Reiches Zhuras auch genannt werden, zu zeigen, dass Vecor kein Gott der Unterdrückung, sondern ein Gott der Hilfe war. Er erklärte das harsche Dogma mit weichen Worten. «Stärke, Reinheit, Perfektion. Natürlich sollt ihr danach streben. Dass ihr danach streben sollt, beweist, dass ihr dessen nicht habhaft seid. Dass Vecor das einzige Wesen der Perfektion ist, ist Manifest dafür, dass du niemals perfekt werden wirst. Das Streben ist das Näherkommen, dass sich des Lebensgeschenkes verdient machen. Stark sein, das meint nicht nur die Beugemuskeln des Armes, sondern auch den Charakter. Jenem aus dem Leben zu helfen, die diesen Weg nicht mehr gehen können, bedeute nicht, diese einfach zu erschlagen. Es bedeute, dass man diesen Wesen helfe, aus ihrem jetzigen Leben zu kommen. Das kann auch Hilfe bedeuten. Nur Aussichtslosigkeit sollte mit Tod beendet werden, denn ein unerfülltes Leben ist kein Leben. Leben ist handeln, nicht atmen.
Alles zu verschmähen, was die Perfektion nicht erreichen zu kann, heißt der Selbstliebe zu entsagen. Ein sterbliches Wesen kann nie perfekt werden. Vecor ist das Einzige, welchem man wahre Liebe entgegenbringen darf. An allem anderen ist zu zweifeln, es ist zu schmähen, aber nicht zwangsläufig zu hassen.
Halbblüter und jene, deren Reinheit beschmutzt wurde, zu verschmähen, bedeutet zu verstehen, dass diese Wesen am weitesten entfernt davon ist, Perfektion erreichen zu können. Kreuzblüter sind unnatürlich, wer sich der Reinheit versagt, stellt sich gegen den göttlichen Willen. Vecor bestraft jene, obgleich nicht immer mit dem Tod. Sie leiden zu lassen, ist ein Weg der Läuterung für den Frevel wider das Leben, welches Vecor gab.
Aber alle können dem Feuer übergeben werden. Das heißt nicht, sie auf den nächsten Scheiterhaufen zu stellen, sondern sie schweren körperlichen und geistigen Aufgaben und Läuterungen zu unterziehen. Diese schweren Aufgaben helfen bei der Reinigung der Wesen. Denn nicht alleine die Gestalt, sondern die Seele macht das Wesen aus. Dieses kann durch Vecors Gnade gerettet werden. Entweder durch den Tod, oder, wenn das Wesen stark genug ist, durch das Feuer der Läuterung.
Es gibt viele Wesen, die diese Wege der Läuterungen zu kennen glauben, aber Vecor ist der einzig wahre Weg. Nur er bringt Erlösung und Reinigung. Nur er gibt Leben und nur er kann es wieder nehmen.»


Der Weg in die Zersplitterung:
Jharos legte das erste Mal dar, was die Kirche Vecors für Zhuras war und er log nicht. Aber viele einfache Menschen und auch Elben und Zwerge sahen dies häufig anders. Hassprediger anderer Gottheiten erzählten nur von den extremen Taten mancher Vecorianer, aber auch manche Vecorianer sahen die Lage so ernst und interpretierten ihren Gott zu einem Gott des Hasses und des Terrors. Dass der monotheitisch verehrte Vecor so auf mannigfaltige Wege ausgelegt wurde, war ein Problem, welches nicht nur Jharos erkannte, sondern auch viele seine Vorgänger. Denn im Hintergrund brodelte es. Die vielen Feinde der Kirche außerhalb und innerhalb der Kirche warteten nur darauf, dass die Kirche einen Fehler beging und ihre Stunde schlug. Leider war Jharos auch der letzte Patriarch, der die Notwendigkeit der Kircheneinheit verstand und trotz aller Häresien und Anfeindungen immer wieder das Volk und die Herrscher auf seine Seite brachte. Die Tausendjahrfeier der Kirche war im Jahr 1172. 1202 starb Jharos und mit den Todesglocken für den viel beachteten und beliebten Patriarchen wurde auch die Agonie der Kirche eingeleitet...

Es gab schon immer Machtmenschen in der Kirche der Sonne. Und es gab auch jene, welche die fast absolutistischen Strukturen der Kirche zu nutzen wussten, um ihre persönlichen Ansichten von Vecor und ihre Auslegung der göttlichen Gesetze zum kirchlichen Gesetz machten. Die Kirchengeschichte ist eine Geschichte voller Widersprüche, voller sich abwechselnder progressiver Erneuerungen und sprichwörtlicher Reformen, also der Rückkehr zu alten Werten. Die Kirche war in der Gestalt des Patriarchen, in der Gestalt von Kardinälen und Bischöfen, aber auch in der Gestalt von angeblich der Welt abgewandter Mönche in sehr weltliche Intrigen am Hof oder sogar in lokalen Bereichen involviert. Die Kirche hat eben genauso fehlbare Wesen in ihren Reihen, wie alle Wesen im Reich Zhuras sind. Der Unterschied ist, dass die Kirche als Ganzes eine Verbesserung, einen Weg zum Kampf gegen die Unfähigkeit des sterblichen Wesens zu haben glaubt. Und jene, welche anderen auf diesem Weg helfen und selbst so rein, so integer, so stark und charakterstark wie möglich werden, jenen ist das Paradies versprochen. Den anderen das reinigende Feuer der Sonne. Aber das Leben in Zhuras prägt und so war es seitjehr so, dass die Kirche es hielt wie der Hof. Die besonders unfähigen Wesen in ihren Reihen drohte die damnatio memoriae, so wie sie jedem Mitglied des Königshaus drohte.

1202 kam Aphesos an die Macht. Manche munkelten damals schon von einem Putsch. Er ist der erste Häretiker, der den Patriarchenstuhl besetzte. Wie er an diese Macht kam? Niemand weiß es. Seine schicksalshaften Worte, dass die alte Kirche Vecors dem Untergang geweiht sei und mit ihr das Reich Zhuras, es sei denn, das Götterkind würde geboren und ihnen zur Rettung eilen, brachten diesen Kessel voller Häresien und weltlicher Interessen, der über 1000 Jahre köchelte schlussendlich zum Überlaufen. Auch wenn Aphesos unter Druck der Kirche diesen Aussagen zurücknahm, die Stein des Anstoßes konnte nicht mehr aufgehalten werden. Er rollte unaufhaltbar den Hügel des Konfliktes herunter. Die alte Kirche Vecors erbebte, die Scholle Vecors, welche Zhuras ist, zerbarst in Splitter, beherrscht von Häresien. Das, was weise Patriarchen wie Jharos verhindern konnte, wurde nun von Verrätern an der alten Kirche und dadurch auch durch die Kirche selbst ausgelöst. Eine neue Zeit der Häresien ist angebrochen. Dass Thuras IV. seit 1213 die Kirche und das Reich in Realunion regiert, hat die Kirche nicht retten können, im Gegenteil...


Die acht Häresien:
  • Apostelbrüder
  • Brüder und Schwestern der Läuterung
  • Das irdische Purgatorium
  • Gottkind-Häresie [Die sogenannte Gottkindprophezeiung besagt, dass ein kleiner Junge das Reich und die Kirche Vecors retten wird. Haggos, der Sohn des Gottkindpropheten Aphesos, behauptet, dass man das Gottkind in der Rûûn gefunden hätte und Vecor es persönlich in die Obhut von Haggos gegeben hätte. Die Zeit der Rettung sei nahe.]
  • Häresie der Heilenden Hand
  • Novarals Wiege
  • Pfad der Stärke
  • Sonnenstaat-Häresie


Die Zeitrechnung in vecorgefälligen Landen:
Während es in den meisten Reichen eine dekadische Woche (Zehntag) gibt und das Jahr damit 36 Wochen hat, denn es hat 360 Tage auf der Enwe, haben Vecorreiche eine Siebentage-Woche. Die Woche beginnt mit dem Sonntag, welche der Ehrentag Vecors ist. An diesem Tag darf nicht gearbeitet werden, es sei denn, es dient dem Überleben und ist notwendig. Dieser Tag ist Vecor gewidmet und jedes Wesen hat die Pflicht, einen der vielen Gottesdienste, die es aller Orten gibt, zu besuchen. Das Jahr hat 51 Wochen und eine Sonderwoche, welche das Jahresende markiert. Der sogenannte Dreitag ist eine dreitägige Sonderwoche, welche dem Lebensgott gewidmet ist. An einem diesen drei Tage (Tag 358-360 im Jahr) geboren zu werden, gilt als ganz besonderer Segen. Die wenigsten Reiche schieben ihre Wochen in Monate, es sei denn, sie sind Marnarn- oder Raivagefällig (Es gibt zwei Monde, welche die Enwe umkreisen). Vecorreiche nutzen jedoch auch Monate, welche jedoch nicht exakt an die Mondphasen gebunden gebunden sind. Diese 12 Monate sind nach den zwölf Urheiligen Vecors benannt. Den ersten zwölf Menschen, denen Vecor für ihre Reinheit und ihr Streben nach Perfektion sein Paradies öffnete.

Die Monate benannt nach den Heiligen mit Dauer eines Monats
Monat -|- Dauer in Tagen
1. Monat - Jantus -|- 30
2. Monat - Febracus -|- 28
3. Monat - Marcellus -|- 30
4. Monat - Aprescus -|- 30
5. Monat - Maitanus -|- 30
6. Monat - Juntius -|- 30
7. Monat - Julvian -|- 30
8. Monat - Augmentus -|- 30
9. Monat - Semperio -|- 30
10. Monat - Octasci -|- 30
11. Monat - Novaral -|- 29
12. Monat - Decrian -|- 30
Jahresende - Dreitag -|- 3
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