Die iustitianische Legion

"So liegen also in der menschlichen Natur drei hauptsächliche Konfliktursachen: Erstens Konkurrenz, zweitens Mißtrauen, drittens Ruhmsucht." - Thomas Hobbes im Leviathan, 13. Kapitel
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Marnarn
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Die iustitianische Legion

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 09:07

Original von Marnarn vom 25.06.2009

In Iustitia laufen die Sanduhren noch etwas anders, deswegen meint das Wort Legion zurecht nicht eine bestimmte, fest taxierte Einheit innerhalb der Armee, sondern die Gesamtarmee, wie es auch in der frührömischen Zeit der Fall war.
Dementsprechend besteht eine Legion in diesem Fall nicht nur aus schweren Infanteristen, einer kleineren Reiterei und Hilfstruppen, sondern die Reiterei und die Hilfstruppen sind ein fester Bestandteil der eigenen Legion.
Nachdem ihr eure Heeresreformen, soweit sie Reformen sein mögen, abgeschlossen habt und ein paar Dinge über die Armee durch die gestellten Fragen erfahren habt, denke ich, dass es Zeit ist, dass die Legion an sich mal vorgestellt wird, da sie ja durchaus in den Fokus rücken könnte, wenn sich einer der Spielercharaktere dazu entschließen sollte, seinen Militärdienst zu verrichten, denn jeder der männlichen Spielercharaktere gehört bereits zu den Iuniores, das bedeutet Männer, zwischen 17 und 46 Jahren (menschlicher Maßstab), welche den Militärdienst verrichten können. Mit 17 kann ein römischer Junge bereits die Militärlaufbahn als Auszubildender beginnen und Packesel und Bote, oder Jungadjutant spielen, je nach seiner Herkunft.

Hierarchie:

Zuerst einmal natürlich die Frage, wer die Legion überhaupt anführt?
Da gibt es gleich mehrere Antworten, denn das unterscheidet sich je nach dem Friedenszustand in Iustitia.
In Friedenszeiten steht ein Legat aus dem Senatorenstand der Armee vor, und ist mit seinem Stellvertreter, dem Militärtribun mit breitem Purpur, für Ausbildung, Ausstattung und Versorgung des Heeres im Groben zuständig.
Ihnen obliegt alle organisatorische Verantwortung. Darunter sind die jeweiligen Lagerpräfekten in der hierarchischen Ordnung angesiedelt, gefolgt von den Militärtribunen mit schmalen Purpurstreifen. Dann kommen die Zenturios, welche über die jeweiligen Zenturien herrschen. Wobei die Zenturios der ersten Kohorte denen der anderen Kohorten leicht überstellt sind. Der höchste der Zenturios, ist der Primus Pilus.
Über die über 1000 kleineren Dienstränge, welche es im Laufe des Römischen Reiches gegeben hat, werde ich mich nicht gesondert auslassen und dort werde ich, sobald die Kampagne begonnen hat, eine Vereinfachung einfließen lassen, sollte sich jemand für den Militärdienst entscheiden. So vermeide ich die individuellen Zenturiobezeichnungen je nach Zugehörigkeit zur Kohorte und Waffengattung etc.
Die höchsten Militärränge der Legion
  • Legat (Aus dem Senatsstand)
  • Militärtribun prior (Aus dem Senatsstand)
  • Praefectus Castrorum (Höchster zu erreichender Militärrang für Nichtmitglieder der Häuser)
  • Militärtribun posterior
  • Primus Pilus
  • Zenturio prior
  • Zenturior posterior

In Kriegszeiten ändert sich das allerdings und der Legatus rückt in den Hintergrund, denn die beiden Konsuln übernehmen die Kontrolle über das Heer oder in manchen Fällen zumindest einer von ihnen. Diese Entscheidung ist einleuchtend. Denn nur erfolgreiche Heerführer bekommen die Chance zu einer Ovation oder einem Triumphzug, weshalb die Fälle, in denen der Legat im Krieg Heerführer war, sehr selten sind und eigentlich nur dann eintrat, wenn beide Konsuln in der Schlacht gefallen waren.
Die Konsuln werden in diesem Fall einfach über den Legat gesetzt, ansonsten bleibt die Hierarchie unverändert.
So viel zur grundsätzlichen Hierarchie innerhalb des Heeres.

Aufteilung:

Die Legion besteht relativ stumpf zu Beginn der Kampagne aus zehn Kohorten, welche in drei Manipel aufgeteilt sind, welche wieder zu zwei Zenturien aufgeteilt sind. Die angepeilte Soldatenzahl liegt bei 6000 Soldaten, andererseits muss das Heer nicht so groß sein und ist es im Regelfall auch nicht. Die Legion besteht in der Regel aus 3000 aktiven Soldaten und 3000 weiteren, welche in Bereitschaft stehen und alle zwei Monate eine Wehrübung ausführen. Dabei sind Veteranen und altgediente Soldaten meist in Bereitschaft, während die jungen Soldaten über längere Zeiträume innerhalb des Heeresverbandes bleiben und regelmäßig ausgebildet zu werden.
Allerdings hat sich es inzwischen auch so ergeben, dass die meisten Soldaten sich in den Kasernen die Hintern breitsitzen, weil die Legion in den letzten Jahren kaum ausgerückt ist, deshalb wird in der lauen Hochsommerzeit meist die Anzahl der Soldaten auf 1500 ausgedünnt, während die Reste sich ebenfalls nur an den Übungen beteiligen.
Es gibt allerdings innerhalb der Kohorten auch gewisse Ausnahmen, welche ich nun in der Einzelauflistung der Kohorten beschreiben werde.

1. Kohorte: - Senatsverteidiger - Feldzeichen: Aufrechter, mähnenloser Löwe
Selbstverständlich ist die erste Kohorte ein ganz besondere Kohorte und damit auch die wichtigste Kohorte von Iustitia. Sie sind die sogenannten Senatsverteidiger, die letzte Bastion der Armee. Deshalb hat sie auch repräsentative Zwecke und wird als Ehrengarde genutzt, welche beispielsweise den Einzug von siegreichen Feldherren begleitet oder über die Wahlen der Konsuln wacht. Sie vereint deshalb auch alle Kampftruppen innerhalb einer Kohorte.
Aufgeteilt ist sie in zwei Manipel und zwei Einzelzenturien. Ein Manipel besteht aus Schwertkämpfern, das andere aus Speerkämpfern. Die Einzelzenturien werden durch Kamelreiter zum einen und Armbrust- und Bogenschützen zum anderen gestellt.
Aufgenommen werden in der Regel nur altgediente Veteranen, die über entsprechend Kampferfahrung verfügen, da die Senatsverteidiger im Verteidungsfall die letzte Linie sind, falls alle anderen überwunden wurden.
Aus diesem Grund hat ihr Ruf in der langjährigen Friedenszeit auch einen kleinen Knacks bekommen, denn vermehrt sind unfähige Soldaten, welche allerdings aus hohen Häusern oder den Vasallenhäusern stammen, zu den Senatsverteidigern gekommen, weil sie dort am wenigsten falsch machen können, falls es doch mal zum Kampfe kommt. Denn die Senatsverteidiger werden häufig gar nicht eingesetzt, auch wenn sie vorne marschieren. Dementsprechend hat sie inzwischen den Ruf mit zu alten und zu schlechten Soldaten besetzt zu sein.

3. Kohorte: - Princeps - Feldzeichen: Blauer Pfau
Diese Kohorte besteht traditionell aus drei Manipeln, welche allesamt aus Speer- und Lanzenkämpfern bestehen. Wie der Name es andeuten lässt, besteht dieser Teil des Heeres aus vermögenden Männern, welche sich schwere Ausrüstung leisten können für den Verteidigungsfall und leichte Ausrüstung für den Angriffsfall, denn innerhalb des Gebirges geht dies mit schwerer Ausrüstung, allerdings ist es selbstmörderisch in die Wüste mit schwerer Ausrüstung zu ziehen, weshalb sie im Angriffsfall ebenfalls als Hastati ziehen, nur etwas hochwertiger ausgerüstet.
Eigentlich galt die zweite Kohorte einmal als wichtiger als diese, doch durch gewisse geschichtliche Vorgänge, die noch zu erklären sind, gibt es die zweite Kohorte nominell nicht mehr, weshalb die Dritte ihren Posten eingenommen hat.
Diese Kohorte wird zum größten Teil von Freien und von den Vasallenhäusern gestellt.
Ihre Ausrüstung besteht aus zwei Wurfspießen, einem Kurzschwert, einem Großschild und einer wehrhaften Rüstung mit leichten Metallbeschlägen. Bei defensiven Vorhaben rüstet die dritte Kohorte noch zusätzlich Langspeere aus und rüstet sich in Kettenhemden.

4. Kohorte: - Hastati-Pioniere - Feldzeichen: Turmfalke
Die vierte Kohorte ist eine der besonderen Kohorten, denn sie hat eine duale Funktion, denn sie ist sowohl eine der Kampftruppen, als auch eine der Unterstützungstruppen, da sie als leichte Pioniereinheit genutzt wird. Als leichte Pioniertruppen bauen sie Fallen auf, stellen leichte und schnelle Hinterhalte und bauen leichte Brücken.
Aufgeteilt ist sie in drei Manipel, wobei zwei Manipel Hastati-Manipel sind, welche nur vor dem Kampf als Pioniere eingesetzt werden, während ein drittes Manipel als Abstellung auch während des Kampfes als Pioniere dienen.
Hastatipioniere sind ausgerüstet mit einem kleinen Rundschild, einem Langspeer, einem Dolch, einem Spaten, Spitzhacke und Seilen. Die Truppe führt noch immer zusätzliches Pioniermaterial mit. Rüstungen tragen sie in der Regel nicht.

5. Kohorte: - Princeps-Pioniere - Feldzeichen: Steinbock
Die fünfte Kohorte ist eine Spezialkohorte, welche unter einem der unzähligen Eisenbartzwerge eingeführt worden ist. Sie ist, genau wie die vierte Kohorte, eine dual agierende Kohorte, welche nicht nur Kampftruppe, sondern auch Pioniertruppe ist.
Das Besondere an ihr ist allerdings, dass sie aus schweren Pionieren besteht, und dass sie nur in Einzelzenturien aufgeteilt ist, dabei ist sie zu völlig unabhängigem Handeln in der Lage, denn es gibt zwei Zenturien, welche aus Großschwertkämpfern bestehen, drei Zenturien, welche aus Schwert-Schild-Kämpfern bestehen. Die letzte Zenturie besteht aus Sanitätern, welche für die Versorgung zuständig sind.
Sie ist für den Bau richtiger Brücken, schwerer Hinterhalte und für Geländeveränderungen verantwortlich und kämpft in der Regel nicht im Gesamtverband der Legion, sondern agiert fast immer allein.
Sie besteht zum größten Teil aus Zwergen und Orks.
Die Ausrüstung variiert nur zwischen Großschwert und Schwert und Großschild, ansonsten sind alle mit leichten Lederrüstungen, Spaten, Spitzhacke, Seilen und schwererem Gerät ausgerüstet.
So ist diese Kohorte auch für das Öffnen von Toren und Türen zuständig und verdingen sich ebenfalls als Belagerungstechniker.
Sie ist die vielseitigste Kohorte der Armee.

7. und 8. Kohorte: - Armbrust- und Bogenschützen - Feldzeichen: Schlange (7.) und Raubadler (8.)
Beide Kohorten sind identisch aufgebaut, sie bestehen aus jeweils drei Manipel, wovon jeweils ein Manipel aus leichten Armbrustschützen besteht und die anderen beiden aus Kurzbogenschützen.
Darin besteht auch fast die komplette Ausrüstung der Schützen, neben ihrer Schusswaffe besitzen sie nur noch einen Dolch zur Verteidigung im Notfall. Rüstungen tragen die Schützen nicht.
Die Einheiten sind im allgemeinen Umgang der fünften Kohorte unterstellt, da die Schützen von den Arbeiten der Pioniere abhängig sind, im Verteidigungskampf innerhalb der Schluchten dienen sie nur der "Zinnenabwehr", sie kämpfen also gegen alle Feinde, welche sich aus der Luft oder von den Spitzen der Klippen nähern.
Da die Schützen in der Vergangenheit wegen mangelnden offenen Flächen selten gebraucht wurden, haben inzwischen fast alle Schützen eine Zusatzausbildung zu Pionieren bekommen, weshalb sie Unterstützungstruppen für die vierte und fünfte Kohorte werden können, sollte Unterstützung benötigt werden.

9. Kohorte: - Kamelreiter - Feldzeichen: Lama
Die reichsten Anhänger des Militärs leisten sich Kamele, welche für den Krieg trainiert worden sind und reiten mit diesen in die Schlacht. Allerdings sind in letzter Zeit auch reiche Freie und Mitglieder von Vasallenhäusern zu diesen Diensten herangezogen worden, da es einfach nicht genug Kamelreiter gab, um eine Kohorte zu füllen.
Hier ist die Aufteilung der Kohorte wieder typisch.
Ausgerüstet sind die Reiter sowohl mit Reiterbögen, als auch mit dem Falcata, einer Art Krummschwert welches sich ideal zum berittenen Angriff eignet.
Die Ausbildung der Kamelreiter ist die aufwendigste und die teuerste, dafür sind die Soldaten auch die angesehensten.
In letzter Zeit läuft dennoch eine Debatte durch den Senat, welche sich mit dem Sinngehalt dieser Einheit beschäftigt, da Kamele in den Schluchten kaum Vorteile bringen, allerdings hängen die meisten an ihrem Statussymbol, weshalb die Kohorte wohl noch lange so bestehen bleiben wird.
Die Soldaten sind ebenfalls mit Lederrüstungen geschützt, ebenso sind die Kamele mit leichten Lederpanzerungen geschützt.

10. Kohorte: - Schildbrecher - Feldzeichen: Königsbussard
Die zehnte Kohorte ist eigentlich die neuste Kohorte, denn sie gibt es erst seit etwa drei Jahrhunderten. Nach mehreren Kämpfen gegen Sonnensöhnen, die ebenso in Formation zu kämpfen verstehen wie die Iustitianer, haben ein paar findige Männer aus Iustitia einen neuen Kampfstil erprobt, welcher starke Männer benötigte. Schnelle und starke Männer werden seitdem der Schildbrecherkohorte zugeordnet, wo sie lernen mit riesigen, langstieligen Äxten und Hellebarden die Schilde der gegnerischen Formation zu zerbrechen, gerade auf engen Gebieten.
Die Ausrüstung dieser Männer ist dementsprechend spärlich, eine große Axt und eine leichte Rüstung ist von Nöten, sonst nur eine große Menge Mut und etwas Willen.
Die Schildbrecher haben bereits auf sich aufmerksam gemacht als sie Sonnensöhne, welche bis zum Haupttor vorgestoßen waren vor fast zwanzig Jahren, trotz fester Formation zur Aufgabe zwangen, nachdem sie den Schildwall einfach zerschmettert hatten.
Orks, Zwerge und Menschen sind prädestiniert für den Einsatz in dieser Kohorte, Elben und andere schmächtige Völker werden eigentlich nicht berücksichtigt.
Aufgeteilt ist diese Kohorte typisch.

11. Kohorte: - Princeps - Feldzeichen: Wildschwein
Die elfte Kohorte war eigentlich einmal die zweite Kohorte, vielmehr ist sie zumindest der Ersatz für die verlorene Kohorte.
Die zweite Kohorte gehörte zu den Verräterkohorten, welchen Sylarus gefolgt war. Aus diesem Anlass hat man dies als Frevel und Beleidigung aufgefasst und beschlossen, dass man die zweite Kohorte nicht wieder neu bilden sollte, weil man sie sonst ewig als Verräterkohorte beschimpfen würde, deshalb wurde daraus die elfte Kohorte, welche aber derselben Gattung angehört. Den Princeps.
Allerdings ist dieser Name nur Schein, denn noch immer kämpft die Kohorte mit den Vorurteilen und viele einflussreiche und reiche Bürger drücken sich um diese Kohorte, weshalb fast nur Fremdlinge und Niedere in dieser Kohorte dienen, aber dennoch ausreichend ausgerüstet sind. Für diese ist die Elfte eine gute Chance zum Aufstieg.
Mehrere Konsuln haben sich bereits die Elfte zur Brust genommen und versucht ihren Ruf zu verbessern, aber die meisten Leute sehen sie in Tradition der Zweiten, weshalb dies bisher nicht geglückt ist.
Diese Kohorte ist auch typisch aufgebaut und steht neben der dritten Kohorte stets in der ersten Schlachtreihe, nichtsdestotrotz sehen die meisten diese Kohorte als ersetzbar an.
Ausrüstung ist dieselbe wie bei der Dritten.

16. Kohorte: - Sanitäter - Feldzeichen: Wüstenfuchs
Die ehemalige sechste Kohorte war eine Schwertkämpferkohorte, welche mit der Zweiten zusammen desertierte. Auch hier halten sich bis zum heutigen Tag die hartnäckigen Gerüchte, dass sie eines Tages wieder desertieren würde, weil ihr Andenken das so bestimme. Nichtsdestotrotz steht die Sechzehnte besser da als die Zweite, denn sie besteht zum größten Teil aus Sanitätern; denn als man sie neu aufgebaut hat, sind alle Sanitäter aus allen Kohorten (außer der Fünften) zusammengezogen wurden, um eine Kohorte aus ihnen zu formen.
Während sie beim Volk immer noch mit Misstrauen beäugt wird, ist ihr Ruf unter ihren Kameraden ihrer Profession entsprechend gut.
Der ungewöhnliche Name kam zustande, als man beschloss, dass die Sanitäter erstens nicht als normale Soldaten zu betrachten sein, und zweitens noch vier weitere Kohorten dem Heer in ferner Zukunft angegliedert werden sollten, welche eher zu den herkömmlichen Truppen gehören würden.
Vorangetrieben wurde dieser Beschluss vom Manhêltempel, dessen Mitglieder einen großen Teil der Kohorte stellen.
Aufgebaut ist auch diese Kohorte typisch, ausgerüstet sind sie mit Schwert und Schild, mit Lederrüstungen und einer Unmenge an Heilertaschen.
Anhand ihrer Ausrüstung lässt sich ihr altes Vermächtnis erkennen, so sind sie auch im Notfall als Schwertkampftruppe einsetzbar.

Besoldung:

Die Besoldung spielt natürlich immer eine ganze bestimme Rolle im Leben eines jeden Menschen und auch in der Fantasywelt ist dies nicht anders.
Ihr konntet ja bereits die Besoldung des Cursus Honorum und mancher Ehrenämter nachlesen und aus diesem Grund möchte ich euch, bei einer eventuellen Militärkarriere, auch nicht die Verdienstmöglichkeiten vorenthalten.
Ich werde keine Gründe für die Besoldung liefern, sondern es einfach schemenhaften angebene, wie beim Cursus Honorum auch.
Die Besoldung der Soldaten

Offiziere:
  • Legatus - 25 Goldmünzen pro Zehntag* - Jahresgehalt: 900 Goldmünzen
  • Militärtribun (prior) - 22 Goldmünzen pro Zehntag* - Jahresgehalt: 792 Goldmünzen
  • Praefectus Castrorum - 20 Goldmünzen pro Zehntag - Jahresgehalt: 720 Goldmünzen
  • Militärtribun (posterior) - 18 Goldmünzen pro Zehntag - Jahresgehalt: 648 Goldmünzen
Unteroffiziere:

  • Primus Pilus - 16 Goldmünzen pro Zehntag - Jahresgehalt: 576 Goldmünzen pro Jahr
  • Zenturio (prior) - 15 Goldmünzen pro Zehntag - Jahresgehalt: 540 Goldmünzen
  • Zenturio (posterior) - 13 Goldmünzen pro Zehntag - Jahresgehalt: 468 Goldmünzen
Mannschaft:
  • Immues - 12 Goldmünzen pro Zehntag - Jahresgehalt: 432 Goldmünzen
  • einfacher Legionär - 10 Goldmünzen pro Zehntag - Jahresgehalt: 360 Goldmünzen

* = Zusätzliches Gehalt zum Senatorengehalt

Zusätzlich sei hier allerdings angemerkt, dass dies nur ein Äquivalenzwert ist, was die Besoldung angeht. Die Soldaten müssen nicht mit Gold ausgezahlt werden, sondern können je nach Rang und Herkunft auch mit Sklaven, Privilegien, Ländereien oder auch nur Salz (Ich erinnere an das Wort Salär ;) ) bezahlt werden, man hat also keinen Anspruch auf das Gold, wohl aber auf eine Besoldung, welche diesem groben Rahmen entspricht.
Bei Soldaten, die nicht im aktiven Dienst sind, wird der Soldat um 80% gekürzt, der Rest als Vergütung für ihre Wehrübungen veranschlagt, da sie außerhalb des Militärs die Möglichkeit auf Arbeit haben.

Die Gesetze innerhalb der Armee:

Die Erhaltung der Disziplin ist ein ganz wichtiger Punkt innerhalb einer Armee, nämlich Männer mit Waffen, die sich zu mächtig und unnahbar fühlen, können zur Gefahr für die eigenen Männer werden. Hochmut oder Wahnsinn kann entfesselt werden und zur Niederlage führen, aus diesem Punkt gibt es bei Dinge, auf welche der gemeine Soldat während seines Dienstes achten sollte.
  • Trunkenheit - Sollte ein Soldat die Dreistheit besitzen, während seines Dienstes zum Alkohol zu greifen, hat der zuständige, nächste Vorgesetzte das Recht, den Schuldigen zu verprügeln.
  • Faulheit/Untätigkeit - Auch hier darf der nächste Vorgesetzte den Schuldige vertrimmen.
  • Selbige Strafe gilt für Schlägereien unter Soldaten, Beleidigungen und leichte Gehorsamsverweigerungen.
  • Alternativ dürfen auch andere leichte Bestrafungsarten verwendet werden, so kann der Vorgesetzte seinen schuldigen Soldaten die nächsten Tage mit Tierfutter ernähren oder ihn unangenehme Dienste verrichten lassen, wie zusätzliche Nachtwachen und das Ausheben der Latrine.
  • Einheiten, welche versagt haben, müssen ungeschützt vor den Mauern oder dem Lager kampieren für eine unbestimmte Zeit und sind ebenfalls auf Tiernahrung zu setzen.
  • Die strengste Strafe, die Dezimierung, ist nach kopfloser Flucht oder Desertionsversuchen durchzuführen. Dabei wird jeder zehnte Soldat ausgelost und von seinen Kameraden gerichtet.
  • Soldaten, welche Kameraden absichtlich schwer verwundet oder getötet haben, werden unehrenhaft entlassen und dann dem allgemeinen Recht der Stadt Iustitia unterstellt. Sollte die Armee dabei zu weit von der Stadt Iustitia entfernt sein, sodass der Schuldige nicht den Gerichten übergeben werden kann, liegt die Gerichtsbarkeit beim Heerführer.


Ausbildung:
Die Ausbildung ist immer ein wichtiges Thema, in diesem Fall werde ich diesmal zitieren, um darzustellen, wie das im alten Rom gewesen ist. Ich werde hier und da eine kleine Verbesserung vernehmen, welche dann allerdings zu erkennen ist. Ansonsten halte ich mich grob an das Vorbild im Grundsatz, individuelle Dinge werden auch individuell geklärt.
Die Ausbildung:
Die Grundausbildung dauerte in der Regel vier Monate. In den Legionen waren die Cohorten II (bei uns also XI), IV, VII (bei uns also XVI) und IX für die Rekrutenausbildung zuständig. Wenn der Rekrut (Tiro) bei seiner Einheit eintraf, war er ein Probatus, ein gemusterter Anwärter, aber noch kein Soldat. Er erhielt nun seine Grundausstattung und dann begann die Ausbildung, die sich vorallem auf dem Paradeplatz vor dem Lager, bei schlechtem Wetter in der überdachten Exerzierhalle, aber auch im Gelände abspielte. Der neue Rekrut lernte zunächst marschieren, erwartete man doch von ihm, dass er während seiner Dienstzeit dreimal im Monat mit voller Ausrüstung einen 30km langen Marsch absolvierte. Er lernte den Lagerbau und wurde zweimal täglich gedrillt (nach der Ausbildung nur mehr einmal täglich). Weiters erhielt er eine Grundausbildung im Steinwerfen mit der Schleuder, im Schwimmen (fällt in Iustitia weg, dafür lernt er das Bergsteigen) und Reiten. Hauptsächlich konzentrierte sich die Ausbildung aber auf das Waffentraining.

Viel die Beurteilung des Rekruten am Ende der zweifellos sehr harten Grundausbildung positiv aus, wurde aus dem Probatus ein Signatus und er wurde nun offiziell in die Liste seiner Einheit aufgenommen. Er war nun Soldat und konnte den Fahneneid (Sacramentum) ablegen.

Waffentraining:

Das Waffentraining fand auf dem Exerzierplatz statt. Dazu stellte man etwa mannshohe dicke Holzstangen auf, die der Rekrut mit seinem geflochtenen Weidenschild und einem Holzschwert, beide von doppeltem Standardgewicht, in Hau- und Stoßübungen angriff. Man brachte ihm auch bei, wie man ein überschweres Pilum (Wurfspieß) gegen den Pfahl schleuderte. Schließlich durften sie mit richtigen Waffen üben. Mit diesen wurden auch Scheingefechte abgehalten, für die Gladius und Pilum aus Sicherheitsgründen an der Spitze Schutzkappen bekamen, um schweren Verletzungen vorzubeugen. Bei dieser Art von Gefechten wurde den Rekruten die vorschriftsmäßige Nahkampfstellung - linke Schulter im Schild, Schwert waagrecht gehalten zum Stoß in den Bauch des Gegners - beigebracht. Geübt wurde auch das Aufstellen in Schlachtordnungen, wie z.B. die Schildkröte (Testudo).

Marschgepäck:

Die römische Armee unterschied zwischen dem kampfbereiten Legionär, der nur Waffen und Rüstung trug (Miles Expeditus) und dem feldmarschmäßig bepackten Legionär (Miles Impeditus). Seit der Heeresreform des Marius (110 v. Chr.) mussten die Legionäre ihre persönliche Ausrüstung während des Marsches selbst tragen, abgesehen von Rüstung und Waffen entstand daher eine zusätzliche Last von ca. 18,5kg. Das Marschgepäck (Sarcina) wurde auf einer hölzernen Stange (Furca) über der linken Schulter getragen und lag auf dem Oberrand des über den Rücken geschnallten Schildes auf. Zum Marschgepäck gehörten neben Verpflegung und Reservebekleidung, Werkzeuge, Kochgeschirr und kleinere persönliche Utensilien wie Toilettenartikel, Besteck oder Spielsteine.

Gewichtsvergleich Expeditus versus Impeditus (Gesamtgewicht)
Miles Expeditus: Kleidung, Waffen, Rüstung (29,5kg)
Miles Impeditus: inkl. Marschgepäck [18,5kg] (48,0kg)
Hinweis: Die oben genannten Zahlen beziehen sich auf das Gewicht der rekonstruierten Ausrüstungsgegenstände. Es handelt sich um Durchschnittswerte, da die einzelnen Stücke in der Ausführung gewissen individuellen Schwankungen unterliegen.


Das war ein kleiner Überblick über die notwendigsten Regeln des militärischen Zusammenlebens und damit soll das Thema Armee auch erstmal enden. Sicherlich könnten noch mehr Dinge beantwortet werden, wie Rituale, Taktik oder noch feinere militärische Reglements, doch das werdet ihr im Spiel erfahren.
Ich hoffe, ihr konntet einen guten Überblick über die Struktur der Legion gewinnen.
"Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern." - Jean Paul, Levana

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