Die Protagonisten des seltsamen Hauses

"Das Volk, welches die Macht ausübt, ist nicht immer dasselbe Volk wie das, über welches sie ausgeübt wird." - John Stuart Mill, Über die Freiheit
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Marnarn
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Die Protagonisten des seltsamen Hauses

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 08:54

Original von Marnarn vom 17.10.2009

I. Die Murinoide

Bevor ich mir eine Geschichte für den Kontinent ersonnen habe (zumindest ist das grob geschehen), habe ich mich gefragt, wer der Protagonist sein sollte.
Mit der Vorgabe, dass die Stadt zum größten Teil unter Tage liegt und ich mir selbst auslegt habe, dass ich den Punkt Isolation* für das Konzept nutzen wollte. Das schließt für mich den Menschen schlichtweg aus, da ich ihn nicht unter Tage verbannen wollte, und dessen neugierige und possessive Art ihn nicht unter Tage halten würde.
Mein Lieblingsvolk dafür zu benutzen, empfand ich nahe liegend, aber ich wollte das dann doch nicht, da ich ungern mit den Zwergen arbeite. Eine Macke von mir ist, dass ich lieber mit Aspekten arbeite, denen ich eine Abneigung gegenüber hege, als mit Aspekten, die ich mag. Das bärtige Volk fiel also weg für mich.
Die Lösung war dann doch denkbar einfach und nachdem ich mir die Erlaubnis vom Demirugen dieses Volkes höchstselbst geholt habe, erachte ich das Völkchen als passend für diesen vakanten Posten.
Sie passen vollkommen in das Anforderungsprofil, denn sie sind in der Regel sowohl im Untergrund (sogar bevorzugt) als auch an der Oberfläche zu finden. Sie sind an sich eher scheu und vor allem in ihrer Isolation gleichzeitig nicht verloren, da sie hervorragende Erfinder und Techniker sind.
Die Rede ist von den Murinoiden.

Die Rattlinge sind insofern auch passend, da ich mir Gedanken über die Vermehrung dieses Volkes gemacht habe und einfach mal davon ausgegangen bin, dass auch bei der vermenschlichten Form dieses Wesens die Fortpflanzung noch Züge der Fortpflanzung der Ratte hat. Natürlich ist sie nicht mehr deckungsgleich, aber ich gehe einfach davon aus, dass Rattlinge sich im Normalfall immer paaren, sobald sie Gelegenheit dazu haben, dann in etwa so lange schwanger sind wie Menschen, etwas kürzer vielleicht (6-7 Monate), aber in der Regel dann auch immer kleine Würfe zur Welt bringen, mindestens Zwillinge bis zu Fünflingen würde ich sagen. Alles darüber und darunter kann passieren, ist aber selten. Diese Mehrlinge müssen natürlich nicht eineiig sein.
Die Vermehrung spielt für mich insofern eine erweiterte Rolle, da ich die Murinoide hier in ihre kommende Stammheit einsetze. Sie sind die Protagonisten des seltsamen Hauses und sie sind in allen Belangen eigentlich auch Herr dieses riesigen Dungeonkomplexes. Und was wäre nahe liegender als die gute alte Abwandlung der Schreckensratte für eine Dungeonstadt?

Aus dem Paarungsverhalten und der Wurfgröße versuche ich für mich abzuleiten, wie es möglich ist, in relativ kurzer Zeit eine relativ riesiges Gebiet überzubevölkern. Nicht nur eine quasi völkische Isolation ist also von Bedeutung, sondern auch Überbevölkerung.
Während die meisten unserer Landstriche eher von Ruhe durchkämmt sind und Lokatoren eher Peuplierungsmaßnahmen anstreben müssen, damit die ersten kleinen Städte überhaupt ernährt werden können, steht Ghar Ajab im völlig Gegensatz dazu. Es ein riesiges Nest voller Ratten, welches an manchen Stellen slumartig aufgequollen ist. Um das vielleicht mit Zahlen darzustellen. Durchschnittlich leben etwa 48 Einwohner pro km² auf der Erde, wenn man die heutige Zeit annimmt. Dann gibt es aber Ländereien, die deutlich überfüllter sind, prädestiniert sind da große Städte. Als Stadtstaat bspw. Monaco mit 16.100E/km². Das ist schon eine stolze Zahl, die man unterbringen muss. Nehmen wir das mal als Wert, der die durchschnittliche Anzahl von Ratten innerhalb eines km² von Ghar Ajab angibt.
Jetzt behaupten wir, die Rattlinge würden den südlichen Eiskontinent bewohnen, wie er auf der Karte der Enwe zu erkennen ist. Behaupten wir auch einfach mal, dass er eine bewohnbare Fläche hergibt, welche etwas weniger als 1/3 so groß ist wie China, also etwa 3.000.000km². Um also einen dauerhaften Füllgrad wie in Monaco zu bekommen, bräuchten wir also mal eben fast 50 Milliarden Ratten, die alleine dieses Land beleben, das ist natürlich völlig utopisch als Gegensatz. Verkleiner ich die bewohnbare Fläche also auf 360.000km², um damit die Größe unseres Heimatlandes zu symbolisieren, welches dann erstmal an Größe reichen soll.
Mit der Rechnung komme ich mit den Zahlen aus Monaco in den Bereich des momentanen Standes der Weltbevölkerung, dann beschließe ich also, dass die Füllmenge Berlins, was ja schon ziemlich voll ist, vorerst reichen soll. Das sind aus Rechengründen jetzt 4000. Kommen wir also auf eine Gesamtbevölkerung von 1,44 Milliarden Einwohnern. Also quasi die Bevölkerung Chinas im Lande Deutschland. Immer noch etwas utopisch für die Welt, also verkleiner ich das Ganze jetzt auf die Größe meines Vaterlandes (Schleswig-Holstein).
Bei einer Größe von etwa 16.000km² liegen in der Bevölkerungszahl zwischen Indonesien und den USA. Immer noch ein bisschen viel, dachte ich zuerst, dann habe ich mich damit zufrieden gegeben. Jetzt haben wir also einen richtigen Pfuhl von Ratten, eine Vorstellung von der Größe der Stadt und Gefühl für die Besonderheit dieses Volkes bekommen.
Jetzt sei natürlich gefragt, wie man so etwas verwaltet und wie man solch einen Ort überhaupt bewohnen kann. Wie man etwa 250 Millionen Rattlinge unter einen Hut bekommt und welche Konsequenzen das hat. Und vor allem, wie man diese gigantische Menge Rattenmaterial mit der restl. Enwe in Einklang bringt. Damit werde ich mich demnächst beschäftigen. Als Stichwort mag das Wort Technokratie und angewandte Demokratie genügen.

Die Rattlinge bieten sich also als Füllmaterial (mal ganz abwertend gesprochen) für diesen Dungeonkomplex an, der eine Welt in der Welt wiederspiegeln kann und in gewissen Facetten auch wird. Natürlich benötigt es auch noch anderer Wesen in diesem Komplex, doch dafür werde ich einen zusätzlichen Beitrag verfassen und in der Geschichte des seltsamen Hauses darauf eingehen.
So viel sei zu den Protagonisten der Enwe und den Grund ihrer Wahl für den Moment gesagt.

*= Isolation ist hier nicht als völlige Abschottung zu verstehen, sondern als Dämmung. Es wird nicht jeder rein und auch nicht jeder rausgelassen. Das bedeutet natürlich, dass Rattlinge sich natürlich auch fremde Idee holen und jene aufgreifen. Gleichzeitig muss Isolation auch nicht für Verblödung stehen, denn die Menschheit hat es technisch auch recht weit ohne erkennbare vernunftbegabte Parallelspezies gebracht.
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Re: Die Protagonisten des seltsamen Hauses

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 08:55

Original von Marnarn vom 19.10.2009

Der Begriff der Freiheit bei den Murinoiden

Nachdem wir uns zuletzt mit der Größe des Volkes auseinandergesetzt haben, stelle ich diesmal einen zentralen Begriff in der Selbstdarstellung dieses Volkes vor, welcher sich von der normalen Definition dieses Begriffes ein wenig abgrenzt, da er nur eine beschränkte oder vielmehr eine besondere Bedeutung hat.

Vorher mag als Ergänzung zur Volksgröße noch erwähnt werden, dass die Größe des Volkes sich innerhalb eines Jahrtausends gebildet hat. Also ein Wachstum, was der Mensch auch ohne Probleme erreichen kann, wenn die Lebenserwartung es zulässt. Da die Natalitätsrate bei den Rattlingen deutlich höher ist, dürfte dementsprechend auch die Mortalitätsrate höher sein.
Neben dieser Anmerkung sollte man sich die Volksgröße stets vor Augen halten, da es hier um den Begriff der Freiheit geht und ich auch gleich die Probleme an diesem Begriff für die Murinoide skizzieren werde.

Um die Herleitung zum Begriff der Freiheit nachvollziehen zu können, bietet es sich an, die Geschichte der Exilierung des rattenähnlichen Volkes zu lesen. Denn dort ergibt sich ein gewisser Konflikt für den Begriff der Freiheit.
Denn die Murinoiden unter ihrem Führer Delf bezeichnen den Einzug in die unterirdische Kaverne, welche sie Stadt nennen, als Vorgang zur Freiheit. Obwohl man durchaus stutzen wird, wie man ein Gefängnis als Freiheit bezeichnen kann, schließlich deckt die Eisdecke des verfrierenden Landes danach die unterirdische Stadt zu. Aus diesem scheinbaren Widerspruch wird bereits klar, dass die Rattlinge ein anderes Empfinden von Freiheit haben als der Mensch.
Freiheit bedeutet für einen Murinoiden nicht, dass er in seiner Entfaltung unendliche Möglichkeiten hat und nur von seinem eigenem Intellekt und seinen körperlichen Grenzen eingeschränkt ist.
Freiheit benötigt ebenso nicht die Illusion sich in alle Richtungen und unendlich ausbreiten zu können. Ein Rattling kann durchaus eingeschränkt sein, ebenso kann er auch in einem relativ kleinen Raum gehalten werden und gar in einem Käfig.

Als nächsten Aspekt betrachten wir den Konflikt mit Barafu, welcher sehr maßgeblich für den Begriff der Freiheit für die Verbannten ist. Das nahe liegende dürfte sein, dass man diesen Drachen nicht mehr als Willkürherrscher wollte, dennoch ist es ungewohnt für den großen Befreiungskrieger und Rebell (so sehen sich die meisten Spielercharaktere doch. ;) ), dass die Ratten sich nicht zu einem Kampf gegen den Drachen rüsten und keinen Spartacus-Aufstand gegen ihren Herren anzetteln, sondern komplett anders handeln. Ihr Handeln ist zu keinem Zeitpunkt auf einen tätlichen Schlagabtausch oder auf Intrige gegen ihren Herren ausgelegt, sondern der einzige Affront besteht in der Abkehr.
Nicolaj hat in der Diskussion dieser Idee durchaus auch ein Gleichnis zu Moses gesehen, der sein Volk aus Ägypten führte. Obgleich dieses Gleichnis nicht von mir beabsichtigt war, kann man dies sehr wohl auch als Exodus sehen, auch wenn die Reise keine 40 Jahre dauert und das Zielland auch keine fließenden Leckereien bietet.

Es gibt zwei wichtige Begriffe. Einer ist der Rückzug. Hier werde ich selbst, so hoffe ich, dem Begriff der Feigheit der Ratten in erster Linie gerecht. Die Rattlinge sind kein mutiges Volk und schon gar nicht ein Volk der großen Kriege, ebenso ist das ihrem Urtypus zu schulden, dass sie es einfach als Notwendigkeit ansehen, sich zurückziehen zu können, wenn sie sich bedroht fühlen. Die durch die Prophezeiung angekündigte Vernichtung der "zu intelligenten" Murinoiden ist die notwendige Bedrohung. Dieser Vorgang, da nun endlich die Ratio ausreicht, um die Gefahr erkennen zu können und dann dem Trieb folgen zu können, ist quasi die Entlassung der Ratten in die Volksfreiheit und damit in die Souveränität.
Dies ist auch der zweite Punkt, die Loslösung von einem Willkürherrscher. Eine gewisse Hierarchie wird auch noch innerhalb der Ratten existieren, aber dennoch schützt man sich gegen vollkommene Willkürherrscher, was eindeutig ein Plädoyer für Demokratie sein wird. Ob dieses demokratisches Konstrukt ein lebensunfähiger Rattenkönig ist, oder der Heilsbringer für die Murinoide, werde ich an anderer Stelle darzustellen versuchen.

Natürlich bietet, und damit komme ich zur Kritik an dieser Freiheit, dieses Rückzugsrecht auch gewisse Probleme, vor allem logistischer Natur. Es ist davon auszugehen, dass der Raum, in dem sich die Ratten effektiv entfalten können, nicht unendlich ist. Die maximale Größe liegt erst einmal bei Schleswig-Holstein und dort lebt mal eben fast die Einwohnerzahl der USA. Also kommt es, gerade in eng bevölkerten Gebieten des seltsamen Hauses, welche beinahe slumartig sind, vielfach zu der Problematik, dass die Ratten keinen wirklichen Rückzugspunkt haben und auch gar nicht die Möglichkeit dazu. Dies dürfte also ein außerordentliches Problem sein, welches zu Verwerfungen und auch tätlichen Konflikten führen kann. Jetzt wird begreiflich, dass die Freiheit zwar keine Unendlichkeit braucht, aber doch eben ein Mindestmaß. In diesem Fall ein Mindestmaß an persönlichen Platz. Eine Auflösung dieses Problems gibt es innerhalb eines begrenzten Platzes nicht, nur eine Teilauflösung durch den Begriff des Eigentums vielleicht, welcher dann wieder zu neuen Verwerfungen führt etc. pp.
Diesen Konflikt möchte ich als großes Problem dem Volke mit auf dem Weg geben.
Welche Probleme die Demokratie mit sich bringt, werde ich, wie bereits erwähnt, an anderer Stelle behandeln.

Ich hoffe, dass die zwei wichtigsten Unterbegriffe der Freiheit klar geworden sind und dass es die Rattlinge etwas besser greifbar macht.
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Re: Die Protagonisten des seltsamen Hauses

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 08:56

Original von Marnarn vom 20.10.2009

II. Die Nycter

In ihrem Dasein haben die Murinoide sich auch ein wenig über den Status einer Ratte erhoben, was in diesem Fall bedeutet, dass die Ratten sich über ihr Bedürfnis an Mäusen - als Fressfeinde und Beutetier - erhoben haben. ;)
Natürlich haben Fledermäuse nicht so viel mit Mäusen zu tun, aber das soll schonmal im Spaße verdeutlichen, dass die Murinoide, auch als schüchternes Volk, sich auch einem anderen Volk annähern können.

Die Nycter sind dabei ein eher merkwürdiges Völkchen, welches im Monster Manual III zu finden ist und in kleiner Population, nicht größer als Halblingssiedlungen, auch im seltsamen Haus vorkommen werden. Als anerkannte Minderheit versteht sich. Wie ergibt sich diese Anerkennung?
Nycter leben in erster Linie als äußerst friedfertige Wesen, welche also nicht nur im Aussehen eine Mischung aus Halbling und Microchiroptera zu sein scheinen, sondern auch das zurückgezogene Leben der Halblinge schätzen.
Dabei ist zentral, dass die Nycter es ebenfalls vorziehen, einem potenziellen Feind auszuweichen statt ihn auf Gedeih und Verderb zu bekämpfen und sein Leben hinzuwerfen. Dennoch sind sie formidable Krieger, wenn sie zusammengedrängt werden und ihre Heimstatt verteidigen müssen.
Das macht die Nycter und die Murinoide zu Brüdern im Geiste und das macht sie bisweilen auch zu Waffenbrüdern.

Die Murinoide könnten die Nycter sogar dazu angehalten haben, sich mit einer kleinen Kolonie den Murinoiden anzuschließen. Beide verfolgen an sich ein selbes Verhaltensmuster und zudem sind sie dann in der Lage ihre Kompetenzen zu ergänzen.
Die Vergangenheit der Nycter, als sie sich zurückziehen mussten wegen des kommenden Eises, war blutig und brachte das Volk dieser Kreaturen an den Rand der Ausrottung. Der Grund waren die sehr territorialen Kobolde und Formianer, welche sich immer weiter ausbreiteten und überall die Kolonien der Nycter ausräucherten. Auf der Suche nach sicherem Gebiet trafen sie auf die Murinoide, welche den Nyctern anfänglich noch stark misstrauten, was auf Gegenseitigkeit beruhte. Die Kobolde und Formianer waren allerdings unnachgiebig und löschten auch die Nycterkolonien aus, welcher in der Nähe des Ghar Ajab waren, sodass den Fledermausartigen gar nichts anderes übrig blieb, als sich für einen letzten Kampf zu rüsten.
In diesem Moment sahen die Murinoiden ein, dass sie den Nyctern nicht weiter so stark zu misstrauen brauchten und gliederten einen Teil der letzten Nycterkolonie in ihre Stadt ein. Der andere Teil verdammte die Murinoide dafür, dass sie nicht vorher die Chance bekamen und starb lieber im Kampf gegen die Kobolde und Formianer.

Die Rolle der Nycter kann eine vielfältige sein. Vor allem bietet sich im Rahmen der Kompetenzenergänzung an, dass die Nycter als Späher für die Murinoide arbeiten und damit ihren Aufenthalt im seltsamen Haus verdienen. Gleichzeitig ist aber davon auszugehen, dass die Verbindung nicht viel weiter als diese Dienstbarkeit geht und die Nycter nicht als emanzipiert gelten und stattdessen in eigenen kleinen und abgeschotteten Vierteln leben. Zumal der Platz, den die Fledermausartigen brauchen, von dem sowieso schon spärlichen Platz der Rattlinge zehrt. Was sie nicht unbedingt beliebter macht. Es ist also davon auszugehen, dass der Zustand der Missgunst und des Misstrauens noch immer nicht ganz aufgehoben ist. Wohlgleich die Oberen der Rattlinge die Notwendigkeit der Nycter erkennen, denn ohne ihre Echolot-Fähigkeiten fällt es schwer sich gegen die Feinde von außerhalb zu verteidigen. Zudem sind die Nycter herausragende Kenner der Natur und helfen ebenfalls dabei Ghar Ajab erträglich zu halten und das Überleben zu sichern, denn Nahrungssuche ist nicht so einfach und auch der Anbau nicht. Die Nycter nehmen dabei eine wichtige Rolle ein, weshalb sie ein geduldetes Übel in den Augen der meisten Rattlinge sind.

Die Nycter selbst sind ebenfalls keine außerordentlichen Freunde der Murinoide, da die vielen Anfeindungen an ihnen nagen und sie kein richtiges Zuhause mehr besitzen. Dennoch bemühen sie sich um Integrität und darum, dass ihr kleinen Viertel ihre neue Heimat werden kann, in der sie auch anerkannt werden. Sie haben hart unter lokalen Verwaltern zu leiden und das bringen sie auch zum Ausdruck, allerdings zwingt es sie auch dazu, sich meistens aus dem öffentlichen Leben zurückzuhalten.
Ihre eigene Organisation unterscheidet sich dabei erheblich von den Murinoiden, da sie selbst eigentlich keine demokratischen Ansätze nutzen, sondern in einem Patriarchat leben. Obgleich sie natürlich die Grundsätze der rattlingischen Gesellschaft anerkennen, aber ihren Patriarchen stets als automatisch gewählten Vertreter ihres Bereichs anerkennen. Die Nycter richten sich nach ihren alten Grundsätzen.

Daraus ergibt sich auch der größte Konfliktpunkt zwischen den beiden Völkern, denn im Gegensatz zu den Murinoiden sind die Nycter gläubige Wesen, welche eine gewisse Verehrung für Giordan, den Gott der Geheimnisse, zeigen. Die Regierung von Ghar Ajab verbietet so z.B. den Bau von Tempeln, auch innerhalb der Viertel der Nycter, was häufiger für Streit zwischen den Völkern sorgt. Es gibt aber Gerüchte, dass die Nycter einfach verborgene Tempel errichtet zu haben zu Ehren des Geheimnisvollen.
Die Rattlinge unterbinden strikt jede Glaubensverkündung innerhalb einer murinoidischen Umgebung, weshalb auf Straßenpredigten schwere Strafen stehen.

Letztendlich ist das Aufkommen der Nycter aber lächerlich klein im Gegensatz zu den Rattlingen, denn im gesamten Gebiet der Stadt leben etwa 12.000 Nycter zwischen den etwa 250 Millionen Rattlingen, aufgeteilt in vier kleine Bezirke, jeweils in die vier Himmelsrichtungen ausgelegt. Jedes Bezirk stellt aufgrund der Entfernung inzwischen einen eigenen Patriarchen und trägt einen eigenen Clannamen.
Die Daten über die Nycter, was die Werte anbelangt und wie ein Charakter dieses Volkes aussieht, ist dem Monster Manual III (Seite 112 und 113) zu entnehmen.
So viel für den Moment zum ersten Verbündeten im groben Überblick.
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Re: Die Protagonisten des seltsamen Hauses

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 08:57

Original von Marnarn vom 21.10.2009

III. Die Ajabi

Das dritte Volk, welches sich innerhalb der unterirdischen Mauern des seltsamen Hauses aufhält, sind die sogenannten Seltsamen selbst. Ein Name, den sie sich über lange Zeit verdienen musste und der vor allem auf Bezug auf ihre Verwandten an der Oberfläche steht. Doch was sind Ajabi?
Die Seltsamen sind eine Abart des Menschen, welche durch die Verwerfungen der Vereisungen des Kontinents ebenfalls in die Unterwelt gelandet sind bzw. an den Rand der Eiswüste gedrängt wurden. Sie sind aber keine Menschen im eigentlich Sinne, sondern wie auch die Vashar ein Nebenprodukt des Menschen.
Also eine frühere Form.
Der Name der Ajabi kommt daher, dass die anderen Völker dieses Kontinents dieses Wesen aufgrund seiner relativen Haarlosigkeit, seiner nach außen wirkenden Grobschlächtigkeit und seines tonnenförmigen Torsos für reichlich seltsam hielten. Sein brummendes Sprechen, welches stehts verzerrt klingt, da dieses Wesen nicht oft zu sprechen schient, gibt dieser Ansicht den Rest.

Die Entstehung dieses Volkes liegt ein paar Jahre (Untertreibung!) vor der des eigentlichen Menschen und steht zwischen Vashar und Mensch.
Damals hatten sich die Götter abermals versammelt, um etwas an ihrem Menschen zu feilen, nachdem das Projekt der erster Mensch gescheitert war. Doch auch hier überwarfen die Götter sich wieder, weshalb vor allem Ahava sich von diesem Bau distanzierte, da sie das Wesen für zu unäthethisch und grobschlächtig hielt, sein tonnenförmiger Torso, sein sichelförmiger Gang, sein länglicher Kopf und seine enormen Augenwülste, ekelten sie an. Deshalb versagte sie dem Wesen die Gunst der Fruchtbarkeit, weshalb der Neanderthaler niemals große Gebiete bevölkern kann. Zendegi verachtete das Wesen sogar so sehr, dass er beschloss, dass es nur tierische Nahrung zu sich nehmen sollte, da Pflanzen ihm nicht in Massen bekommen sollte.
Und Vecor spottete über diesen Menschen, den sie eigentlich alle gemeinsam geformt hatten. Er empfand ihn als so lächerlich, dass er nichts in seinen Breitengraden zu suchen hatte und lieber in kälteren Gegenden hausen sollte.
Doch manche zeigten auch Hingabe für den so viel gehassten Ajabi, weshalb Phrenesis ihn mit einem besseren Geruchssinn ausstattete, damit er seine Beute besser erkannte, während Iljatar ihm stärke Sehnen hab, damit er mächtigere Muskeln bekommen konnte, und gab ihm Thalafar eine schnelle Anpassung auf Kälte und Wärme.
So wurde der zweite Mensch in seine Freiheit entlassen.

Nachdem der Drache den südlichsten Kontinent unter Eis legte, flüchtete viele Ajabi an den Rand des Kontinents, um dort in den Tundren des Nordens auf die Jagd nach Großwild zu gehen und ihr Leben in Höhlen fortzusetzen, doch ein Teil dieses Volkes gelang durch einen günstigen Umstand in die Unterwelt als eine Erdspalte aufriss. Dort brauchten die Ajabi lange, um sich anzupassen und gerade ihre beschränkte Sicht machte das Leben in der Unterwelt schwer und gefährlich, gerade der Kampf gegen die vielen territorialen Wachhunde der Unterwelt wurde zur Tortur, bis sie eines Tages Ghar Ajab fanden und die Murinoide um Einlass baten. Erst wollten die Rattlinge ihrer Bitte eine Abfuhr erteilen, aber nachdem sie sahen, was für herausragende Krieger diese Wesen mit völlig improvisierten Waffen waren, stimmten sie zu die verbleibenden einhundert Ajabi in ihren Schoß aufzunehmen.

Die Ajabi sind deutlich anerkannter als andere Wesen innerhalb der Gesellschaft, zumal sie deutlich weniger sind (etwa 5.000 Exemplare leben jetzt dort) und sich in einem Punkt mit den Murinoiden gleichen. Beide sind daran interessiert von verendenden Wesen noch möglichst viel zu verwerten. Zudem scheinen die Ajabi keine sonderlichen Kulte zu verfolgen, welche auf einen Gott schließen lassen. Zwar gibt es Ajabi, denen der Begriff eines Gottes etwas sagt, aber sie scheinen kein außerordentliches Interesse an dem Anbeten eines solchen Wesens zu haben, obgleich es schon spirituelle Kulte gibt, welche gezielt Beutetiere der Ajabi verehren.
Damit können die Murinoide eigentlich noch leben, da die Seltsamen auch keine Anstalten machen, die Rattlinge irgendwozu zu bekehren. Auch von ihren demokratischen Mitspracherecht machen die Seltsamen sehr selten gebrauch, sie kümmern sich stattdessen mit beinahe wilder Hingabe der Verteidigung der Stadt, weshalb sie vor allem auch dort eingesetzt werden.

Sehr zum Leidwesen der Rattlinge gibt es keine Schriftkultur bei den Ajabi und wie bei so vielen Sachen scheinen sie schlichtweg desinteressiert, wenn es um solche Dinge geht. Weshalb sie oftmals auch einfach als Barbaren benannt werden, Kultur gibt es bei ihnen nur in Form von Malereien und Steinbearbeitungen, welche oftmals sehr krude wirken.
Die Ajabi wirken oftmals sehr abwesend, beteiligen sich nicht an Handel und verachten Geldwährungen, sondern bestehen stets auf Tauschhandel. Sprechen scheint sie anzustrengen und große Gesellschaft auch. Sie haben sie jedoch zu einem wichtigen Bestandteil des Ghar Ajab entwickelt, gerade auch wegen ihres Jagdinstinktes, aber auch weil sie die Ratten als demokratische Herren akzeptieren.
Es scheint eher sogar so, als würden sie sich als große Sippe sehen, weshalb es auch häufig vorkommt, dass ein Neandertaler einen Rattling wie einen Bruder behandelt.

Der Ajabi kann dem Neandertaler aus dem Frostburn gleichgesetzt werden, wie er auf Seite 36-38 zu finden ist, mit folgenden Änderungen:
-2 auf Charisma statt -2 auf Intelligenz (Der Neandertaler/Ajabi ist nicht weniger intelligent als der Mensch, er ist nur noch nicht so weit entwickelt wie der Mensch. Er hatte sogar ein größeres Gehirnvolumen und war zu Zeitpunkt seines Aussterbens mindestens so weit entwickelt wie der Homo Sapiens. Gleichwohl ist er ungleich unförmiger als der Mensch, also in seiner Relation weniger charismatisch und hat auch nichts, was das ausgleicht. So hatte er zwar ein Zungenbein, aber Sprachkultur konnte bisher nicht nachgewiesen werden.)
+2 auf Wahrnehmung und Überleben (Hier werden Lauschen und Entdecken einfach zusammengefasst, zudem spiegelt sich ihr besserer Geruchssinn hierin wieder)

Ansonsten habe ich beschlossen, dass der Neandertaler so bleiben kann, damit er kein Level Adjustment bekommt, obwohl er an sich nicht weniger geschickt war als der heutige Mensch. Aber stempeln wir ihn einfach als grobschlächtig ab, damit ersparen wir uns Ärger und man kann den Neandertaler/Ajabi ab Level 1 voll spielen, was ihn sicherlich deutlich attraktiver macht.
Wenn ein Ajabi innerhalb Ghar Ajabs spielt, würde ich die Klimatoleranz streichen und stattdessen eine geringe Dunkelsicht veranschlagen. Diese Herleitung könnte dann zwar nur schwer über Evolution laufen, aber vielleicht haben sie die Fähigkeit anders errungen. Darüber kann man sich ja nochmals unterhalten.

So viel zum Umbau des Neandertalers für unsere Welt und vor allem für Ghar Ajab.
Zuletzt geändert von Marnarn am Fr 7. Sep 2012, 12:25, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nycter ersatzlos gestrichen, kleine Rechtschreibkorrekturen
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Re: Die Protagonisten des seltsamen Hauses

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 08:57

Original von Marnarn vom 23.10.2009

Die unheimliche Stille der Murinoide

Es geht gespentig zu in der Stadt. Eine beinahe unheimliche Stille, nur unterbrochen durch das Rascheln, Nagen und Zähneklappern der Ratten. Und es sind unzählige Ratten, wohl Millionen von ihnen, doch es ertönt scheinbar kein Laut von ihnen, nur hin und wieder ein auffälliges Fiepsen, dann wieder Ruhe. Es ist immer so still in der Stadt.

Das liegt nicht am tatsächlichen Schweigen der Ajabi, und auch nicht daran, dass die Rattlinge schweigen würden.Ganz im Gegenteil, sie unterhalten sich gerne und viel, doch sie hassen unnötigen Lärm. Deswegen unterhalten sie sich im Ultraschallbereich, was dazu führt, dass Wesen mit schwachem Gehör die Laute eines Murinoiden meist nicht vernehmen. Die Sprache der Murinoide ist eine ganz eigene und besteht aus Ultraschalllauten und einer Menge Gestik, welche sich vor allem durch Körperhaltung und Zähneklappern ausdrückt.

Das bedeutet jedoch nicht, Rattlinge sich nicht im normalen Frequenzbereich eines Menschen bspw. verständigen könnten, obwohl Ratten in der normalen Kommunikation darüber liegen. Dennoch reicht ihre enorme Reichweite auch in den Bereich des Menschen und damit der meisten Standardfantasyvölker hinein, obgleich davon auszugehen ist, dass vor allem Elben ebenfalls in der Lage sind einen größeren Bereich, zumindest im Gehör, abzudecken.
Die Ratten können sich also auch durch ganz normale Sprachen verständigen, wobei ihre Stimmen dabei meist fiepsig klingen, da sie schnell dazu neigen in den Ultraschall bereich zu fallen, wenn sie nervös oder aufgeregt sind. Dementsprechend sind sie auch in der Lage ihre eigene Sprache in einem normalen Frequenzbereich zu setzen, was sich aber eigentlich nie tun.
Um der Gefahr der Frequenzveränderung vorzubeugen, kommunizieren die Ratten auch mit auffälligen Gesten und ihrer Körperhaltung, die relativ schnell erkennen lässt, ob die Ratte sich unterwürfig, draufgängerisch, traurig, siegessicher und dergleichen gibt. Besonders das Zähneklappern ist dabei sehr markant, welches einer, der im Umgang mit Murinoiden geschult ist, leicht ausmachen und interpretieren kann. Dieses Klappern und die Gestiken können auch vernommen bzw. gesehen werden, selbst wenn die Rattlinge im im Ultraschallbereich kommunizieren.

Die Sprache selbst ist eine auf dem Drakonischen aufbauende Sprache, welcher sich durch die vielen Fachbegrifflichkeiten auszeichnet. Das Grundgerüst der Sprache ist eigentlich für einen geübten Sprecher des Drakonischen noch gut verständlich, jedoch füttern die Ratten die Sprache mit unzähligen Fachbegriffen, gerade aus dem technischen Bereich. Mit diesem Begriffen ersetzen sie dann komplette Wörter der Ursprache, sodass ihre Sprache, auch in geschriebener Form, meist wie technisches Kauderwelsch wirkt, welches auf den ersten Blick sehr unverständlich scheint. Oftmals benötigen gewisse Ausdrücke Wissen über die Kultur und Technik der Murinoide, um eine Brücke zu einer anderen Sprache schlagen zu können.
Die Sprache ist ein Konstrukt aus vielen fachspezifischen Worten, durchdrungen von vielschichtigen wissenschaftlichen Begriffen, welche hunderte von Fachsprachen zu einer gemeinsamen Sprache bündelt. Fremdlinge benennen die Sprache häufig nach den Murinoiden, also Murinoid oder Rattwelsch (wegen der Unverständlichkeit), während die Rattlinge diese Sprache selbst Neodrakon(-isch) oder Technodrakon(-isch) nennen.

Anderen Wesen fällt es oftmals schwer die Sprache der Murinoide zu erlernen, selbst wenn sie lesen können und eine schriftliche Vorlage zum Lernen haben neben einem murinoidischen Sprachlehrer haben, während Murinoide selbst die anderen Sprachen eigentlich verachten, weil andere Sprachen für Wörter meist schwammige Begrifflichkeiten nutzen, welche die Rattlinge zu umgehen versuchen, weshalb es im Wortschatz des Technodrakon mehr als dreißig Begriffe gibt, welche in der Handelssprache immer mit einem Schalter oder Hebel gleichgesetzt werden würde. Das ist einem Murinoiden viel zu schwammig. Definitionen sind im Technodrakon immer möglichst genau, während Emotion in der sprachlichen Darstellung nach Möglichkeit nichts zu suchen hat. Dazu sind Gesten und Zähneklappern verantwortlich.
Aus diesem Grund dauert das Studium dieser merkwürdigen Sprache sehr lange und ist äußerst aufwendig. Technodrakon gilt als eine der schwersten Sprache, die man sich zu lernen erwählen kann, neben der völlig abstrusen Sprache der Kuo-Toa vielleicht.

Aber auch außerhalb der Sprache spielt Stille eine enorm wichtige Rolle für die Murinoide, da es für sie auch ein Auszug der Freiheit (in Form von Rückzug ist). Stille ist für sie behaglich, während Lärm ihnen wie ein lästiger Verfolger vorkommt (vor dem man bekanntlich auch nicht an einen normalen Ort fliehen kann). Deswegen beschäftigen sich viele Erfinder und Techniker und Wissenschaftler der Murinoide mit dem Phänomen Lärm, um es, vor allem in Arbeitsgeräten und dergleichen, eindämmen zu können und für mehr Ruhe im Alltag der Rattlinge zu sorgen. Stille genießen zu können, gehört deswegen zu einer Kategorie für die Murinoide, welche als größtmöglicher Luxus klassifiziert werden kann. In diesem Gemenge von Ratten ist wahre Stille (aus der Sicht der Murinoide) außerordentlich selten und diese Plätze deswegen heiß begehrt und außerordentlich teuer. Ein seltsames Verständnis werden die meisten anderen Völker denken, da Ghar Ajab ihnen wie ein gespenstischer Ort vorkommen wird, der garantiert nicht noch leiser zu sein braucht.

Als Beispiel für solche Orte können die berühmten Schallschutzkammern der Murinoide gelten, welche im Distrikt der oberstern Verwaltung stehen und etwa 25m² groß sind. Sie gehören allesamt der Stadt Ghar Ajab, können aber gegen ein saftiges Entgeld für 48 Stunden gemietet werden (Man redet von 25-40 Goldmünzen pro 12 Stunden), um sich etwas Ruhe und Entspannung zu gönnen. Ebenso ist das Ratsgebäude vor Lärm geschützt, sodass die Versammlungen der Kommissionen und des Kommissionsrates (alle führenden Kommissionmitglieder + ihr Kanzler) in alle Ruhe über die Probleme Ghar Ajabs reden können, ohne von dem Alltagslärm und dergleichen abgelenkt zu werden.

Oder auch Gegenstände, so gibt es sogenannte Schutzbügel, welche man sich über die Ohren legen kann, um gewisse Frequenzbereiche nicht hören zu können, oder Schallfänger, merkwürdige Apparaturen, welche Schall zu verschlucken scheinen und sie in ein beruhigendes Summen umwandelt. Sie werden vor allem in den Schmieden und schweren Gewerben genutzt, um die Lärmbelastung für die Stadt zu senken. Auch die stadtweiten Beförderungsbänder, welche durch die Murunculi (deren Beschreibung folgt noch), angetrieben werden, bewegen sich auf den sogenannten sanften Füßen, so dass die Bänder beim Transport fast keine Geräusche von sich geben.
Doch nach wie vor fühlen sich viele Murinoiden von der wachsenden Gemeinde der Rattlinge vor allem im Lärmpegel belästigt, weshalb es immer wieder Diskussionen zu diesem Thema gibt. Und sogar eigene Gruppierungen (wie die SG[StilleGruppe] Ghar Ajab - Vereine spielen in Ghar Ajab eine wichtige Rolle), welche sich dem Problem der Lärmbelästigung gewidmet haben, und diese noise pollution mit jeder Zelle ihres Körpers bekämpfen.

Das mag als Überblick über die Sprache der Rattlinge reichen, genügend Problemtiken dürfen aufgezählt sein. Man verzeihe mir, dass ich kein Wörterbuch und eine Grammatik mit reinreiche, aber meine sprachlichen Fähigkeiten, gerade in der Genese von Sprachen, lassen sich nicht mit einem J.R.R. Tolkien vergleichen. Aber die Grundzüge dürften klar sein, die Problematik der immer mehr aufkommenden Fachsprachen ist auch außerhalb dieses Forums mehr als häufig thematisiert worden.
Bis zum nächsten Thema! :)
Zuletzt geändert von Marnarn am Fr 7. Sep 2012, 12:16, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nycter ersatzlos gestrichen, kleine Rechtschreibkorrekturen
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Re: Die Protagonisten des seltsamen Hauses

Beitragvon Marnarn » Fr 7. Sep 2012, 12:07

Marnarn hat geschrieben:Original von Marnarn vom 20.10.2009

II. Die Nycter

In ihrem Dasein haben die Murinoide sich auch ein wenig über den Status einer Ratte erhoben, was in diesem Fall bedeutet, dass die Ratten sich über ihr Bedürfnis an Mäusen - als Fressfeinde und Beutetier - erhoben haben. ;)
Natürlich haben Fledermäuse nicht so viel mit Mäusen zu tun, aber das soll schonmal im Spaße verdeutlichen, dass die Murinoide, auch als schüchternes Volk, sich auch einem anderen Volk annähern können.

Die Nycter sind dabei ein eher merkwürdiges Völkchen, welches im Monster Manual III zu finden ist und in kleiner Population, nicht größer als Halblingssiedlungen, auch im seltsamen Haus vorkommen werden. Als anerkannte Minderheit versteht sich. Wie ergibt sich diese Anerkennung?


Gar nicht mehr. Als Notiz soll stehen, dass die Nycter aus dem Weltenbau rausgenommen werden, da sie ein typisches D&D-Wesen sind. Sie stehen, wie im Zitat zu lesen, im Monster Manual 3. Ich habe zu diesem Volk keinen guten Ecology-Artikel gefunden und auch keine Hinweise darauf, dass ein solches Volk in ähnlicher Form frei verfügbar werden. Dementsprechend werden die Nycter gestrichen. Ich werde sie auch noch aus den Artikeln der Ajabi streichen, sodass wieder gerade vor kommt. Ich werde mir Gedanken machen, ob und wie ich die Nycter ersetze. Vielleicht durch eine Art Maulwurfsvolk oder dergleichen. ;)

Die Nycter waren im Wiki in den Beiträgen der Ajabi und des Technodrakon verhanden. Das habe ich jeweils ausgebessert.
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