Versunkenes Reich

"Er ging hinaus und sah zum Himmel empor. Es regnete Sternschnuppen. Schade! Gern hätte er den Himmel in großer Ruhe über sich gesehen." - Juan Rulfo, Pedro Páramo
Benutzeravatar
Marnarn
Administrator
Beiträge: 585
Registriert: Do 29. Sep 2011, 20:04
Wohnort: Borgdorf-Seedorf
Kontaktdaten:

Versunkenes Reich

Beitragvon Marnarn » Fr 30. Sep 2011, 00:49

Original von Marnarn vom 05.02.2010

"Moralisches Überlegenheitsgefühl ist als Haltung, im Alltag und in der Politik, tausendmal gefährlicher als das Bewusstsein, gelegentlich ein Tunichtgut zu sein." - Harald Martenstein

Dilabor, was nicht mehr und nicht weniger bedeutet als ich verschwinde, vergehe, schwinde, zerstreue mich, zerfalle, löse mich auf, werde zerstört, ist ein Kontinent benamset nach seinem Vergehen und damit stellvertretend für seinen Zustand.
Dilabor ist ein Kontinent, welcher durch einen gigantischen Kataklysmus welcher auf ihm als Zentrum tobte, in das Meer sank.
Über die genaue Geschichte wird Nicolaj uns informieren, sobald die Geschichte der großen Zerstörung vollendet ist, doch mag ich bereits ein paar Fragen klären, welche sich mit der Zeit nach der Zerstörung beschäftigen.

"And as to you, Life, I reckon you are the leavings of many deaths. No doubt I have died myself ten thousand times before." - Walt Whitman

Es ist nicht das Ende des Kontinents, obgleich sich das Leben stark verändert haben wird. Ganz im Gegenteil, ich habe vor, hier die ganzen amphibischen und aquatischen Völker anzusiedeln und vielleicht auf die Spitzen der ehemaligen Gebirgen sogar eine Art "karibische" Piratenwelt zu setzen.

Um ein wenig ein paar Grundideen preis zu geben, welche ich für diese Art von Kontinent habe, mögen hier ein paar Stichworte stehen, um deutlich zu machen, welchen Flair dieser Kontinent haben könnte:
  • Zerklüftete Insel voller Riffe
  • Schotterstrände und Schiffsfriedhöfe
  • Eine belebte Unterwasserwelt voller aquatischer Elben, Sahuagin und anderen Meervölkern
  • Unterwasserruinen, welche von der Hochzeit der Elben künden
  • Kuppelstädte der Sahuagin
  • Undurchdringliche Sumpfgebiete in mitten großer Inseln
  • Ein von Verwüstung gezeichneter Kontinent, welcher unter der Wasseroberfläche liegt
  • Der Schlüssel zur epischen Magie?


Aber was zur Hölle hat das erste Zitat damit zu tun? Dies ist bereits eine Einleitung für das Leben der aquatischen Elben, welche in diesen Gebieten leben werden, während das zweite Zitat auch für ein Volk steht, welches ich bereits auf Tylanfor einzuführen gedachte. Ein spielbares Volk von Untoten, welche hier direkt mit dem Schicksal des Kontinents verknüpft sind. Sie werden von den Elben Suscitoren genannt, während die Wesen sich selbst auch als Evigilaren nennen. Aber dazu werde ich an anderer Stelle kommen.

Dies mag nur schon mal als ganz kurzer Überblick über die Planung genügen, ich hoffe, wie auch bei Ghar Ajab, dass ich bis Ende des Jahres eine Grobplanung des Kontinents im Kasten habe.
So viel für den Moment.
"Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern." - Jean Paul, Levana

Benutzeravatar
Marnarn
Administrator
Beiträge: 585
Registriert: Do 29. Sep 2011, 20:04
Wohnort: Borgdorf-Seedorf
Kontaktdaten:

Re: Versunkenes Reich

Beitragvon Marnarn » Fr 18. Mai 2012, 00:04

Im Zuge der Überarbeitung werden hier bereits die Sahuagin gestrichen werden. Sie sind sehr D&D-typisch und sind von einem TSR-Designer (Steve Marsh) extra für die Ausstaffierung der aquatischen D&D-Welt erschaffen wurden. Sie fallen damit weg. Ich werde sie jedoch auch nicht eins zu eins ersetzen wollen und streiche fast alle Ideen, welche mit den Sahuagin zusammenhingen.
Die Kuppelstädte als Idee sollen jedoch nicht gänzlich vergessen sein. Als junger Philosoph kam mir da natürlich auch die entsprechende Idee, wie man das umsetzen könnte. Im Rahmen unserer unvollendeten Kataklysmos-Theorie haben wir ja einigen Untergang für die Enwe geplant, aus deren Ruinen gerade eine neue Welt wächst, wenn man so möchte, könnte also Entsprechendes „eines einzigen Tages und einer unglückseligen Nacht“ untergangen sein. Als philosophischer Hintergrund ist natürlich der grob um 9600 v. Chr. (natürlich nur ein erwartetes Datum) datierte Untergang des bis heute nicht gefundenen, sich jenseits der Säulen des Herakles befindlichen Atlantis gemeint, welches der Beschreibung und Überlieferung nach - wie könnte es im Zusammenhang mit Philosophie auch anders sein - zuerst von Platon erwähnt und beschrieben wurde.

Natürlich bauen fast alle Sagen um Meeresstädte und um jene Nachfolger, welche unter Wasser noch weiter existieren, mehr oder minder auf diesem Atlantismythos auf. Also muss es irgendwie ein Alleinstellungsmerkmal bekommen und gleichzeitig muss es irgendwie in eine magiearme Welt passen, also ein ganz besonderer Ort sein, dass derartige Magie dort so wirken kann. Meine ersten Überlegungen gehen in die Richtung dies mit der besonderen Funktionen der Drachen zu verbinden. Ausgehend von Platons Politeia steht ja auch der damit verbundene Wille, alle Erzählungen der Theogonie und Heldensagen des griechischen Kulturkreises zu verbieten und die Position der Dichter zu beschneiden, um den Boden für den gerechten (totalitären *hust*) Staat zu betten. Platon nutzt diese alte Sagen also eher, um gewisse Theorien seinerseits zu unterstreichen und nicht um ihrer selbst willen. Das will ich für unser Alleinstellungsmerkmal schonmal nutzen. Natürlich könnte ich das Ganze nur im Zuge einer Kampagne wirklich umsetzen, denn ansonsten wird es nicht über Grundzüge hinauskommen: das Ziel ist es nämlich, Platons Idealstaat auf unser kleines Atlantis zu brechen. Gleichzeitig würde man Platons Atlantissage aus dem Timaios -Kritias-Komplex direkt einfließen lassen, aber auch andere gängige Atlantisbilder vielleicht direkt damit verbinden. Auch andere Anleihen wären natürlich denkbar, wie die Unterwasserstadt der Gungans bei Star Wars Episode I: Otoh Gunga.

Wie dem auch sei, meine Idee wäre es also Platons Idealstaat mit dem Atlantismythos zu paaren (wenn es denn möglich sein sollte) und - jetzt kommt der Bogen zu unserer Spielwelt - einen Drachen zum ausführenden Platon machen und Platon so in Gedanken etwas an die Hand zu geben, was der reale Platon selbst nicht hatte: die Zeit, um zu sehen, ob aus seinen Ideen etwas fruchtbares entstehen wird und die Macht ein derartig striktes Gesellschafts-/Staatssystem umzusetzen. Der Drache deshalb, weil ich gerne mal einen strikten Drachenphilosophen einsetzen würde, der unter anderem versucht, die göttliche Schöpfung zu verstehen und nachzuprüfen, ob sie entkernt werden kann, wenn man so will. Entkernt und umstrukturiert (das ist übrigens auch eine spannende Frage, verbunden damit, ob der mensche Wille möglichst frei sein mag oder alles Denken doch irgendwie determiniert ist (trotz Menthirs Einmischung. ;))). Ich könnte mir eine spannende Kampagne darum vorstellen und habe damit schon etwas für die Umstellung von D&D auf FATE auf dem Schreibtisch. Aber selbst wenn an solch einem Setting kein Interesse herrschte, hätte ich ein gewisses Interesse diese Idee zumindest in ihren Fundamenten zu legen und ohne zu sehr ins Detail zu gehen bei der ersten Ideengenese ist es mir das Verscheuchen der Haigläubigen Sahuagin auf alle Fälle wert. :)
"Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern." - Jean Paul, Levana

Benutzeravatar
Marnarn
Administrator
Beiträge: 585
Registriert: Do 29. Sep 2011, 20:04
Wohnort: Borgdorf-Seedorf
Kontaktdaten:

Dilabor - First Draft

Beitragvon Marnarn » Mi 20. Mär 2013, 18:45

Ideen für Leitmotive

  1. Ein Ergänzungsstück zu Darkenfalls, nur dass hier die Ebenen nicht verheert sind, sondern das Gros des Landes einfach untergangen ist. Hier spielen ebenfalls Umweltängste der Gegenwart eine große Rolle, wie sie beim Abschmelzen der Polkappen diskutiert werden. Nur die alten Gebirge und Vulkaninseln sind zum Laichgrund neuer kleinerer und weniger großer Inseln geworden, welche archipelartig das Meer durchschneiden.
  2. Das oberirdische Leben wird von Seefahrervölkern- und Stämmen beherrscht, samt einer eigenen Art der Piraterie. Als Gegenstück dazu gibt es aber auch unterseeische Völker, welche den Großteil dieses Kontinents ausmachen. Hier soll es sowohl das normale Leben unter Wasser geben als auch das Leben in unterseeischen Kuppelstädten, ein Art verborgenes, untergangenes, aber nicht zerstörtes Atlantis. Eine Erinnerung an die alte Welt, wehe Dilabor und Darkenfalls (sowie fast die ganze Welt) zerstört wurde?
  3. Kulturell ist dieses Gebiet, welches ich insgesamt als Kontinent zusammenfasse für die Beschreibung (ruinös! ;), zweigeteilt. Ich kann mir dort unterschiedliche Einflüsse vorstellen. Kulturell soll es aber eine oberirdische Leitkultur geben, welche aus alten Reichen besteht, und alter Glorie hinterherjagt, durchaus aber seine Wurzeln für uns im Kolonialismus hat. Es geht hier aber dabei nicht um die Verdrängung des Ureinwohners, sondern vielmehr um eine Rekolonialisierung, welches aber durchaus im Zuge spanischer, portugiesischer, englischer etc. Anleihen stattfinden soll. Unterseeisch soll die Kultur rein hellenistisch sein und durchbrochen sein durch die platonische Philosophie. Das macht den Kampf Neu gegen Alt auch im Denken eventuell deutlich.
  4. Wie auf Darkenfalls geht es hier auch um eine imperielle Ausbreitung, aber anders als die kulturelle Ausbreitung geht es hier um die Ausbreitung von Handeln und Grenzen bei Bewahrung der kulturellen Eigenarten (was nicht bedeuten muss, dass die Reiche dort fremde Kulturen nicht überschreiben wollen, aber eben daran scheitern). Diese Vielkulturenreiche erbeben durch die schwere Vereinheitlichung, welcher auch geografische Grenzen gesetzt sind. Gleichzeitig soll hier auch mit manchen Klischeebildern der Karibik-Kolonisation gespielt werden (Monkey Island lässt grüßt). Das trifft konfliktvoll auf die Unterseeebene, welche im Gegensatz zur expansiven Oberreich eher auf Bewahrung und Isolation setzt.
  5. Auf diesem Kontinent darf dem navalen Entdeckungsdrang nachgegangen werden. Hier geht es aber eher klassisch um humanoiden Konflikt, punktuell können jedoch auch gefährliche Bestien unbewohnte Inseln säumen bspw.
  6. Inspirationsquellen reiche ich noch. Ich stecke noch nicht so weit im Thema drin. Klar sind bisher auch Jared Diamond und sein Buch Kollaps, auch wenn ich hier nicht den Kampf gegen die Natur in den Vordergrund stelle, sondern eher gesellschaftlichen Verfall. Eine weitere große Rolle spielt der Timaios-Kritias-Komplex von Platon.
"Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern." - Jean Paul, Levana


Zurück zu „Allgemeines“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast