Was ist die Bàsa Katorga?

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Was ist die Bàsa Katorga?

Beitragvon Marnarn » Mi 16. Jan 2013, 23:52

Stone walls do not a prison make,
Nor iron bars a cage,
Minds innocent and quiet take
That for an hermitage.

- Richard Lovelace, To Althea, from Prison, IV.

Wer sich die Zeit nimmt, die an die Unterforen angebrachten Zitate anzuschauen, wird sehen, dass viele Zitate sich um Ordnung, eine gewisse Form von Recht und Unrecht und der häufig daraus entstehenden Konsequenz des Gerichtes drehen. Die Zitate sind nicht ohne Bedacht gewählt und erfüllen einen Zweck, den ich bis hierhin nicht weiter formuliert habe. Ich habe ein gewisses Bild im Kopf für meine Kontinente, aber wie so häufig ist es sehr schwer, dieses Bild nur mit wenigen Worten irgendwie zu vermitteln. Zu diesem Zwecke habe ich in den baumeisterlichen Ansätzen eine Art Lösung der Darstellung gesucht.

In diesem Zusammenhang kann es hilfreich sein, wenn ich versuche diese Punkte für diesen Kontinent zu finden und zu formulieren. Das habe ich in Kurzform versucht und doch musste ich für mich feststellen, dass mir das nicht so einfach gelingen will. Der Grund liegt darin, dass die Zitate seit unserem ersten Forum feststehen und ich mich so an ihre Anwesenheit gewöhnt habe, dass ich sie lange nicht hinterfragt habe und nicht fragte, was sie dort eigentlich machen. Was lässt sich aus den Zitaten heraus über den Kontinent sagen? Dieser Frage will ich möglichst kurzgefasst nachgehen.

Bása Katorga - was heißt das eigentlich? Bàsa steht für das Wort Ebene im geographischen Sinne. Es entspringt der Sprache Lumbaart, also dem Lombardischen (Norditalien). Katorga ist eine besondere Art der Strafe im historischen Russland und umfasst sehr grob zusammengefasst eine Zuchthausstrafe, die mit Zwangsarbeit verbunden ist. Bàsa Katorga ist also am ehesten sowas wie die Ebene der Katorga. Oder eine Ebene der Zwangsarbeit, der Zuchthäuser. Hier ist bereits erkennbar, dass die Ebene auf diesen Straf-/Gefängnisgedanken aufbaut.

Ich liste kurz der Übersicht halber alle genutzten Zitate auf.
  • "Die Welt ist nur ein großes Gefängnis, aus dem täglich einige zur Exekution geführt werden." - Walter Raleigh, Ausspruch im Gefängnis vor seiner Hinrichtung, 1618
  • "Wer die Weite der Freiheit nicht kennt, findet die Enge des Gefängnisses gemütlich." - Walter Ludin, Einfach ins Blaue, S. 8
  • "Geschichte handelt fast nur von […] schlechten Menschen, die später gutgesprochen worden sind." - Friedrich Nietzsche, Morgenröte
  • "Aber während die Menschen nur in bestimmten Ordnungen leben können, tendieren sie als Masse dazu, gerade die funktionsfähigen Ordnungen zu zerstören." - Walter Eucken, Grundsätze der Wirtschaftspolitik
  • "Bald werdet ihr das Land überfluten wie die Flüsse, die nach einem plötzlichen Regen die Schluchten hinunterstürzen. Aber mein Volk ist eine versiegende Ebbe, wir werden niemals wiederkehren." - Seattle, Die Rede des Indianerhäuptlings Seattle
    [color=#800000]
  • "Eine Gesellschaft, die alle Lebensbeziehungen den Gesetzen des Marktes unterwirft, trägt Anzeichen von totalitärer Ideologie, die lebensgefährlich ist für den Staat." - Johannes Rau

Aus den Zitaten (Jene, welche an der Iustitiakampagne angebracht sind, lasse ich außen vor, sie gehen aber in dieselbe Richtung. Nicht von ungefähr heißt Iustitia übrigens Iustitia) lässt sich mindestens eine Tendenz herauslesen, nämlich diese Betonung von Ordnung und der Angst, dass diese Ordnung zerfällt. Die Darstellung zeigt aber auch eines dem Menschen misstrauendes Bild. Es hat Angst vor der Totalität der Ordnung, aber auch davor, dass die Masse zu ungelenk, zu ungeordnet ist. Sie fürchtet die Ordnung als Absolutes genauso so sehr wie die Entfesselung der Ungeordneten. Es sieht diese Angst im Strafrecht, aber auch in wirtschaftlichen Zusammenhängen. Wirtschaftlichkeit bedeutet dabei natürlich deutlich mehr als nur Kapitalfragen. Wirtschaftlichkeit kann durchaus eine Überlebensfrage sein. Eben mit knappen Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen und so das Überleben zu sichern.

Obzwar dies auch das ganz normale Leben widerspiegeln mag, sehe ich für die Ebene der Katorga eine ganz besondere Betonung dieser Punkte. Walter Raleigh bezeichnete gar das ganze Leben als Gefängnis, dieses Bild möchte ich für diesen Kontinent übertragen. Das Leben als bezeichnetes Joch, sehr düster gezeichnet, vielleicht ein wenig so, wie man sich die "Dark Ages" immer fälschlicherweise vorstellt, jedoch verbunden mit modernen, aber fantastisch abgewandelten Anachronismen, die vor allem um die Frage von Ordnung und der Angst vor losbrechender, unkontrollierbarer Unordnung zirkulieren.

Der Kontinent möchte sich aber auch thematisch fragen, was totalitäre Systeme unterscheiden mag. Wie sowas in einer Geisteshaltung entstehen mag. Er möchte dies mal dystopisch, sicher auch mal aus manchen Blickwinkeln utopisch betrachten und umsetzen. Er möchte danach fragen, was Ordnung für das Gemeinwesen bedeuten kann und gleichwohl, um die Atmosphäre des Kontinents einzufangen, möchte es die Ordnung als Joch darstellen, aber ebenso die Unordnung als Joch sehen. Der Kontinent möchte die Wesen von diesem Wechsel aus Ordnung und Unordnung bedroht sehen, wie das Wesen auch von der Natur bedroht sein kann. Aber, und das ist wichtig, er möchte die Pflanze des Lebens dadurch nicht ersticken, sondern er möchte sie betonen. Er möchte in diesen Zeiten des Jochs, die Freiheitsliebenden, die Lebensliebenden an die Hand nehmen und ihre Leben besonders betonen, sowohl in ihren Erfolgen, aber auch in ihrem Scheitern. Heldengeschichten sind nicht nur die Geschichten des Erfolges, es sind auch die Geschichten des Scheiterns, des Ertragens und es Wiederaufstehens. Ein Gefängnis, ein Zuchthaus, ist nicht immer gleichbedeutend mit dem Lebensende, obwohl es doch häufig das Ende eines Lebensführungsansatzes ist. Und so soll dieser Kontinent zwischen diesen Punkten aufgehängt sein und viel Nährboden für Utopien und Dystopien um die Worte der gesellschaftlichen Ordnung bieten, er soll dementsprechend auch sehr sozial aufgeladen sein.

Kulturell angelehnt sollen die Länder dieses Kontinents an das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, an das mittelalterliche Frankreich, an das mittelalterliche England und an Russland sein. Und es soll sich in der Epoche kulturell bis nach Konstantinopel oder gar bis Mekka ziehen, mit dem größten Teil, der in etwa Sibirien gleichen könnte, aber eben nur russischen Einschlages, unter eisigen Temperaturen und kurzen Sommern verborgen. Klimatisch soll es dementsprechend auch in diesen Breiten gefunden werden.
Die Wahl der Vorbilder ist hierbei nicht irgendwelchen Vorlieben geschuldet, sondern eher einer idealistischen Denkschule entnommen. Ich werde es nicht im Einzelnen jetzt auseinander nehmen, und auch nicht kritisch bewerten an diesem Punkt, aber durch die vielen letzten Jahrzehnte gab es immer wieder die geäußerte Meinung, dass der deutsche Idealismus und sein späterer Kampf gegen den Materialismus für viele deutsche Unglücke verantwortlich gewesen sei. Das soll nicht bewertet werden, aber auch diese Ebene der Darstellung soll auf diesem Kontinent seinen Anklang finden und dieser Idealismus ist tief im modernen, europäischen Denken verwurzelt. Gleichzeit findet das Mittelalter gerne unreflektierte Ausdrucksweise, in dem es dunkel, dreckig und vor allem tödlich und bisweilen primitiv dargestellt wird. Für Bàsa Katorga will ich diese empfundene Atmosphäre dafür gerne übernehmen.

Die ersten zarten Ansätze sind geschaffen wurden mit dem extrem expansiven Torana, mit dem monotheistischen Zhuras, mit von Vecor zumindest stark beeinflussten Sonneninsel und dergleichen.
Es sind bisher nur vage formulierte Ansätze, genauso wie diese Erklärung, was Bàsa Katorga sein soll, noch sehr vage ausgedrückt ist. Diese Frage kann ich auch nicht aus der Hüfte beantworten, ich werde viel Zeit brauchen, um diesen angesetzten Gedanken weiter auszuformulieren und die Fragen zu vertiefen: Was für Utopien und Dystopien sind dort? Wie sieht der Lebensalltag dort aus? Durch welche Völker zieht sich dies? Nein, dies ist nur ein Ansatz. Dennoch werde ich mich an einer unvollständigen und noch sehr oberflächlichen Zusammenfassung versuchen:

Bása Katorga ist ein großes Gefängnis. Nicht immer in physischer Gestalt, doch durchaus im psychischer Gestalt. Das Topos wird der übergeordnete Begriff sein, der alle Ebenen dieses Kontinents durchzieht, wie ein roter Faden, der manchmal deutlich und manchmal undeutlich durch die Ereignisse verläuft. Ordnung und Angst, Ordnung zu verlieren, diese beiden Punkte sollen überall auf diesem Kontinent spürbar sein, als sei es der für diesen Kontinent von den Göttern bestimmter Fluch.[/color]

Edit: Ich verwerfe an dieser Stelle das alte Konzept, lasse es aber der Vollständigkeit halber stehen.
Zuletzt geändert von Marnarn am Di 19. Mär 2013, 16:03, insgesamt 4-mal geändert.
Grund: Neue Erkenntnisse
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Was ist die Bàsa Katorga? - Neue Ansatzmöglichkeiten

Beitragvon Marnarn » Di 19. Mär 2013, 16:46

Christian und ich haben uns dazu entschieden, die Kontinente so zu konzipieren, dass wir sie auch thematisch etwas abgrenzen, sodass nicht mehrere Kontinente nur Variationen desselben Grundthemas sind, denn um die Kontinenten mit denselben Themen zu füllen und sie gleichzeitig glaubhaft zu diversifizieren, sind unsere Vorstellungen von Fantasy und unsere kulturelle Bildung wohl zu gleichförmig und die Interessen sich häufig sehr ähnlich, sodass wir dieselben Themen zwar nicht gleich, aber doch sehr ähnlich oder zumindest erkennbar verwandt behandeln. Aus diesem Grund ist all jenes, welches bisher die Bàsa Katorga war, wenn auch nur um etwas des Grundgedankens dieses Kontinents entkernt, nach Thairdur übergangen und wird dort noch genauer implementiert werden.

In der Folge dessen muss Bàsa Katorga neuerlich konzipiert werden und mit neuem Leben gefüllt werden. Aus diesem Grund möchte ich zu diesem Zeitpunkt nur ein paar Ideen sammeln, was sich auf der neuen Ebene der Katorga so finden könnte und diese dann Stück für Stück behandeln. Grundsätzlich möchte ich nicht mehr an den Gefängnismetaphern und der Hinleitung zu Dystopien und Utopien festhalten, auch möchte ich sie nicht anders gewichten, weil ich diese Schwerpunkte auch bereits nach Dilabor gelegt habe (Politeia von Platon) und auch in Ghar Ajab implementiert habe. Gleichzeitig spielt die Storm of Vengeance mit dem eigenen Geist als Gefängnis. Diese Metaphern und Bilder habe ich inzwischen vielerorts untergebracht und dementsprechend kann dieser Kontinent davon entkernt werden.

Dies könnte nach der Lûth Telaîth und Bàsa Katorga zur dritten Namensänderung dieses Kontinents führen und darüber kann durchaus verhandelt werden. Der Kontinent ist keine Ebene der Zuchthäuser mehr, vielleicht nicht einmal mehr eine Ebene der Verbannten (so der erste Name übersetzt), vielleicht noch nicht einmal ein Flüchtlingskontinent. Er ist offen für ganz andere Ansätze, vielleicht sogar für eine ganz andere Richtung.

Nach einem kurzen Gespräch mit Christian haben wir den aktuellen Stand, dass dieser Kontinent Heimstatt der Indianer sein könnte, wobei wir beide uns einig waren, dass wir beide im Moment keine Maya, Azteken und Inkas dort wünschen, gleichwohl uns aber die nordamerikanischen Indianer vorstellen können, die im kanadisch-amerikanischen Grenzgebiet ihre Heimat hatten und somit auch weiter diesen Kontinent als eher kalten Kontinent vorgestellt haben möchten. Dabei ist die Frage, was ein Indianer ist, natürlich nur schwerlich zu beantworten, da das Wort bekanntlich keine Eigenbezeichnung ist und sehr viele Völker zusammenfasst, die sich selbst voneinander abgrenzen oder abgegrenzt haben. Das wird noch genauer zu erarbeiten sein.
Einzig als Ansatz habe ich bisher gewählt, dass ich hier gegen Stadtkulturen bin und mir eher kleine, wandernde Gemeinschaften unter Nutzung von Transhumanz vorstellen kann. Ein Leben in befestigten Grundlagern und ein Umherziehen zwischen diesen Lagern je nach Jahreszeit oder anderen Zyklen. Viele wilde Prärien und schöne, weitflächige, weiträumige Ebenen sollen das Bild prägen. Ich möchte keine klassischen Städte, gleichwohl aber Zentralorte, die vielleicht nur saisonal genutzt werden oder auch ganzjährig, die jedoch keine klassischen Städte darstellen, sondern wenn dann große Lager mit wechselnden Belegschaften und vielleicht einem Zentralbau für den Herrscher.

Ab davon bin ich für alle Vorschläge zu haben und ich muss zugeben, dass ich noch etwas konzeptlos bin, weil ich mich in die unterschiedlichen Indianerkulturen noch nicht eingelesen habe. Ich plädiere dafür, die europäischen Einflüsse weitestgehend rauszunehmen und uns vielleicht einmal etwas ganz anderes zu trauen. In den Prärien kann ich mir sehr gut vogelartigen Humanoide als wichtige Kultur vorstellen und ein Teil des Landes in verwinkelte Canyons legen, um Schutz vor diesem jagdversessenen Vogelvolk zu haben. Ich kann mir hier die klassische Umsetzung des Pygmäenmythos (Halblinge oder Gnome vs. Vogelvölker) vorstellen. Die Umsetzung einer zu starken Seite der Natur soll nicht sein, da es kein teils unbewaldeter Abklatsch von Ostadarra sein soll, er soll sein eigenen Stil haben und dazu fehlt mir noch ein wenig das Thema. Das werde ich noch suchen müssen und wünsche mir natürlich, dass einige Vorschläge für ein Kontinentsthema auftauchen werden.

Wir haben ganz zu Beginn des Projektes über die Riesen gesprochen und es seitdem nie wieder angefasst, seit Dezember 2008 ist das Thema nicht mehr behandelt worden (hier nachzulesen). Vielleicht können wir uns im Zuge dessen vorstellen, dass es hier doch Stadtkulturen gibt, entgegen meines ersten Ansatzes, und dass dieser Kontinent der letzte Kontinent ist, auf dem es noch die Reiche der Riesen gibt. Dann hätten wir auch ein Thema für diesen Kontinent. David gegen Goliath mag als Assoziation aufkommen, aber auch die Gigantismuskritik (positiv wie negativ), die wir heute an unseren Wolkenkratzer und architektonischen Wunderwerken üben. Wir können die Monumentalismus des Menschen hinterfragen (Was tue ich, damit sich die Welt im Angesicht der Größe der Riesen und ihrer Bauwerke an mich erinnert?), wir können mit dem Thema spielen, wenn ein Mensch sich angesichts der Welt um ihn herum für klein und erbärmlich hält. Wie erträgt ein Mensch, die scheinbare Größe der anderen?
Wie so häufig sind meine Beiträge Denkprozesse und zu Beginn dieses Beitrags habe ich noch gar nicht an die Riesen gedacht gehabt, ich bin nur zufällig auf sie gekommen, ohne erkennbaren Grund. Aber ich wärme mich gerade mit diesem Gedanken auf, dass der Mensch noch ein ziehendes Volk ist und die Riesen das sesshafte Volk, gigantisch in ihrem Baustil. Der Kontinent als letzter Rückzugsort der großen Riesenreiche der Mythentage? Hier gibt es sie, die letzten, blühenden Reiche der Riesen. Das wäre ein Gedanke, der eine weitere Überlegung wert wäre.

Oder sind es doch nur die Ruinen und zwischen diesen Riesesruinen klammern sich die letzten Riesen an ihre alte Macht? Wenn die Vergänglichkeit menschlicher Werke uns immer so schmerzend scheint, warum sollte es den Riesen anders gehen? Ich zitiere das berühmte Gedicht Ozymandias von Percy Bysshe Shelley.
I met a traveller from an antique land
Who said: — Two vast and trunkless legs of stone
Stand in the desert... Near them, on the sand,
Half sunk, a shattered visage lies, whose frown,
And wrinkled lip, and sneer of cold command,
Tell that its sculptor well those passions read
Which yet survive, stamped on these lifeless things,
The hand that mocked them, and the heart that fed:
And on the pedestal these words appear:
‚My name is Ozymandias, king of kings:
Look on my works, ye Mighty, and despair!‘
Nothing beside remains. Round the decay
Of that colossal wreck, boundless and bare
The lone and level sands stretch far away.


Und dennoch bin ich unschlüssig, obwohl die Riesen mir ein gutes Element scheinen und das Thema von Größenwahn und die Vergänglichkeit unserer Taten und Werke auch spannend ist. Lasst uns zuerst noch ein paar Themenvorschläge und Inhaltsvorschläge sammeln, ehe wir ein Gesamtbild daraus zu schaffen versuchen.
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Re: Was ist die Bàsa Katorga?

Beitragvon Manhêl » Mi 4. Jun 2014, 21:20

Die Bása Katorga ist wieder ein Werk von gestern. Ich habe den Namen geändert. Er heißt jetzt Kerajaan Kamatayon, wieder ein solchen Sprachkrückenprojekt, welches beliebige Worte aus beliebigen Sprachen nimmt, sie nicht grammatikalisch anpasst und sie dann einfach auf die Welt loslässt. Kerajaan kommt aus der indonesischen Sprache und heißt soviel wie Königreich, in den malayischen Sprachen heißt es dagegen Regierung. Kamatayon kommt aus der Sprache Cebuano, die auch in derselben Gegend, vorwiegend auf den Philippinen und dort der Insel Cebu gesprochen wird. Es bedeutet Tod.

Ob man es als Königreich des Todes bezeichnen möchte oder als totes Königreich und das Königreich Tod, das mag jedem in seiner Phantasie noch selbst überlassen sein (ich tendiere zu Vorschlag 3). Doch ich habe mich für die Namensänderung zugunsten eines Kontinents der Riesen entschieden und wollte dementsprechend mit den ganzen Gefängnisgedanken brechen, wie im vorherigen Beitrag bereits angedeutet. Sie sind überall aufgekommen und verwurstelt, sodass dieser Kontinent davon entkernt werden kann.

Was habe ich mir für diesen Kontinent jetzt überlegt? Letztendlich fühle ich mich nur in dem bestätigt, was ich bei meiner letzten Überlegung bereits festgestellt habe:
  1. Die Riesen werden auf diesem Kontinent das beherrschende Volk sein. Es wird mehrere Riesenvölker geben, sie folgen nicht der typischen Aufteilungen von Dungeons&Dragons und werden im weitesten Sinne nicht den Elementen zugeordnet. Ich werde sie jedoch als Feinde der Götter konzipieren.
  2. Auf Nicolajs Idee basierend, dass die Menschen auch mal ein Sklavenvolk gewesen sein könnten, werden die Menschen dieses Gebietes es sein. Sie sind die Sklaven von Drachen und Riesen gleichermaßen, aber auch in den anthropomorphen Tiergesellschaften, vor allem die Hundeartigen halten sie gerne als Hausmenschen. Die wenigen freien Menschenvölker leben auf der Flucht, von kleinen Herden und in Felsspalten und sind technologisch eher primitiv veranlagt.
  3. Es gibt keine Elben und Alben, keine Gnome, keine Halblinge, keine Orks und Goblins und keine Zwerge auf diesem Kontinent. Alle klassischen Fantasyvölker haben keinen Zugriff auf diesen Kontinent (außer sie gehören dem Orden Giordans an und sind als Agenten dort). Auf jeden Fall kommen sie nicht als Völker dort vor.
  4. Die freien Menschenvölker werden an die Indianer Nordamerikas angelegt und habe keine eigenen oder nur sehr selten Stadtkulturen. Zudem gibt es pygmäenartige Menschen, die vor allem von dem storchenartigen Volk gejagt wird. Ihre Magie wird vor allem schamanistischer Tradition folgen, während die Riesen eine andere Art von Magie nutzen. Ich überlege, diese Magie an Orte zu binden, vor allem mystische oder mythische Orte der Vorzeit, die wie Kraftquellen wirken. Am Versickern dieser Quellen könnte auch der Niedergang der Riesen liegen, weil sie nicht wissen, wie man sie neu speist?
  5. Es gibt diverse anthropomorphe Tiervölker, die auf diesen Kontinent leben. Die häufigsten Vertreter sind hundeartige Humanoide und storchenartige Humanoide.
  6. Die prägenden Bauwerke des Kontinents sind nach dem Ozymandias-Gedicht in einer Art Gigantismus gehalten, welche auch ein bisschen den Bauwahn unserer Welt darstellen sollen, deswegen wird es auch künstliche Städte in Wüsten ala Dubai geben etc..
  7. Klimatisch ist es insgesamt doch eher gemäßigt bis kalt.
  8. Die Riesen versuchen den Glanz alter Tage wiederzuerwecken, doch sie sind ein sterbendes Volk. Vielleicht bediene ich mich hier an der Kroganergeschichte aus Mass Effect oder ähnlichem, also das eine Krankheit auch ihre Vermehrung behindert.

Die für die Bása Katorga bestimmten, den Kontinent prägenden Begriffe, bleiben bestehen, sie lauten:

  1. Storch
  2. Personal Assistant
  3. coitio (Vereinigung; (häufig) Komplott, Verschwörung; auch: Verbindung zweier Amtsbewerber zur Verdrängung der übrigen Mitbewerber)
  4. Meinungsbildung
  5. Kloake

  1. Perihelium
  2. Leaf
  3. circumvolare (umfliegen, umflattern)
  4. wortlos
  5. funktionell

  1. Kneipabend
  2. loin
  3. parentalis (elterlich, der Eltern bzw. zur Totenfeier für Eltern od. Verwandte gehörig)
  4. verbrennen
  5. Jaspis


Zum Hundevolk gab es in der pensa infecta bereits einen kurzen Gedankengang, den hier nochmal der Vollständigkeit halber einstelle:
Die Hundeartigen
  • Ausgleich für die Katzenvölker? (Sind mehr anthropomorphe Wesen sinnvoll?)
  • Sinn liegt in der Abwechselung für die Überstrapazierung der Gnolle und vor allem der Werwölfe (!)
  • Bewegung in Richtung Hound Archon?
  • Ausgeprägtes Wächterwesen der Hunde verbauen als Grundlage eines dystopischen Überwachungsstaates. Der totale Hüte- und Bewachungstrieb also.
  • Weg von der positivistischen, neumodernen Sicht eines Hundes zu einem absoluten Polizeistaat (Verwendung von gängiger Worten, welche den Hund negativ bewerten (Schweinehund, Krummer Hund etc. pp.)
  • Aussehen gebunden an eine Hauptrasse? Ich tendiere zur ganzen Bandbreite der Hundrasse, oder zumindest einen größeren Auszug, um ein staatlich überwachtes Hunde- und Hundewesen-Zuchtprogramm (nach FCI Maßstäben ;) ) durchzusetzen. Wäre ein Ansatz und sicherlich auch interessant, da diversifizieren zu können.


Ansonsten richtet sich die bisherige Stoßrichtung nach den bisherigen Punkten, die ich im Beitrag davor formuliert habe.
Soviel für den Moment.

PS: Verzeiht den Beitrag von der Playstation, aber mein Rechner wollte für 90 Minuten nicht ins Netz.
"Behutsam schließt man die Augen der Toten; ebenso behutsam muss man den Lebenden die Augen öffnen." - Jean Cocteau


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