Von kritischer Bedeutung...

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Marnarn
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Von kritischer Bedeutung...

Beitragvon Marnarn » Do 29. Sep 2011, 22:55

Original von Marnarn vom 27.03.2009

Seit einer geraumer Zeit herrscht Zwietracht im Lager der Critical Hits.
Aufruhr erfasste diese Truppe absoluter Elitetöter, welche für ein Großteil der Tode in der dritten Edition verantwortlich waren.
Etwas hat das Lager gespalten. Gerüchte machen die Runde. Die Kritischen fühlen sich an die Wand gedrängt.
Man munkelt gar, dass die Macht von Kaiser Doppelzwanzig gebrochen worden sein könnte.

Grund für den Aufruhr ist Prinz Doppelzwanzig von und zu Bestätigung, welcher letzteren Titel zur Vollführung seiner Taten als äußerst wichtig empfindet, um nicht mit seinem älteren Bruder und Monarchen verwechselt zu werden. Und seine Doktrin ist einleuchtend.
»Unser Volk ist gefürchtet, doch gleichzeitig fürchten wir uns selbst ebenso. Wir kämpfen mit ungeheurer Macht gegen den Feind, doch der Feind kann uns durch unsere rücksichtslose Kampfart ebenso so schnell und unverhofft enthaupten.«
Mit dieser Doktrin hat er eine Gruppe um Kultisten, so munkelt man, mit ihrem Anführer, zumindest der Sage nach, Nicolaj, in seinen Bann gezogen, welche dem gemäßigteren der beiden Doppelzwanzigbrüder folgt.

Doch dieser innere Zwist wurde nur noch mehr angeheizt, als ein Elitewürfel aus der Zukunft, er behauptet, er sei aus der vierten Edition herabgestiegen, um Weisheit zu künden, kam und verkündete:
»Ihr Kritischen alter Stunde! Höret! Verbannt eure Rücksichtslosigkeit, kehret ins gemäßigte Bahnen zurück, um die Balance der Welt nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen! Findet zum lediglichem maximierten Ergebnis eurer Taten, aber tötet und lasst euch nicht töten im unkontrollierten Chaos des Zufalls, welches Kaiser Doppelzwanzig auf euch richtet! Nur dann werdet ihr der vierten Edition, der neuen Zukunft, angehören können"«

Als es würden sie aus ihren Löchern kriechen, welche die Diktatur des schnellen Todes durch Doppelzwanzig ihnen aufgezwungen hatte, kamen nun die Patzer ans Tageslicht und fordern Emanzipation (lat. Freisprechung von der Sklaverei und feierliche Übergabe in die Eigenständigkeit).
Ihr Rädelsführer Che Patzera fordert vehement vor der UCA (United Critical Association):
»WIR PATZER WERDEN SEIT JAHREN UNTERDRÜCKT! WIR FORDERN DIE GLEICHBERECHTIGUNG! WENN EINE DOPPELZWANZIG TÖTET, SOLL EIN DOPPELPATZER AUCH TÖTEN! FÜR DEN PATZER!«

Dieser Aufruhr scheint die weltumgreifende Institution der Kritischen in Frage zu stellen, hat ihre Fundamente erschüttert und zu einer enweweiten Krise geführt, daher fordert das Würfelvolk, intoniert durch ihren Mund Marnarn:
»Wir wollen, dass jeder Würfel die gleiche Chance hat, etwas zu bewirken! Es liegt nicht in den Grenzen der Toleranz, dass die Würfel Thairdurs weniger Chancen auf Verwüstung haben, als die Würfel der Lûth Telaîth. Es ist nicht akzeptabel, dass Darkenfalls und der unbenannte Kontinent des Nasus Maximus mit ihren Entscheidungen zur kritischen Frage im Verborgenen bleiben.
Die UCA muss jetzt reagieren! Es darf keine Verzögerung geben, denn jeder Spielabend Verzögerung kann zusätzliche Opfer auf Seiten der Spielercharaktere und der Nichtspielercharaktere führen. Das ist eine humanitäre Katastrophe!
Metagamingfreiheit wird definiert durch die Letalität der Würfelwürfe!«


Am 27.03.2009 verließt der Gerichtshof der UCA die Anklagepunkte:
  • Die Doppelzwanzig ist zu tödlich! Jeder 400. Bürger in den Staatsgebieten der UCA, also der ganzen Welt, wird statistisch durch Kaiser Doppelzwanzig getötet.
  • Der Kontinent Thairdur ist als abtrünnig zu bezeichnen, da er sich nicht um eine Lösung im UCA-Sinne bemüht hat und sich auf seine Eigenbrödlereigenart beharrt. Ein Ausschluss bei Bewahrung dieser stupiden Maxime steht zur Debatte! (;))
  • Das System der vierten Edition ist unglücklich, da es Machtverhältnisse nur unnötig zementiert und somit den Grad inner Logik verletzt. Kaiser Doppelzwanzig beharrt auf den Punkt, dass jemand, der solch ein Leben bevorzugt, World of Warcraft (was auch immer das für ein Schwachsinn sein soll) spielen soll. Außerdem misstraut er angeblich Zeitreisenden. Ist wie mit den Entführten von Außerirdischen.


Daraufhin entbrannte die Frage, ob die Variante der Abtrünnigen nichtsdestotrotz die beste der vorgeschlagenen sei. Und wie sieht es mit der Emanzipation der Patzer aus? Gibt es eine Chance?

Um 15:00 wurde eine Stellungnahme von Kaiser Doppelzwanzig aufgezeichnet:
»Liebe Kritische. Viele beharren darauf, dass unsere Tage gezählt sein. Der Bodensatz unser Gesellschaft, Verlust und Niederlage, oder auch Patzer, genannt, wühlt sich aus den Tiefen hervor und lungert, lauert, aber zaudert noch. Sie warten auf unsere Schwäche, doch wir werden sie nicht offenbaren.
Stattdessen habe ich vor, meinem Bruder ein Angebot zu machen, welches er nicht ablehnen kann....«


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Grundsätzlich ist, wie oben illustriert, das Problem der kritischen Treffer in letzter Zeit gehäuft vorgekommen.
Für mich ist das größte Problem, dass wir für die Enwe keine gemeinsame Lösung bisher haben.
Es standen drei Varianten zur Debatte, wenn wir uns bisher darüber unterhalten haben und ich werde meine Sicht der Dinge kurz niederlegen.

4.Editions-Variante: Die Maxierung des Schadens. Der Deal ist relativ einfach, man trifft bei einer 20, seltener auch schon bei einer 19, einen kritischen Treffer und macht dann maximierten Schaden. Die Besonderheit: Dieser kritische Treffer benötigt keine Bestätigung. Einfach, weniger schmerzvoll und vor allem, nicht tödlich.

Mag relativ fein sein, für den durchschnittlichen Spieler. Mir ist diese Variante aber einfach der größte Dorn im Auge. Dadurch würde dem Charakter niedriger Stufe die Möglichkeit des Tötens eines hochstufigen Charakters, Monstrum etc. verwehrt werden, was ich sehr schade fände. Die Möglichkeit des Sieges eines geringeren Wesen mag zwar für einen Spielleiter oder Spieler, der jeweils eine Menge von dem sterbenden Wesen hält, frustrierend sein, ist für mich aber kein Argument.
Wer solche Zementierung von individueller Macht zu beherzigen weiß, sollte doch lieber World of Warcraft oder andere Spiele spielen. Für mich ist dies, in einem Rollenspiel, welches zumindest eine innere Logik verfolgt, einfach nicht tragbar. Klärt mich auf, sollte ich falsch liegen, aber ich bin der festen Überzeugung, dass die Nonletalität des Zufalls nur die Metagamingaspekte noch unnötigerweise verschärft.
Für Spieler, die Quecksilbers Argumentationsweise verfolgen, kann ich argumentieren am Beispiel Rel Ryvanens. Der würde stark unter seiner schwächelnden Hofklinge leiden. (Von 12-20 mit Attributsschäden etc. zur 20 und einfach maximierter Schaden). (Ich bitte vielmals um Entschuldigung, aber den Kommentar konnte ich mir nicht verkneifen.)

Doppelzwanzig mit und ohne zusätzliche Bestätigung:
Letztendlich ist das hier eigentlich nur eine geringe statistische Frage, wenn man eine zusätzliche Bestätigung nutzt. Während eine einfache Doppelzwanzig sich im Laufe der Zeit als sehr letal, vor allem für Nicolajs Charaktere, erwiesen hat.

Im Wesentlichen fordere ich eine einheitliche Regelung und kann mich aus folgendem Grund mit beiden an sich anfreunden:
Es ist die Umkehrung der vierten Editionsregel. Geringere Charaktere können auf diese Art und Weise Heldentaten epischer Größe vollbringen. Sicherlich ist das, Metagamingsicht, Würfelglück, aber ich beharre darauf, dass der eigentliche Charakter das nicht weiß. Und wenn ein Spieler das nicht auseinanderhalten kann, muss er an seiner Charaktereinsicht feilen.
Allerdings halte ich den Schritt zwischen Doppelzwanzig und Doppelzwanzig mit Bestätigung ohne Zwischenstufe für relativ groß, weshalb ich einen Kompromis vorschlage:

Verheerender Schaden:
Für mich ist und bleibt die Doppelzwanzig ein besonderes Ergebnis. Und dieses Ergebnis nicht gesondert zu würdigen, verbietet sich mir irgendwie, da die Erfahrung gezeigt hat, dass gerade die Glückskomponente für eine Menge Überraschungen und unvergessliche Moment gesorgt hat, auch wenn sie nicht immer glücklich waren.
Ich kann aber durchaus einsehen, dass eine Doppelzwanzig als Chance manchem Spieler zu hoch ist und deshalb biete ich eine Option mit Abstufungen an. Das ist der Kompromis, welcher Monarch und Prinz schließen sollen.

Es umschließt vor allem Nicolajs Option der wiederholten Bestätigung. Diese Option finde ich an sich sehr schön, nimmt aber dem Zufall die Schlagkraft gegen rüstungsorientierte Gegner. Mir ist bewusst, dass ein lebendiger Panzer oder eine elbische Gazelle in elbischer Lederrüstung (;)) schwerer zu treffen ist und die Doppelzwanzig damit schwerer zu realisieren sein sollte. Aber dennoch kann ein Zufallstreffer mit Nachwirkung möglich sein.
Deshalb ergibt sich für mich folgende Möglichkeit:
Wir behalten Nicolajs Variante bei und wenden sie auf die komplette Enwe an, damit zumindest unsere Spielruppe ein Level der Verständigung hat. Allerdings erweitern wir diese Regelung.
Eine einfache Doppelzwanzig, die nicht nochmals bestätigt werden konnte, sorgt zumindest für verheerenden Schaden. Mein Vorschlag wäre, dass eine Doppelzwanzig o.B. zumindest ein Körperteil des Gegners bleibend schädigt. ("Lieber arm dran, als Arm ab.")
Somit bleibt die Doppelzwanzig an sich etwas besonderes, wenn man den Gegner mit der zusätzlichen Bestätigung nicht töten kann, und hebt sich vom normalen kritischen Treffer ab. Was geschädigt wird, wäre dann situationsabhängig.
In Werten wäre mein Vorschlag, dass ein verheerender Treffer mindestens 50% (also quasi ein halber Tod) der Trefferpunkte des Opfers abzieht, mehr, wenn das Schadenspotenzial größer ist (2W12+8 Schaden kritischer Schaden, der Gegner hat aber nur 31 Tp als Beispiel) und ein Körperteil verstümmelt zurücklässt.
(Bevor jetzt irgendwelche Heilungs- oder Regenerationsdebatten kommen. Die sind teils irrelevant auf unserer Welt, von wegen Low-Magic etc. Außerdem könnten wir dann noch die Heilungsarten diskutieren.)

Das ist, meines Erachtens, ein fairer Kompromis und könnte Anwendung finden.
Ich wäre über Kritik erfreut und auch über ganz andere Vorschläge, sollten sie den Zweck erfüllen. Beispielsweise das Critical Hit Deck von Paizo, welches ich auf Anfrage diskutieren werden.
Im Laufe dieses Wochenendes werde ich auch noch auf das Problem mit Patzern und Kritischen bei Fertigkeiten eingehen. Vielleicht sollten wir das langsam auch mal überdenken.

Postskriptum: Den Patzer habe ich angesprochen, da er aber ärgerlich genug ist, braucht man den nicht verschlimmern. Das war nur Meinungspropaganda eines linken Würfelrevolutionären namens Che Patzera. ;)
"Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern." - Jean Paul, Levana

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