What will be on the day after tomorrow?

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Marnarn
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What will be on the day after tomorrow?

Beitragvon Marnarn » Do 29. Sep 2011, 21:36

Es ist eine Idee, die schon seit längerem kursiert. Die Vision, die Enwe Karadâs und ihr Konzept in zwei oder drei Epochen auszuweiten, und sich diesen Aufgaben zu stellen.
Eine dieser Ideen beschäftigt sich mit der Enwe in der fernen Zukunft und der Aufbau einer Sci-Fi-basierten Welten, welche die Enwe noch immer als Zentrum der Handlung hat. Es steht nicht viel fest, sei im Vorwege gesagt und ich habe bisher nur lose Gedanken dazu gesammelt.

Die erste Frage, die ich mir stellte, war, ob solch eine Projektteilung überhaupt möglich sei und wie sinnvoll sie sei. Ich komme um die Feststellung, dass dieses Projekt eine Nummer zu groß ist, nicht herum. Und diese Feststellung hat zwei Hauptgründe, welche ich kurz darlegen möchte.

1. Unsere Welt ist ein Golem

Ein Golem? Dies ist eine Anspielung auf vielerlei Dinge. Auf den Fantasygolem, also ein künstliches Wesen, welches auch nur durch eine künstliche Erhaltung existieren kann, was eindeutig ein Ausdruck unserer (zumindest meiner) Unfähigkeit ist, eine komplette homogene Welt zu erschaffen, welche keine zusätzlichen Randbemerkungen braucht, um zu funktionieren. Es ist also ein Artefakt im Sinne des Wortes.
Es kann jedoch auch das Buch "Also sprach Golem" von Stanislaw Lem gemeint sein, in dem Golem XIV ein Supercomputer ist, welche weit über der Fähigkeiten der menschlichen Intelligenz liegt, jedoch nur Kalkül und keine Persönlichkeit ist. Das könnte ein Anhaltspunkt für eine moderne Enwe sein.
Es mag jedoch am ehesten der Urgolem sein, denn Golem ist hebräisch und beschreibt das Unfertige, im modernen Hebräisch meint es aber auch dumm und hilflos.
Und es steht außer Frage, dass unsere Welt einfach etwas absolut Unfertiges (und dank Menthir (also mir) etwas sehr dummes ;)) ist, was vielleicht erstmal in seinem Rahmen beendet sein muss, bevor man sich an eine neue Epoche wagt. Ich gebe zu, dass ich diesen Gedanken häufig trage.

2. Die Idee der Selbstaufopferung

Ich habe sie (die Idee) mit Sicherheit bereits überstrapaziert und es ist klar, dass ihr Sinngehalt zwar wahr sein mag (davon bin ich nach wie vor von überzeugt), jedoch nicht auf jedes Mitglied dieser Runde übertragbar gewesen ist; und in letzter Zeit stoße ich, vor allem aus privaten Gründen, immer häufiger an die Grenzen dieses Projektes, auch wenn ich nicht halb so viel Zeit darin investiere, wie ich vielleicht sollte, um es gut voran zu bringen. Es sind aber nicht nur meine Selbstzweifel, die schon von Anfang an gegeben waren, wenn man sich meinen Eingangstext zu meinen Wünschen und Vorstellungen durchgelesen hat, kann man das nachvollziehen, sondern auch das Wissen, das ich in einem Dilemma stecke, was die Bearbeitung dieses Themas angeht. Denn auf der einen Seite kämpfe ich mit der geringen Teilnehmerzahl, was einen enormen Arbeitsaufwand von den restlichen Mitgliedern erwartet, andererseits habe ich auch geradezu panische Angst davor, einfach andere Mitarbeiter anzuwerben. Stellen wir uns vor, wir würden manche finden, die sich für dieses Projekt verdingen würden und auch viel Zeit investieren würden. Das ist sehr schön, allerdings habe ich da auch gleich die Sorge, dass sie meine Ideen nicht anerkennen. Ich sag es so drastisch, nicht weil ich grundsätzlich Sorge davor habe, dass man meine Ideen anfechtet, das begrüße ich sogar, sondern viel mehr, dass dieses Projekt dann (intentionell oder nicht ist egal) in komplette neue Bahnen gelenkt wird, welche mit der Vorstellung der Urheber nicht konform geht.
Ich weiß, ganz lässt sich das nie verhindern, will ich auch nicht, aber der Überbau soll erhalten bleiben und ich wünsche eine gewisse Kontrolle über die Entwicklung, welche ich nur gegeben sehe, wenn ich mit Leuten zusammenarbeite, dessen Gedankengänge ich zumindest grob kenne.
Ich werde Partizipation an diesem Gesamtprojekt nicht unterbinden, auch wenn fremde Mitarbeit nicht immer passt, denn wir haben es als Open Source-Projekt gestartet. Gleichwohl werde ich mich nicht darum bemühen andere Leute an diesem Projekt zu beteiligen, sofern ich sie nicht kenne. Ich denke, dass ist der beste Kompromiss für mich bei dieser Sache.
Ich weiß, dass meine Position sehr eigen ist, aber durch die letzten fast drei Jahre, die dieses Projekt wächst, habe ich mich immer tiefer mit ihm verbunden, sodass ich es nur schwerlich ertragen könnte, wenn jemand dieses Projekt vergewaltigt.

Es ist bereits angedeutet, dass dieses Projekt nicht wirklich umsetzbar ist, da wir schon genügend Zeit mit den wenigen Arbeitskräften (Zwei im Moment) in die eigentliche Enwe stecken müss(t)en.

Conclusio:

Ich habe lange mit mir gerungen, gerade weil Mass Effect die Erinnerungen an dieses Projekt wieder hoch gespült hat. Ich hatte es eigentlich schon eingestampft, nachdem meine ursprüngliche Konzeption versuchte eine Hommage an unsere Gegenwart zu knüpfen und eine an die ferne Zukunft, voller Raumfahrt und dergleichen. Aber da es wieder aufblitzte und ich mich nicht ganz von trennen konnte, werfe ich das Thema hier einfach nochmal auf, auch wenn ich es momentan nur für die Sci-Fi-Richtung sehe.
Ich habe auch schon versucht in unserer archaischen Variante solche gewissen Tendenzen zu verarbeiten, wie man an den Murinoiden und den Gedankenschindern sehen kann. Ich habe aber auch viele Ideen, die ich so nicht umsetzen kann, allerdings wird sich, wie bereits beschrieben, auch kaum die Möglichkeit ergeben, einen kompletten Kosmos zu bauen.

Ich bin jedoch auch der Meinung, dass zumindest ein Arbeiten in Ausschnitten an einer modernen Enwe dabei helfen könnte, die archaische Enwe zu vervollständigen, gerade was den Kosmos angeht, deshalb werde ich mich nicht ganz von der Idee trennen.
So soll dies zwar kein komplettes Projekt werden, aber doch eine Müllhalde für Ideen, welche man für eine Sci-Fi-Enwe nutzen könnte. Das bedeutet, dass man sich hier Gedanken zur Raumfahrt, technokratisch-modernen Völkern, moderne Utopien und Dystopien, fremde Völker und Planeten machen kann und soll.
Und da ich und Nicolaj uns in letzter Zeit häufiger über die Naturwissenschaften unterhalten haben, sollte dies auch als Austausch- und Diskussionsbasis für die naturwissenschaftlichen Problematiken unserer Welt werden, da viele Dinge einfach noch sehr rudimentär sind. Beispielsweise die genaue Größe der Enwe, Umlaufbahn der Monde und die Einteilung in homogene Klimazonen.

Es ist zwar nur ein Abriss meiner Gedanken dazu, aber soll schon mal Grundlage sein für Ideen in diese Richtung. In welche Richtung die Ideen gehen, sei natürlich gleich. Ob Magie etwas wie Macht in der Moderne ist, oder ob man die Biotik aus Mass Effect nimmt, oder die Magie eher im ursprünglichen Sinne verstehen mag, wird auszufechten sein. Das sind alles Konzepte, die man hier bereden sollte. Zeitreisen und ähnliches fallen da natürlich auch drunter. Ich sehe es also als Recyclingprojekt an, welches der Komplettierung unserer Welt dient. Sollte mehr daraus werden, bin ich erfreut, sollte es nicht, dann ist es nicht unerwartet und daher nicht schmerzhaft.

So viel für den Moment.
"Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstürmende scheitern." - Jean Paul, Levana

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